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Mittwoch, 3. April 2002 - 23:36 Uhr
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Er bestimmt Ebbe und Flut, leitet uns des Nachts sicher nach Haus und sorgt in der Astrologie für Gefühlsschwankungen der Menschen: der Mond. Er hat schon seit Jahrmillionen einen großen Einfluss auf alles Leben der Erde.
 Der gute alte Mond | | Und vielleicht wird er in Zukunft noch eine viel größere Bedeutung für die Menschheit haben: Es könnten Kolonien auf dem Mond gebildet werden. Gute Voraussetzungen könnte es bereits geben: Manche Wissenschaftler meinen, es gäbe Wassereis auf dem Mond.
Wasser auf dem Mond?
Ende der neunziger Jahre erreichte die Erde eine neue unglaubliche Nachricht: Wissenschaftler der NASA (National Aeronautics and Space Administration) berichteten, sie haben mit der Sonde Clementine und einen möglichen Beweis für das Vorhandensein von Wassereis auf der Mondoberfläche gefunden.
Als Veranlassung zu dieser Vermutung dienten Daten, die die Sonden durch die Untersuchung von Neutronen, die ständig die Mondoberfläche bombardieren, gewannen. Vom Sonnenwind beschleunigte und auf der Mondoberfläche aufschlagende Neutronen durchdringen diese und an ihrer Geschwindigkeit innerhalb der Materie lässt sich vermuten, welche Stoffe die Teilchen passieren.
 Wasser auf dem Mond? | | An den Polen des Mondes verlangsamten sich die Neutronen sehr und somit schlossen die Wissenschaftler, dies liege an dem Vorhandensein von Wasserstoff. Dieser könnte mit Meteoriten, die gefrorenes Wasser beinhalteten und auf der Mondoberfläche in der Vergangenheit aufschlugen, auf den Erdtrabanten gelangt sein. Jedoch hat sich das Wassereis nur an den Polen gehalten, da an diesen Stellen kein Sonnenlicht die Oberfläche erreicht und dort immer Minusgrade herrschen.
Doch bei späteren Untersuchungen mit dem Arecibo-Teleskop, das in Puerto Rico zu finden ist, haben Forscher herausgefunden, dass ähnliche Werte von Neutronen abgegeben wurden, die nahe des Äquators das Mondgestein durchdrungen und auch auf ähnliche Weise ihre Geschwindigkeit verlangsamten. Jeodch kann es am Äquator kein Wassereis geben, da das Sonnenlicht dort sehr oft hingelangt und es dort somit zu warm für gefrorenen Wasserstoff ist. Für die Korrektheit der Arecibo-Messungen spricht, dass das Teleskop eine viel höhere Auflösung als die Sonden hat: Während das Teleskop eine Genauigkeit von 125m besitzt, ist die der Sonden mit 100km 800 mal geringer.
Doch noch wurden keine Ergebnisse bewiesen. Wenn es gefrorenes Wasser auf der Oberfläche des Mondes gibt, so wäre das ein großer Vorteil für eventuelle spätere Kolonisierungspläne, da es sonst viele Probleme gäbe, das Lebenselexier Wasser auf die Mondoberfläche zu schaffen. Es wären ununterbrochene Wassertankflüge nötig, die die Menschen auf dem Mond mit dem kalten Nass versorgten. Und das wiederum würde immense Ressourcenmengen (Treibstoff, Material für Tanker) verschlingen.
ISS
 Die ISS | | Sobald die "International Space Station" komplett ist, könnte die Raumstation ein Dreh- und Angelpunkt bei der Kolonisierung des Mondes sein. Bei Transporten zwischen Erde und Mond wäre die ISS ein Idealer Zwischenstopp, um die Ressourcen zu erneuern. Denn der Flug durch die Erdatmosphäre ist der verbrauchstärkste Teil von Flügen ins Weltall, da dort Widerstand durch die Luft vorhanden ist.
Bei der ISS würde wieder aufgetankt, die Besatzung des Raumschiffs, das auf dem Weg zum Mond ist, könnte eine Teestunde auf der Raumstation verbringen und danach würde es weiter in Richtung Mond gehen.
Wann?
 Mond-Kolonisation | | Die optimistischsten Pläne zur Mondkolonisierung sehen einen ersten Schritt im Jahr 2020 vor. Es würden 50 Mond-Pioniere auf den Erd-Trabanten geschickt, die eine kleine Basis dort aufbauen würden. Doch steht diesem Projekt (wie bei so vielen Projekten) das Finanzierungs-Problem im Wege.
Kostenproblem
Ein Kilo, das auf die Mondoberfläche gebracht werden soll, kostet 20.000 Dollar. Also wären das bei einem ausgewachsenen Menschen im Durchschnitt schon 1.400.000 Dollar. Ein kostengünstigeres Verfahren als das bisherige scheint jedoch in der so genannten "Fahrstuhltechnik" gefunden zu sein.
 "Space Elevator" | | Bei der "Fahrstuhltechnik" handelt es sich um ein weiteres utopisch-futuristisches Projekt der NASA. Hierbei soll ein Turm gebaut werden, der bis aus der Atmosphäre der Erde reicht. Das entspricht 47.000 Kilometern. Der Name des Turmes: "Space Elevator".
Es lässt sich jedoch kaum von einem "Turm" sprechen, wenn man sich das Projekt näher betrachtet. Von der Erde bis in eine Höhe von 36.000 Kilometern, dem geostationären Orbit, soll ein Seil reichen, an dem magnetbetriebene Fahrstühle auf- und abrasen können. Der geostationäre Orbit ist die Höhe, in der ein Objekt immer die gleiche Entfernung zur Erdoberfläche beibehält. Die restlichen 11.000 Kilometer des Projektes reichen als Gegengewicht ins All und soll - das klingt nach purer Sciencefiction - ein einem Asteroiden verankert werden.
 Technik des "Space Elevator"s | | Die NASA sieht das größte Problem der Umsetzung dieses Projektes in dem Material, aus dem das Kabel bestehen soll. Würde man ein Seil aus Stahl bauen, so würde es sich, um sein eigenes Gewicht tragen zu können, in 36.000 Kilometern Höhe auf Milliarden Quadratkilometer verdicken. Doch die NASA meint auch hier eine Lösung gefunden zu haben: Kohlefasern ("Carbon Nanotubes"). Hierbei handelt es sich um das bisher stärkste Material, das bis jetzt entdeckt wurde. Es besitzt die hundertfache Zugkraft von Stahl. Ein Seil aus Kohlefasern müsste am Boden mit 0,15 Millimetern Durchmesser beginnen und würde im Orbit eine Stärke von 0,26 Millimetern besitzen. Proben dieses Materials gibt es allerdings nur in einer Größenordnung von wenigen Tausendstelmillimetern. Bei der Konstruktion der 15 Kilometer hohen Bodenstation würde es bereits heute keine Probleme geben, so die amerikanische Weltraumbehörde.
Die Durchführung eines solchen Projektes würde zwar immense Mengen Geld verschlucken, jedoch würde es sich nach einigen Jahren wieder relativieren, da sich der Preis des bisherigen Flug-Verfahrens summieren und das "Space Elevator"-Projekt übertreffen würde.
Wie sieht das Wohnen auf dem Mond aus?
 Mond-Zivilisation | | Zu beginn der Kolonisierung des Mondes wird es wohl Wissenschaftlern vorbehalten sein, auf der Mondoberfläche zu leben. Doch bereits im Jahr 2085 soll auch auf dem Mond eine ganze Zivilisation entstanden sein.
Wie die Verhältnisse aussehen werden, darüber gibt es viele Modelle. Ein Modell sieht zum Beispiel vor, große Glaskuppeln zu bauen, die wie die Hälfte von "Blasen" überall aus der Mondoberfläche herausragen. Diese werden dann mit Glastunneln verbunden und somit entsteht ein Netzwerk über die ganze Mondoberfläche.
Unter diesen "Blasen" herrscht eine Atmosphäre, wie es auf der Erde der Fall ist. Mit Bäumen, Seen, Tieren...
Doch eine künstliche Atmosphäre, ein künstliches Ökosystem zu schaffen, ist bisher noch nicht gelungen. Bei einem Projekt in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in einem großen Gewächshaus versucht, ein von der Außenwelt abgeschottetes Ökosystem zu schaffen. Doch bereits nach ungefähr zwei Monaten kippte das System um, es konnte kein Leben mehr darin existieren.
Also gibt es auch hier bis jetzt noch keine Lösung.
 Mond-Kolonisation | | Doch Probleme sind bekanntlich da, um gelöst zu werden. Und die Menschheit ist im Verhältnis zum Alter der Galaxie sehr schnell auf diesem Gebiet.
Prognose
Mitte des 21. Jahrhunderts werden erste Menschen für längere Zeit auf dem Mond leben.
(Redakteure: Bastian Knebel, Nikolas Denk) (Redakteur: Lin Xiang)
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