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Wissenschaft heute: Erfolgreiche Behandlung der Parkinson-Krankheit

 
Sonntag, 14. April 2002 - 18:51 Uhr

In Los Angeles ist es Wissenschaftlern erstmals gelungen, mit Hilfe von Stammzellen aus dem eigenen Gehirn des Patienten seine Parkinson-Erkrankung zu behandeln.

(Deutschland – wissenschaft.de) Bereits ein Jahr nach der Transplantation adulter Stammzellen aus dem Gehirn des Patienten ließen sich kaum mehr Symptome der Parkinsonschen Krankheit
bei dem Patienten feststellen. Michael Levesque gelang es auch, diesen Stammzellen in einer bestimmten Nährlösung bereits nach wenigen Monaten dopaminerge Nervenzellen zu entwickeln. Diese Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin, welcher eine wichtige Rolle bei der Koordination der Körperbewegungen spielt. Da bei der Parkinsonschen Krankheit eben jene Nervenzellen absterben, entsteht ein Mangel an Dopamin.

Die Wissenschaftler des "Cedars-Sinai Medical Centers" in L.A. pflanzten dem Patienten die im Labor aus Stammzellen gezüchteten dopaminergen Nervenzellen ein und nach bereits drei Monaten stieg der Dopamingehalt im Gehirn des Patienten um mehr als 58%. Nach bereits sechs Monaten konnte man erste Verbesserungen der allgemeinen motorischen Fähigkeiten feststellen und nach einem Jahr waren die typischen Symptome der Krankheit (Muskelzittern und -steifheit) fast völlig verschwunden.

Trotz des Erfolges fiel der Dopaminspiegel im Gehirn nach mittlerweile 2 Jahren wieder auf den ursprünglichen Wert vor der Behandlung zurück. Dennoch sind die bezeichnenden Symptome bisher nicht wieder aufgetreten.

Auch Levesque ist sich über diesen Verlauf nicht ganz im Klaren und stellt lediglich Vermutungen auf. Er hält es für möglich, dass die Krankheit erst nach einiger Zeit wieder auftreten wird, nachdem die
Dopaminproduktion erneut vom Gehirn eingestellt wurde. Möglich ist aber auch, dass Gehirnscans, welche die Dopaminproduktion überwachen, lange nicht alles zeigen, was im Gehirn selbst vor sich gehe. Vielleicht sind es aber auch noch andere Nervenzellen, die in die Parkinsonsche Krankheit involviert sind, welche man bisher nicht berücksichtigt habe.

Trotz dieses Rückschlags, hält Levesque diesen Versuch für erfolgreich und wegweisend im Kampf gegen Parkinson. Zwar müsse das Experiment erst weiterentwickelt und getestet werden, bevor es zu einer anerkannten Technik käme, jedoch sei ein Versuch durchaus vielversprechend.

Der "New Scientist" jedoch steht dem Ganzen etwas skeptischer gegenüber und bemerkt, dass die Ergebnisse des Experimentes nicht gesichert seien, da es lediglich diesen einen Versuch gebe und die Langzeitwirkungen bisher nicht absehbar seien.

(Redakteur: Lin Xiang)

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