Am Ende des Jahres 2009 wurde den kreativen Köpfen im STVC die Aufgabe gestellt, eine Geschichte zum Thema "Das Ende der Galaxie" zu schreiben. Wir wollen Ihnen nun die Gewinner prästentieren.
Platz 1: Temudschin mit ...
Eine neue Heimat
21.10.20029 auc
Gestern hat mich Sarai verlassen, wegen einem Vollpfosten aus der Küche. Idiotin. Bloß weil der Bimbona an mehr Essen kommt. Und dabei ist der nur Geschirrabräumer. Schlimmer ist es vermutlich nur noch, dass es alle wissen. Der Chief hat mich deswegen heute zur Durchflußkontrolle eingeteilt. Damit ich nicht unkonzentriert irgendwelchen Mist mache bei den Leitungsreparaturen oder bei einer anderen wichtigen Arbeit. Eigentlich macht der Rechner meine Arbeit und ich kann nachdenken. Ich weiß bloß noch nicht, ob ich das will.
Ich bin in einem dämlichen Raumschiff in dem ich nicht mal 5 Minuten alleine sein kann und mir alle ihr Mitleid bekunden, weil meine Frau mich wegen einem Idioten verlassen hat, der dreckiges Geschirr wegräumt und Kartoffeln schält. Aber generell ist die Lage schlecht, nicht nur Sarai ist mit Bati und Toma zu dem Knilch in die Küchensektion gezogen, es gibt mal wieder nicht genug zu essen, weil einer der Gärten nicht genug Nahrung erzeugte.
991210008 nss
Während der Morgenandacht sprach der Chief von unseren Opfern, die wir bringen müssten, damit wir das Paradies erreichen. Sofort musste ich an Banzi denken, der vorgestern bei der Reparatur des Rohres von heißem Dampf verbrannt wurde. Anschließend gab es den Totenschmaus, aber weil ich meinen Bruder gemocht hab, wollte er mir nicht so richtig schmecken, obwohl mir sonst Fleisch schmeckt.
07.13.20031 auc
Heute wurde abgestimmt, ob Sarai ihr drittes Kind am Leben lassen soll oder nicht. Um eine Überbevölkerung zu vermeiden, darf jede Frau nur 2 Kinder haben, die hat Sarai von mir geboren, jetzt hat ihr der Küchenknilch noch ein weiteres gemacht. Jetzt wurde entschieden, was mit dem Baby passiert, ob jeder von seinen Hungerrationen etwas abgibt, oder was sonst damit passiert. Eine knappe Mehrheit votierte dafür, das Kind zu töten und den Kadaver in die Verwertungsautomatik zu stecken, um die Rationen zu erhöhen. Ich war froh, dass ich nicht mit abstimmen durfte, weil ich ja mit einem der Betroffenen mal verheiratet war. Aber einerseits freue ich mich auch etwas über die größeren Rationen, seit dem Ausfall des Gartens 29 werden bis zur nächsten Ernte nur 1080 Kalorien pro Tag und Erwachsenen verteilt,
auch wenn mir andererseits übel wird bei dem Gedanken, dass ich zum Kannibalen werde.
Am Ende wurde noch die Vorschrift in die Schiffsbestimmung aufgenommen, dass unter keinen Umständen eine Frau mehr als zwei Kinder gebären darf, bis wir Paradies erreichen.
Mein Töchterchen Bati, sie ist zwar schon fast erwachsen, aber sie bleibt mein Töchterchen, hat mich wenigstens etwas erheitert. Sie hat mir erzählt, dass es Spinner geben soll, die einen neuen Kalender einführen wollen. Der neue Kalender soll nicht mehr von der Gründung unserer Hauptstadt zählen, sondern vom Schiffsstart und es soll nicht mehr gelten, 30 Tage sind 1 Monat, 20 Monate sind ein Jahr, sondern 100 Schichten sind ein Monat und 20 Monate ein Jahr. Spinner gibt's.
010210009 nss
Heute hatte der Chief Perca für die Opferung ihres Drittgeborenen gedankt und sie durfte beim Gottesdienst das größte Stück essen. Sie Sprach dabei die magischen Worte: "Das ist mein Fleisch, hingegeben für den Erretter, die ist mein Blut, hingegeben für das Paradies." Einer Legende zufolge soll jemand das Ritual als "effektives Mittel der Bevölkerungskontrolle" bezeichnet haben, bei dem "gleichzeitig der Rest was zu Essen kriegt". Doch das ist nur eine Legende um die Gläubigen zu prüfen. Immerhin sprach Die Vorschrift in den Bestimmungen zur Reise nach dem Paradies davon, dass keine Frau mehr als 2 Kinder gebären darf. Die Bestimmung hat recht, sie existiert immerhin seit über 100 Hektoden und irrte sich nie.
12.18.20032 auc
Ich guckte auf den Monitor und schaltete die einzelnen Anzeigen durch und plötzlich sah ich Heimat, unseren Heimatstern. Auf einmal musste ich an Opi denken, der mir erzählte, wie es damals dort war. Was er auch immer mit Wind gemeint hat und das Fühlen der Sonnenstrahlen auf der Haut. Und was es für ein Schock war, als Wissenschaftler feststellten, dass die Sonne in einigen Jahrhunderten kollabieren wird. Nach langen Debatten wurde beschlossen, ein Raumschiff zu bauen, das einen Teil unseres Volkes retten sollte, in dem es zu einem neuen, unbekannten Stern, der Paradies getauft wurde, aufbrechen soll. Es sollte ein Generationenraumschiff sein, damit wir überhaupt eine Chance haben, die gigantischen Entfernungen im Weltraum zu überbrücken. Es gab zahlreiche Lotterien und Auswahlverfahren, in denen die Mannschaft ausgewählt wurde. Meine Großeltern gehörten zu den 0,5 Promille Glücklichen, die es auf das Schiff schafften. Sie sprachen von einer Heiligen Pflicht, die wir alle erfüllen müssten, um unsere Rasse und Kultur zu retten. Um die Bedeutung des Schiffes zu betonen, wurde es Erretter genannt. Und alle, sowohl die Besatzung als auch die Zurückgebliebenen sprachen nie anders als mit religiöser Ehrfurcht von dem Schiff.
055210019 nss
Ich schaute heute auf dem alten, zerkratzten Monitor das Paradies an. Diesen Ort sollen wir der Bestimmung zufolge erreichen, wenn wir immer unsere Pflicht sorgsam erfüllen. Dieser Ort soll perfekt sein, fruchtbares Ackerland, immer satt zu essen, Fleisch, viel Sauerstoff in der Luft. An diesem Ort werden die Glücklichen leben, die immer gut gearbeitet haben und gestorben sind und die, die am Ende der Reise geboren werden. Plötzlich wurde der Monitor dunkel und ich dachte das Paradies wäre verschwunden, aber der Chief reparierte den Monitor. Ich war so erleichtert, dass mir der Anschiss nichts ausmachte. Ich hatte vor allem Angst, da einige kurz vor dem Ausrasten waren. Auch wenn der Anschiss ungerecht war, ich hab ja nichts gemacht, für den Kabelbruch konnte ich nichts. Aber der neue Chief ist viel strenger und cholerischer als Perca.
13.13.20039 auc
Heute haben die Sensoren gemeldet, dass unser Heimatstern erloschen ist. Obwohl ich unsere Heimat nie gesehen habe, fühle ich mich bedrückt. Nicht nur ich, alle. Um uns aufzumuntern wurde sogar nach den Gedenkgottesfeierlichkeiten Gegorenes verteilt, das sonst total verboten ist. Toma hat mich heute mit seinen Kindern Puur und Mukula besucht und mich getröstet. Immerhin ist heute auch der 5. Todestag von Bati. Der 13.13. bringt wirklich nur Pech.
Aber trotz, oder wegen des Getränkeausschanks wurde die Stimmung bei uns in der Abteilung immer gereizter und teilweise gewaltsam. Morgen soll beschlossen werden, Gegorenes konsequent zu verbieten. Ich glaube aber, der Beschluss kommt nicht durch. Außerdem brauchen wir alles für Essen, Ethanol ist unnötiger Luxus.
141310026 nss
In der letzten Schicht meldeten die Sensoren das Verschwinden des Paradieses. Erst dachten alle, der Monitor oder die Sensoren wären mal wieder defekt, aber dem war nicht so. Der Monitor war wirklich und wahrhaftig dunkel. Das Paradies ist weg, das Ziel der Reise. Was wird aus denen, die ihre Pflicht getan haben? Und aus unseren Nachkommen? Was wird aus mir nach meinem Tod?
Unsere Führer sitzen seit der Meldung in Besprechungen, während andere durch die Gänge toben und die jagen und töten, die sie als Verursacher des Verschwindens des Paradieses ansehen. Sie hoffen darauf, dass durch die Tötung der Unwürdigen das Paradies wieder auftaucht. Das Geschrei der von Todesqualen Wahnsinnigen mischte sich mit dem der Wahnsinnigen Mörder. Oft veränderte sich auch letzteres zu ersterem. Jeder dieser Schreie macht mir Angst. Ich schreibe das hier um meine Gedanken auf etwas anderes zu konzentrieren. Zum Glück bin ich gut versteckt und mich fi
Tagebuchfragmente gefunden an Bord des Raumschiffwracks Erretter durch das Kolonieschiff Fürbitte am Sternendatum 456973 auf seiner Suche nach einem neuen Heimatplaneten im Leerraum zwischen den Galaxien
ER ließ seinen Blick schweifen und sah das Verlöschen des letzten Sternes der Galaxie. "Wenn ich mich beeile, schaffe ich es, die nächste Galaxie in sechs Tagen zu erschaffen und kann mich am siebten Tage ausruhen", dachte ER. "Sohnemann, setz dich mal hier rechts neben mich. Hier gebe ich dir etwas Knetmasse, mit der kannst du einige Wesen basteln, die dann die neue Galaxie bewohnen sollen. Damit kannst du Vati helfen. Und wenn du ganz artig bist, lasse ich dich die Wesen später auch besuchen. Die werden dir auch nichts tun."
Platz 2: Benjamin_Sisko mit ...
Die Wiederkehr
Diana Summer befand sich in ihrem Quartier an Bord der TGT-1281, einem Truppentransporter der Terranischen Garde und wartete mit Unbehagen auf den Beginn ihrer Mission. Wie fast alle an dieser Mission beteiligten Personen hatte man sie vor ungefähr vier Stunden ohne Angabe von Gründen zu dem Militärflughafen in Lima beordert. Erst als sich das komplette Team, bestehend aus Ärzten, Technikern und mindestens doppelt so vielen schwer bewaffnetem Gardisten an Bord befand und der Transporter die Erdumlaufbahn verlassen hatte, wurden ihnen die Natur ihrer Mission mitgeteilt. Vor ungefähr sieben Monaten wurde im Asteroidengürtel des Sonnensystems von einer Forschungsexpedition, das Experimente auf dem Jupitermond Kallisto durchführen wollte, ein riesiges diskusförmiges Objekt entdeckt. Nachdem sich die TG davon überzeugt hatte, dass das Objekt verlassen war und es keinerlei Gefahr darstellte, schleppten sie es zur weiteren Untersuchung auf den Marsmond Phobos, wo es von den neugierigen Blicken der Erdbevölkerung versteckt werden sollte. Eine dreißigköpfige Gruppe der besten Wissenschaften der Erde wurde nun zu diesem Zwecke auf das Objekt geschickt, um ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Aufgrund der Vielzahl der darin enthaltenen unbekannten Technologien und Daten wurde das Objekt schnell auf den Namen ARCHIV getauft, dessen tägliche Berichte der Wissenschaftler die Labore und Institute auf der ganzen Erde in Erstaunen versetzten ... bis vor einer Woche diese Übertragungen urplötzlich aufhörten. Da man aber nicht wusste, ob es sich hierbei nur um ein technisches Problem handelte oder ob sich auf der Station ein Unfall ereignet hatte, stellte man ein gemischtes Team zusammen, das sich vor Ort auf dem ARCHIV die Lage ansehen sollte.
Nur acht Stunden, nachdem sie so hektisch von der Erde aufgebrochen waren, setzte der Transporter im Hangar des Archivs aufs. Die Gardisten stürmten bereits daraus hervor, noch ehe die Rampe den Boden berührt hatte, um den Raum zu sichern. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass ihnen keine Gefahr drohte, durften auch die restlichen Techniker und Ärzte die Station betreten. Diana konnte sich zwar nicht vorstellen, worum es dieser großen Feuerkraft bedurfte, zumal es sich wohl nur um ein defektes Kommunikationsrelais handelte, doch aus einem Grund, den sie nicht genau nennen konnte, fühlte auch sie sich viel wohler dabei. Auf diese Weise betraten sie auch die nachfolgenden Räume, bis auf einen seltsam aussehenden Raum stießen. Er war riesig und kreisrund geformt. Sieben verschiedene Gänge zweigten hier ab, so dass alle Bereiche des ARCHIVs schnell und einfach erreicht worden konnten. An einer Wand befand sich so eine Art Alkoven, dessen Bedeutung jedoch Diana nicht erschließen konnte. In der Mitte des Raums stand irgendein Terminal, über dessen Funktionsweise sie nur Spekulationen anstellen konnte. Und erst jetzt viel auf, dass es total still war. Nichts war zu hören, keine Maschinen, keine Konsolen und vor allem keine Stimmen, die auf die Präsenz der hier arbeitenden Wissenschaftler hindeutete. Sicher war es eine große Station auf der sich gerade mal dreißig Wissenschaftler tummelten, aber dennoch verspürte Diana zunehmend ein beklemmendes Gefühl, das sie sich nicht erklären konnte. Warum wurden sie nicht erwartet? Auch wenn die Kommunikation gestört war, hätten sie doch wissen müssen, dass ein Schiff im Anflug war? Vielleicht waren sie auch nur zu beschäftigt oder es hatte sich ein Unfall ereignet, was erklären würde, wieso man ebenfalls so viele Ärzte mit auf diese Mission genommen hatte. Sie würde es auf jeden Fall bald erfahren.
Bei dem Terminal schien es sich um so eine Art von Kommunikationsvorrichtung zu handeln, denn einer Techniker versuchte damit eine Verbindung zu den Wissenschaftler herzustellen. Nachdem auch mehrere Versuche scheiterten, befahl Captain Mitchell, der leitende Offizier dieser Mission, dass sie sich in kleine Gruppen aufteilen sollten, um nach den Vermissten zu suchen. Ein paar Gardisten sollte an diesem Wegpunkt die Stellung halten, während der Rest sich auf der Station verteilte. Diana wurde dem Team von Captain Mitchell zugeteilt, dessen Aufgabe es war, in den Quartieren nach den Wissenschaftler zu suchen. Ebenfalls zu dem Team gehörte eine Technikerin und ein junger Gardist, der sich ihr auf dem Hinflug als Private Robert Charles vorgestellt hatte und ihr in einer großspurigen Art einige Avancen unterbreitete. Davon war jedoch jetzt zu nichts sehen. Alle paar Meter sah er sich nach hinten um, sein Atem war schnell und sein Finger zuckte viel zu nahe am Abzug seiner TG-42. Sie konnte es ihm nicht verübeln. Obwohl die langen Gänge hell erleuchtet waren, fühlte auch sie sich aufgrund der bedrückenden Stille unwohl. Wahrscheinlich bildete sie es sich nur ein, aber mehr als einmal fühlte sie sich beobachte und glaubte in der Ferne einige seltsame Schatten durch die Gänge huschen zu sehen.
Sie erreichten die Quartiere nach nur wenigen Minuten. Nachdem sie sich in alle Quartieren nach den Wissenschaftler umgesehen und niemanden entdeckt hatte, fingen sie auf Befehl des Captains an, die Unterkünfte nach möglichen Hinweisen für das Verschwinden zu durchsuchen. Diana begab sich das Quatier von Dr. Waddle, während der Gardist Charles angewiesen wurde, vor der Tür Wache zu halten. Diana machte sich an das private Video-Logbuch von Dr. Waddle her.
13.08.2286: Wir sind nun seit vier Tagen auf der Station und heute ist der erste Tag, ab dem ich Zeit finde, einige meiner Aufzeichnungen fortzuführen. Was wir hier entdeckt haben ist ... ich meine, es lässt sich kaum in Worte fassen ... der Traum eines jeden Wissenschaftlers. Welche Intelligenz auch immer auch dieses Ding entworfen hat ... sie war schon vor tausenden Jahren oder noch länger schon viel weiterwickelt, als die Menschheit es jetzt ist. Obwohl wir bereits seit vier Tagen hier sind, haben wir noch keine Hinweise auf eine Energiequelle gefunden, die diesen ganzen Laden hier mit Energie versorgt ... und das schon seit langer Zeit ... einfach unglaublich.
15.08.2286: Die Station ist uns noch immer ein Rätsel. Mittlerweile haben wir nun ansatzweise die Funktionsweise dieser Terminals herausgefunden, die an allen Wegknoten in der Station verteilt sind. Sie bieten uns Zugriff auf ein scheinbar enormes Potential an gespeicherten Daten über einfach alles. Die Entstehung des Universum, medizinische Daten ... es ist unverstellbar. Was wir hier vorliegen haben wird unsere Wissenschaftler noch jahrzehnte lang beschäftigen und die Menschheit in ein neues Zeitalter vorstoßen.
Die drauffolgenden Einträge enthielten nichts interessantes, was sie nicht auch schon aus dem Missions-Briefing erfahren hatte. An einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit, hätte Diana sicherlich nur zu gerne den neuen Entdeckungen des Doktors zugehört, aber hier verspürte sie nur deutlich das Verlangen, ihre Aufgabe hinter sich zu bringen und so schnell wie möglich wieder zu verschwinden. So übersprang sie sofort die Einträge, von den sie glaubte, dass sie nicht mit dem Verschwinden der Wissenschaftler zu tun hatte. Erst ein Eintrag, der vor drei Wochen aufgezeichnet wurde, weckte wieder ihr Interesse.
22.02.2287: Gestern haben wir Unglaubliches entdeckt. Durch einen Zufall konnten wir an einem Terminal eines Wegknotens einen dieser Alkoven aktivieren, der drauf blau zu schimmern begann. Dr. Marcus kam dem Feld zu nahe und wurde plötzlich unversehens hineingezogen. Wir standen unter Schock, denn er und das Feld waren wie vom Erdboden verschluckt. Zu unserer großen Freude jedoch, meldete sich nur einige Sekunden später per Komm von einem völlig anderen Wegknoten der Station ... so wie es also aussieht, handelt es sich um eine Art Portal, mit dem ohne Zeitverlust von einem Ort zu anderem der Station springen kann.
22.02.2287: Mit Hilfe des Portal haben wir nun auch entdeckt, dass die Station aus mehreren Decks besteht. Es ist eigentlich unverständlich wieso wir darauf nicht schon viel früher gekommen sind und angenommen hatten, dass dieses riesige Ding nur aus einer Ebene bestehen würde ... Desweiteren habe ich meinem Team die Anweisung gegeben, diese neue Information nicht an die Erde weiterzuleiten. Würden die nämlich davon erfahren, hätten wir nämlich gleich wieder die ganze verdammte Garde hier, die jedes Deck untersuchen würde. Unsere Arbeit würde daraufhin um Monate verzögert werden.
25.02.2287: Unsere bisherigen Vermutungen über die Station waren falsch. Die Station ist kein Archiv, sondern ein Gefangenenschiff ... und es ist alt ... sehr. Wenn unsere Umrechnungen korrekt sind, dann treibt es seit über 10 Mrd. Jahren durchs All ... einfach unglaublich. Laut den Daten wurden hiermit die Gefangenen des ersten interstellaren Krieges transportiert ... mächtige und blutrünstige Wesen, die kein anderes Leben in der Galaxis neben sich duldeten ... aber glücklicherweise gingen sie als Verlierer aus diesem Krieg hervor, denn sonst könnte ich wohl heute diese Aufzeichnung nicht machen ... kleiner Scherz! Viele meine Kollegen haben sich die Zellen dann auch gleich angesehen. Die Kraftfelder der Zellen waren zwar noch aktiviert, aber sonst war da unten nichts mehr ... wahrscheinlich schon war darin schon lange alles zu Staub zerfallen, bevor sich unser Sonnensystem bildete.
27.02.2287: Heute hatte wir einen kleinen Stromfall. Einer meiner Kollegen hatte wohl versehentlich ein paar falsche Knöpfe gedrückt und wir mussten ungefähr 5 Sekunden im Dunkeln ausharren. Seitdem berichten mir meine Kollegen, dass sich sie beobachtet fühlen und Schatten in den Gängen sehen würde. Das passiert eben, wenn man an diese Geschichten über längst vergessene Dämonen glaubt und es auf einmal finster um einen wird.
1.03.2287: Zwei unserer Leute sind seit heute morgen spurlos verschwunden. Jegliche Versuche, sie per Komm zu erreichen schlugen bisher fehl. Ich hoffe, dass sie nur in einen abgeschirmten neuen Bereich geraten und zu sehr in ihre Arbeit vertieft sind, jedoch ist es anzunehmen, dass ihnen irgendetwas zugestoßen ist. Ich werde in wenigen Minuten ein kleines Team zusammenstellen, das nach den Vermissten suchen wird.
2.03 2287: Oh mein Gott. Etwas schreckliches ist geschehen. Wir haben die beiden vermissten Wissenschaftler gefunden. Tot und übel zugerichtet. Es schien, als habe sie eine wilde Bestie angefallen und bis auf die Knochen abgenagt. Einfach schrecklich. Habe Gott ihre armen Seelen selig ... So wie scheint, sind wir doch nicht alleine hier. Mir bleibt nun zum Schutze unseres nichts anderes übrig, als unsere Forschungen einzustellen und die Garde zu benachrichtigen. Bis auf weiteres habe ich jedes Mitglied angewiesen, in ihre Quartiere zurückkehren.
2.03. 2287 Nachtrag: Nur 7 meiner insgesamt 30 Kollegen sind nach dem Aufruf zurückgekehrt. Von dem Rest fehlt jede Spur ... ihre Komm-Anrufe blieben unbeantwortet. Aller Voraussicht nach würden sie von dem oder den Angreifern ebenfalls getötet. Ich weiß, nicht, was wir jetzt noch tun sollen. Wir haben keine Waffen und wir können auch keine Hilfe von der Erde anfordern, da wir momentan unsere Quartiere nicht verlassen können. Die Quartiere scheinen sie aus irgendeinem Grund nicht anzugreifen ... warum ist mir schleierhaft, aber vermutlich handelt es sich nur um eine Frage Zeit.
5.03.2287: Wir sitzen noch immer in unseren Quartieren fest ... und die Nahrungsvorräte werden knapp. Um neue zu besorgen müssten wir ins Lager, aber dann würden wir wohl selber zur Nahrung für diese Biester werden. Egal wie wir also entscheiden werden, wir werden sterben.
6.03.2287: Gestern haben wir eines diese Biester gesehen. Es wartete vor dem Eingang zu den Quartieren, konnte ihn jedoch nicht passieren. Die Quartiere sind wohl durch ein zusätzliches Kraftfeld geschützt. Das Wesen lässt sich nur schwer zu beschreiben, es scheint quasi unsichtbar sein ... nur für ein kurze Zeit, wenn es mit einem anderen Objekt in Berührung kommt scheint es sichtbar zu werden. Es .. es ist der wahrhaftige Teufel. Es ist ca. drei Meter groß. Hat gebogene Hörner an seinem Kopf und messerscharfe Reiszähne. Eine wahre Höllenbrut.
7.03.2287: Dies wird wohl meine letzte Nachricht sein. Wir haben beschlossen unseren letzten Dienst für die Menschheit zu erledigen. Wir werden uns nun aufteilen und versuchen, ein Terminal an einem der Wegknoten zu erreichen. Wir müssen die Erde warnen ... es darf keiner mehr diese Station betreten ... sprengt es in die Luft ... transportiert es in die Sonne ... aber sorgt dafür, dass es keiner dieser Wesen auf die Erde schafft. Sollte jemand doch diese Aufzeichnung hören, dann bedeutet das, dass wir bei dem Versuch alle getötet wurden, bevor wir ein Terminal erreichen konnten. Nun müsst ihr unseren Auftrag zu Ende bringen ... warnt die Erde ... und macht, dass ihr von hier wegkommt ... es tut mir leid.
Ohne das Ende des kompletten Logbuchs abzuwarten, stürzte Diana geschockt aus dem Quartier und benachrichtigte den Captain über das, was sie gerade gehört hatte. Sie setzten sich sofort in Bewegung und rannten zurück zu ihrem Schiff. Während sie den Weg zurück rannten, versuchte der Captain die anderes Teams via Komm zu erreichen. Lediglich von dem Wachposten am ersten Wegknoten erhielt er eine Antwort, bei den restlichen Teams blieb das Komm stumm. Er befahl ihm, den Transporter startbereit zu machen und falls ihm etwas seltsames auffallen würde, sollte er sofort von hier verschwinden, auch wenn der Captain und sein Team noch nicht an Bord wäre.
Sie waren nur noch wenige Minuten, von dem Hangar entfernt, als sie hinter sich röchelnde Geräusche hörten. Diana schaute sich im Laufen kurz um, aber da war nichts erkennen, obwohl die Geräusche um lauter wurden. Zuerst wurde der junge Private von den Beinen gerissen, kurz danach die Technikerin, die sie begleitete. Diana und der Captain blieben nicht stehen. Sie rannten einfach weiter. Im nächsten Augenblick erwischt es den Captain. Diana rannte so schnell sie konnte. Ihre Lungen brannten. Die Tür zum Hangar war bereits in Sichtweite. Sie erreichte die Tür mit ihrem letzten Atemzug, jedoch musste sie mit erschrecken feststellen, dass sie verschlossen war. Durch ein kleines Fenster konnte sie in den Hangar und musste feststellen, dass der Transporter bereits am Abheben war. Sie konnte im Cockpit noch den Piloten sehen, wie er hektisch an seinen Schalttafel rumhantierte ... und plötzlich erkannte sie noch jemanden Cockpit, das hinter dem Piloten erschien. Sie hörte abermals ein Röcheln hinter sich und das letzte was sah, war wie sich eines Wesen auf den Piloten stürzte, ehe auch sie von der Dunkelheit eingeholt wurde.
***
"Transporter TGT-1281 können Sie mich verstehen?"
"Sir, der Transporter meldet sich nicht, was sollen wir tun?", fragte der Lotse seinen vorgesetzten Offizier, der neben ihm in der Kommandozentrale des Militärflughafens in Lima stand.
"Den Anzeigen zufolge fliegt das Schiff mit Autopilot."
"Hm seltsam. Bringen sie den Transporter per Leitstrahl zu Startbahn 23 ... ich werde mir das mit einem Team mal näher ansehen"
Platz 3: Donrog mit ...
"Das Ende der Galaxie"
J'ronak war früh aufgestanden um die Morgenzeremonie nicht zu verpassen. Er hatte in letzter Zeit besonders geübt und war sehr stolz auf seinen Fortschritt. Nun stand er vor dem Zeremonienplatz. Es war noch keiner da.
In diesem Moment kam ein greller Blitz auf. Als wenn die Doppelsonnen seiner Welt Erikam und Balzur gleichzeitig aufgegangen wären.
Er spürte nichts mehr. Als es wieder dunkler wurde sah er in eine Finsternis hinein. Nach einigen Augenblicken erkannt er ein schwach schimmernder Punkt. Und noch eins.
J'orank bekam Panik. Wo bin ich, dachte er. Plötzlich vernahm er eine Stimme. Sie war laut wie der Donner . " Beruhige Dich J'orank" sprach die Stimme. "Wer ist da" antwortete er. Es war aber nicht seine Stimme sondern eher seine Gedanken die da sprachen. "Wir sind DIE LETZTEN" hallte es wie Donner in seinem Kopf. "Die Letzten?" J'orank verstand gar nichts mehr.
"Wir erklären es Dir! Du befindest Dich in der Endzeit", "Endzeit? Was heißt das?" wollte J'orank wissen. "Es ist das Ende aller Zeiten" erklärte die fremde Stimme. "Logisch" dachte J'orank lakonisch.
"Die Galaxien haben sich seit dem Anbeginn der Zeit ausgedehnt." Fuhr die Stimme fort. "Nun haben sie ihre höchstmögliche Expansion erreicht. Es ist zum großem Stillstand gekommen." J'orank grübelte nach und erinnerte sich daran dass er gelernte hatte, dass das Universum mit seinen Galaxien sich ausdehnte. Er hätte aber nie gedacht dass die Expansion jemals aufhören würde.
"Da nun dieser Punkt des Stillstands erreicht ist wird das Universum wieder in sich zusammenfallen und zu einer Singularität werden aus der wieder ein Urknall entstehen wird." Erzählte die Stimme weiter. J'orank verstand zwar die Worte und auch deren Bedeutung. Aber er konnte das Alles nicht richtig begreifen. "Du J'orank und viele weitere Wesen aus allen Galaxien und Zeiten wurden auserwählt um am großen letzten Tag teilzunehmen, als Repräsentanten Ihrer Völker." "Aber warum ich?" Wollte J'orank wissen. "Du und die anderen seid die ursprünglichen Völker und Lebewesen die es zu den höchst entwickelten Kulturen und Zivilisationen schaffen werden. Diese haben sich dann zu einer Galaxienumspannende Gemeinschaft vereint. Sie Überwanden alles. Krieg, Not, Leid und auch den Tod. Und auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und Wissen vereinten sie sich alle zu einem einzigen großen Wesen der aus reiner Energie besteht und Sie nannten sich DIE LETZTEN.
"Das hört sich unmöglich an, wenn ich daran denke wie wir auf unserem Planeten erst seit kurzem eine Versammlung von allen Stämmen zusammengebracht haben und trotz dieser Versammlung haben wir immer noch riesige Konflikte die es noch zu bewältigt gilt." Sagte J'orang etwas ungläubig.
"Ja das ist wahr. Aber schau und staune." Sprachen DIE LETZTEN.
Im nächsten Augenblick drehte sich alles um J'orank und er sah sein Sonnesystem und seine Welt. Wie schön sie doch war in ihrer grün-blauen Farbe. Das Bild änderte sich und er sah wie Raumschiffe starteten und die nächsten Planeten besiedelten. Dann sah er Explosionen im Weltall und auf den Planeten und im gleichen Moment waren sie schon vorbei. Auf dem Planeten entstanden neue Gebäude wieder sah er Raumschiffe starten doch diesmal flogen sie zu andere Sonnensysteme. Auch hier wurden Gebäude errichtet. Es kamen andere Raumschiffe von außerhalb, neue Explosionen, Wiederaufbau - Die Bilder wurden immer schneller und bald sah J'orank seine Heimatgalaxie und ihre Nachbargalaxien. Es entstand ein reger Austausch von Raumschiffe die hin- und her flogen. Manchmal leuchteten wieder Explosionen auf aber sie wurden immer weniger. Die einzelnen Sternen drifteten immer weiter auseinander. Es gab bald keine Auseinandersetzungen mehr.
Dann war da ein Aufflammen. Es gab keine Raumschiffe mehr zwischen den Galaxien, aber hin und wieder leuchteten Planeten und ganze Sterne auf und veränderten ihre Position und brachten so wunderschöne und Farbenfrohe kosmische Ereignisse hervor. So ging es eine lange Zeit weiter und J'orank konnte sich nicht sattsehen Doch plötzlich war J'orank wieder in der Finsternis und hörte die Stimme sagen:
"Dies alles ist nun bald zu Ende und auch wir werden den großen letzten Tag nicht überleben. Alles was ein Anfang hat, hat auch ein Ende. Doch sind wir uns sicher dass nach dem Zusammenfallen des Universums und dem daraus resultierenden Urknall, Alles von neuem beginnen wird."
"Nun gut" sagte J'orank "so langsam fange ich an zu verstehen, aber warum soll ich und die anderen Wessen dabei sein?" "Dies ist unser Erbe: Die Gewissheit das alle vernunftbegabten Wesen eines Tages all' ihre Träume erreichen werden und dass sie vereint bis ans Ende der Zeiten leben werden. Wir haben alles erreicht wovon ihr noch träumt. Aber wie gesagt eines Tages werdet ihr es schaffen und das Ergebnis werden wir sein DIE LETZTEN."
J'orank bemerkt das etwas um ihn herum geschah. Die kleinen schwach schimmernde Punkte die weit voneinander entfernt waren schienen sich zu bewegen. J'orank hatte Lust sich diese Punkte näher anzuschauen. Im gleichen Augenblick kam er einem dieser Punkte näher und erkannte einen weißen Zwergstern, der nur noch schwach leuchtete. "Ja die Sterne sind erloschen" sagte die Stimme DER LETZTEN. "Es gibt keine aktiven Sonnen mehr. Die Planeten sind nur noch leblose Klumpen in den weiten der Galaxien. Die Galaxien selber existieren auch kaum noch. Sie bestehen nur noch aus weit auseinander liegende Sterne mit toten Planeten."
J'orank spürte ein ziehen und drehte sich um. Er sah einen strahlenden Fleck in der endlosen Finsternis. Er bewegte, in seinem körperlosen Zustand auf ihn zu. Jetzt erst bemerkte er wie die erloschenen Sonnen und leblosen Planeten an ihm vorbeiflogen in Richtung des strahlenden Fleckes.
"Jegliche Materie und Energie wird von der langsam entstehende Singularität angezogen." Riss die Stimme DER LETZTEN ihn aus seinen Gedanken. "Auch wir werden in Kürze hineingezogen."
J'orank geriet in Panik, doch er beruhigte sich schnell wieder und dachte sich "naja zu mindestens habe ich bis zum Ende aller Zeiten gelebt" und wartete auf das unvermeidliche. "Nein" sprachen DIE LETZTEN "Du wirst nicht mit uns aufgelöst. Wie wir gesagt haben seid Ihr unser Erbe. Du und die anderen Beobachter Der Endzeit werdet zurückgeschickt in eure Zeit und Welt und eure Mission wird es sein eure Völker von diesem Ereignis zu berichten und sie auf ihre Zukunft vorzubereiten"
J'orank wurde wehmütig denn er wusste dass das letzte existierende Wesen schon bald sterben würde. Der einzige Trost war das er an diesem letzten großen Tag dabei sein durfte und das Erbe DER LETZTEN mit sich nehmen konnte, um es an seinem Volk weiterzugeben.
"Es ist soweit." Sprach die Stimme. Der strahlende Fleck war zu einer gleißenden Lichterscheinung angeschwollen das alles blendete. J'orank hatte das Gefühl als würde er ein immer lauter werdendes, kreischendes Dröhnen hören. Es war fast unerträglich. "Leb wohl J'orank." Sagte die Stimme noch ein letztes Mal. "Lebt wohl." Antwortete J'orank. "Es war mir eine Ehre und Freude euch kennengelernt zu haben." Eine ohrenbetäubender Explosion, ein blendender Blitz...
... "J'orank? Hey J'orank was ist los warum liegst du auf dem Boden?" J'orank öffnet die Augen und sah in das Gesicht von P'trak der sich über Ihm beugte. Er war wieder auf dem Zeremonienplatz die Sonne Erikam war nun aufgegangen und strahlte in ihrer vollen Pracht.
"Hallo P'trak." Sagte J'orank bedächtig und schaut lange in die Augen seines Freundes. "Stell dir vor wir würden eines Tages alle Schwierigkeiten überwinden. Den Krieg, die Not, alles Leid und sogar den Tod." "Das hört sich gut an" antwortete P'trak "erzähl weiter mein Freund."
Und J'orank fing an zu erzählen... .
Alle Kurzgeschichten finden Sie unter:
http://www.voyager-center.de/community/forum/themaid-2920.stvc
Das STVC-Team bedankt sich noch einmal bei allen Teilnehmern!
(sl); STVC-Meldung vom 26.02.2010; Quelle: STVC [480 Aufrufe; 0 Kommentare]

