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Großer Orkan tobt auf dem Exoplaneten HD209485b

Aufgrund einer extremen Hitzewelle wütet ein Orkan von bis zu 10.000 Kilometern pro Stunde auf dem Exoplaneten HD209485b. Der Planet ist 159 Lichtjahre von uns entfernt.

Auf dem Exoplaneten HD209485b wurden Stürme mit Geschwindigkeiten zwischen 5000 bis 10.000 Stundenkilometern entdeckt. Der stärkste auf der Erde verzeichnete Sturm erreichte im Jahr 1996 eine Geschwindigkeit von 408 Kilometern pro Stunde.
Der Sturm wurde zufällig von Wissenschaftlern aus den Niederlanden und den USA entdeckt. Mit Hilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile wollte man die Strömungen von Kohlendioxid in der Atmosphäre des Planeten beobachten.
Ursache dieser Stürme seien starke Temperaturunterschiede. Während der Umrundung des Zentralgestirns zeigt der Planet nur mit derselben Seite zu dem sonnenähnlichen Stern. Diese wird dadurch stark aufgeheizt. Die andere Seite bleibt jedoch im Dunkeln und ist dementsprechend kühler.
Extrasolare Planeten sind Planeten die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden. Diese Planeten sind schwer zu finden. Sher oft sind kurzzeitige Verändungen in der Helligkeit des Zentralgestirns ein Hinweis für die Existenz eines solchen Planeten. Die verdunkeln das Zentralgestirn vorrübergehend wenn sie das Gestirn umkreisen. Dies ist oft der einzige Hinweis auf deren Existenz. Andere Daten wie ihre Masse oder ihre Umlaufgeschwindigkeit können meistens nur geschätzt oder aus der Verdunkelungsdauer abgeleitet werden.
Der Exoplanet HD209485b befindet sich 150 Lichtjahre von der Erde entfernt in Richtung des Sternenbilds Pegasus. Er benötigt 3,5 Tage um den Stern HD209485 zu umkreisen. Der Planet hat 60 Prozent der Masse des Jupiters. Der Umfang des Planeten ist jedoch größer, da seine Atmosphäre durch die Aufheizung aufgebläht ist. Dies liegt an der Nähe des Planeten HD209485b zu seinem Zentralgestirn. Die Entfernung beträgt ein Zwanzigstel der Strecke zwischen Erde und Sonne. Dies verursacht Temperaturen auf der Oberfläche von bis zu tausend Grad.
Forscher untersuchten den Planeten mit Hilfe des Very Large Telescope genauer. Man nutzte dafür den CRIRES (Cryogenic High-Resolution Infrared Echelle Spectrograph)-Spektrografen. Mit Hilfe dieses Infrarotmessgerätes kann man die Unschärfeeffekte der Atmosphäre ausgleichen. Damit war es den Wissenschaftlern möglich zu beobachten wie schnell das Gas in Richtung der kühleren Nachtseite des Planeten strömt.
Es gelang den Forschern auch, den Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre zu bestimmen.
"Es scheint, dass HD209458b ebenso reich an Kohlenstoff ist wie Jupiter und Saturn. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie auf die gleiche Weise entstanden sind", sagt Snellen. "In der Zukunft könnten Astronomen diese Beobachtungsart auch nutzen, um die Atmosphären erdähnlicher Planeten zu untersuchen. Auf diese Weise ließen sich Hinweise darauf finden, ob auch anderswo im Universum Leben existiert."

(mb); STVC-Meldung vom 26.06.2010; Quelle: Spiegel.de [256 Aufrufe; 0 Kommentare]


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