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Episodeninhalt

Schlafende Hunde

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Lieber Doktor
Nächste Episode:
Im Schatten von P'Jem
Originaltitel:
"Sleeping Dogs"
Regie:
Les Landau
Story:
Drehbuch:
Fred Dekker
Gaststars:
Michelle C. Bonilla als Bu'Kah

Stephen Lee als klingonischer Captain

Erstausstrahlung in Deutschland:
20.06.2003
Erstausstrahlung in den USA:
30.01.2002

Inhalt

In einem Lagerraum trainiert Hoshi Sato mit einem neu entwickelten Phaser, den sie von Malcolm Reed bekommen hat. Sie feuert damit auf ein holografisches, sich bewegendes Ziel, allerdings hat sie noch große Probleme mit der Handhabung, was bei den Vorgängermodellen nicht der Fall war.

Die "Enterprise" trifft bei ihrer Reise auf einen Gasplaneten, der größer ist als alle, die je ein Mensch zuvor gesehen hat. Grund genug, den fremden Planeten zu untersuchen. Eine Sonde untersucht die Atmosphäre und überträgt dabei Bilder und Geräusche des Planeten. Die Töne erinnern Travis Mayweather an seine Zeit auf dem Frachtschiff, auf dem seine Eltern leben - sein Vater bezeichnete die Geräusche als Sirenen, wie sie aus der griechischen Mythologie bekannt sind. Die Sonde entdeckt jedoch auch ein unbekanntes Schiff, das sich in der Atmosphäre befindet und in wenigen Stunden auf Grund des großen Drucks implodieren könnte.

Da Lebenszeichen an Bord registriert werden, soll ein Shuttleteam an Bord gehen, um die Lage zu untersuchen und den Gestrandeten zu helfen.

Lieutenant Reed sucht unterdessen den Doktor auf - er hat sich erkältet. Auch wenn er sich nicht erklären kann, wie. Doktor Phlox würde ihm Bettruhe verordnen, da auch er kein Heilmittel für eine Erkältung besitzt, allerdings wird Reed das Außenteam begleiten, weswegen Phlox ihm etwas gegen die Symptome verabreicht.

Fähnrich Sato konsultiert den Captain und bittet darum, das Außenteam begleiten zu dürfen. Obwohl sie am Anfang ihrer Dienstzeit nicht begeistert war, das Schiff zu verlassen, hat sie ihre Meinung nun geändert und würde gerne dabei sein. Captain Archer begrüßt diese Entscheidung, nicht zuletzt, da T'Pol, welche die Mission leiten wird, ihn ersuchte, Hoshi ebenfalls einzuteilen.

In einem Shuttle fliegen sie zu dem fremden Schiff hinunter und gehen an Bord. Dort entdecken sie, dass die Luft atembar ist. Schriftzeichen an den Wänden verraten Hoshi, dass es ein klingonisches Schiff sein muss. Eine Klasse, die T'Pol unbekannt war. Die Klingonen, die sich an Bord befinden, sind am Leben, aber ohne Bewusstsein. Malcolm Reed möchte an Bord bleiben und das Schiff in eine stabile Umlaufbahn bringen. T'Pol hingegen schlägt vor, das Schiff so schnell wie möglich zu verlassen, da ihr Eindringen von den Klingonen als aggressive Handlung gewertet werden könnte.

Aus einer Kühlkammer an Bord des Schiffes tritt eine Klingonin, von dem Außenteam unbemerkt, da es mit dem Captain Verbindung aufgenommen hat, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Mehr als 15 Personen befinden sich an Bord. Ebenso wie ein unbekannter Giftstoff, der die Besatzung infiziert hatte. In der Luft sei jedoch nicht genug, um dem Außenteam gefährlich zu werden.

Archer gewährt T'Pol zwanzig Minuten, um die Lage des Schiffes zu stabilisieren. In dem Moment, als T'Pol dem Captain mitteilen möchte, dass zwanzig Minuten nicht ausreichen, bricht der Kontakt zur "Enterprise" ab. Die Störungen in der Atmosphäre sind für die Übertragung zu stark.

Auf sich allein gestellt, überlegen T'Pol, Sato und Reed, was sie tun können, als sie eine fremde Person bemerken, die sich ebenfalls auf dem Schiff befindet. Sie gehen den Geräuschen nach und Reed wird von der Klingonin überrumpelt. Sie flieht in dem Shuttle der "Enterprise" und lässt die drei Offiziere gestrandet zurück.

Fähnrich Mayweather entdeckt das Shuttle, das direkt in den freien Raum steuert. Ein Notsignal in klingonischer Sprache geht von ihm aus. Commander Tucker kann es mit Mühe entschlüsseln. Archer befiehlt, einen Verfolgungskurs zu setzen und fängt das Shuttle unweit vom Planeten entfernt ab. In der Shuttlerampe macht er sich mit Tucker und zwei Sicherheitsoffizieren auf die Suche nach dem unbekannten Gast. Auch hier wird das Team erst überrumpelt, kann die Klingonin jedoch mit dem Phaser betäuben.

Captain Archer will sogleich mit dem Shuttle wieder zum fremden Schiff hinunter, um seine Crew-Mitglieder herauszuholen. Inzwischen ist das Schiff jedoch tiefer in die Atmosphäre gesunken und die Hülle des Shuttles würde dem Druck nicht standhalten. Somit bleibt Archer nur eine Möglichkeit: Er fliegt die "Enterprise" in die Atmosphäre.

Hoshi Satos Vorschlag, das Schiff mit einer Rettungskapsel der Klingonen zu verlassen, scheitert an der Tatsache, dass klingonische Schiffe keine Rettungskapseln besitzen - es wäre nicht ehrenhaft, das Schlachtschiff zu verlassen. Daher befolgen sie T'Pols Vorschlag, die Steuerung des Schiffes zu benutzen, um in einen höheren Orbit zu gelangen. Da sich in diesem Moment die Hülle des klingonischen Schiffes zu deformieren beginnt, macht sich Hoshi daran, die Texte der Konsolen zu übersetzen. Der Antrieb lässt sich jedoch nicht reaktivieren.

Die "Enterprise" ist in die Atmosphäre eingetreten und ist nun wieder in der Lage, das Außenteam zu rufen. Die Sonde, die die Crew vor einiger Zeit abgesetzt hat, könnte helfen, das klingonische Schiff zu lokalisieren, aber unter dem enormen Druck des Gasriesen implodiert sie. Auch die "Enterprise" ist nicht stabil genug, dem Druck Stand zu halten. Die Crew muss den Rettungsversuch frühzeitig abbrechen.

Unterdessen hat die Klingonin Bu'kah auf der Krankenstation ihr Bewusstsein wiedererlangt. Sie macht die "Enterprise"-Crew für das Schicksal verantwortlich, das ihrer Crew widerfahren ist. Doktor Phlox bestätigt den Giftstoff, den T'Pol entdeckt hatte und macht sich auf die Suche nach einem Heilmittel. Bu'kah zeigt sich hingegen nicht kooperativ und würde ihre Crew lieber sterben lassen, anstatt die Hilfe der "Enterprise" anzunehmen (die ja ihre Hilfe benötigt, um das Außenteam herauszubekommen).

Bei einer darauf folgenden Besprechung schlägt Commander Tucker vor, eines der "Enterprise"-Shuttles mit Streben zu verstärken, um dem Druck standzuhalten. Nur dadurch war das klingonische Schiff in der Lage, so tief in der Atmosphäre dem Druck zu trotzen. Archer ist damit einverstanden, da Bu'kah offensichtlich nicht an der Rettung ihrer Crew interessiert ist.

Hoshi entdeckt derweil die letzten Logbuchaufzeichnungen des klingonischen Captains: Er wusste um das Gift, das seine Crew infiziert hatte. Aufgrund eines Maschinendefekts gerieten sie in die Atmosphäre des Gasriesen und konnten sich nicht befreien.

Mit den Informationen macht sich das Team auf die Suche nach dem defekten Gerät und natürlich an dessen Reparatur.

Bei den Vorbereitungen des verstärkten Shuttles unterhalten sich Archer und Tucker. Der Captain versucht seit Langem herauszufinden, wieso die Klingonen so aggressiv gegenüber den Menschen sind. Er kann ihre Haltung nicht verstehen, weiß aber auch, dass die Hilfe der Klingonin sehr nützlich sein könnte. Sie könnte das Außenteam bei den Reparaturen anleiten. Tucker rät ihm daraufhin, sich in die Klingonen hineinzuversetzen und die Lage aus ihrem Standpunkt und mit ihrem kulturellen Hintergrund zu betrachten.

Bei den Reparaturarbeiten verliert Malcolm Reed sein Gleichgewicht und seine Konzentration. Er ist dehydriert und benötigt dringend Flüssigkeit. Hoshi und T'Pol machen sich auf die Suche, während Reed im Maschinenraum zurückbleibt.

Sie kommen schließlich in der "Küche" an: Verschiedene, absonderliche Gerichte stehen umher. Ausgeweidete Tarks hängen von der Decke. Einige werden sogar in einem Lagerraum lebendig gehalten - frisch geschlachtetes Fleisch gehört zu den Delikatessen der Klingonen. Hoshi ist von den Gerüchen und Eindrücken beinahe überwältigt und droht, die Fassung zu verlieren. T'Pol nimmt sie daraufhin bei der Hand und meditiert kurz mit ihr, damit sie ihre Ruhe wiederfindet. Anfangs wirkt es nicht, dann ist Hoshi tatsächlich gefasster und kontrollierter. Später möchte die Vulkanierin ihr beibringen, diese Meditation selbst durchzuführen.

Reed erholt sich dank der mitgebrachten Flüssigkeit rasch, aber das Schiff sinkt immer weiter in die Atmosphäre. Die Reparatur würde zu lange dauern, daher schlägt der taktische Offizier vor, Torpedos abzufeuern, und mit Hilfe der Schockwelle an Höhe zu gewinnen. T'Pol und Hoshi sind einverstanden und machen sich gemeinsam an die Arbeit.

Auf der "Enterprise" macht sich Archer mit der klingonischen Kultur vertraut - er sieht sich die Aufzeichnungen der Vulkanier an und versteht langsam, wieso die Klingonen so sind, wie sie sind. Doktor Phlox verabreicht Bu'kah ein Gegenmittel, doch sie bleibt misstrauisch und vermutet ein Komplott dahinter. Auch als Archer ihr erzählt, dass sie das Gift mit einem erbeuteten Ale, das sie bei ihrem jüngsten Beutezug übernommen hatten, zu sich nahmen, glaubt sie ihm nicht. Erst nach dem anschließend veranstalteten Fest waren die Männer und Frauen krank geworden. Nachdem der Captain ihr erklärt, dass sie ihre Crew einen unehrenhaften Tod sterben lässt, anstatt ihnen zu helfen, willigt sie ein, mit dem Captain zusammenzuarbeiten.

Der erste Torpedo wird abgefeuert, doch die Schockwelle bringt das klingonische Schiff nur 200 Meter höher. Hoshi schlägt vor, die restlichen sechs Torpedos gleichzeitig detonieren zu lassen, um eine größere Wirkung zu erzielen. Auch das Shuttle mit Archer und Bu'kah an Bord wird von der Schockwelle erfasst. Sie hatte genug Kraft, um das klingonische Schiff in eine höhere Umlaufbahn zu befördern.

Archer geht mit Bu'kah an Bord und gemeinsam beginnen sie die Reparaturen.

An Bord der "Enterprise" registriert Mayweather zwei weitere klingonische Schiffe, die sich dem Planeten schnell nähern - sind sind wohl dem Hilferuf gefolgt. Der Captain nimmt anschließend Kontakt mit der "Enterprise" auf und geht mit T'Pol, Hoshi und Reed zurück an Bord. Als sie gerade abfliegen wollen, werden sie von dem fremden Captain gerufen, der sie auffordert, die "Enterprise" zu übergeben. Der Fremde möchte die Föderationscrew nicht mit dem Wissen um die klingonische Technologie ziehen lassen. Erst, als Archer ihm droht, auf sein Schiff zu feuern, gibt der Klingone bei. Nach den schweren Beschädigungen wäre das klingonische Schiff kein Gegner für die "Enterprise". Anschließend macht sich die "Enterprise" auf den Weiterflug, um Konfrontationen mit den anderen klingonischen Schlachtschiffen aus dem Weg zu gehen.

In der Dekontaminationskammer sitzen T'Pol, Hoshi und Reed - ihre Ruhe wird jedoch gestört, als Phlox ihnen mitteilt, dass alle Untersuchungen abgeschlossen seien und sie die Kammer verlassen könnten. Die drei möchten an sich gar nicht gehen und T'Pol benutzt letztendlich eine Ausrede, damit Phlox nochmals alle Tests laufen lässt und sie sich noch einige Zeit entspannen können.

Kritik

Wieviel die ersten 13 Episoden der neuen "Star Trek"-Serie im Detail gekostet haben, ist nicht bekannt - und wird es wohl auch nicht werden. Billig waren sie gewiss nicht; da war es abzusehen, bis Paramount den Rotstift anlegt. Und genau das ist bei "Sleeping Dogs" geschehen. Die Geschichte hätte in der Form gerade 50 bis 60 Minuten füllen können, doch musste sie TV-konform auf 43 gekürzt werden. Am besten und günstigsten geht das natürlich, wenn man die Specialeffects herausnimmt.

Dabei besitzt die Folge wirklich Potential. Der Waffentest zu Beginn ist interessant und zeigt einmal mehr, dass sich die technologische Entwicklung weiterhin fortschreitet und noch nicht vollzogen ist. Allerdings wird der Test mit keinem weiteren Wort erwähnt! In jeder anderen Episode hätte es später eine Szene gegeben, bei der Hoshi die Waffe erneut gebrauchen muss - hier nicht. Man könnte meinen, die Eröffnungssequenz wurde nachträglich aufgenommen, um zwei Minuten Film zu füllen.

Reeds Erkältung kündigt sich in der Szene bereits an und bestätigt einmal mehr, dass es weitaus schwieriger ist, so etwas zu spielen, als man annehmen möchte. Anders als bei vielen Krankheiten kann man eine Erkältung nicht einfach sehen. Niesen und Husten sind Symptome, die von den Schauspielern gespielt werden müssen. Hier wurden sie es leider nicht sehr gut. Das Niesen wirkt stark gekünstelt und mit dem klischeehaften Griff zum Taschentuch vergeht dabei jeder Humor, abgesehen davon, dass nach der Behandlung durch Doktor Phlox Reeds Erkältung keine Rolle mehr zu spielen scheint.

Die Dehydration wird in keinen Zusammenhang mit seiner Krankheit gebracht, von der verschnupften Stimme und einem eventuellen Husten ist nichts zu sehen. Ein Storyzweig, den man sicher hätte elegant und interessant weiterführen können, wird hier nach einem guten Ansatz völlig fallen gelassen. Dass es in der Zukunft immer noch kein Heilmittel für eine Erkältung gibt, ist hingegen wieder ein netter Einfall.

Travis Mayweather ist und bleibt ein Sorgenkind bei "Enterprise" - wenn er sich zu Wort meldet, wirken die Gespräche oft künstlich und unnatürlich. Ob es an seinen Dialogen oder dem Schauspieler liegt? Tatsache ist, dass er in den letzten Episoden wenig zu tun hatte und sein Charakter nur angerissen wurde. Viele Zuschauer empfinden ihn schlichtweg auch als unsympathisch, daher ist es für die Autoren sicher nicht einfach, ihn unterzubringen. Hier erzählt er wieder etwas aus seiner Kindheit auf den Frachterschiffen - ein Bogen zur Episode "Fortunate Son" wird geschlagen. Eine gute Idee, die dem Charakter aber keine neuen Facetten verleiht.

Andererseits gelang es den Autoren bei Hoshi Sato, einen anfangs sehr uninteressanten Charakter gut weiterzuentwickeln. Was auch in dieser Episode deutlich wurde: Bei ihrer ersten Außenmission war sie nervös und panisch - nun bewirbt sie sich freiwillig dafür. Der Zuschauer bekommt das Gefühl, selbst in ihrer Haut zu stecken. Auch sie erlebt alles zum ersten Mal, ist wissbegierig und unerfahren. Man identifiziert sich mit ihr und leidet deshalb auch mit ihr mit.

Schon bei der nächsten Szene wird deutlich, was alles bei "Sleeping Dogs" eingespart wurde: Das Shuttle fliegt von der "Enterprise" zu dem klingonischen Schiff hinunter. Weder der Flug durch die Atmosphäre noch das Andocken wird gezeigt. Alles aus der Sicht des Cockpits, das gelegentlich wackelt. Außenaufnahmen sucht man vergebens. Noch deutlicher wird dies aber später, wenn die "Enterprise" selbst in die Atmosphäre eintritt: Keine einzige Einstellung außerhalb der Brücke ist zu sehen. Ebenso beim Finale: Die Detonation des einzelnen Torpedos wird kurz gezeigt, der Höhepunkt, wenn ein halbes Dutzend Torpedos gleichzeitig explodieren, wird völlig ausgelassen. Das Set wackelt, Rauch steigt auf, mehr aber nicht. Auch das von Archer gesteuerte Shuttle wird nur aus der Cockpit-Ansicht gezeigt, von den weiteren klingonischen Schiffen am Schluss ganz zu schweigen.

Es scheint, als hätte der Autor sich ein paar tolle Actionsequenzen einfallen lassen, die von der Produktionsfirma rigoros zusammengeschnitten wurden. Ein Jammer: eben diesen Luxus war man bisher von "Enterprise" gewohnt. Andererseits kommt dann die Frage auf, wieso ganze Wesen wie die Tarks, die erstmals in der "Das nächste Jahrhundert"-Episode "Der Reisende" zu sehen waren, nun komplett am Computer erstellt werden? Nicht nur, dass es schlechter aussieht, es war mit Sicherheit auch nicht billiger. Mag sein, dass das Tark vor 16 Jahren wie ein Schwein mit einer Perücke aussah - ein computergeneriertes Schwein mit einer computergenerierten Perücke sieht offensichtlich deutlich schlechter aus, auch im 21. Jahrhundert.

Auch die Szenen an Bord des klingonischen Schiffes hätten spannender inszeniert werden können - wie es hervorragend in "Freund oder Feind" zu sehen war. Die Kulisse ist ansprechend und gut ausgestattet - in dem Halbdunkel ist nur nicht viel zu sehen. Solche offensichtlichen Möglichkeiten wurden bei "Enterprise" bisher nicht ausgelassen: Wieso versuchen sie nicht zuerst, die Beleuchtung zu aktivieren? T'Pol erkennt die verschiedenen Lebenszeichen, merkt jedoch nicht, dass sich eines davon bewegt? Wieso benötigt das Team Hoshis Hilfe, um die Konsolen zu entziffern, die Klingonin ist jedoch in der Lage, das Shuttle der "Enterprise" zu fliegen und sogar einen Notruf abzusetzen?

Viele Serien kümmern sich um solche "Storylöcher" nicht, "Enterprise" bisher schon, daher ist es umso ärgerlicher, dass sie bei "Schlafende Hunde" nicht umschifft werden, sondern die Geschichte vielmehr darin versinkt.

Die Klingonin, die sich wohl längere Zeit in einem Kühlraum aufgehalten haben muss, kommt in der Episode deutlich zu kurz, ihren Gesprächen mit Archer fehlt es an Feinschliff und Dynamik. Viel zu statisch und ruhig verlaufen die beiden Konversationen, die ohnehin recht kurz sind.

Die Situation des Außenteams wäre an sich bedrohlich genug - aber bis auf die Bedrohung, dass das Schiff weiter sinkt, passiert nicht viel. Kein unvorhergesehener Zwischenfall, keine weitere Konfrontation mit den Klingonen. Zu allem Überfluss scheint die Zeit auf der "Enterprise" langsamer zu verlaufen: Der Captain höchst persönlich greift zum Schweißgerät und macht sich an die Umbauarbeiten des Shuttles - obwohl es sicherlich qualifiziertere Ingenieure gibt. Wenig später (die Arbeiten sind nicht einmal abgeschlossen) studiert er in seinem Quartier die klingonische Kultur - in aller Ruhe.

Womöglich liegt das Problem darin, dass die Bedrohung zu früh in der Episode aufgebaut wird. Sie verpufft so zu sagen mit der Zeit, der Zuschauer nimmt sie nicht mehr wahr, auch nachdem die Schiffshülle zu quietschen und ächzen beginnt. Das tut sie auch nicht die ganze Zeit, immer wieder bleibt es für mehrere Minuten still. Dabei lockern viele Szenen und Sprüche die Situation auf: "Das einzige Mal, wenn wir einen Chefingenieur brauchen, ist genau dann, wenn wir ihn zurücklassen."

Der Versuch, Unvorhergesehenes in die Handlung einzustreuen, versandet dabei schon im Ansatz: Anfangs wird diskutiert, wie auf dem klingonischen Schiff vorgegangen werden soll. Die Steuerung soll aktiviert werden, später haben die Reparaturen noch nicht recht begonnen, da wird kurzer Hand beschlossen, Torpedos einzusetzen, um das Schiff in eine höhere Lage zu bringen. Die verstrichene Zeit ist dabei kaum abschätzbar und die Spannung leidet zusehends.

Archers kurzes Gespräch mit dem klingonischen Captain bietet dabei ebenfalls genug Zündstoff - der Fremde will die "Enterprise" übernehmen und sie nicht mit dem Wissen um die Technologie davonkommen lassen. Archer muss sein Wissen um die Klingonen einsetzen und darf ihm nicht "schwach" mit Vernunft beikommen, sondern muss ihn davon überzeugen, dass die "Enterprise" einen Kampf nicht scheuen würde. Eine wirklich gute Szene, die der Beziehung der Klingonen und der Menschen einen weiteren Schliff verpasst.

Manche Zuseher mögen die Schlussszene mit dem leichtbekleideten Außenteam in der Dekontaminationskammer als sexistisch bezeichnen - von der Idee und der Umsetzung her war es sicher eine der am besten gelungenen.

Nachdem man die Episode gesehen hat, möchte man meinen, bei dem Drehbuch handelte es sich um einen Entwurf - einen weit fortgeschrittenen Entwurf. Manche Handlungsstränge werden einfach nicht weiterverfolgt, andere dümpeln vor sich hin. Hätte man Reeds Erkältung und das Waffentraining herausgenommen, dann wäre wohl mehr Zeit für die Entwicklung der restlichen Geschichte geblieben. Und diese Zeit hätte der Folge sicherlich gut getan.

Fazit

Womöglich war die Episode ursprünglich als Zweiteiler gedacht - in der derzeitigen Form wirkt sie unvollständig mit vielen Storylöchern, die man von "Enterprise" nicht gewohnt ist. Vor allem die spärliche Anzahl an Specialeffects nehmen der Episode viel an Dynamik. Die Darsteller sind routiniert, die Regie auch - nur der Budget-Rotstift und das Drehbuch trüben den Zuschauerspaß. Hoffen wir, dass das nicht öfters vorkommt, bisher spielte "Enterprise" in einer professionelleren Liga. Unterhaltsam ist die Folge jedoch alle Mal.

Note: 2-

Inhalt von Alexander Dennebaum (ad), Kritik von Jens Adrian (ja); aktualisiert am 07.04.2005 [12520 Aufrufe; 0 Kommentare]


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