Herzlich Willkommen im STVC!

Community-Menü

Brücke Chat Forum TrekBay Wer ist online?


Episodeninhalt

Doppeltes Spiel

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Terra Nova
Nächste Episode:
Das Eis bricht
Originaltitel:
"The Andorian Incident"
Regie:
Roxann Dawson
Story:
Rick Berman, Brannon Braga und Fred Dekker
Drehbuch:
Fred Dekker
Gaststars:
Jeffrey Combs als Shran

Bruce French als älterer Vulkanier

Steven Dennis als Tholos

Jeff Ricketts als Keval

Richard Tanner als vulkanischer Eingeweihter

Jamie McShane als taktisches Crewmitglied

Erstausstrahlung in Deutschland:
02.05.2003
Erstausstrahlung in den USA:
31.10.2001

Inhalt

Neun Wochen ist die "Enterprise" im All unterwegs. Im Bereitschaftsraum des Captains unterhalten sich Commander Tucker und Captain Archer über die vulkanischen Sternenkarten, die ihnen bei ihrem Abflug mitgegeben wurden. Einerseits sieht "Trip" Tucker keinen Sinn darin, Welten zu besuchen, die bereits von den Vulkaniern erforscht wurden, andererseits scheinen die Karten nicht sehr ausführlich, da manche Systeme, an denen die "Enterprise" vorbeigeflogen ist, überhaupt nicht eingezeichnet sind.

Als Sub-Commander T'Pol hinzukommt, entscheidet man, einen nahegelegenen Planeten anzufliegen, auf dem die Vulkanier einen spirituellen Tempel betreiben. Die dort lebenden Mönche würden lernen, ihre Gefühle zu unterdrücken und Captain Archer sieht dies als Gelegenheit, mehr über die vulkanische Kultur zu erfahren.

T'Pol "fühlt" sich durch diesen Besuch mit den Menschen beschämt. Sie meint, eine Vulkanierin, die mit den Menschen durch das Universum zieht, würde ihr Ansehen in den Augen anderer Vulkanier sinken lassen. Sie äußert diese Bedenken auch Doktor Phlox gegenüber beim täglichen Frühstück, welches sie schon öfters mit ihm zu sich genommen hat. Er erklärt ihr mit wenigen Worten, dass das Anliegen der Vulkanier gar nicht so verschieden von dem der Menschen ist - die Vulkanier pflegen zu sagen "Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen" und der Besuch der Menschen in dem Heiligtum wäre nur ein weiterer Schritt in ihrer Mission, "Unendliche Vielfalt in neuen Lebensformen und Zivilisationen" aufzusuchen.

Bevor das Shuttle jedoch zum Planeten aufbricht, weist sie Captain Archer und Commander Tucker noch in eine bestimmte Regel ein, die bei den Vulkaniern gepflegt wird. So darf ein Vulkanier im Gebet niemals angesprochen werden und ein Besucher darf nie zuerst ein Gespräch eröffnen. Schließlich fliegen sie zu dem Planeten und betreten den altertümlich anmutenden Tempel.

Viele Kerzen, einige Statuen und spärliche Pflanzen schmücken den Empfangssaal, in dem ein einzelner Vulkanier die "Enterprise"-Crew erwartet. Bei der Begrüßung entdeckt Captain Archer einen unbekannten Außerirdischen, der sich hinter einer Trennwand versteckt und das Geschehen offenbar beobachtet. Zusammen mit Charlie Tucker kann er ihn zwar überwältigen, sie werden jedoch von drei weiteren Außerirdischen entwaffnet und zu den übrigen Vulkaniern gebracht. Die Außerirdischen heißen Andorianer, besitzen eine blaue Hautfarbe und seltsame, organische Fühler auf der Stirn.

Der Anführer der vulkanischen Mönche erklärt Captain Archer, dass die Andorianer schon seit Generationen mit den Vulkaniern verfeindet sind - sie seien eine äußerst argwöhnische und gewalttätige Spezies und hätten den Tempel schon mehrfach untersucht, auf der Suche nach einer Sensor-Phalanx, mit der die Vulkanier eine Invasion auf Andoria planten. Doch kurz vor ihrer Abreise sei die "Enterprise" aufgetaucht und hätte sie, nicht zuletzt durch den vulkanischen Wissenschaftsoffizier, nur noch misstrauischer gemacht.

In dem darauffolgenden Verhör Captain Archers verdächtigen die Andorianer die Menschen sogar, mit den Vulkaniern zusammenzuarbeiten. Dabei wird Jonathan Archer mehrmals geschlagen und getreten. Als Lieutenant Reed das Außenteam kontaktiert, droht der Anführer der Andorianer, die Geiseln zu töten und zerstört daraufhin die Kommunikatoren, die der Crew abgenommen wurden. Nach dem Verhör wird Captain Archer zu den anderen Gefangenen gebracht, die ihm daraufhin erklären, dass es in den unterirdischen Höhlen einen alten Transmitter gibt, mit dem man die "Enterprise" rufen könnte. Commander Tucker begibt sich mit einem Vulkanier in die Höhlen und findet einen alten Transmitter, den er daraufhin repariert.

Die Nacht bricht ein und die Temperatur fällt sehr rasch. Für Captain Archer und T'Pol ist nur eine Decke übrig und nach kurzem Zögern willigt sie doch ein, sich zuzudecken. Es entwickelt sich ein kurzes Gespräch, bei dem Jonathan Archer sie fragt, ob er sich denn auf sie verlassen könne, wenn er entgegen dem Rat der Mönche eine direkte Konfrontation eingehe. Offensichtlich sehr enttäuscht erwidert T'Pol ihm, dass sie seine Befehle bisher immer befolgt habe und er nie Grund hatte, an ihrer Loyalität zu zweifeln.

Am Morgen kontaktiert Charlie Tucker die "Enterprise" und fordert Verstärkung an, die daraufhin in den Raum mit den Geiseln gebeamt wird. Aus einem Hinterhalt heraus entsteht ein Feuergefecht und die Andorianer werden in die Höhlen getrieben. Sie verstecken sich in einer heiligen Kammer voller Reliquien, in welchen die Vulkanier die Menschen nicht lassen wollen. Captain Archer kann sich jedoch durchsetzen und folgt den Andorianern. Erneut entsteht ein Feuergefecht, bei dem ein großes Metalltor freigelegt wird.

Captain Archer öffnet es und findet dahinter eine riesige Sensor-Phalanx, die die Vulkanier tief im Planeten erbaut haben. Dutzende von Vulkaniern halten sich darin auf. Er garantiert den Andorianern freies Geleit und weist sie an, den Planeten zu verlassen, den Beweis der Phalanx gibt er ihnen in seinem Tricorder mit. Wenig später verlässt auch die "Enterprise"-Crew den Planeten wieder.

Kritik

Bereits am Inhalt ist erkennbar, dass sich der Großteil der Story in der ersten halben Stunde abspielt. Der Rest ist eine hervorragend inszenierte, aber inhaltsleere Auseinandersetzung der Andorianer und der Menschen.

Ob einem die Episode jedoch gefällt oder nicht, lässt sich an sich auf eine viel einfachere Frage zurückführen: Nimmt der Zuschauer blaue Aliens mit Antennen auf der Stirn ernst oder nicht?

Wer sich auf die Folge einlässt, der wird anhand der soliden und guten Umsetzung nichts auszusetzen haben. Wenn man angesichts der sich bewegenden Fühler der Andorianer lachen muss, dann hilft das alles nichts.

Seit der Originalserie sind die Andorianer nicht mehr aufgetaucht - in "Enterprise" begegnen sie der Menschheit zum ersten Mal. Die Masken der Außerirdischen wirken zwar natürlich und sehr gut gemacht, allerdings erinnern die Fühler nach wie vor an Perry Rhodans Geschichten, Sciencefiction-Comics oder Hörspiele aus den 60ern.

Die Andorianer sind dabei eigentlich nicht die Hauptcharaktere von "Doppeltes Spiel", vielmehr sind es die Vulkanier. In allen "Star Trek"-Serien und -Filmen hat man von ihrer Kultur außer dem Pon Farr und den Meditationen nicht viel gesehen, In "Enterprise" ist das anders. Entgegen den kargen Ausstattungen der Quartiere vulkanischer Besatzungsmitglieder wirkt der Tempel geradezu bunt. Eine Pflanze hier, ein Schrein dort, nicht zu vergessen eine überlebensgroße Maske eines Gesichtes. All das rückt die Vulkanier in ein anderes Licht als es bisher gezeigt wurde. Schon T'Pols Unterredung mit Doktor Phlox beim Frühstück wirkt für eine Vulkanierin viel zu gefühlsbetont.

Die Regisseurin Roxann Dawson versteht es dabei, nicht nur die actiongeladenen Szenen hervorzustellen - auch dieses oben beschriebene Gespräch wird exzellent mit der Kamera eingefangen. Je mehr sich das Gespräch auf die Personen konzentriert, desto näher gleitet die Kamera an sie heran und zeigt kaum mehr etwas vom Hintergrund. Auch der kurze Kampf mit dem ersten Andorianer auf dem Planeten ist verhältnismäßig ruhig inszeniert und übersichtlich geschnitten.

Bei dem darauffolgenden Verhör wagten sich die Produzenten wieder an eine Gewaltdarstellung, wie sie bisher nur aus der TNG-Folge "Geheime Mission auf Celtris III" bekannt ist: Jeder Schlag endet in einer Wunde, der Captain wird regelrecht gefoltert. Die anschließende Besichtigung der Höhlen lehrt dahingegen wieder mehr über die Vulkanier - kleine Schreine werden in Nischen angebracht und verehrungswürdige Tote einbalsamiert an den Gängen postiert.

Die wohl stärkste Szene der Episode ist sicherlich das Gespräch zwischen T'Pol und Jonathan Archer. Fast schon beleidigt beendet sie das Gespräch, in welchem sie wieder ihre Treue und Loyalität zu ihm untermauert. Demonstrativ zieht sie anschließend die gesamte Decke, die sie mit ihm teilt, zu sich. Ein erneuter Beweis, dass der gegenseitige Respekt der Charaktere sehr wichtig ist und die Beziehung wohl in Zukunft weiter ausgebaut wird.

Actiongeladen beginnt auch das Finale: Die offene Auseinandersetzung zwischen der "Enterprise"-Crew und den Andorianern ist sehr rasant, aber nicht hektisch inszeniert. Die letztendliche Auflösung hingegen wirkt beinahe schon enttäuschend banal - und der Vulkanier, der im letzten Moment noch Captain Archers Leben bedroht, um das Geheimnis der Phalanx zu wahren, ist aus dem zweiten Kapitel der Filmklischees entnommen.

Ob das Verhalten der Vulkanier zu menschlich geraten ist oder nicht, sei dahingestellt. Es gibt sicherlich einige Ungereimtheiten zu den bisherigen "Star Trek"-Serien. Unklar ist auch, wieso Malcolm Reed den Transporter benutzt hat, um auf den Planeten zu gelangen. Natürlich erhält er dadurch einen Überraschungsmoment, allerdings wurden drei Crew-Mitglieder inklusive Gepäck in einen kleinen Raum mit bereits zwölf Personen gebeamt. Vor ein paar Folgen traute sich die Crew nicht einmal, einen Medikamentenkoffer in eine Höhle zu beamen und nun so etwas? Zwar schien eines der Crew-Mitglieder sehr beunruhigt, den Transporter nutzen zu müssen, dass dies jedoch trotzdem so problemlos geklappt hat, verwundert den Zuschauer doch sehr.

Trotzdem ist die Mischung an sich recht gut gelungen - auf eine Actionszene folgt eine ruhigere, in der über die Beziehungen der Charaktere oder der Vulkanier gesprochen wird.

Actiongeladen beginnt auch das Finale: Die offene Auseinandersetzung zwischen der "Enterprise"-Crew und den Andorianern ist sehr rasant, aber nicht hektisch inszeniert. Die letztendliche Auflösung hingegen wirkt beinahe schon enttäuschend banal - und der Vulkanier, der im letzten Moment noch Captain Archers Leben bedroht, um das Geheimnis der Phalanx zu wahren, ist aus dem zweiten Kapitel der Filmklischees entnommen.

Ob das Verhalten der Vulkanier zu menschlich geraten ist oder nicht, sei dahingestellt. Es gibt sicherlich einige Ungereimtheiten zu den bisherigen "Star Trek"-Serien. Unklar ist auch, wieso Malcolm Reed den Transporter benutzt hat, um auf den Planeten zu gelangen. Natürlich erhält er dadurch einen Überraschungsmoment, allerdings wurden drei Crewmitglieder inklusive Gepäck in einen kleinen Raum mit bereits zwölf Personen gebeamt. Vor ein paar Folgen trauten sich die Crew nicht einmal, einen Medikamentenkoffer in eine Höhle zu beamen und nun so etwas? Zwar schien eines der Crewmitglieder sehr beunruhigt, den Transporter nutzen zu müssen, dass dies jedoch trotzdem so problemlos geklappt hat, verwundert den Zuschauer doch sehr.

Trotzdem ist die Mischung an sich recht gut gelungen - auf eine Actionszene folgt eine ruhigere, in der über die Beziehungen der Charaktere oder der Vulkanier gesprochen wird. Die Andorianer kommen dafür in der Folge zu kurz. Sie sind misstrauisch, wie sich herausstellt, zu Recht, aber sonst?

Leider bleibt auch ungeklärt, was Captain Archer mit dem Wissen um die Sensorphalanx anfängt. Stellt er T'Pol nicht zur Rede, oder einen anderen Vulkanier? Wie wirkt sich dies auf die weitere Beziehung zwischen dem Captain und T'Pol aus? Ein argwöhnischer Blick ist da nicht aussagekräftig genug.

Am Ende der Folge scheint es, als hätte der Autor fünf Minuten vor Schluss sein Schreibzeug niedergelegt - unvollständig und irgendwie nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich werden die Andorianer wiederkommen, immerhin sagte der Anführer Captain Archer, dass sie in seiner Schuld stünden und diese wird irgendwann getilgt werden.

Dennoch hinterlässt die Episode einen Beigeschmack, als würde die letztendliche Auflösung fehlen. An der Inszenierung gibt es hingegen nichts auszusetzen - im Gegenteil.

Fazit

Es scheint so, als würden sich die "Enterprise"-Episoden auf einem Niveau einpendeln. Der Zuschauer erfährt neues über die vulkanische Kultur und auch die Beziehung zwischen Captain Archer und T'Pol wird intensiviert. Leider bietet die Story an sich nicht viel neues und Überraschungen bleiben großteils aus. Auch der Schluss war nach den ersten zehn Minuten bereits vorhersehbar. Durch die guten Schauspieler und die gelungene Inszenierung fällt das jedoch kaum ins Gewicht.

Note: 2

Inhalt von Alexander Dennebaum (ad), Kritik von Jens Adrian (ja); aktualisiert am 25.08.2004 [13418 Aufrufe; 0 Kommentare]


Copyright