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Episodeninhalt

Die Saat

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Das Eis bricht
Nächste Episode:
Familienbande
Originaltitel:
"Civilization"
Regie:
Mike Vejar
Story:
Drehbuch:
Phyllis Strong und Michael Sussman
Gaststars:
Diane DiLascio als Riann

Wade Andrew Williams als Garos

Charlie Brewer als Außerirdischer/Akaali

Erstausstrahlung in Deutschland:
16.05.2003
Erstausstrahlung in den USA:
14.11.2001

Inhalt

Bei der morgendlichen Einsatzbesprechung berichtet Commander Tucker von einem bewohnten Planeten, der sich nicht weit ab vom Kurs befindet. Captain Archer beschließt daraufhin, den Unbekannten einen Besuch abzustatten. Als sie dort angekommen sind, beobachtet die "Enterprise" mittels eines Teleskops für kurze Zeit die Bewohner und findet so heraus, dass sie humanoid sind. Sie besitzen zwar kleine Wülste an den Stirnseiten, ansonsten könnten sie mit den Menschen verwandt sein.

Ihre Zivilisation befindet sich im vorindustriellen Zeitalter - Schifffahrt, Handel und sehr wenige medizinische Kenntnisse prägen die Bevölkerung.

Fähnrich Sato entdeckt, während sie die Funktransmissionen der einzelnen Städte und Kontinente überwacht, über ein Dutzend Sprachen, die in verschiedenen Kontinenten und Provinzen gesprochen werden. Daher wird sie auserwählt, einen Außeneinsatz zu unternehmen, um mehr über die Menschen, die dort leben, herauszufinden.

Der Doktor schminkt sie, so dass sie unter den Menschen auf dem Planeten nicht auffallen würde. Als T'Pol jedoch eine Neutrino-Emission vom Planeten entdeckt, die wohl von einem Anti-Materie-Reaktor stammt, beschließt der Captain, dass er, T'Pol und Commander Tucker den Fähnrich begleiten werden.

Mit einem Shuttle begeben sie sich nachts auf den Planeten, in eine etwas abgelegene Provinz. In zwei Teams aufgeteilt verfolgen der Captain und Commander Tucker die Spur der Emissionen in ein Antiquariat. Hoshi Sato und T'Pol begegnen unter dessen Einwohnern, die an einer Krankheit zu leiden scheinen. Sie besitzen Blessuren im Gesicht, verstecken sich jedoch, als T'Pol sich ihnen nähern möchte. Charlie Tucker bricht in den Laden ein, allerdings finden sie im Antiquariat selber ein Kraftfeld vor einer Tür, die wohl zu dem Reaktor führt. Als sie sich überlegen, wie sie das Kraftfeld überwinden können, werden sie von der unbekannten Einheimischen Riann angesprochen, die sie wohl beobachtet hat. Sie ist mit einer Armbrust bewaffnet, weshalb T'Pol, die hinter ihr den Laden betreten hat, sie mit dem Phaser betäubt.

Da Riann einen Ausweis bei sich trug, bringt der Captain sie in ihre Wohnung und wartet, bis sie erwacht. Etwas misstrauisch erzählt sie ihm, dass sie Apothekerin ist, und dass sie den Laden schon lange beobachtet. Die Leute in der Umgebung würden sich mit einer unbekannten Krankheit infizieren, einige, darunter ihr Bruder, seien bereits daran gestorben. All dies begann, kurz nachdem der Händler hier aufgetaucht sei. Archer erzählt ihr, dass er von einer anderen Provinz komme und eben diesen Händler auf seine dunklen Machenschaften hin untersuche, doch Riann erkennt seine Lügen. Als der Captain sich verabschiedet, verspricht er ihr, zurückzukommen, dann geht er zurück zum Shuttle, um sich mit den anderen zu treffen.

Lieutenant Reed auf der "Enterprise" erklärt dem Außenteam, dass sie nicht in der Lage sind, das Kraftfeld zu durchdringen und da ein Dämpfungsfeld den Laden umgibt, können sie auch nicht herausfinden, was sich unter dem Antiquariat befindet. T'Pol schlägt Archer und Tucker vor, dem Händler einen Besuch abzustatten, was sie daraufhin auch tun. Als sie mit dem Händler allein im Laden sind, konfrontiert er den Mann, der sich Garos nennt mit der Tatsache, dass seine DNA keinem anderen Lebewesen auf dem Planeten ähnelt. Daraufhin holt dieser unter seinem Mantel ebenfalls ein tricorderähnliches Gerät hervor und fragt den Captain ebenfalls, woher er komme.

Garos sei vor zwei Jahren mit einer Forschungsmission beauftragt worden und habe sich auf dem Planeten eingelebt. Da es ihm hier sehr gut gefalle, sei er geblieben. Der Anti-Materie-Reaktor diene ihm zur Herstellung von Kleidung und Nahrung. Auch sei Riann schon mehrmals bei ihm gewesen - sie beschuldige ihn zu Unrecht, an einer Epidemie schuld zu sein, die er nicht zu verantworten habe. Als der Captain den Anti-Materie-Reaktor jedoch besichtigen möchte, wird er von dem Händler recht unfreundlich vor die Türe gesetzt.

Daraufhin sucht er mit T'Pol zusammen Riann auf. Während er sich mit der Einwohnerin unterhält, nimmt T'Pol Proben von ihren Ergebnissen und zeichnet ihre Dokumente im Tricorder auf. Riann erzählt Jonathan Archer, dass alle paar Nächte jemand einige Kisten von dem Antiquariat in ein nahegelegenes Waldstück bringt. Dort würden sie auch bleiben, wären am nächsten Morgen jedoch verschwunden. Sie hatte das Außenteam letzte Nacht verdächtigt, ebenfalls für den Händler zu arbeiten, darum war sie ihnen in den Laden gefolgt.

T'Pol kehrt daraufhin auf die "Enterprise" zurück und bespricht mit dem Doktor die Daten, die Riann gesammelt hat. Der Doktor entdeckt einen Giftstoff, der sich im Wasser befindet. Es ist ein Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Sprengstoffen auftritt. Sollte es ins Grundwasser gelangt sein, dann könnte es sehr wohl für die Epidemie auf dem Planeten verantwortlich sein.

Am Abend beobachten der Captain und Riann den Laden, in der Hoffnung, einen Blick in eine der Kisten werfen zu können. Als sie miteinander reden, versagt plötzlich der universale Übersetzer und Jonathan Archer versteht die Frau nicht mehr. Er überlegt blitzschnell und küsst sie, während er hinter ihrem Rücken den Übersetzer neu justiert. Als der erste Versuch scheitert, küsst er sie nochmals, diesmal intensiver als zuvor. Danach funktioniert der universale Übersetzer wieder. Sie entdecken einen Mann, der Kisten aus dem Laden auf einen Karrenwagen verlädt. Sie folgen ihm in ein Waldstück, in dem er die Kisten auf einer Lichtung abstellt. Archer und Riann wollen gerade eine der Kisten öffnen, als ein helles Licht sie von oben bestrahlt. Ein Raumschiff schwebt über der Lichtung und nimmt die Kisten mittels eines Traktorstrahls an sich, dann verschwindet es wieder.

Riann ist von dem Erlebnis überwältigt, als Archer ihr jedoch erzählen möchte, dass auch er von einem Raumschiff stammt, werden sie angegriffen. Zwischen dem Unbekannten und dem Captain entsteht ein Kampf, bei dem Archer dem Angreifer eine Maske vom Gesicht ziehen kann. Zwar sind die Außerirdischen Humanoid, sie besitzen jedoch eine grünliche, schuppige Haut.

Mit einem Gerät, das er dem Unbekannten abgenommen hat, verschafft er sich Zugang zu der mit einem Kraftfeld geschützten Tür in dem Antiquariat. Riann begleitet ihn. Im Inneren entdecken sie, dass der Reaktor als Energiequelle für eine riesige unterirdische Mine dient, in der Erze abgebaut werden. Die Außerirdischen sind also für die Krankheit der Bevölkerung verantwortlich. Bei dem Versuch, das Dämpfungsfeld um die Mine zu deaktivieren, muss sich Archer zwischen einem blauen und einem gelben Knopf entscheiden, da er die fremde Sprache nicht versteht. Er entscheidet sich für den blauen Knopf, woraufhin der Geheimraum wieder verriegelt wird.

Die "Enterprise" wird von einem unbekannten Schiff, das sich in der Schattenseite des Planeten versteckt hat, angegriffen. Es ist der "Enterprise" sowohl von der Größe her, als auch was die Bewaffnung angeht, um Längen überlegen.

Dem Captain gelingt es unterdessen, das Kraftfeld um den Geheimraum zu deaktivieren und T'Pol befiehlt, den Reaktor in den Weltraum vor das fremde Schiff zu beamen. Anschließend zerstören sie den Reaktor mit einem Photonen-Torpedo. Die Materie-Antimaterie-Explosion setzt das fremde Schiff und auch dessen Schutzschild außer Kraft.

Auf dem Planeten fliehen Archer und Riann vor Garos und zwei weiteren Außerirdischen, die immer noch als Einwohner verkleidet sind. Mit Rianns Hilfe gelingt es ihm, die Angreifer außer Gefecht zu setzen und schlägt ihnen vor, den Planeten umgehend zu verlassen und nicht mehr zurückzukehren. Daraufhin werden die Unbekannten weggebeamt.

Die "Enterprise" entfernt die Minenausrüstung und Captain Archer verabschiedet sich von Riann. Er übergibt ihr ein Heilmittel für die Krankheit und versichert ihr, dass die Fremden nicht wiederkommen werden, da T'Pols Volk dem Planeten von Zeit zu Zeit einen Besuch abstatten wird. Zum Abschied küssen sie sich, obwohl der universale Übersetzer nicht falsch justiert ist.

Kritik

"Enterprise trifft Raumschiff Enterprise", so könnte die Überschrift über diese Episode lauten. Die Geschichte erinnert dabei etwas an "Raumschiff Voyager", etwas an "Das nächste Jahrhundert", aber viele Szenen, wie Archers erster Kuss oder der kleine Kampf zwischen ihm und dem unbekannten Außerirdischen könnten - ebenso wie die Rahmenhandlung - eindeutig aus der ersten "Star Trek"-Serie vor über 30 Jahren stammen.

Dies ist nichts schlechtes, im Gegenteil. Das Nostalgie-Gefühl, das einem bei "Enterprise" von Zeit zu Zeit über den Weg läuft, lässt den Zuschauer während der gesamten Episode nicht los.

Schon die Eröffnungssequenz, in der T'Pol bei der Besprechung von Nebeln und erkalteten Sonnen in der Nähe berichtet, erinnert unweigerlich an Kirk & Co.. Als Tucker dem Captain dann von dem bewohnten Planeten erzählt und Archer T'Pol darauf hinweist, dass sie solche Sachen gerne oben auf die Liste setzen kann, sollte der Zuschauer das nicht als einen neuen Beweis dafür sehen, dass die Vulkanier die Erforschung der Galaxie den Menschen nicht zutrauen, sondern dafür, dass die Crew sich immer mehr aufeinander einspielt und das Necken immer mehr dem zwischen Kirk, Spock und McCoy ähnelt.

Als die "Enterprise" sich dem Planeten nähert und sich die Bewohner genauer "anschaut", fällt einmal mehr der Detailreichtum der Serie auf - die Arbeit, die die Macher in "Nebensächlichkeiten" investieren. Hier wird nicht wie bei "Der Staatsfeind Nr. 1" durch Wolken und Regengüsse "gezoomt", vielmehr erscheint die Technik gar nicht so fantastisch. Der Hintergrund wirkt leicht unscharf, wir können die Bewohner nur sehen und nicht hören und die Tatsache, dass wir sie von oben sehen und wir das Gesicht einer Einwohnerin nur sehen, weil sie gerade nach oben blickt, all das trägt zu einer Authentizität bei, die der Serie sehr gut tut. Bereits bei den Kontrollen, die wir unter anderem Hoshi Sato bedienen sehen, merkt der Zuschauer, dass jeder Knopf, jede Konsole und jeder Bildschirm einen bestimmten Zweck erfüllen und nicht nur hübsch leuchten. Man hat das Gefühl, sich nicht in einem Studio zu befinden, sondern in einem echten Raumschiff.

Dieselben Details fallen auf der Planetenoberfläche auf, auch wenn das Set stark an "Fair Haven" aus "Star Trek: Voyager" erinnert. Auch die Tatsache, dass Fähnrich Sato Duzende von Sprachen entdeckt, ist verständlich und realistisch. Nicht zuletzt der sich als Picasso betätigende Doktor, der Hoshi Sato als Einwohner schminkt, zaubert dem Zuschauer ein Lächeln aufs Gesicht.

Der Verlauf der Geschichte mag vielen sehr bekannt vorkommen, doch bietet jede Szene immer wieder kleine Überraschungen: Sei es T'Pol, die Riann hinterrücks betäubt, oder schon die Tatsache, dass Charlie Tucker das Türschloss des Antiquariats aufbricht.

Auch mit der Einrichtung von Rianns Wohnung haben die Macher sich große Mühe gegeben. Landkarten an der Wand von dem unbekannten Planeten oder der einzelnen Regionen, ein kleines Labor auf dem Tisch - alles Details, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.

Das erste Treffen mit dem außerirdischen Händler verläuft an sich ohne große Höhepunkte, auch wenn man über die Motivation der Fremden so gut wie nichts erfährt - das wird erst durch die Analyse des Doktors aufgedeckt.

Der wirkliche Höhepunkt der Episode ist zweifelsohne der improvisierte Kuss zwischen Archer und Riann. Seine Zuneigung für die Unbekannte war schon vorher deutlich gewesen, dass er jedoch in dieser Situation so handeln würde, war in der Tat eine Überraschung. Vor allem jedoch ist dieser Zug mit keinem anderen "Star Trek"-Captain als Kirk vergleichbar. Aber auch hier übertreiben die Macher es nicht und wiederholen den Kuss nur ein Mal.

Die Auflösung, was mit den dubiosen Kisten geschieht, mag zwar im Vorausblick darauf, dass die Fremden ebenfalls die Transportertechnologie besitzen, nicht sehr verständlich sein, eine kleine Erklärung, dass der Sprengstoff sehr flüchtig ist, hätte hier sicher genügt, aber es stört nicht. Der Kampf zwischen dem unbekannten Angreifer und Archer ist erneut sehr ordentlich inszeniert und bietet genug Spannung, um die Auseinandersetzung nicht vorhersehbar zu machen. Auch die Tatsache, dass man die Außerirdischen nie ganz zu Gesicht bekommt, trägt ihren Teil dazu bei. Womöglich werden sie einen wiederkehrenden Charakter darstellen, der es der "Enterprise" auf Grund der enormen Bewaffnung nicht leicht machen würde.

Wie Captain Archer in den Geheimraum des Antiquariats kommt, nämlich, indem er alle Tasten auf dem unbekannten Gerät, das er dem Angreifer abgenommen hat, betätigt, erinnert dabei mehr an ein Glücksspiel, als an "Star Trek". Dass er die unbekannte Schrift auf den Bildschirmen in der Nähe des Reaktors nicht lesen kann, ist hingegen wieder ein kleines Detail, das "Enterprise" dem Zuschauer viel vertrauter wirken lässt. Dasselbe Phänomen war zuvor bereits beobachtet worden, als Hoshi Sato Rianns Ausweis mittels des Tricorders übersetzen musste, um herauszufinden, wo sie wohnt.

Die kurze Kampfsequenz zwischen dem unbekannten Schiff und der "Enterprise" verdeutlicht hingegen wieder, wie stark die Föderation Aggressoren noch unterlegen ist. Nicht nur, dass das Schiff mehr als zehn Mal so groß war, es besaß auch Waffensysteme, die die "Enterprise" mit einem Schlag hätten vernichten können. Hinzu kommen die Schutzschilde, gegen welche die Torpedos und Phaser der "Enterprise" wirkungslos waren. Diesen Mangel gleicht T'Pol, wie schon in vielen anderen "Star Trek"-Serien zu sehen, mittels einer List aus: Den Reaktor in der Nähe des Schiffes zur Explosion zu bringen, war für ihren Charakter ein unvorhersehbarer Schachzug und trägt dazu bei, dass der Zuschauer sich buchstäblich mit der Crew freut, wenn sie diese Übermacht bezwungen hat.

Ebenso verhält es sich bei dem Feuergefecht auf offener Straße zwischen Archer und drei Angreifern. Riann macht ihn darauf aufmerksam, dass die Straßenlaternen mit einer brennbaren Flüssigkeit betrieben werden, die in kleinen Speichern unter der Lichtquelle aufbewahrt wird. Die Umgebung wird also in das Geschehen miteinbezogen, erneut ein Zeichen dafür, dass die Autoren und die Setdesigner sehr viel Zeit in ihre Arbeit investiert haben.

Auch dass es Captain Archer nicht gelingt, alle Angreifer selbst zu bezwingen, lässt ihn, eben weil er nicht allmächtig ist, sympathisch und menschlich erscheinen.

Die Verabschiedung zwischen Riann und Archer verläuft völlig ohne Kitsch und Herz-Schmerz. Archers Bemerkung, dass "kaum eine Welt mir so in Erinnerung bleiben wird" und der abschließende Kuss zwischen den beiden Darstellern wirkt auf den verdienten und wohltuenden Ausklang der Episode ein.

Es mag nicht die beste Episode gewesen sein, dafür besaß sie aber keine Schwächen und eine solche Geschichte haben wir seit vielen "Star Trek"-Serien nicht mehr gesehen.

Fazit

Es sind nicht die großen Ereignisse, die diese Episode ausmachen, sondern Kleinigkeiten, die die Charaktere voranbringen. Die Episode ist spannend, gut gemacht, sehr gut gespielt und erinnert die alten Fans an ein "Star Trek", das man so lange nicht gesehen hat. "Die Saat" bietet alles, was "Star Trek" ausmacht und die vielen Kleinigkeiten, die Unterhaltungen zwischen Tucker und T'Pol, und nicht zuletzt Archers erster Kuss mit Riann machen die Folge sehenswert.

Note: 2

Inhalt von Alexander Dennebaum (ad), Kritik von Jens Adrian (ja); aktualisiert am 25.08.2004 [12581 Aufrufe; 0 Kommentare]


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