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Episodeninhalt

Das Geistervolk

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Kollektiv
Nächste Episode:
Asche zu Asche
Originaltitel:
"Spirit Folk"
Regie:
David Livingston
Story:
Bryan Fuller
Drehbuch:
Gaststars:
Fintan McKeown als Michael

Richard Riehle als Seamus

Ian Abercrombie als Milo

Ian Patrick Williams als Doc Fitzgerald

Henriette Ivanans als Maggie

Duffie McIntire als Grace

Bairbre Dowling als Edith

Erstausstrahlung in Deutschland:
Erstausstrahlung in den USA:
23.02.2000

Inhalt

Nachdem das irische Holodorf "Fair Haven", welches im 19. Jahrhundert spielt, nach dem Zwischenfall in der Folge "Fair Haven" wieder rekonstruiert ist, fährt Paris mit der Kutsche durchs Dorf, bis ein kleiner Unfall passiert. Durch einen Computerbefehl repariert er die Kutsche, was jedoch von dem Dorfbewohner Seamus Driscol gesehen wird, der daraufhin zur Kneipe von Michael Sullivan rennt und den Gästen alles erzählt.

Während Kim mit Maggie spazieren geht, werden sie von Seamus und Milo beobachtet. Als Kim Maggie küssen will, verwandelt Paris durch einen Computerbefehl Maggie in eine Kuh.

Nachdem sich die Leute in dem Dorf viele solcher Geschichten ausgetauscht haben und sogar der Barkeeper Michael, in den sich Janeway verliebt hatte, misstrauisch wird, nehmen sie Tom und Harry in Michaels Kneipe gefangen, als diese dort gerade an einer Kontrolltafel arbeiten.

Die Bewohner glauben nämlich, dass Tom, Kim und ihre Freunde zu dem Geistervolk gehören. Nach heftigen Auseinandersetzungen, hypnotisiert Seamus den Doktor, welcher ihm alles erzählt und Michael berichtet, wie er sich zu der Position von Janeway begeben kann.

Janeway erzählt ihm von der "Voyager" und dem Holodeck und dort zurück beruhigt Michael seine Leute. Am Ende beschließt die Crew noch eine Nacht in Michaels Kneipe zu verbringen, bevor das Holodeckprogramm "Fair Haven" vorübergehend abgeschaltet wird.

Kritik

Wer "Fair Haven" schon nicht mochte, der wird auch hier keine Offenbarung finden. Die Episode wird ihrem einfühlsam geschriebenen Vorgänger keinesfalls gerecht.

Dafür verantwortlich zeichnet sich die langweilige Story, die einmal mehr das "Holodeck-Wird-Ernst"-Klischee aufgreift und daher durchwegs vorhersehbar ist.

Weiß der Anfang noch mit witzigen Einfällen zu gefallen, verwandelt sich die Episode im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einer Episode, die routiniert geschrieben daherkommt. Die Einfühlsamkeit, große Charaktermomente und nicht zuletzt der schöne Flair, den das Dorf "Fair Haven" ausstrahlt, zeichnen den Vorgänger zu "Das Geistervolk" aus. All diese Elemente sind in dieser Episode jedoch vergeblich, höchstens im Ansatz, zu finden.

Die Autoren hatten offensichtlich Mühen, die Janeway-Romanze fortzuführen. Zu aufgesetzt wirken die wenigen Szenen, zu lächerlich die Dialoge. Auch sonst wussten die Autoren anscheinend wenig mit der Episode anzufangen. Was anfangs nach einer innovativen Holodeck-Komödie aussieht, entpuppt sich viel zu schnell als eine Standardepisode, die erhebliche Story-Mängel aufweist.

Den Spagat zwischen seichter Komödie und innigen Charaktermomenten, wie wir ihn in "Dame, Doktor, Spion, Ass" vorfanden, bekamen die Autoren in "Das Geistervolk" diesmal nicht sehr gut hin. Zu unausgeglichen wirkt das ganze. Man erinnere sich nur an die Szene in der Kirche, wo der Doktor gefangen und hypnotisiert wird. Diese Szene ist an sich schon nicht besonders glaubwürdig, wäre da nicht die gute Schauspielleistung seitens Picardo, wäre sie vollkommen ins Wasser gefallen.

Besonders hier wird der misslungene Spagat deutlich, der Witz, in diesem Falle der hypnotisierte Doktor, war an dieser Stelle vollständig fehl am Platze, bestenfalls ein leichtes Schmunzeln war aus dem Zuschauer hervorzuholen. Den anfangs hohen Witzfaktor der Episode versuchten die Autoren durch solche, größtenteils misslungene Späße hochzuhalten, scheiterten jedoch völlig.

"Das Geistervolk" soll die Beziehung zwischen Janeway und Michael Sullivan weiterspinnen. Zwar macht die Beziehung auch einen großen Sprung, im wahrsten Sinne des Wortes, doch diese hätte weniger drastisch ausfallen können. Dass Michael nun die wahre Existenz Janeways kennt, zerstört die gesamte Pointe des "Fair Haven"-Handlungsstranges. Warum "Fair Haven" so außergewöhnlich war, lag unter anderem daran, dass die Figuren sich völlig von denen der "Voyager"-Crew unterscheiden. Dadurch nun, dass diese wissen, wer die "Voyager"-Crew in Wahrheit ist, relativiert sich der Unterschied, weshalb die Figuren an Faszination verlieren.

Viel zu gern hätte der Zuschauer gesehen, wie Janeway mit Michael flirtet, die Beziehung in dem "Fair Haven"-Dorf weiterentwickelt wird. Doch stattdessen lieferten uns die Autoren Szenen ab, die vor Technobabble und Klischees nur so sprühen. Dadurch geht ein Großteil der "Wärme" und "Vertrautheit" von "Fair Haven" verloren, da der Zuschauer permanent daran erinnert wird, dass es sich hierbei um nichts reales, sondern nur um ein Holodeck-Programm handelt.

Die zuvor mit brillanter Musik und großartiger Kulisse aufgebaute, warme Atmosphäre geht nicht mehr unter die Haut, "Fair Haven" verliert immer mehr an Faszination.

Gelungen ist die Szene, in der Janeway den Dorfbewohnern erklärt, dass es nicht wichtig ist, ob sie sich von der "Voyager"-Crew unterscheiden oder nicht, dass die Dorfbewohner keine Angst zu haben brauchen. Dies stellt einmal mehr einen Seitenhieb auf unsere Gesellschaft dar, in der Menschen voller Vorurteile sind, die ein wesentlicher Punkt dafür sind, warum Kriege begonnen werden. In dieser Episode wird eindrucksvoll erklärt, dass Andersartigkeit nicht immer Feindlichkeit bedeutet.

"Das Geistervolk" enthält mit Sicherheit einige wenige witzige Szenen und ein paar gute Charaktermomente, an den superben Vorgänger kommt sie jedoch nicht einmal im Ansatz ran. Die Episode stellt einen Tiefpunkt der 6. Staffel dar, der nach 5 hervorragenden Episoden nicht wirklich überraschend kommt.

Fazit

"Das Geistervolk" ist eine eher schwache Episode, zu unausgeglichen stehen sich Humor und Ernsthaftigkeit gegenüber. Die Story ist altbacken, auf der ganzen Strecke voraussehbar und kann wenig fesseln. Wäre da nicht der gelungene Auftakt, wäre die Episode völlig durchgefallen.

Note: 3-

Artikel geschrieben von Shen Li (sl); aktualisiert am 23.08.2004 [14855 Aufrufe; 0 Kommentare]


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