Inhalt
Ein Alienschuttle kann knapp einem anderen, überlegeneren Schiff, ausweichen. Das Alien nimmt Kurs auf die "Voyager" und nimmt Kontakt zu ihr auf, als diese in Reichweite ist. Ihr Signal wird in der Astronomie von Mezoti empfangen, die ausversehen die Transmission beendet und Ärger mit Seven bekommt, als diese die Astronomie betritt.
Die Borg-Kinder sind unberechenbar und kennen keine Ordnung, genau wie ihre menschlichen Pendanten, weshalb Seven die Unordnung mit Disziplinarmaßnahmen und einem Stundenplan versucht, so weit wie möglich zu vermeiden.
Das fremde Alien behauptet, der verstorbene Fähnrich Lyndsay Ballard zu sein, die Harry sehr nahe stand und bei einem Hirogen-Überfall ums Leben kam. Sie behauptet, dass eine Alien-Spezies mit dem Namen Kobali ihre Leiche, die sich in einem Torpedogehäuse befand, was üblich ist für Weltraumbestattungen, vorfand und diese durch genetische Manipulationen nicht nur wiederbelebte, sondern sie auch zu einem Mitglied der Rasse machte. Janeway, die anfangs misstrauisch ist, wird schließlich überzeugt und heißt sie willkommen.
Währenddessen bereitet Seven den Borg-Kindern Probleme. Bei jeder Kleinigkeit ratet sie aus und will die Kinder zur Ordnung zwingen. Icheb und Mezoti wehren sich aber und nach einem Gespräch mit Chakotay besinnt sich Seven, was zur Konsequenz hat, dass sie den Kindern von nun an mehr Handlungsraum erlaubt.
Lyndsay, die sich dem Alltagsleben der "Voyager" versucht, zu stellen, verhält sich immer merkwürdiger. So spricht sie kobalisch oder macht Janeway für ihren Tod verantwortlich.
Ein Kobali-Schiff taucht plötzlich auf und Lyndsays Kobali-Vater stellt seine Tochter zur Rede, die nicht mit ihm gehen will. Er will sie nicht aufgeben und verspricht, Verstärkung zu holen, um die "Voyager" anzugreifen.
Lyndsay stellt fest, dass sie mit ihrer neuen alten Identität nicht zurecht kommt und will nicht mehr weiter gegen sich selbst kämpfen. Sie beschließt, zu "ihren Leuten" zurückzukehren. Harry, der sich nicht traute, Lyndsay vor ihrem Tode seine Liebe zu gestehen und hier eine zweite Chance erhalten hatte, ist zutiefst verletzt, seine Freundin ein weiteres Mal zu verlieren.
Kritik
Eine sehr oberflächliche Episode, bei der die interessante Thematik nur angeschnitten, jedoch nicht weiter ausgebaut wird. Trotzdem ist sie größtenteils kurzweilig und beinhaltet einige sehr intensive Charaktermomente und eine nette Nebenhandlung um die Borg-Kinder.
Das Hauptproblem hierbei ist die dünne Story und die dünnen Charaktere. Ein Alien der Woche entpuppt sich als ein ehemaliges Crew-Mitglied und muss feststellen, dass die "Voyager" kein Zuhaus für sie mehr darstellt. Es wird gar nicht oder wenig auf die Vergangenheit von Lyndsay eingegangen, der Zuschauer sieht praktisch nur das Dilemma, mit dem Lyndsay konfrontiert wird, jedoch ist der Ursprung dieses Dilemmas nicht sehr deutlich zu erkennen. Auch die Entwicklung des Dilemmas wird nur im Ansatz dargestellt.
Die Problematik hierbei ist aber der Charakter an sich, so hat der Zuschauer noch nie etwas von Lyndsay Ballard zuvor gehört, der Charakter taucht plötzlich auf und der Zuschauer muss akzeptieren, dass er vor 3 Jahren verstorben war. Dies alles sorgt dafür, dass zu keinem Augenblick der Episode eine Identifikation mit dem Charakter möglich ist. Das Schicksal des Charakters geht dem Zuschauer nicht nahe und dessen Dilemma nicht unter die Haut.
Hier ist es wirklich ärgerlich, dass wir einmal mehr einen Charakter zu Gesicht bekommen, die der Crew zwar wohlbekannt, dem Zuschauer jedoch absolut unbekannt ist. Langsam wandelt sich dieses Konzept beabsichtigt oder nicht zu einem "Running Gag" der Serie, zulasten der Episodenqualität.
So schlecht der Charakter des Lyndsay Ballard auch definiert ist, so gut ist der Part von Kim. Dass dieser vor Lyndsays Tode sich nicht traute, ihr seine Gefühle zu gestehen, passt sehr gut zu dem Charakter des Harry Kim. Garret Wang schafft es, die gesamte Palette an Emotionen von Harry zu zeigen, angefangen von Überraschung am Anfang bishin zu Frustration am Ende, alles wurde sehr gut dargestellt.
Die Nebenhandlung um die Borg-Kinder war ganz nett, hätte aber auch ganz weggelassen werden können, da sie an manchen Stellen, vor allem durch Sevens extrem übertriebenes Verhalten, unerträglich wirkt. Doch die Handlung um die Kinder bringt soviel frischen Wind in die Serie, dass man dies getrost darüber hinwegsehen kann und auf bessere Stories hofft. Manu Intiraymi, der Icheb spielt, gewinnt einmal mehr die Sympathie des Zuschauers, da dieser es schafft, sowohl Stärke als auch Schwäche auszudrücken und dadurch viel menschlicher wirkt als andere Borg-Kinder, die doch sehr verschlossen wirken.
Um auf die Thematik der Episode zurückzukommen, auch wenn diese nicht weiter vertieft wird, sie lädt zum Nachdenken ein, wie so oft in dieser Staffel.
Lyndsay Ballard erinnert sich an ihr altes Leben und sehnt sich nach Kim. Es ist das Verlangen, mit ihrem früheren Leben abzuschließen und sich von den Menschen auf richtige Art und Weise zu verabschieden, was ihr in ihrem früheren Leben verwehrt wurde, da sie getötet wurde und kurze Zeit später starb. Sie möchte, dass die Menschen, die sie kannte, wissen, dass sie nicht verstorben, sondern am Leben ist. Sie bildet sich ständig ein, nicht zu dem Kobali-Leben dazugehören. Aber als sie zurück auf der "Voyager" ist, muss sie erkennen, dass diese nicht mehr ihr Zuhause ist, sie kämpft ständig mit Einbildung und Realität.
Sie ist ein Kobali geworden, ihre Menschlichkeit ist nur noch Vergangenheit. Erst mit dem Einblick in die Vergangenheit erkennt sie, was die Gegenwart ist. Erst durch die "Voyager" gelangt sie zu der Ansicht, dass diese niemals ein Teil ihrer Gegenwart werden kann, dass ihr gegenwärtiges Leben sich sehr von dem früheren unterscheidet.
Dadurch, dass ihr nun ein richtiger Abschied gewährt wird, entsteht eine Harmonie, welche als Brücke zwischen ihrem früheren und jetzigen Leben fungiert, nach der sie sich so sehr gesehnt hatte- nicht etwa nach ihrem früheren Leben als gesamtes.
Fazit
"Asche zu Asche" reizt viel zu wenig ihre interessante Thematik aus und stellt eine ganz durchschnittliche Episode dar. Die flache Story wird auf einem Charakter aufgebaut, welcher zwar interessant ist, aber auf dem "Alien der Woche"-Konzept beruhend leider nicht miteißen kann.
Note: 3+
Artikel geschrieben von Shen Li (sl); aktualisiert am 18.08.2004 [15610 Aufrufe; 0 Kommentare]