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Episodeninhalt

Rettungsanker

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Voller Wut
Nächste Episode:
Der Spuk auf Deck Zwölf
Originaltitel:
Life Line
Regie:
Terry Windell
Story:
John Bruno und Robert Picardo
Drehbuch:
Robert Doherty und Raf Green und Brannon Braga
Gaststars:
Dwight Schultz als Barclay

Marina Sirtis als Deanna Troi

Tamara Craig Thomas als Haley

Jack Shearer als Admiral Hayes

Erstausstrahlung in Deutschland:
Erstausstrahlung in den USA:
10.05.2000

Inhalt

Das "Pathfinder- Projekt" meldet sich zurück. So ist es endlich wieder in der Lage, Daten zu senden. Jedoch empfängt der Doktor keine guten Nachrichten: Sein Erfinder und Programmierer Dr. Lewis Zimmerman liegt im Sterben. In der Hoffnung, ihm helfen zu können, beamt er sich durch das künstliche Wurmloch in den Alpha-Quadranten.

Dort angekommen, wird er nicht gerade begeistert empfangen, als Zimmerman sieht, dass der Doktor nur Version 1 des Holographisch Medizinischen Notfallprogramms ist, und er schon Version 4 herausgebracht hat, die alle samt ihm nicht helfen konnten.

Aber Barclay meint, dass der Doktor von der "Voyager" seit 6 Jahren ununterbrochen im Dienst ist und somit Dinge gesehen oder erlebt hat, welche sich die meisten Doktoren nicht vorstellen können. Deanna unterstützt ebenfalls den Doktor, indem sie Zimmerman von einer vielversprechenden Behandlungsmethode des Doktors zu überzeugen versucht.

Während die beiden Doktoren sich streiten, entdeckt Barclay einen Fehler in dem Programm des Doktors, welcher ihn zerstören wird. Daher bittet er Zimmerman, dem Doktor zu helfen. Der jedoch, lehnt es vorerst ab, einem, wie er sagt, austauschbaren Computerprogramm, zu helfen.

Beim Versuch, den Doktor doch noch umzustimmen, droht die rechte Hand von Zimmerman mit dem Namen Haley, ebenfalls ein Hologramm, ihm damit, dass sie sich nach einer anderen Stelle umsieht, sollte Zimmerman den Doktor nicht behandeln.

Am Ende kann der Doktor gerettet werden und Dr. Zimmerman stimmt einer Behandlung für seine Krankheit zu.

Kritik

"Rettungsanker" ist eine Episode, die keine Wünsche übrig lässt. Selten gab es dermaßen witzige Szenen, die vor Originalität nur so sprühen. Was diese Episode kennzeichnet, ist nicht etwa die Tatsache, dass sie im Alpha-Quadranten spielt, sondern die phänomenale Schauspielleistung von Robert Picardo, der diesmal in einer Doppelrolle für erhebliche Kurzweile sorgt.

Picardo verkörperte beide Rollen einfach großartig und hätte auch ohne die Story den Zuschauer bei Laune halten können. Das Faszinierende an den Charakteren ist die Tatsache, dass diese sich im Grunde sehr ähneln, beide beim Streiten zu sehen, bei dem der eine behauptet, besser über die Situation zu wissen als der andere, ist fesselnd.

Wir erfahren in dieser Episode viel über die Verwandten des Doktors. Diese sind zu "Putzmännern" degragiert worden und erfüllen im medizinischen Bereich keinen Zweck mehr. Der Doktor erkennt, dass ihm dasselbe Schicksal erteilt wäre, wäre er niemals in den Delta-Quadranten gekommen. Auch verdankt er diesem Teil des Weltraumes sein neu dazugewonnes Wissen, um seinem"Vater" letzten Endes helfen zu können.

Die Episode beinhaltet eine Fülle an Gags. Von einem Doktor, der sich zu einer Masseurin verwandelt bishin zu dem sprechenden Leguan - hier werden die Lachmuskeln des Zuschauers nicht verschont.

Trotzdem artet die Episode, wie so oft in "Voyager", nie in Belanglosigkeit aus. Sie hat eine ernste Story und der Zuschauer bekommt einen bewegenden Eindruck in den Erschaffer des Doktors.

Lange Zeit wissen wir nicht, warum Zimmerman so abweisend seinem "Sohn" gegenüber ist, bis wir erfahren, dass die MHNs der ersten Generation Plasmaverteiler schrubben müssen. Er findet es erniedrigend und eine Schande, da all diese Hologramme sein Gesicht haben. Der Doktor der "Voyager" nun erinnert ihn ständig daran, weshalb er nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Tiefe Enttäuschung und aufgestaute Wut kennzeichnen ihn, welche durch die Ankunft des Doktors an die Oberfläche gelangen.

Interessant ist, dass der Doktor in seinem Quartier nicht mit seinesgleichen zusammenlebt, sondern mit Hologrammen. Nicht nur seine Assistentin ist eins - sehr zur Überraschung des Zuschauers, auch alle Haustiere sind ebenfalls nicht biologischer Herkunft.

Die beiden Streitköpfe erkennen im Laufe der Zeit, dass beide voneinander abhängig sind, dass nur durch die Zusammenarbeit der beiden das Überleben gewährleistet ist. Dies ist den Zuschauern von Anfang klar und weil dieses Ziel durch die Sturheit der beiden Charaktere immer wieder verhindert wird, treibt es die Spannung in die Höhe.

Das gelungene Zusammenspiel der beiden Charaktere nimmt die gesamte Episode ein. Da wirken die Auftritte von Barclay und Deanna nur nebensächlich, obwohl genau diese noch im Mittelpunkt der Story von "Das Pfadfinder-Projekt" standen. Die Rückkehr von Deanna hätte völlig weggelassen werden können. Ihre Figur wirkte, genau wie in der Episode "Das Pfadfinder-Projekt", ein wenig fehl am Platze und nur deswegen anwesend, damit ein bekannter Stamm-Charakter der "The Next Generation" dabei ist und für hohe Quoten sorgt.

Was bei dieser Episode auffällt, ist die Fülle an spritzigen Dialogen, die man in dieser Form selten in "Voyager" gesehen hat. Die Streitdialoge von den beiden Hauptcharakteren sind einfach brillant - nie ins Sinnlose ausufernd, sondern stets nachvollziehbar und mit Humor in die Story integriert. Erwähnenswert hierzu ist noch die großartige Regieleistung von Terry Windell. Diesem Regisseur ist es auch zu verdanken, dass die Szenen zwischen den beiden Hauptcharakteren funktionieren. Sie schafft es, die beiden jedes Mal brillant ins Bild zu setzen. Der Zuschauer hat desöfteren das Gefühl, beim Streit der beiden "live" dabeizusein, was dafür sorgt, dass er ohne Umwege eine Beziehung zu den Charakteren aufbaut und auf den weiteren Ablauf gespannt ist.

Die Szenen mit den Darstellern sind jedes Mal rasant umgesetzt und trotz der großen Menge niemals langweilig.

Die Specialeffects von "Rettungsanker" sind einmal mehr großartig. Seien es die beiden Hauptdarsteller, die geschickt zusammen in ein Bild gesetzt wurden oder die gewaltige Jupiter-Station. "Foundation Imaging" hat einmal mehr herausragende Arbeiten geleistet und wurde als Anerkennung für einen "Emmy"-Award nominiert.

Fazit

"Rettungsanker" überzeugt auf der ganzen Linie. Eine Fülle an komischen Einfällen wird mit großartigen Dialogen abgerundet. Mit Robert Picardo in einer Doppelrolle kann da nicht viel schiefgehen.

Note: 1

Artikel geschrieben von Shen Li (sl); aktualisiert am 18.08.2004 [14501 Aufrufe; 0 Kommentare]


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