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Episodeninhalt

Unimatrix Zero, Teil 2

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Unimatrix Zero, Teil 1
Nächste Episode:
Unvollkommenheit
Originaltitel:
"Unimatrix Zero", Part 2
Regie:
Mike Vejar
Story:
Mike Sussmann, Brannon Braga und Joe Menosky
Drehbuch:
Brannon Braga und Joe Menosky
Gaststars:
Susanna Thompson als Borg Queen

Mark Deakins als Axum

Jerome Butler als Korok

Joanna Heimbold als Laura

Ryan Sparks als Alien Boy

Andrew Palmer als Errant Drone

Clay Storseth als Alien Man

Erstausstrahlung in Deutschland:
08.06.2001
Erstausstrahlung in den USA:
04.10.2000

Inhalt

Janeway, Tuvok und B'Elanna lassen sich Borg-Implantate in ihren Körper einpflanzen um sich unbemerkt im Borg-Kubus aufzuhalten, einen Weg in die "Unimatrix Zero" zu finden und den Borg somit die Möglichkeit zu geben auch außerhalb der "Unimatrix Zero" als Individuen zu leben.

Das Außenteam ist mit einem neuralen Transiver ausgestattet, um mit ihren Borg-Implantaten wirklich mit den Borg kommunizieren zu können. Während das Außenteam im Borg-Kubus ist, geht Seven of Nine in die "Unimatrix Zero" und erzählt dort den Borg, was das Außenteam gerade macht. Seven ist es möglich dorthin zu gehen, weil sie einmal Teil des Kollektivs war und sie die Fähigkeit erhalten hat.

In der Vergangenheit hatte sie dort eine romantische Beziehung mit ihrem Borgfreund Axum und als sie ihn wiedertrifft, merkt sie, dass die Gefühle zurückkehren. Als Janeway, Tuvok und B'Elanna das Zentrum des Borg-Kubus erreichen, stellt Tuvok fest, dass die Funktion seines neutralen Transivers nachlässt und dass die Borg-Queen beginnt mit ihm telepatisch zu kommunizieren.

Die Borg-Queen überzeugt ihn schließlich Janeway und B'Elanna zu stoppen, als sie den Virus herunterladen um die ausgewählte Gruppe von Drohnen zu befreien. Sie schaffen es den Virus in das System zu bringen, aber Tuvok hindert sie an der Flucht. Immer mehr Borg-Drohnen erscheinen und nehmen Janeway gefangen, nur B'Elanna kann fliehen. Tuvok hält Janeway zurück und bringt sie zur Borg-Queen. Die Borg-Queen veranlasst Janeway auf den Bildschirm zu schauen, als sie ein anderes Borg-Schiff zerstört und Tausende Borg umbringt, weil sie den Kontakt mit drei Drohnen auf Grund Janeways Virus verloren hat.

Die Borg-Queen verwendet den Virus, den Janeway benutzte um die Drohnen zu befreien, und verändert ihn, um jetzt die Drohnen zu töten. Sie sagt Janeway, dass sie in die "Unimatrix Zero" gehen und alle Drohnen töten wird, wenn Janeway den freien Drohnen nicht befiehlt zum Kollektiv zurückzukehren.

Janeway nimmt Kontakt mit Chakotay auf der Voyager auf und sagt ihm, dass sich die freien Drohnen dem Kollektiv wieder anschließen sollen, aber heimlich sagt sie ihm, dass er die "Unimatrix Zero" zerstören soll. Ohne die "Unimatrix Zero" ist es der Borg-Queen nicht möglich alle freien Drohnen zu finden und wenn sie alle Borg-Schiffe zerstört, auf denen sie sein könnten, wird sie ihre gesamte Flotte vernichten.

Nachdem Seven allen Drohnen in der "Unimatrix Zero" von dem Plan erzählt hat, sind alle damit einverstanden und meinen, dass die Handlungsweise in dieser Situation so am besten ist und bieten ihre Hilfe an, das Außenteam zurück auf die Voyager zu holen.

Während sich die Voyager darauf vorbereitet den Borg-Kubus anzugreifen, erscheint eine kleine Borg-Sphäre durch einen Transwarpkanal und begrüßt sie. Korok, ein Klingone wurde in das Kollektiv assimiliert und hat diese Sphäre gestohlen und will nun helfen den Borg-Kubus zu zerstören. Chakotay nimmt seine Hilfe an und beide Schiffe beginnen den Angriff auf den Kubus. Kurz bevor er explodiert kann Harry Janeway, Tuvok und B'Elanna auf die Voyager beamen, wo ihnen ihre Borg-Implantate wieder entnommen werden können.

Seven ist mittlerweile ein letztes Mal in die "Unimatrix Zero" zurückgekehrt um Axum auf Wiedersehen zu sagen. Axum und Seven sind die einzigen Personen in der "Unimatrix Zero", als diese um sie in Stücke zerfällt.

Axum sagt Seven, dass er auf einem Borg-Kubus in einem weitentfernten Teil der Galaxie ist und das es so aussieht, als wenn sie sich nie wiedersehen würden, aber er wird sie finden. Beide verlassen die "Unimatrix Zero" als diese vollständig zerstört wird.

Kritik

Teil 2 ist besser als der erste Teil, was bei den "Star Trek"-Doppelteilern eine Sensation ist, zumal bei diesen der zweite Teil im Vergleich zum ersten stets den Kürzeren ziehen muss.

Doch was bereits bei Teil 1 bemängelt wurde, ist auch in Teil 2 nicht gänzlich verschwunden: Innovationsarmut. So interessant die Story um "Unimatrix Zero" auch ist, so verheerend die Auswirkungen auf das Borg-Kollektiv auch sind, Borg-Geschichten sind nicht mehr in der Lage, beträchtliche Spannung aufzubauen, da diese stets demselben Schema folgen und deshalb sehr voraussehbar sind.

Spätestens bei "Unimatrix Zero" kann man also sagen, dass das Thema Borg nun ausgereizt ist und es keiner weiteren Episode mehr bedarf. Dies sehen die Autoren offensichtlich ein, weshalb wir bis zum Ende der siebten Staffel keine Borg-Episoden zu erwarten brauchen.

Sicher hat "Unimatrix Zero" seine ganz eigenen Momente, die herausragend inszeniert worden sind. Die Szene mit Janeway und der Borg-Queen sind zweifelsohne ein Highlight der ganzen Serie und können mit fesselnden Dialogen überzeugen. Janeway und die Borg-Queen sind zwei Persönlichkeiten, die sich von Grund auf unterscheiden. Während Janeway ihre Crew um alle Macht beschützt, tötet letztere sie, wenn es sein muss. Die klassische Gegenüberstellung von Gut und Böse ist brillant gelungen, zumal viele Facetten der Persönlichkeiten beider Parteien beleuchtet werden.

In "Unimatrix Zero" sieht Janeway, wieviele Leben in Form von Drohnen geopfert werden muss, um ihr Ziel, einen Widerstand im Kollektiv aufzubauen, zu erreichen. Die Janeway-Figur ist in dieser Hinsicht immer einzigartig gewesen. Sie ist ein Captain, der sein Ziel um alle Macht durchsetzen und keine Kompromisse dabei eingehen will. Zum ersten Male wird sie in "Unimatrix Zero" nun, wie es scheint, gezwungen, einen erheblichen Kompromiss einzugehen, nämlich die Individuen in "Unimatrix Zero" zu bitten, sich wieder dem Kollektiv anzuschließen, um sich und andere vor der Zerstörungswut der Königin zu schützen.

Janeway, die in der Vergangenheit stets gegen die Borg gewonnen hat, bringen die Autoren in einen Zustand, in dem sogar ein Sieg wie eine Niederlage aussieht, da Zigtausende von Drohnen bereits ihr Leben hergeben mussten. Dieser Aspekt zeichnet die gesamte Episode aus, weil er den dunklen Teil von Janeways Entscheidung erforscht und offen zur Schau legt.

Man spürt als Zuschauer den Schmerz, den Janeway emfinden muss, als ein Borg-Schiff nach dem anderen von der Borg-Königin zerstört wird und spürt sogleich das Verlangen von ihr, ihren Plan aufzugeben, um Leben zu retten.

Das tut Janeway auch, in dem sie sich entscheidet, das gesamte "Unimatrix Zero"-Komplex zu zerstören, da dieses nicht mehr nötig ist, weil das Virus bereits ausgesetzt wurde, und "Unimatrix Zero" nur unötig ein Angriffsziel darstellt.

Leider erfuhr der Zuschauer hierbei nicht, ob es tatsächlich Janeways Entscheidung war oder die Interpretation von Chakotay. Da aber ein mahnendes Gespräch mit Chakotay ausbleibt, kann davon ausgegangen werden, dass dies tatsächlich Janeways Entscheidung ist, die sie geschickt in Worten verpackt. Es ist erfreulich, dass Chakotay einmal mehr zum Erfolg einer Janeway-Mission beiträgt und zeigt, was für ein guter Erster Offizier er ist. Es zeigt, dass zwischen Janeway und Chakotay eine sehr enge Beziehung existiert, die im Grunde keiner Worte mehr bedarf. Beide wissen, was der andere denkt und beide wissen, was zu tun ist.

So weiß Chakotay, wie hartnäckig Janeway ist und dass sie niemals ihre Mission einfach so aufgeben würde. Rührend ist die Szene, indem sich die beiden vor der Mission die Hand reichen, was das oben Erwähnte abermals bestätigt.

So oft der Chakotay-Charakter auch vernachlässigt wurde und so einseitig dieser Charakter auch zu sein scheint, den Janeway-Charakter ergänzt er prima.

Spätestens hier wird es auch deutlich, dass zwischen den beiden niemals eine Liebesbeziehung zustande kommen wird und zum Glück auch nicht geschehen ist. Denn eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden ist viel glaubwürdiger und zudem reichlich interessanter.

Die Borg-Königin ist verzweifelt. So sieht sie ihr Kollektiv einmal mehr gefährdet. Dass die "Voyager"-Crew dabei ihre Hände im Spiel hat, wundert sie wenig und steigert ihren Wut. Hier sehen wir, dass der Königin einzelne Drohnen nichts bedeuten und sie, ohne die Augen zu zucken, diese töten würde, wenn es denn nötig ist. Das Kollektiv ist nun mal wichtiger als das Individuum. Die Szene, in der sie mit dem Jungen auf "Unimatrix Zero" blickt, ist in Hinsicht auf das Visuelle herausragend und fügt sich in die denkwürdigsten Bilder der Serie ein, nur noch übertroffen von der gefrorenen "Voyager" in "Temporale Paradoxie".

Eine weitere Handlung, welche die Episode auszeichnet, ist das Wiederaufleben der Beziehung zwischen Seven und Axum. Seven, die von sovielen Emotionen, welche sie für Axum empfindet, verwirrt ist, und ihn daher nicht wiedersehen möchte, passt in die bisherige Definition ihres Charakters. Da kann einem der Doktor leid tun, dem man die leichte Eifersucht nicht absehen kann. Seven, die in "Unimatrix Zero" stets menschlicher wirkt, kann den Zuschauer faszinieren und offenbart eine neue Seite, die sehr zwar sehr sympathisch ist, aber auch dafür sorgt, dass diese sich von den restlichen Charakteren nicht mehr unterscheidet. Hoffen wir also, dass Sevens Vermenschlichungsprozess noch bis zum Ende der Serie andauert.

Zwischen Axum und Seven existiert eine knisternde Chemie, die ihren Höhepunkt in der Szene hat, in der Seven nach Ausreden sucht, um den Besuch zu gerechtfertigen. Dass sie dabei nicht zugeben will, sich Sorgen um Axum gemacht zu haben, sondern erzählt, andere würden sich Sorgen um ihn machen, bringt den Zuschauer zum Schmunzeln.

So schnell die Beziehung zwischen den beiden eingeführt wurde, so schnell ist diese auch wieder vorbei. Dass Axum am Ende erzählt, er würde Seven eines Tages wiederfinden, erscheint dem Zuschauer wenig glaubwürdig, zumal dieser sich am anderen Ende der Galaxie sich befindet.

Ansonsten sind die Autoren sehr vorsichtig bei der Entwicklung dieser Beziehung. Dies ist insofern positiv, als dass sich dies mit dem Charakter von Seven vereinbart und sie nicht lächerlich macht.

"Unimatrix Zero" enthält eine Fülle von denkwürdigen Bildern und Momenten. Neben den aufgezählten, zählen selbstverständlich die Szenen, in denen Janeway, Tuvok und B'Elanna als Borg-Drohnen agieren müssen. Dies ist sehr gewöhnungsbedürftig, ist aber faszinierend und kann durch und durch fesseln. Tuvok, der als einziger stets davor ist, von dem Kollektiv eingenommen zu werden und dies letzten Endes auch der Fall ist, kann für Spannung sorgen.

"Unimatrix Zero", enthält einmal mehr grandiose Specialeffects. Das gepanzerte Borg-Schiff sieht prächtig aus und die Raumschlachten können beeindrucken. Dass dies aber bei "Voyager" nichts ungewöhnliches ist, stört den Zuschauer wenig. Man erinnere sich nun an das kleine Borg-Schiff mit dem Klingonen als Befehlshaber, der mit der "Voyager" gegen das gepanzerte Schiff in den Krieg zieht.

Viele Fans wunderten sich, warum die "Voyager" trotz der Überlegenheit des Borg-Schiffes es schafft, dieses erheblich abzulenken und ohne große Schäden davonzukommen, zumal es ein leichtes für das Borg-Schiff ist, ein einzelnes kleines Schiff wie die "Voyager" zu zerstören. Nun, die Erklärung ist einfach die, dass das Borg-Schiff es nicht riskieren kann, "Voyager" zu zerstören, weil die Crew wertvolle Informationen über das Virus enthält. Ferner ist eine Assimilation der Crew von viel besserem Nutzen, weil diese ein enorm umfangreiches Wissen während ihrer Reise gesammelt hat.

Fazit

"Unimatrix Zero", Teil 2" ist ein gelungener Start in die siebte und letzte "Voyager"-Staffel, die Folge enthält viele erinnerungswürdige Momente. Aber als ganzes betrachtet ist die Story aber zu dünn und das Thema viel zu ausgereizt. So ist ""Unimatrix Zero", Teil 2" zwar besser als der erste Teil, aber kein besonders herausragendes Highlight. Dennoch ist die Episode durchwegs kurzweilig geraten und spannend gestaltet.

Note: 2+

Inhalt von Alexander Dennebaum (ad), Kritik von Shen Li (sl); aktualisiert am 24.12.2005 [15325 Aufrufe; 0 Kommentare]


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