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Episodeninhalt

Der Mächtige

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Endspiel, Teil 1
Nächste Episode:
Mission Farpoint
Originaltitel:
Encounter at Farpoint, Part 1
Regie:
Corey Allen
Story:
Drehbuch:
D.C. Fontana, Gene Roddenberry
Gaststars:
John de Lancie als Q

Michael Bell als Groppler Zorn

DeForest Kelley als Admiral McCoy

Timothy Dang als Sicherheit

Evelyn Guerrero als Fähnrich

Cary-Hiroyuki Tagawa als Baliff

David Erskine als Händler

Chuck Hicks als Offizier

Jimmy Ortega als Torres

Erstausstrahlung in Deutschland:
07.09.1990
Erstausstrahlung in den USA:
28.09.1987

Inhalt

Captain Jean-Luc Picard kommandiert die "Enterprise NCC-1701 D" auf ihrem ersten Einsatz nach "Farpoint Station". Es gilt, das Geheimnis um eine Station auf Deneb IV zu lüften; denn die Bewohner, die sich Bandi nennen, leben in vergleichsweise armen und altertümlichen Bauwerken, während die Station alle Kriterien erfüllt, um eine Aufnahme in die Föderation zu erreichen. Ein weiteres Rätsel betrifft jenes Phänomen, das von Captain Picard als fast magischer Wunsch ihnen zugefallen gedeutet wird.

Auf dem Weg nach Farpoint entdeckt die Crew ein massives Kraftfeld, das die "Enterprise" einzuholen droht. Kaum dass sie eingeholt worden ist, wird die "Enterprise" von dem Wesen "Q" aufgehalten, dass die menschliche Rasse für aggressiv und unmündig hält. Er glaubt, die Menschen seien schon viel zu weit in den Weltraum vorgedrungen und will deswegen keine weiteren Eingriffe der Menschen zulassen. Er klagt die Crew wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Q, der Richter, Ankläger und Geschworene in sich vereint, hat sein Urteil schon vor Beginn gefällt und will der Menschheit die weitere Existenz verwehren. Picard fordert eine Bewährungschance, die Q prompt gewährt: Die "Enterprise" soll das Geheimnis von "Farpoint Station" lösen. Picard will damit die Ehrenhaftigkeit der menschlichen Rasse beweisen...

Kritik

Nach fast 20-jähriger TV-Abstinenz kehrt 'Star Trek' mit einem Paukenschlag in die Serienlandschaft zurück - in Form des Spin-offs 'Star Trek: Das nächste Jahrhundert'.

Schon der Pilotfilm beginnt in einer einmaligen Art und Weise, als die Kamera langsam auf die neue 'Enterprise' zuschwenkt, auf ein Fenster zufährt und dahinter Picard zu sehen ist, der aus dem Schatten (der originalen Serie) heraus ins einfallende Licht tritt.

Die Produzenten haben mit Erfolg darauf geachtet, einen frischen Wind sowie neue Ideen und Vorstellung in diese Serie einzubringen: Zum einen springt man gleich 100 Jahre in die Zukunft von Captain Kirk, ins Jahr 2364, und zeigt die Abenteuer der neuen 'USS Enterprise NCC 1701-D'. Diese ist mit modernster Technologie ausgestattet, wie z.B. Holodecks, Kommunikatoren, die man nicht mehr aufklappen muss, sondern einfach auf der Uniformjacke trägt, einer separaten Untertassensektion usw... Gleichzeitig befinden sich nun auch Offiziere mit ihren Familien an Bord, wodurch das Schiff nun mehr als nur ein Forschungsraumschiff der Sternenflotte ist, es ist auch die Heimat von Kindern, die hier aufwachsen und lernen.

Zum anderen dient plötzlich ein Klingone auf der Brücke, dem Nervenzentrum, eines Föderationsschiffes. Da 'Star Trek VI: Das unentdeckte Land' erst gute fünf Jahre später in die Kinos kommt, wissen die Zuschauer noch nicht, dass nun ein Friedensabkommen mit den Klingonen herrscht. Und erwähnt wird dies auch erst später in dieser Staffel, so dass man zunächst über Lt. Worfs Anwesenheit rätseln darf. Ist er ein klingonischer Flüchtling, ein Spion, ein Mischlingskind? Nichtsdestotrotz zeugt dies nur von Gene Rodenberrys Weitblick. Wurden die Klingonen doch in der originalen Serie eingeführt, um ein 'Abbild' der Sowjetunion zu zeigen und deutete sich bereits Mitte der 1980er ein Ende des Kalten Krieges an, so war es nur logisch, dass dieser Friedensweg auch ins 'Star Trek'-Universum übernommen wird. Es wird sogar extra von Picard gegenüber Q erwähnt, dass der Kampf mit den Russen Jahrhunderte zurückliegt. Damit zeigt die neue Serie gleich zu Beginn eine der Stärken von 'Star Trek': nämlich aktuelle weltpolitische Ereignisse in die Zukunft zu verlagern und den Zuschauern so eine etwas verzerrte Realität vor Augen führen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch der gezeigte Kontrast in der zukünftigen Geschichte der Menschheit. Im 24. Jahrhundert herrscht Frieden auf der Erde, es gibt weder planetare Unruhen noch Armut oder Hunger und gefährliche Krankheiten - ein beinahe paradiesischer Zustand. Doch dann versetzt Q die Kampfbrücken-Crew plötzlich in die (aus unserer Sicht zukünftige) postatomare Zeit nach dem Dritten Weltkrieg. Gewalt und Ungerechtigkeit scheinen hier gang und gäbe zu sein. Es ist eine erschreckende Vorstellung, dass die Menschheit zuerst auf dieses barbarische Niveau sinken musste, um schließlich als ein vereinter und friedfertiger Planet daraus hervorzugehen.

Erstaunlicherweise befindet sich dieses Mal kein Vulkanier unter den Hauptcharakteren. Es dauert sogar noch fast bis zum Ende dieser Staffel als in den Episoden 'Prüfungen' und 'Die Verschwörung' endlich wieder Vulkanier in einer Sprechrolle auftreten. Nichtsdestotrotz sind sie auch hier kurz zu sehen, wenn auch nur in Form von zwei einfachen Statisten, die im Hintergrund vorbeilaufen.

Ähnlich verhält es sich auch mit den anderen beiden Hauptrassen der Mutterserie: den Klingonen und den Romulanern. Denn abgesehen von Worf tauchen diese zwei Spezies erst gegen Ende der Staffel auf. Dadurch wird sowohl die Kontinuität gewahrt und die früheren Rassen wieder eingeführt, zum anderen beweist die neue Serie damit aber auch von Anfang an ihre Eigenständigkeit, in dem sie nicht dauernd auf Elemente der vorangehenden Serie zurückgreift.

'Star Trek' lebte aber auch vor allem von seinen vielschichtigen Charakteren. Und dies wird hier nicht gebrochen, ganz im Gegenteil schafft es der Pilotfilm doch in der relativen kurzen Zeit jeden Hauptdarsteller und seinen Charakter glaubhaft einzuführen:

Captain Jean-Luc Picard wirkt gleich auf den ersten Blick völlig anders als James Kirk. Er ist älter, in seinen Entscheidungen bedächtiger, nicht ganz so impulsiv und tatsächlich in der Lage zu sein, zu kapitulieren, wenn es die Situation erfordert. Dafür liegen seine Stärken eben in seiner ruhigen und disziplinierten Art, weswegen er dem legendären Captain der ersten 'Enterprise' in keinster Weise nachzustehen braucht. In seinen Entscheidungen ist er aber äußerst selbstsicher, selbst als er seine Kapitulation verkündet, filmt ihn die Kamera von 'unten' und zeigt ihn mit erhobenem Kopf - ein deutlicher Hinweis darauf, dass er genau weiß, was er tut und keineswegs die Kontrolle verloren hat. Lediglich seine anfangs recht eisige Begrüßung von Riker scheint nicht ganz geglückt. Allerdings schafften es die Autoren zum Schluss doch noch die Kurve zu kratzen, als er Riker in einem persönlichen Gespräch gesteht, dass er sich in der Gegenwart von Kindern äußert unwohl fühlt - und das obwohl mehrere davon an Bord sind.

Commander William T. Riker trägt nicht nur dasselbe Mittelinitial wie James T. Kirk, er entspricht ihm vom Verhalten her auch mehr als Picard. Jung und ungestüm versucht er gleich die rätselhaften Vorgänge auf 'Farpoint Station' zu untersuchen. Dennoch nimmt er die Vorschriften sehr genau, ist äußerst qualifiziert (zu sehen als er die Untertassensektion manuell ankoppelt) und will gleich einen guten Eindruck machen. Man kann ihm aber ansehen, dass er teils noch sehr unerfahren ist, z.B. als er fast schockiert die Ereignisse mit der Begegnung mit Q betrachtet.

Lt. Commander Data, der Androide, wird gleich zu Beginn von seiner ungewollt humoristischen Seite gezeigt, als er eine Anfrage nach dem Wort 'herumschnüffeln' stellt und schließlich eine ganze Wörterbuchdefinition rezitiert.

Lt. Commander Deanna Troi ist zur Hälfte Betazoidin und besitzt empathische Fähigkeiten. Als Counselor des Schiffes steht sie nicht nur dem Captain mit ihrem Rat zur Seite, sondern dient auch als eine Psychologin für alle Besatzungs- und Familienmitglieder des Schiffes. Ihre Rolle hilft eindeutig mit, das Gesamtbild - dass sich eben nicht nur an kritische Situationen ausgebildete Starfleetmitglieder an Bord befinden - abzurunden.

Lt. Natasha Yar dient als Sicherheitschefin an Bord. Dass sie als Frau eine solch typische Männerposition besetzt, ist gelinde gesagt ungewöhnlich, doch bringt sie alle dazu nötigen Voraussetzungen mit, kann sie z.B. doch in Qs Gerichtssaal einen Wächter mühelos überwältigen. Sie ist stets auf die Sicherheit des Schiffes bedacht. Dennoch ist sie auch sehr ungestüm und kann nicht ruhig darauf warten, dass der Feind zu ihnen aufholt, was sie dem Captain auch direkt ins Gesicht sagt, der sie mit seiner rationalen Art dann erst wieder mal beruhigen muss.

Lt. Worf verhält sich wie ein richtiger Klingone. Tapfer und stark ist er sofort bereit, Captain und Schiff vor Gefahren zu verteidigen und protestiert, als ihm Picard befiehlt, mit der Untertassensektion wegzufliegen, schließlich 'sucht er sein Heil nicht in der Flucht, während der Captain in den Kampf zieht'. Aber schlussendlich setzt sich seine Ausbildung als Sternenflottenoffizier durch und er befolgt den Befehl. Dies zeugt auch von Picards großem Vertrauen in ihn, schließlich ist er von Anfang an bereit, einem Klingonen das Kommando über sein Schiff zu überlassen.

Dr. Beverly Crusher verhält sich auf 'Farpoint Station' ähnlich ruhig und professionell wie Picard, bildet somit sowohl einen Gegenpol zum ungestümen Riker sowie zu ihrem nicht gerade wortscheuen Sohn Wesley, der sich auch gleich mit Riker anzufreunden scheint.

Schließlich bleibt noch Lt. Geordi LaForge. Leider wirkt dieser Charakter anfangs noch etwas blass im Vergleich zu den anderen. Außer dass er von Geburt an blind ist und nur mit Hilfe eines VISORs sehen kann (der ihm sogar Bilder außerhalb des Sehspektrums eines normalen Menschen zeigt) erhält man nicht gerade viele Informationen über ihn. Doch schon bald bekommt der Charakter etwas mehr Tiefgang. Interessant ist auch zu erwähnen, dass er als eigentlich 'blinder' Mensch die 'Enterprise' durchs All steuert, was für viele Blinde oder auch anders behinderte Zuschauer als Ansporn angesehen werden kann, nicht an ihrer Behinderung zu verzweifeln.

Am auffälligsten bei dieser Crew-Zusammenstellung ist wohl, dass gleich drei Hauptdarsteller weiblich sind (im Vergleich zur einzigen Uhura in der originalen Serie). Dies ist natürlich eine verdiente Reaktion auf die steigende feministische Bewegung in den 1980ern. Dass Dr. Crusher dabei den hohen Rang eines Commanders inne hat, Troi in einer Reihe mit Captain und Erstem Offizier auf der Brücke sitzt und Lt. Yar sogar Taktischer Offizier und Leiterin der Sicherheitsabteilung ist, tut ihr Übriges dazu. Aber trotz dieser Euphorie werden auch einige klare Klischees deutlich: Yar hat als Kämpferin einen kurzen Haarschnitt und Crusher und Troi, die längere Haare tragen dürfen, befinden sich als Ärztin und Psychologin in einem mehr heilenden und fürsorglichen Beruf. Glücklicherweise hat man auch darauf verzichtet, den weiblichen Besatzungsmitgliedern eigene Uniformen mit Minirock zu verpassen, dürfen sie doch nun endlich auch dieselben wie ihre männlichen Kollegen tragen. Doch leider konnte man wohl nicht ganz darauf verzichten: Ein paar Frauen (z.B. Troi), aber auch Männer (!), sind in einer Art 'kurzen' Version der Uniform zu sehen. Aber zum Glück sahen die Produzenten ein, dass diese einfach nur lächerlich wirken und so wurden diese schon nach dem Pilotfilm komplett aus den Kleiderschränken der Crewmitglieder entfernt.

Ein absoluter Pluspunkt ist die Einführung von Q, der von John de Lancie dargestellt wird. Als beinahe allmächtiges Wesen demonstriert er gleich zu Beginn seine Übermacht und zwingt die Crew in ihre Schranken (bzw. zwei Sicherheitswächter in den Turbolift zurück :)). Allerdings erinnert er in seiner überheblichen, selbstgerechten, ungeduldigen und leicht aufbrausenden Art zu sehr an Trelane, mit dem sich bereits Kirk in der 'Raumschiff Enterprise'-Episode 'Tödliche Spiele auf Gothos' herumschlagen musste. Unterstrichen wird dies vor allem in der Tatsache, dass er bei seinem ersten Auftauchen auf der Brücke mittelalterliche Kleidung trägt und auch noch so geschwollen spricht.

Weitere Gemeinsamkeiten sind, dass sich beide fast kindlich benehmen und wenig Respekt vor Leben und Tod zeigen. Bei Q wird dies besonders dann deutlich, als er Data, Troi und Yar gleich die Waffen an den Kopf halten lässt, nachdem Picard sich weigerte, die Anklagen gegen sie vorzulesen und als er gelangweilt vor sich hin gähnte, nachdem er Tasha einfach eingefroren hat. Auch als er sie dann gnädigerweise wieder auftaute und sich dann noch stark großzügig vorkommt, spricht dies nicht wirklich für seine Barmherzigkeit. Großspurig erscheint er plötzlich auf dem Schiff und will als einzelnes Wesen über eine gesamte Spezies richten. Ähnlich wie bei Trelane scheint dies mehr das Verhalten eines gelangweilten Kindes zu sein als das eines höheren Wesens. Doch im Gegensatz zum 'Squire von Gothos' erweist sich Q nicht als heranwachsender Taugenichts, sondern vielmehr als ein äußerst komplexer Charakter, der so handelt, weil er tatsächlich der Meinung ist, er habe das Recht dazu.

Einmalig und unübertroffen ist dabei Qs Zusammenspiel mit Picard. Schon als er sich zum ersten Mal auf der Brücke materialisierte, ist er in derselben Kameraeinstellung wie der Captain zu sehen, was schon von Anfang an auf ihre besondere Beziehung hindeutet. Erstaunlich gut wurde auch der 'Machtunterschied' zwischen den beiden dargestellt. Als sich Q, 'der Mächtige', auf der Brücke befindet, steht er hinter dem erhöhten Taktischen Bogen und die Kamera zeigt von seinem Blickwinkel aus, wie er auf Picard hinabblickt, der bei seinem Sessel steht. Und genauso wirken die Menschen auch auf ihn - klein und unbedeutend. Dennoch schlägt er sich mit ihnen herum. War es anfangs vielleicht nur als eine Art Zeitvertreib für ihn gedacht, entwickelt er im Laufe der Zeit doch wirkliches Interesse an dem Captain.

Einer der besten Charaktermomente dieser Episode ist so beispielsweise das Streitgespräch, als sich beide in Qs postatomarem Gerichtssaal Kopf an Kopf gegenüberstehen. Dass beide dabei jeweils eine Hälfte des Bildschirms ausfüllen und beide in Rot und Schwarz gekleidet sind (der Captain in seiner Uniform und Q in seiner Richterrobe) tut sein Übriges dazu und unterstreicht trotz aller Differenzen die Gemeinsamkeiten der beiden Personen. Dieser Moment sprüht bereits eine besondere Energie aus, die schon vermuten lässt, dass dieses omnipotente Wesen nicht zum letzten Mal den Weg des Captains kreuzte.

Aber was wäre 'Star Trek' ohne die besonderen Spezialeffekte und in dieser Hinsicht hat sich die neue Serie auch deutlich nach vorne entwickelt und nutzt die neu entwickelten Techniken auf die beste Art und Weise. Schon die Vorspannmusik (die eigentlich dem ersten Kinofilm 'Star Trek: Der Film' entliehen wurde) wirkt moderner, flott, elegant und verkündet fast eine Art Ehrfurcht. Dies wird besonders dann deutlich, wenn die Untertassenabtrennung durchgeführt wird. Zum einzigen Mal ist während dieser Szene die Vorspannmusik während einer Episode zu hören. Als dann die Kamera die Gesichter aller Anwesenden auf der Kampfbrücke in der Nahaufnahme zeigt, wird deutlich, dass dieser Moment für sie genauso neu und aufregend ist wie für den Zuschauer.

Auch in Qs Gerichtssaal wird die Sounduntermalung bestmöglich eingesetzt, z.B., als Q gebieterisch auf seinem Richterstuhl herausfährt, dies zum Teil auch aus seiner Sicht gefilmt wird und dann die imposante Musik einsetzt, entwickelt der Zuschauer tatsächlich etwas Respekt vor diesem TV-Charakter.

Die Spezialeffekte wirken natürlich aus der heutigen Sicht des 'Matrix-Zeitalters' etwas billig und unspektakulär, aber damals war etwas Besseres einfach nicht möglich. Für diejenigen, die damals die Erstausstrahlung mitverfolgten, war es etwas aufregend Neues, die Verfolgungsjagd mit 'Qs Netz', die Untertassenabtrennung und anschließend die 180-Grad-Kurve der Antriebssektion zu sehen.

Dass es sich bei der 'Enterprise-D' um ein nagelneues und topmodernes Raumschiff handelt, wird eindeutig durch die neuen Sets belegt. Der Maschinenraum (auch wenn er noch nicht ganz fertig ist) wirkt doch schon um einiges größer als der der ersten 'Enterprise'. Und die Brücke ist in ihrer Aufteilung und Konstruktion wohl eines der besten Brückendesigns, die je in 'Star Trek' gezeigt wurden.

Als Kritikpunkt kann man jedoch aufführen, das viele dieser Sets zu Anfang der Serie noch nicht richtig fertiggebaut sind, was vor allem beim Maschinenraum auffällt, durch den noch ein ganzer Korridor hindurch verläuft. Auch die Brücke wirkt unverhältnismäßig leer, halten sich doch während der ersten Folgen hauptsächlich nur die Hauptdarsteller und sehr wenig Statisten dort auf. Zum Glück wurde dies später beigelegt.

Ein besonderes Highlight und Schmankerl für 'Raumschiff Enterprise'-Fans ist natürlich der Auftritt des kauzigen Admiral McCoy zum Schluss, der sozusagen den Staffelstab für die neue Serie übergibt. Dass man ihn ausgerechnet mit Data zusammenbringt, ist ein wahrer Geniestreich, sprüht der Dialog der beiden doch nur so von Witz und Charme, genauso wie damals zwischen McCoy und Spock. Vor allem sein Blick auf Datas 'nicht spitze' Ohren ist es allemal wert, diese Episode zu sehen. Als die beiden dann einen Korridor entlanggehen, der Admiral voller Stolz meint, dies sei ein gutes Schiff (genauso wie ihre Vorgängerin) und dazu noch die ruhige Musik einsetzt, hat man plötzlich tatsächlich das Gefühl, sich von der originalen Serie verabschieden zu müssen, die jetzt an ein neues Schiff und eine neue Crew weitergibt. So mancher Hardcore-Fan wird sich in diesem Moment wohl die eine oder andere Träne verkneifen müssen.

Für diese Stammzuschauer wurde auch noch ein kleiner Insider-Gag auf den fürs Fernsehen gedrehten 'Raumschiff Enterprise'-Pilotfilm 'Die Spitze des Eisbergs' eingebaut. Denn der Planet Deneb IV wurde schon in dieser Episode erwähnt (Kirk und Mitchell hielten hier nämlich einmal eine ziemliche Sauferei ab. Ein interessantes Detail, wenn man bedenkt, dass hier der Planet, abgesehen von der 'Farpoint Station', eher einen etwas ärmlichen Eindruck erweckt).

Fazit

Der erste Teil des Pilotfilms, 'Der Mächtige', schafft tatsächlich die schier unmögliche Aufgabe, ein neues Schiff, eine neue Crew und ein neues Zeitalter der Weltraumforschung in nur einer Pilotepisode einzuführen. Zudem bleibt noch Zeit, um mit Q einen der beliebtesten wiederkehrenden Charaktere zu kreieren. Die Spezial- und Soundeffekte legen die Messlatte für nachfolgende Episoden hoch an und einige Anspielungen auf die Mutterserie runden dieses Gesamtbild noch ab, wenn auch wie bereits gesagt die Ähnlichkeiten zwischen Q und Trelane kurzzeitig doch etwas zu groß ist. Allerdings kann dies den Unterhaltungswert kaum mindern und 'Das nächste Jahrhundert' erweist sich gleich mit dem Pilotfilm als würdige Reinkarnation von 'Star Trek'.

Note: 1

Inhalt von Mirjam Siebholz (ms), Kritik von Michael Hödl (mh); aktualisiert am 17.03.2006 [13405 Aufrufe; 4 Kommentare]


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