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Episodeninhalt

Rikers Versuchung

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Die Schlacht von Maxia
Nächste Episode:
Die Frau seiner Träume
Originaltitel:
Hide And Q
Regie:
Cliff Bole
Story:
Drehbuch:
C.J. Holland, Gene Roddenberry
Gaststars:
John de Lancie (Q)

William A. Wallace (erwachsener Wesley Crusher)

Elaine Nalee (Klingone)

Erstausstrahlung in Deutschland:
12.01.1991
Erstausstrahlung in den USA:
21.11.1987

Inhalt

Die "Enterprise" wurde aufgrund eines Notfalls in einer Bergbaukolonie zum Planeten Sigma III beordert, um dort nach einer Explosion erste Hilfe zu leisten. Auf dem Weg dorthin, trifft die Mannschaft erneut auf Q, der sie zwingt, die Rettungsmission abzubrechen. Q soll im Auftrag des Kontinuums die "Enterprise" und ihre Crew etwas genauer untersuchen. Er will wieder einmal die Schwächen der Menschen beweisen.

Q will Riker ein Angebot unterbreiten, das er unmöglich ablehnen kann. Die gesamte Brückencrew, außer dem Captain, wird auf einen Planeten transferiert, wo Q ein Spiel vorbereitet, bei dem der Gewinn eine glanzvolle, unvorstellbare Zukunft bedeuten würde. Gleichzeitig aber erfordert das Spiel ein schreckliches Gegengewicht für den Fall, dass sie verlieren. Die Grundfrage des Spieles lautet: Kann einer am Leben bleiben? Als Tasha auf die Ungerechtigkeit Qs hinweist, wird sie auf eine "Strafbank" versetzt, auf der sie solange bleiben kann, bis sie einem anderen, der einen Fehler begeht, Platz machen muss und somit im Nichts verschwindet.

Bei einem Gespräch zwischen Q und Picard stellt sich heraus, dass Q diesmal an Riker interessiert ist. Der Captain, der von den Fähigkeiten seines ersten Offiziers überzeugt ist, geht eine Wette ein, in der es darum geht, ob Riker ein Geschenk - die Macht eines Q - annehmen wird. Als Wetteinsatz steht Picards Raumschiffkommando gegen Qs Versprechen, die Wege der Menschheit nicht mehr zu kreuzen. Da das Spiel, das inzwischen auf der Oberfläche ausgetragen wird, ziemlich unfair ist, muss Riker auf die Kraft der Q zurückgreifen, um seine Kollegen auf die "Enterprise" zurückzuschicken.

Noch bevor Picard den Kurs wieder aufnehmen kann, wird ein Großteil der Führungsoffiziere erneut auf die Oberfläche transferiert, damit sie erneut kämpfen und Riker sich an die Kräfte gewöhnen kann. Da die Mannschaft ohne Phaser auskommen muss, stellen sie sich einem Kampf Mann gegen Mann. Worf und Wesley werden dabei getötet. Jetzt erst setzt Riker seine Macht ein, um die Besatzung wieder zurück zur "Enterprise" zu bringen.

Jetzt wird es allen endlich erlaubt, ihre Mission fortzusetzen. Auf dem Weg zur Unglücksstelle verspricht Riker, seine Macht nicht mehr zu nutzen. Dies hat zur Folge, dass er einem Mädchen, das auf der Bergbaukolonie umgekommen ist und mit Hilfe seiner Kräfte zum Leben hätte erweckt werden können, nicht helfen kann. Riker wird immer großspuriger und fordert eine Unterredung mit der gesamten Brückencrew. Während der Besprechung taucht Q auf und ermuntert den ersten Offizier, jedem auf der Brücke ein Geschenk zu machen, um seine Dankbarkeit zu zeigen. Dabei wird Wesley erwachsen, Worf bekommt eine klingonische Frau, Geordi bekommt sein Augenlicht zurück usw..

Jedoch nimmt keiner seine Geschenke aus unterschiedlichen Gründen an. Riker, der sich nun wie ein Idiot vorkommt, erkennt dann, dass auch noch so große Macht letztlich sinnlos ist. Q muss seine Wettschuld zahlen und wird vom Kontinuum zurückgeholt.

Kritik

Von allen Q-Episoden der Serie ist dies mit Abstand die schlechteste.

Zunächst ist es erfreulich, dass er schon so bald nach dem Pilotfilm wieder zu sehen ist. Indem er die "Enterprise" wieder in seinem "Netz" einfängt wird sogar auf dieselben Elemente gesetzt. Auch die Arroganz und Überheblichkeit seines Charakters kommen erneut voll zur Geltung, z.B. als er die Crew einfach auffordert eine wichtige Rettungsmission wegen ihm abzubrechen. Er hat wirklich keinen Respekt vor (seiner Ansicht nach) niedrigerem Leben.

Aber schon bald verfliegt diese Vorfreude. Der Kampf gegen die "französischen Tiersoldaten" wirkt Oberflächlich und zieht ohne besonderen Tiefgang am Bildschirm vorbei. Selbst der Gag, dass ihre antiken Musketen Energiestrahlen abfeuern verpufft nach dem zweiten Schuss. Am schmerzlichsten an dieser Szene ist aber, dass Picard nicht darin vorkommt. Es ist zwar schön anzusehen wie der Captain allein auf seiner Brücke gefangen ist und diese nicht verlassen kann, aber eine Konfrontation zwischen ihn (als Franzose!) mit den Soldaten hätte sicherlich einiges von der Szene retten können.

Es erscheint im Allgemeinen etwas unsinnig, wieso Q ausgerechnet Riker seine Kräfte anbietet. Wahrscheinlich wollte man bloß Rikers Charakter besser fördern und ihn mehr in die Story einbauen. Oder man dachte sich, das perfekte Zusammenspiel zwischen dem mächtigen Wesen und Picard würde auch bei seinem Ersten Offizier funktionieren. In beiden Fällen ging der Schuss aber nach hinten los. Es ist Jonathan Frakes leider zu deutlich anzukennen, dass seine schauspielerischen Fähigkeiten noch bei weitem nicht so gut sind wie sie im Verlauf der Serie noch werden.

Allerdings muss man entgegenhalten, dass es auch bei dieser Episode einige Nebenelemente gibt, die die Story vor dem totalen Absturz bewahren.

Da wäre zum einen Tasha, die vom unfair spielenden Q trotzig auf die "Strafbank" geschickt wird. Angesichts der Drohung ihres nahen Endes verliert selbst die resolute Frau ihre Beherrschtheit und beginnt vor dem Captain zu weinen. Und auch der darf seine weiche Seite zeigen, indem er sie tröstet. Dies sind Charakterszenen vom feinsten, die einem noch lange in Erinnerung bleiben.

Auch die vergleichsweise wenigen Momente in denen Q mit Picard agieren kann, strotzen von demselben Elan wie aus dem Pilotfilm. Ihre gegenseitigen Shakespeare-Zitate sind das absolute Plus und runden die ganze Episode ab.

Selbst wenn Riker als Qs Opfer unglücklich gewählt wurde, zeigt sein Fall doch auf die bestmögliche Weise die Auswirkungen einer plötzlichen Allmacht. Schon kurz nachdem er sie erhalten hat sitzt er auf einem Felsen und lacht leise vor sich hin. Nicht von ungefähr erinnert seine Körperhaltung hier an Drogenmissbrauch und dem anschließenden High-Zustand. Auch sonst scheinen ihm die Kräfte zu Kopf zu steigen. Er steht auf einmal aufrechter und mit verschränkten Armen, geht erhaben umher und spricht sogar "Jean-Luc" mit dessen Vornamen an.

Aber auch der Konflikt in dem er sich anschließend befindet, ist gut nachzuvollziehen. Er hat Picard versprochen seine "geschenkten" Kräfte nicht mehr einzusetzen, auch wenn dies bedeutet dass er einem kleinen Mädchen nicht helfen kann. Hier muss sich wohl jeder Zuschauer fragen wie er in dieser Situation selbst gehandelt hätte und es stellt sich unausweichlich die Frage ob Picard evtl. nur neidisch auf seine Kräfte ist.

Kurz darauf zeigt sich aber schon das Gegenteil und auch Riker muss erkennen, dass dieses "Geschenk" nicht so ganz das wahre ist. Dabei passt jedoch der Wunsch, dem er jeden Brückenoffizier erfüllt, äußert authentisch zum jeweiligen Charakter. Aber Data bringt es schließlich auf den Punkt: Er will nicht eine Illusion gegen eine andere eintauschen. Trotzdem fällt gerade hier Trois Abwesenheit auf, die übrigens in der ganzen Episode nicht zu sehen ist. Nur zu gerne hätte man gewusst was Riker ausgerechnet für sie in petto hält.

Gegen Ende bekommt Data noch mal die Chance eine weise Aussage zu treffen. Anscheinend fällt es Q tatsächlicher leichter mit Raum und Zeit umzugehen als mit der menschlichen Natur. Eine Tatsache, die wohl nur für die Menschheit sprechen kann.

Qs Abgang wurde dieses Mal äußerst dramatisch angelegt. Obwohl es nur Show gewesen sein könnte, scheint es doch so als wenn er von den anderen Mitgliedern des Q-Kontinuums gewaltsam weggeschafft wurde. Sein weiteres Schicksal bleibt (zumindest jetzt noch) ungewiss.

Fazit

Alles in allem ist der Aufhänger etwas unglücklich gewählt. Riker wirkt mit seinen Kräften deplaziert und Q hat gegenüber dem Pilotfilm deutlich an Elan verloren. Obwohl er in seiner nächsten Episode wieder zur Höchstform aufläuft, hilft dies nicht diese in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Selbst die interessanten Details am Rande können da nicht wirklich helfen.

Note: 3+

Artikel geschrieben von Michael Hödl (mh); aktualisiert am 17.03.2006 [11085 Aufrufe; 0 Kommentare]


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