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Episodeninhalt

Die Frau seiner Träume

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Rikers Versuchung
Nächste Episode:
Der große Abschied
Originaltitel:
Haven
Regie:
Richard Compton
Story:
Drehbuch:
Tracy Torme
Gaststars:
Majel Barrett (Lwaxana Troi)

Rob Knepper (Wyatt)

Carel Struycken (Mr. Homm)

Anna Katarina (Valeda)

Danitza Kingsley (Ariana)

Rob Knepper (Wyatt Miller)

Nan Martin (Victoria Miller)

Robert Ellenstein (Steven Miller)

Michael Rider (Transporter-Chef)

Erstausstrahlung in Deutschland:
16.11.1990
Erstausstrahlung in den USA:
28.11.1987

Inhalt

Ein Planet namens Cassius, besser bekannt als Haven, ist das Ziel der "Enterprise", um endliche Ruhe und Erholung zu finden. Der Planet ist so schön, dass mancher glaubt, er besitzt mystische Heilkräfte. Counselor Troi kann aber keine Erholung genießen. Ihre Mutter Lwaxana kommt an Bord, um die traditionelle Heirat ihrer Tochter in die Wege zu leiten. Auf Betazed ist es nämlich Tradition, dass die Eltern die Partner ihrer Kinder aussuchen. Der geplante Ehemann, Dr. Wyatt Miller, dem Deanna schon als Kind versprochen wurde, beamt kurze Zeit später auf die "Enterprise". Ebenso seine Eltern und Lwaxana Troi mit ihrem Diener.

Kaum hat sich die Mannschaft an die teilweise sehr exzentrischen Gäste gewöhnt, bittet die erste Elektorine Havens Picard um Hilfe. Ein sich näherndes Raumschiff, das sich nicht identifiziert, wird von den Bewohnern Havens als feindlich angesehen. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass es ein tarellianisches Raumschiff ist; eine Rasse, die mit einer tödlichen Krankheit infiziert ist.

Troi und Wyatt versuchen eine Beziehung aufzubauen. Sie kommen sich langsam näher, auch wenn sich die Gedanken ihres Gemahls um eine bestimmte Frau drehen, die er zwar nicht kennt, aber deren Stimme er hört und deren Gesicht er in seinen Träumen sieht.

Auch Commander Riker sieht sich mit einer Situation konfrontiert, die er nicht begreifen will und kann.

Inzwischen befindet sich das tarellianische Raumschiff im Orbit des Planeten. Picard nutzt den Traktorstrahl, um die Besatzung daran zu hindern, sich auf die Oberfläche zu beamen. Nun findet ein erster Kontakt zwischen den Raumschiffen statt. Auf der tarellianischen Brücke findet sich die Frau aus Wyatts Träumen. Genau wie er hat sie von ihm geträumt. Aufgrund dieser Begegnung entschließt sich Wyatt, die Hochzeit platzen zu lassen. Er betäubt den Transporter-Chef und beamt mit einer Grundausrüstung aus dem medizinischen Labor auf das tarellianische Schiff. Die Hochzeitsgesellschaft verlässt die "Enterprise".

Kritik

Endlich werden Deanna Troi und die Betazoiden an sich besser vorgestellt. Diese Spezies wurde mit der Counselor im Pilotfilm eingeführt, doch außer der Tatsache dass sie Telepathen sind und zur Föderation gehören ist bisweilen nicht viel über sie bekannt

Hier wird nun die Chance genutzt dieser Rasse einen ganz persönlichen Charme zu verpassen. Ähnlich wie bei den Ferengi besitzen die Betazoiden eine ganz spezielle Art von Humor. Da wären zum einen die sprechende Geschenkbox, die Chamäleonrose, deren Farbe sich nach dem Gefühl der Person ändert, der oftmals nervende Gong beim Abendessen und natürlich die Art der betazoidischen Hochzeitszeremonie. Allerdings passt es perfekt ins Bild einer offenen, da telepatisch begabten Spezies, dass bei einer solchen Feierlichkeit alle Anwesenden nackt sind. Für den Zuschauer dagegen wirkt es natürlich absolut erheiternd.

Ihre Art der Vermählung hat aber den drastischen Nachteil, dass sie meistens schon in der Jugend von den Eltern arrangiert werden. Dies wirkt nicht nur nach menschlichen Maßstäben antiquiert, bei den lebensfreudigen Betazoiden scheint dieser Aspekt sogar total deplaziert zu sein. Die Kritik wieso eine so offene Gesellschaft an dieser Tradition festhält ist durchaus berechtigt. Für den Handlungsverlauf ist dies aber von entscheidender Bedeutung.

Die Episode besticht durch ihre besonderen Charaktermomente. Als erstes wäre da die emotionale Abschiedsszene zwischen Riker und Troi zu nennen. Diese Szene wurde wunderbar gespielt und es ist nur allzu deutlich anzusehen, dass die beiden noch tiefe Gefühle für einander hegen.

Natürlich ist in diesem Zusammenhang auch das Zusammenspiel zwischen Deanna und Lwaxana zu nennen. Obwohl sie sich öffentlich meist zu streiten scheinen verbindet sie untereinander doch eine innige Mutter-Tochter-Liebe. Wenn man diese Bilder sieht ist es nicht verwunderlich, dass sich auch die Schauspieler Marina Sirtis und Majel Barrett als eine Art Mutter und Tochter sehen.

Großartig wird die Konstellation erst mit Picard. Während Lwaxana eine witzige, offene, unkonventionelle und gern vorlaute Person darstellt, ist doch Picard praktisch das genaue Gegenteil von ihr. Deanna sieht sich dann in der unglücklichen Position sich zwischen den beiden zu befinden. Einerseits ihr Vorgesetzter und andererseits ihre Mutter.

Lwaxana sorgt ihrerseits für die besten Lacher dieser Episode. Beispielsweise als sie Picard einfach auffordert er "dürfe" ihren schweren Koffer tragen (den später Mr. Homn mit Leichtigkeit hochheben kann), wie der Turbolift aufgrund ihres Geplappers nicht auf das Stimmkommando reagiert oder wie sie gegenüber Wyatt erwähnt, dass junge Männer die platonische Liebe nicht von der körperlichen trennen können. Aber unter der taffen Frau wird auch eine emotionale Seite sichtbar, als sie Deanna gesteht das sie es außerordentlich bedauert, dass es mit der Vermählung so weit kommen musste. Trotz der gezeigten Leichtigkeit ihres Charakters trifft es sie schwer, dass sie ihrer Tochter eine solche "Zwangshochzeit" aufbürden muss.

Mr. Homn, Lwaxanas Diener, stellt in Gewisserweise den direkten Kontrast zu seiner Herrin dar. Während sie recht quirlig und auffällig ist, hält er sich dezent im Hintergrund. Trotz seiner Größe und seiner auffallend weißen Gestallt schafft er es fast unbemerkt in einem Raum zu verweilen, auch wenn dies neben Lwaxana nicht recht schwer ist. Dennoch bilden die beiden ein perfektes Team. Während Mrs. Troi mit ihrem Eigensinn allseits Verwirrung stiftet, kümmert sich Mr. Homn mit seinem freundlichen Gemüt stillschweigend ums Praktische.

Etwas anders verhält es sich mit Victoria Miller. Diese ist nur auf dem ersten Blick das Gegenteil zu der offenen Betazoidin: Konservativ, streng und zugeknöpft. Dennoch ergeben sich im Verlauf der Handlung einige Ähnlichkeiten zwischen ihnen. Beide Frauen bestehen stur auf ihrem jeweiligen Standpunkt und verhalten sich äußerst aufdringlich. Vielleicht sind es eben jene Ähnlichkeiten die die beiden Frauen immer gegeneinander aufbringt, erinnern ihre Sticheleien doch deutlich an die Streitigkeiten zwischen Schwiegermüttern.

Wyatt ist die Leidtragende Figur dieser Geschichte. Er ist ein künstlerischer, schüchterner junger Mann mit einer ruhigen, sanftmütigen Art, die zum Teil eine Gegenreaktion auf den herrischen Charakter seiner Mutter ist. Als Arzt ist es sein größter Wunsch Kranken und Bedürftigen zu helfen. Aufgrund seiner frühen Verbindung mit Deanna glaubt er sie sei die Frau die er immer in seinen Träumen sieht. Er ist umso enttäuschter als sich dies als falsch herausstellt. Dennoch fügt er sich ins Unvermeidliche und macht das Beste daraus. Genauso macht er stets eine gute Miene zu den unablässigen Streitereien zwischen seiner Mutter und Lwaxana Troi. Er erklärt sogar, er wisse Lwaxanas Ehrlichkeit zu schätzen. Allerdings gibt er auch zu, dass sie bisweilen recht "beharrlich" sein kann. Aufgrund der Tatsache, dass sie diese Situation gemeinsam durchstehen müssen baut er sogar eine echte Beziehung zu Deanna auf. Als sich aber herausstellt, dass die Frau die er in seinen Träumen sah zu einem Volk gehört das von einer biologischen Krankheit dezimiert wurde, zögert er nicht einen Moment und gibt sein ganzen bisheriges Leben auf um ihr zu helfen.

Die Verbindung zwischen Wyatt und Ariana wird dabei richtig romantisch dargestellt. Obwohl nicht plausibel erklärt wird welches Band sie miteinander verbindet, ist er sofort bereit ihrem Volk zu helfen. Im Verlauf von nur 45 Minuten gelingt ihm der Wandel von einem etwas schüchternen, künstlerisch begabten jungen Arzt zu einem Mann der solchen Mut und Heldentum unter Beweis stellt, kommt sein Transport auf das Seuchenschiff doch so etwas wie Selbstmord gleich. Endlich gelingt es ihm den Sinn in seinem Leben zu finden, den er schon so lange gesucht hat.

Die Tarellianer sorgen für das dramatische Element in dieser Komödie. Die sind eine Spezies die sich aufgrund eines biologischen Krieges mit ihren eigenen Waffen fast vollständig ausgerottet hat. Dr. Crushers diesbezügliche Standpauke, dass schon das Wissen des späten 20. Jahrhunderts genügt hätte um solche verheerenden Waffen zu entwickeln, verfehlt nicht ihr Ziel. Wieder einmal versteht es die Serie unserer Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und uns mögliche Konsequenzen unseres Handels drastisch vor Augen zu führen.

Fazit

Picard, Deanna, Lwaxana, Mr. Homn, Wyatt Miller und seine Eltern. All diese Charaktere bilden durch ihr Zusammenspiel eine Dynamik die kennzeichnend für diese Episode ist. Die Story wirkt durch ihre Wechselwirkungen miteinander stets frisch und unterhaltsam und weis auf der ganzen Linie zu überzeugen.

Note: 1

Artikel geschrieben von Michael Hödl (mh); aktualisiert am 31.03.2006 [11194 Aufrufe; 0 Kommentare]


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