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Episodeninhalt

Das Gesetz der Edo

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Die geheimnisvolle Kraft
Nächste Episode:
Die Schlacht von Maxia
Originaltitel:
Justice
Regie:
James L. Conway
Story:
Drehbuch:
Worley Thorne
Gaststars:
Brenda Bakke (Rivan)

Jay Louden (Liator)

Brad Zerbst (Techniker)

Josh Clark (Conn)

David Q. Combs (Erster Mediator)

David Michael Graves (2. Edojunge)

Judith Jones (1. Edomädchen)

Richard Lavin (2. Mediator)

Eric Matthew (1. Edojunge)

Erstausstrahlung in Deutschland:
26.10.1990
Erstausstrahlung in den USA:
07.11.1987

Inhalt

Nach einer Versorgungsmission tritt Dr. Crusher vehement für einen Landurlaub ein. Die "Enterprise" fliegt den Planeten Rubicum III für diesen Zweck an. Hier scheinen alle Erfordernisse gegeben zu sein. Auch ein erster Landetrupp ist begeistert. Die Menschen, die dort leben, die Edo, heißen die Crew herzlich willkommen. Die Crew stellt fest, dass es hier kein Verbrechen gibt. Unglücklicherweise lernen sie den Grund kennen, warum dies so ist. Alle verbrecherischen Aktivitäten, von der kleinsten Kleinigkeit bis zum Mord werden mit dem Tod bestraft.

Nach Genehmigung des Captains beamt ein weiteres Außenteam auf den Planeten, zu dem auch Wesley Crusher gehört. Kaum materialisiert, bringt dieser die Mannschaft in Schwierigkeiten. Überall dort, wo auf dem Planeten eine weiße Markierung zu sehen ist, ist das Betreten des Rasens verboten. Das Überschreiten bedeutet den Tod! Leider erfährt das Landeteam das zu spät und Wesley betritt den Rasen.

Unterdessen untersucht die "Enterprise" einen angeblichen Fehler im Ortungssystem, da dieses ein Objekt anzeigt, das aber nicht sichtbar ist. Nach einem Funkspruch wird das Objekt zwar sichtbar, aber nicht analysierbar.

Auf dem Planeten angekommen, versucht der Captain zu vermitteln, ist aber gegenüber der obersten Direktive und seinen Verpflichtungen der Mannschaft gegenüber - insbesondere Dr. Crusher - hin und hergerissen. Ein Edo, der zur "Enterprise" hinaufgebeamt wird, identifiziert das unbekannte "Ding" als Gott, mit dem der Captain noch ein Zwiegespräch über Gerechtigkeit hält. Schließlich sind auch die göttlichen Wesen der Ansicht, "dass sich wahre Gerechtigkeit nicht in Regeln pressen lässt". So gelingt es Captain Picard wieder einmal, alles zum Guten zu wenden und Wesley zu retten.

Kritik

Diese Episode weis vor allem durch ihre optischen Elemente zu bestechen.

Die erdähnliche Oberfläche von Rubicun III, mit den vielen Pflanzen und der frischen Luft, verschafft dem Zuschauer den selben Eindruck von Entspannung und Ruhe wie der "Enterprise"-Crew.
Die agile, sportliche Bevölkerung wird aber etwas übertrieben dargestellt. Die Vorstellung, dass alle Bewohner jung und blond sind, ist doch etwas unrealistisch. Durch ihre Kontaktfreudigkeit und ihre (fast zu) sinnliche Art wirken sie zudem beinahe surreal.

Allerdings ist es positiv zu sehen, dass sie nicht ausschließlich auf Sinnlichkeit und Sex aus sind. In Wesleys Fall wird sogar nachgefragt wie man ihn begrüßen soll, da eine innige Umarmung bei ihm anscheinend leicht zweideutig gesehen werden kann. Es ist begrüßenswert, dass man es hier schaffte unterschwellig die Botschaft des Jugendschutzes in die Handlung mit einzubauen, ohne zu direkt vorzugehen.

Die "Perfektion" dieser Welt macht schon sehr bald stutzig, und natürlich wie sollte es auch anders kommen: Schon sehr bald treten ernste Schwierigkeiten auf, mit denen niemand zuvor gerechnet hat. Leider war dies zu deutlich vorherzusehen und man wartet schon direkt auf das Problem. Das es sich dann aber gleich um eine Gesetzesübertretung handelt auf die als einzige Strafe der Tod steht, ist wohl doch zu klischeehaft. Natürlich sorgt dies für viel Konflikt und für viel Stoff für die Autoren, aber gleichzeitig ist diese Art der Story schon zu altbacken und der Ausgang vorhersehbar. Eine komplexere Bestrafungsmethode hätte hier mit Sicherheit mehr Interesse geweckt.

Die ganze Episode kann man auch getrost unter einem religiösen Aspekt betrachten, schließlich kommen in ihr mehrere biblische Elemente vor. Da wäre zum einen das Gottwesen im Orbit um Rubicun III, das nur teilweise real ist und unbedingt seine "Kinder" vor jeglicher Gefahr schützen will. Diese leben ihrerseits in einem Art Paradies, wissen von der Existenz des Wesens und verehren es, obwohl sie nicht genau erklären können wer oder was es ist. Selbst der beinahe allwissende und analytische Data kann das Objekt nur als eine Art Gemeinschaft von mehreren fremdartigen Wesen bezeichnen.
Selbst Wesleys Sturz in das Blumenbeet kann als der klassische Sündenfall angesehen werden (im wortwörtlichen Sinne). Als der Landetrupp schließlich gezwungen wird den Planeten wieder zu verlassen ist dies natürlich ein deutlicher Seitenhieb auf die Vertreibung aus dem Paradies.

Betrachtet man die Edo etwas genauer, so drängt sich aber auch die Frage auf, wieso sie vor der Landegruppe keine Angst haben. Schließlich haben sie selbst keine Raumfahrt und die "Enteprise"-Crewmitglieder dürften die ersten Außerirdischen sein, die sie je zu Gesicht bekommen. In diesem Punkt wirkt die Handlung leider stümperhaft und zu konstruiert.

In technischer Hinsicht dagegen, weis diese Episode erfreulicherweise zu bestechen. Als sich nämlich Geordi den "Gott" der Edo genauer anschauen und mit Hilfe seines VISORs analysieren soll, verlässt er die Brücke um durch ein einfaches Fenster zu sehen. Anders als die allgemeine Vorstellung ist der Bildschirm ja schließlich kein Fenster ins Weltall, sondern übermittelt nur die aufgezeichneten Bilder der Sensoren. Weil aber die Sensoren das Objekt nicht genau erfassen können, kann auch auf dem Schirm nicht jede Einzelheit wiedergegeben werden. Glücklicherweise war dies den Autoren bewusst, so dass durch diese banal erscheinende Besonderheit die ganze Fiktion dieser Zukunft doch um einiges runder und realer wirkt.

Ein paar persönliche Momente verschaffen der Geschichte noch etwas Tiefe und runden die ganze Handlung geschickt ab. Beverlys Besorgnis um ihren Sohn ist natürlich gut nachvollziehbar, wohingegen Picards Geständnis, dass auch er Angst um Wesley hat etwas überrascht. Nur selten gesteht der Captain seine Gefühle für die einzelnen Crewmitglieder laut ein, weshalb dieser Moment nochmals besonders unterstrichen wird.
Seinem anschließenden Gespräch mit Data über Wesleys Rettung und der Natur des Gottwesens haftet schon beinahe etwas Philosophisches an und schafft den perfekten Übergang zum Schluss.

Fazit

Die Edo und ihr Planet übermitteln ein atemberaubend schönes Gefühl. Sogar in 'Star Trek' bekommt man nicht jede Woche einen solchen Planeten zu sehen. Leider ist aber die Optik nicht alles. Die Geschichte wirkt oftmals zu typisch klischeehaft und seicht. Richtige Spannung will höchstens gegen Ende hin aufkommen. Ansonsten ist die Episode mehr oder weniger langweilig.

Note: 2

Artikel geschrieben von Michael Hödl (mh); aktualisiert am 17.03.2006 [11040 Aufrufe; 0 Kommentare]


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