Herzlich Willkommen im STVC!

Community-Menü

Brücke Chat Forum TrekBay Wer ist online?


Episodeninhalt

Die Schlacht von Maxia

Titelgrafik zur Episode

Vorherige Episode:
Das Gesetz der Edo
Nächste Episode:
Rikers Versuchung
Originaltitel:
The Battle
Regie:
Rob Bowman
Story:
Drehbuch:
Herbert Wright
Gaststars:
Frank Corsentino (DaiMon Bok)

Robert Towers (Rata)

Doug Warhit (Kazago)

Erstausstrahlung in Deutschland:
02.11.1990
Erstausstrahlung in den USA:
14.11.1987

Inhalt

Die Sternenflotte beordert die "Enterprise" zu einem Treffen mit den Ferengi. Aber die lassen Captain Picard 3 Tage lang warten, bis endlich DaiMon Bok Kontakt aufnimmt. Picard bekommt ein Geschenk von ihm angeboten. Es handelt sich dabei um die "U.S.S. Stargazer", ein Raumschiff, dass er früher kommandierte.

Überrascht über die unübliche Geste eines Ferengi, aber dennoch dankbar, das Raumschiff wiederzuerhalten, nimmt er das Angebot an. Das Geschenk soll den Helden von Maxia (Captain Picard) ehren, der ein Raumschiff, das sich nicht identifizierte und das Feuer eröffnete, vernichtete. Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem unbekannten Raumschiff um ein Schiff der Ferengi handelte. Bei diesem Gefecht kam Boks Sohn, der damals das Raumschiff im Zeta-Maxia-System kommandierte, ums Leben.

Der Captain beschließt, der "Stargazer" einen Besuch abzustatten. Als Picard sich dann an Bord des Schiffes beamen lässt, wird er das Opfer einer Manipulationsmaschine der Ferengi. DaiMon Bok hat nun mehr oder weniger die Kontrolle über Jean-Luc Picard und nutzt die Macht dazu, um sich für seinen Sohn zu rächen. Zusätzlich zur Bewusstseinskontrolle, wurde von den Ferengi auch noch ein gefälschtes Geständnis des Captains der Stargazer hinzugefügt, indem ausgesagt wird, dass nicht das unbekannte Raumschiff, sondern dass die Föderation das Feuer eröffnet hat.

Der Gedankenmanipulator, der inzwischen von Wesley entdeckt und von LaForge analysiert wurde, nimmt immer größeren Einfluss auf Picard und zwingt ihn, die Schlacht von Maxia noch einmal zu erleben. Auf der "Stargazer" initiiert er ein zweites Mal das berühmte Picard-Manöver, diesmal aber gegen die "Enterprise". Doch noch im letzten Moment vor der Attacke kann der Gedankenmanipulator zerstört werden.

Kritik

Nach Tasha Yar erhält nun Picard die Möglichkeit, seinen Charakter weiter auszubauen. Dabei benutzt man das gern verwendete Mittel einen dunklen Aspekt seiner Vergangenheit zu enthüllen. Was sehr schnell abgedroschen wirken könnte gewinnt hier allerdings eine besondere Tiefe und weis bis zur letzten Minute zu überzeugen.

Schon der Beginn ist vielversprechend: Kopfschmerzen gibt es nur noch sehr selten und Erkältungen gar nicht mehr. Was hier bloß wie ein kleines Nebendetail wirkt, unterstreicht doch auf deutliche Art, dass es sich hierbei nur um Science Fiction handeln kann alles andere wäre zu schön um wahr zu sein.

Genauso wie "Der Wächter" profitiert auch diese Episode von dem Auftauchen der Ferengi. Sie werden erneut als reichlich witzige Spezies dargestellt, die für viel Humor sorgen. Schon ihr anfängliches Interesse an Data und dass sie ihn gern erwerben möchten, Riker aber seinen Wert deutlich herunterspielt, sorgt beim Zuschauer für einige Lacher.

Es wurde aber hier deutlich mehr Wert auf ihre Fähigkeiten als Händler und auf ihr Interesse an Gewinn und Profit gelegt. Selbst wenn sie nicht unbedingt eine Aura der Friedlebigkeit ausstrahlen, so wirken sie doch nicht mehr so kriegerisch und aggressiv wie in "Der Wächter". Ihr Erster Offizier ist sogar richtig entsetzt, als Bok die "U.S.S. Stargazer" einfach verschenkt, und ihnen so die Chance auf einen gewinnbringenden Verkauf raubt.

Bok stellt keinesfalls einen typischen Ferengi dar. Anstatt ständig auf Gewinn aus zu sein, verzehrt ihn der Hass auf den Starfleet-Captain. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht Rache für den Tod seines Sohnes zu üben und gibt sein ganzes Vermögen aus, das er im Laufe seines Lebens erwirtschaftet hat, nur um Picard zu Fall zu bringen. Bok will ihn aber nicht direkt umbringen. Vielmehr geht es ihm darum, dass Picard vor ein Militärgericht gestellt und verurteilt wird, sei es durch das gefälschte Logbuch oder durch den erzwungenen Angriff auf die "Enterprise". Mit Sicherheit hätte dies das Ende seiner Karriere bedeutet.

Doch Bok selbst ist derjenige der alles verliert: seine erfolgreiche Stellung als DaiMon und das Ansehen seiner Crew. Da er den Gesetzen der Ferengi so grob zuwider gehandelt hat darf man erwarten, dass er selbst verurteilt wird.

Es war ein genialer Schachzug schon beim zweiten Auftritt der Ferengi einen Charakter zu zeigen, der den eigentlichen Grundsätzen ihrer Gesellschaft entgegenarbeitet. Die Ferengi machen somit schon das große Potential deutlich, dass in ihnen steckt. Erstaunlicherweise vermitteln ausgerechnet sie die Botschaft, dass sich Rache und Vergeltung nicht lohnen.

Im Verlauf der Episode scheint sich Picards Reise in seine Vergangenheit - zur letzten Mission der "Stargazer" - auch zu einer Reise in sein eigenes Gewissen zu entwickeln. Obwohl das Logbuch gefälscht ist und seine Kopfschmerzen von Boks Gedankenmanipulator her stammen, so kann man dies zu Beginn zwar schon erahnen, man ist sich aber noch nicht ganz sicher. Deshalb vermittelt sein Verhalten ein Gefühl von unterdrückter Schuld und verdrängten Erinnerungen. So leidet er z.B. permanent unter den Kopfschmerzen, einem klassischen Zeichen für ein schlechtes Gewissen, die besonders intensiv werden als er sich sein "Geständnis" aus dem Computerlogbuch anhört. Als er schließlich bei einer Einsatzbesprechung auch noch mit Crewmitgliedern seines früheren Schiffes redet, die jetzt natürlich gar nicht anwesend sind, beginnt man an seiner Integrität zu zweifeln.

Es ist auch verwunderlich, dass er sich zu Beginn gar nicht an den Vorfall zu erinnern scheint. Er hat bei dem Gefecht schließlich ein Schiff unter seinem Kommando verloren und das berühmte "Picard-Manöver" entwickelt. Es scheint fast wirklich so als hätte er die damaligen Ereignisse allesamt verdrängt. Auf diese Art baut sich schrittweise das Interesse auf, da man natürlich neugierig ist was nun wirklich geschehen ist und ob dem Captain nun tatsächlich eine schwere Schuld anlastet. Doch glücklicherweise wird rückblickend der ganze Vorfall aufgeklärt und Picards Image ist wieder hergestellt. Im Gegenteil: Aufgrund seiner damaligen Leistungen wächst der Respekt vor ihm sogar noch etwas.

Was wäre wohl eine Episode der Ersten Staffel ohne das Wesley entweder das Schiff rettet oder großen Mist baut?
Hier darf er nun herausfinden, dass die Ferengi ständig bestimmte Signale an Picard senden. Obwohl es gelinde gesagt unwahrscheinlich klingt dass dies noch niemanden aufgefallen ist, vor allem da man schon nach etwas gesucht hat das den Captain beeinflussen könnte, so wirkt er richtig professionell und erwachsen als er diese Informationen an seine Mutter und Deanna weitergibt. Anscheinend haben die Autoren endlich ein Einsehen und lassen den Charakter reifer erscheinen.

Fazit

Sowohl die Informationen über Picards Vergangenheit, als auch die bravouröse Darstellung von Patrick Stewart wissen voll zu überzeugen. Indem sie noch die Ferengi mit eingebaut haben setzten die Autoren noch einen drauf. Was leicht zu viel des Guten hätte werden können, ergänzt sich gegenseitig und übrig bleibt eine solide und bis zuletzt spannende Episode.

Note: 1-

Artikel geschrieben von Michael Hödl (mh); aktualisiert am 17.03.2006 [11005 Aufrufe; 0 Kommentare]


Copyright