Herzlich Willkommen im STVC!

Community-Menü

Brücke Chat Forum TrekBay Wer ist online?


Buchrezension

Die ermordete Sonne

Titelgrafik zum Buch

Verlag:
Heyne-Verlag
ISBN:
3-453-11916-9
Seitenanzahl:
282
Preis:
7,95 Euro

Inhalt

Captain Janeway und ihre Crew entdecken eine Subraumanomalie. In der Hoffnung, es könne sich um ein Wurmloch handeln, das das Schiff und seine Besatzung zurück in den Alpha-Quadranten bringt, entschließt sich Janeway, das Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch die Anomalie befindet sich im Hoheitsgebiet der Akerianer - einer kriegerischen Rasse, die alles tut, um ihr Reich zu verteidigen und vor Eindringlingen zu schützen. Trotzdem geht Janeway das Risiko ein und das trotz Neelix' Warnungen.

In dem Sonnensystem, in dem sich die Anomalie befindet, gibt es einen roten Riesen, eine sterbende Sonne, deren Altern durch die Konkavität extrem beschleunigt wird. So sind über 2 Milliarden Lebewesen zum Tode verurteilt - die Verunier, deren Kultur sich mit der der amerikanischen Ureinwohner vergleichen lässt. Besonders Chakotay interessiert sich für das auf den ersten Blick recht primitiv wirkende Volk. Aber auch Janeway will den Veruniern helfen, denn ihnen bleiben höchstens noch 100 Jahre, bis die Sonne Leben auf ihrem Planeten unmöglich macht.

Doch sie darf nicht eingreifen - die Erste Direktive hindert sie daran. Trotzdem bemüht sich der Captain die Feindseligkeiten zwischen Akerianern und Veruniern zu stoppen. Kathryn Janeway glaubt an eine diplomatische Lösung - wird aber eines besseren belehrt, als die Akerianer, die aus der Anomalie herausfliegen, die Voyager angreifen. Janeways Verdacht, daß es sich um ein Wurmloch handelt, verhärtet sich, und ebenso ihre Entschlossenheit.

Plötzlich befindet sich die Voyager mitten in einem Krieg - einem ziemlich unfairen Krieg der technisch weiterentwickelten Akerianer gegen die friedlichen Verunier. Janeway beschließt schließlich, den Bewohnern von Vernuna IV zu helfen - und diese haben noch einige Überraschungen parat, denn es ist nicht alles so, wie es erscheint, ... genauso wenig die Akerianer, die geheimnisvollerweise nur mit Masken auftreten.

Kritik

Es ist eine fast schon klassische Geschichte - der Krieg zwischen zwei Völkern, der Konflikt eines Starfleet-Captains mit der ersten Direktive (zuletzt hatten wir das ganz groß in "Star Trek - Der Aufstand"), die (überraschende) Lösung, von der ich mal wieder nichts verraten darf.

Christie Golden hat all das einfach schön verpackt und daraus ein gutes Buch gemacht. Die Verunier, bei denen es sich (wie schon erwähnt) um ein fast "indianisches" Volk handelt, das sehr viel wert auf Traditionen und verbale Überlieferungen legt, sind faszinierend - auf der einen Seite sind sie primitiv, aber andererseits besitzen sie hochentwickelte Technik, die (und das ist das wirklich interessante) einfach vergessen wurde, weil niemand sie brauchte. Zu oft wird (in "Star Trek") eine Kultur nach dem Stand ihrer Technik bewertet, doch hier ist die primitiv erscheinende Gesellschaft der Verunier eindeutig weiterentwickelt als die der Akerianer, die nur nach ihren aggressiven Trieben handeln.

Sie sind die Unschuldigen, die nichts weiter wollen, als in Frieden leben, naturverbunden, friedlich - genau das Gegenteil der Akerianer, deren Gesellschaft alleine vom Militär dominiert wird, sie sind feindselig und kriegerisch und hätten am liebsten alle Verunier versklavt. Dieser Roman ist vielleicht ein Plädoyer, natürlich für den Frieden, für Völkerverständigung, und eine Ermahnung und Erinnerung daran, was in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit den Indianerstämmen in Amerika passiert ist - oder interpretiere ich da zuviel? Nein, ich glaube nicht.

Sehr schön ist auch die Freundschaft (oder ist es mehr?) zwischen Tom Paris (hier noch Single) mit Kaavi, einer Verunierin. Anfangs findet er sie alle abscheulich, da sie ihn an Eidechsen erinnern, aber er überwindet seine Vorurteile und am Ende bedeutet ihm eine dieser "Eidechsen" sehr viel. Janeway, mit deren freiem Tag alles beginnt, muß erst einmal einsehen, daß Diplomatie nicht immer weiterhilft und hat am Schluß (Zitat:) "eine Brücke zwischen zwei Völkern gebaut, die nicht voneinander getrennt sein sollten". (Zitat Ende) Wollt Ihr dieses Happy-End auch miterleben? Dann lest dieses Buch. Ich kann es nur empfehlen.

Artikel geschrieben von Katrin Räuber (kr); aktualisiert am 06.11.2004 [12296 Aufrufe; 0 Kommentare]


Copyright