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Mehr als nur ein Universum

Von Alexandra Wenk

Normalerweise kennen wir nur ein (unser) Universum. Doch manchmal kommt es durch (dumme) Zufälle dazu, dass wir ein anderes Universum kennenlernen oder eine andere Zeitebene. Diese Universen existieren parallel zu unseren und oft ist es faszinierend zu sehen, von wievielen kleinen Zufällen unsere Wirklichkeit abhängig ist.

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Das gesamte Konzept von parallelen Welten ist etwas, was schon viele Personen fasziniert hat. Denn in diesen parallelen Welten hat man die Möglichkeit zu sehen, was aus unserer Wirklichkeit hätte werden können. Im Prinzip sind diese Welten wie ein Spiegel, in dem man unsere Wirklichkeit - wenn auch verzerrt - erkennt.

Die Theorien für diese Welten wurden von menschlichen Wissenschaftlern im 20. Jahrhundert ent-worfen. Durch die Entwicklung der Quantenmechanik bekam die Physik neue Theorien über die Natur des Universums dazu. Im Wesentlichen geht es bei der Quantenmechanik darum, dass man das Verhalten von subatomaren Teilchen und ihre Beziehung zum Universum untersucht. Der (wahrscheinlich) faszinierendste Bereich ist wohl der mit den vielen Welten. Denn die Quantenmechanik behauptet, dass es für jedes Ereignis und dessen Folge eine alternative Realität, sprich Paralleluniversum, geben muss. Ein einfaches Beispiel ist ein Würfelwurf. In unserer Realität wird eine 4 gewürfelt, in einer anderen 3, in noch einer anderen ein 1, etc. Alle möglichen Ergebnisse kommen also in einem der unendlich vielen Universen vor.

Je gravierender die Abweichung bei den Folgen sind, desto mehr unterscheiden sich die Wirklichkeiten voneinander. So kann in einer Realität der Unterschied nur die Haarfarbe einer Person sein. In einer anderen hingegen kann es sein, dass im Kalten Krieg die USA und die UdSSR sich gegenseitig mit Atomraketen beschossen haben und fast die ganze Menschheit ausgerottet haben.

Der arme Lt. Worf hat es 2370 nicht nur mit einer parallelen Welt zu tun, sondern er erlebt viele verschiedene Welten und er springt immer zwischen den Welten hin und her, wie ein Ping-Pongball. Hierzu kommt es, weil sein Shuttle in einen Quantenspalt kommt und dieser Spalt wirkt nun mit der Warpenergie des Shuttles zusammen. Zum Schluss existieren durch diese Reaktion sogar 285000 verschiedene Realitäten, die im gleichen Raum existieren.

Bei einigen sind die Unterschiede so gering, dass Worf am Anfang gar nicht bemerkt, dass er sich in der falschen Welt befindet. So ist Worf einmal der Erste Offizier des Schiffes, in einer anderen Welt wird eine Überraschungsparty für ihn gegeben, in einer ist er mit Deanna verheiratet und ein Familienvater. Eines der schlimmeren Universen zeigt ihm, was passiert wäre, wenn man Captain Picard nicht aus den Händen der Borg befreit hätte. Denn die Borg haben die Föderation schon fast assimiliert und die "Enterprise" kämpft einen verlorenen Kampf. Zum Glück kann man Worf wieder aus diesem Quantenfluss herausholen und er kann wieder in sein Universum gebracht werden.

Das Phänomen, dem Worf begegnet ist, ist nicht unbekannt. Am besten hat man Informationen über das sog. Spiegeluniversum, das zum ersten Mal von Captain Kirk besucht wurde. Bei dem Versuch durch einen Ionensturm zu beamen, finden sich Kirk und sein Landetrupp auf einer anderen "Enterprise" wieder. Dieser Transport wurde ausgelöst, weil der Ionensturm versehentlich eine Quantenfluktuation auslöste. So landen sie im Spiegeluniversum und ihre Pendants aus dieser Realität landen auf der "Enterprise" aus unserer Realität. Dieses Universum ist ein gewalttätiger, chaotischer Ort, wo es die Föderation niemals gab. Stattdessen herrscht hier das Terranische Imperium, das die anderen Völker mit Gewalt unterdrückt.

Diesem Universum begegnen wir im Jahre 2370 wieder im Bereich von DS9. Wie es scheint, hat sich diese Quantenrealität den bajoranischen Sektor ausgesucht. Es ist den Leuten aus dem Spiegeluniversum sogar möglich, unser Universum zu besuchen. So kommt es schon mal vor, dass Offiziere in die andere Realität entführt werden und dass wir Besuch von den Leuten aus diesem Universum bekommen.

Die Entwicklung dieser beiden Universen ist bis zu einem gewissen Zeitpunkt gleich verlaufen. Aber an einem Punkt der Geschichte, vermutlich während des Krieges zwischen der Erde und dem Romulanischen Sternenimperium im Jahre 2160, hat dieses Universum einen anderen "Kurs" eingeschlagen.

Ein weiteres Beispiel, was für Auswirkungen ein einzelnes Ereignis auf die Geschichte haben kann, zeigt sich, als Dr. McCoy durch den Wächter der Zeit geht und in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts gelangt. Hier rettet er das Leben von Edith Keeler und durch ihr Engagement tritt Amerika später in den 2. Weltkrieg ein und das Ergebnis ist, dass Hitler gewinnt und die Föderation nie entsteht. Kirk und Spock müssen nun in die Vergangenheit reisen, um zu verhindern, dass McCoy Edith Keeler das Leben rettet.

Die "Enterprise-E" erlebt eine alternative Quantenrealität, in der die Borg in die Vergangenheit gelangt sind und die Erde assimiliert haben. Ein anderes Mal gerät die "Enterprise-D" durch einen Zeitriss, der von einer Quantenanomalie ausgelöst wird. In dieser Zeitlinie sind die Föderation und das Klingonische Imperium im Krieg und die Föderation ist am Verlieren. Guinan bemerkt, dass etwas faul ist und der Crew gelingt es, ihre Wirklichkeit wiederherzustellen.

Es gibt nun auch noch einige andere Beispiele: Einmal begegnet Picard sich selber. Dieser Picard ist um 6 Stunden älter und warnt sein vergangenes Ich, um seine Realität zu verhindern. Das gleiche passiert auch Miles O'Brien, der von seinem älteren Selbst gewarnt wird, dass DS9 zerstört werden wird, da es auf einem getarnten romulanischen Schiff, das sich im Orbit um die Station befindet, zu einem Problem kommt.

Die "Voyager" gerät einmal in eine Anomalie, die ein Quantendouble des Schiffes anfertigt. Harry Kim von der "Voyager" findet sich einmal in einer Realität wieder, in der er nie auf die "Voyager" versetzt wurde und noch immer auf der Erde lebt.

Die Liste lässt sich natürlich noch beliebig erweitern, aber ich denke, diese Aufzählung beinhaltet die wichtigsten Beispiele. Alle diese verschiedenen Welten existieren in anderen, parallelen Universen. Es ist ihnen nicht möglich, in unserer Realität fortzubestehen. Das einzige, was diese ganzen verschiedenen Welten voneinander trennt, ist der dünne Vorhang des interdimensionalen Quantenraums.

Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11015 Aufrufe; 0 Kommentare]


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