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Die Planeten

Von Peter Kollmann

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Immer wieder zeigt uns "Star Trek" fantastische Welten und ihre Bewohner. Viele ähneln stark der Erde und uns selber, aber wir sehen auch einige Exoten. Dennoch haben wir nicht alles gesehen, was uns das Universum zu bieten hat. Viele Welten mögen uns zwar lebensfeindlich erscheinen, sie sind aber für andere Geschöpfe ein Paradies. Zumindest aber geben sie tolle Handlungsschauplätze ab. Vor allem mit diesen Welten möchte ich mich im Folgenden beschäftigen. Lehnen Sie sich also zurück und staunen Sie über eine Reise in die Weiten des Universums.

Titelgrafik zum Focus

Die Planeten der Klasse A sind riesige Bälle aus Wasserstoff und Helium, die nur von ihrer gewaltigen Schwerkraft zusammengehalten werden. Damit bestehen sie im Prinzip nur aus Atmosphäre und haben keine feste Oberfläche. Mit einer Masse, die zwischen dem 400fachen und dem 10.000fachen der Erdmasse liegt, sind sie die massereichsten Planeten, die es gibt. Wäre ihre Masse etwas größer, so würde die Temperatur, die unter dem gigantischen Druck im Kern entsteht, ausreichen, um eine Fusionsreaktion zu beginnen und den Planeten zu einem kleinen Stern werden zu lassen.

Die Planeten strahlen langwelliges Licht aus, das teilweise in den sichtbaren Bereich hineinreicht. Dadurch glimmen sie in einem düstereren Rot. Aufgrund ihrer Ausstrahlung nennt man sie auch "Braune Zwerge".

Die Atmosphäre eines Planeten der Klasse B ist vollständig gefroren. Die ganze Oberfläche liegt begraben unter einer dicken Schicht aus Eis, das einst ein Gas war.
Besonders in warmen Jahreszeiten kann das Eis teilweise kurzzeitig wieder in den Gaszustand übergehen. Wenn das Gas erneut kondensiert oder erstarrt, bilden sich feine Nebelschleier über dem Boden, die sich langsam absetzen.

Bei einer plötzlichen Erwärmung, z.B. durch einen Phaser oder den Kontakt mit dem noch heißen Impulstriebwerk eines Shuttles, verdampfen schlagartig große Mengen des Eises und es kommt förmlich zu einer Explosion.

Zu den Planeten der Klasse C kann man die heutige Venus zählen - bevor sie im Verlauf der "Star Trek"-Handlung terraformiert wurde.
Die Atmosphäre besteht zum Großteil aus CO2 (Kohlenstoffdioxid), was zu einem wahnsinnigen Treibhauseffekt führt. In Kombination mit dem großen Druck, der durchaus das 100fache der Erdatmosphäre erreichen kann, liegen die Temperaturen auf der Oberfläche solcher Planeten zwischen 300 C und 500 C. Wegen der immensen Temperaturen glüht das Gestein in der Nacht noch nach. Die Oberfläche ist felsig und zerklüftet mit riesigen Gebirgen und ebenso großen Schluchten und Kratern.

In der Atmosphäre befinden sich zudem noch Schwefelsäure und andere nette Dinge dieser Art, die durchaus mal herabregnen können. Über alldem liegt eine dicke, kaum durchdringbare Wolkendecke.

Die Klasse D stellt ein Übergangsstadium dar. Das Problem dieser Welten ist, dass sie dabei sind, in kosmisch gesehen sehr kurzer Zeit ihre Atmosphäre in den Weltraum zu verlieren. Am Ende werden sie sich in Planeten der Klasse K oder P verwandeln. In der Anfangsphase lässt sich darauf noch recht gut leben, wie wir in der "Voyager"-Episode "Schwere" gesehen haben. Die Atmosphäre ist dicht genug zum Atmen und kann auch eine für uns passende Zusammensetzung haben. Auch Wasser und Leben sind nicht selten. Wie die Endphase aussieht, können wir jedoch in "Star Trek II" in Form des toten Planetoiden Regula I sehen.

Gerade erst entstanden sind die Planeten der Klasse E. Es sind Bälle aus flüssigem Gestein, die ständig am Brodeln sind und noch keine feste Oberfläche haben. Die Atmosphäre besteht zu einem Großteil aus Wasserstoffverbindungen, darunter viel Ammoniak (stinkt fürchterlich). Im Laufe der Zeit werden sich die im flüssigen Gestein gelösten Gase an die Oberfläche bewegen und dort die Zusammensetzung der Atmosphäre nachhaltig verändern. Je nachdem, welche Gase das sind, wird der Planet, sobald seine Oberfläche langsam abkühlt und fester wird, zu einem Planeten einer anderen Klasse.

Planeten der Klasse F existieren noch nicht lange auf der kosmischen Bühne. Sie sind aus Planeten der Klasse E hervorgegangen. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, dass sich Planeten der E-Klasse in F-Welten verwandeln.

Ihre Oberfläche ist fest, aber noch sehr dünn, weswegen sie immer wieder aufreißt. Daher sind überall auf diesen Planeten Vulkane zu finden, die glühendes Gestein an die Oberfläche speien. Dank des dabei entstehenden Rauches, liegt die Oberfläche fast die ganze Zeit in Dunkelheit unter einer dicken Decke aus Qualm. Ständig kommt es zu Erdbeben, die jedoch aufgrund der dünnen Kruste meist nicht sehr stark sind.

Die Zahl der ursprünglichen Wasserstoffverbindungen ist drastisch zurückgegangen. Dafür ist CO2 aus dem Planeteninneren ausgetreten. Meist kommen noch andere Gase wie Wasserdampf, Stickstoff oder auch Argon hinzu.

Planeten der Klasse G sind immer noch relativ jung. Sie sind aus Planeten der Klasse F hervorgegangen.

Ihre Oberfläche befindet sich noch im Kristallisierungsprozess. Die schweren Stoffe sind in den Kern abgesunken, die leichten haben sich in der Kruste abgesetzt. Die geologische Aktivität ist merklich zurückgegangen. Die Qualmdecke hat sich gelegt, der Wasserdampf ist herabgeregnet und hat Ozeane gebildet. In der Atmosphäre befinden sich jetzt bis auf Unmengen CO2 nur noch wenige giftige Gase.

Die Planeten der Klasse H sind riesige Wüsten. Unter ihrer Sauerstoff-Atmosphäre findet sich so gut wie gar kein Wasser. Über ihre Oberflächen erstrecken sich riesige Sandwüsten mit Dünen, teilweise aus feinstem Staub. Diese werden von ebenso großen Felswüsten abgelöst. Es sind riesige Ebenen aus Fels, die sich bis zum Horizont erstrecken. Nur an wenigen Stellen erheben sich aus der Ebene Gebirge oder ziehen sich Schluchten durchs Land, die dafür aber umso gewaltiger sind.
Im Planetenkern zerfallen ständig radioaktive Elemente. Befinden sich zwischen Kern und Oberfläche keine isolierenden Gesteinsschichten, so macht die Strahlung Leben auf der Oberfläche vollends unmöglich.

Picard und Wesley stürzten in der "The Next Generation"-Episode "Die letzte Mission" auf einem Planeten der H-Klasse ab.

Klasse I Planeten sind groß und stehen nah an ihrer Sonne. Ihre Oberfläche ist fest, aber es ist dort so heiß, dass bereits Metalle und Gestein mit niedrigem Siedepunkt, vor allem Quecksilber, gasförmig werden und eine Atmosphäre bilden. In der Nacht schlägt sich ein Teil dieser Gase wieder nieder und füllt auf diese Weise Fugen aus oder rundet Kanten ab. Deswegen gibt es auf diesen Planeten keine scharfen Ecken; alle Flächen sind glatt und abgerundet.

Planeten der Klasse J sind wie die Planeten der Klasse A Gasriesen. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sie viel kleiner sind. Sie können nicht größer als 300 oder 400 Erdmassen werden. Neben Wasserstoff bestehen sie auch aus Wasserstoffverbindungen wie Methan und Ammoniak.

Da sie nicht so heiß sind, wie ihre Kollegen der A-Klasse, verflüssigen sich die Gase zum Zentrum hin, wo der Druck größer ist, und bilden im Inneren manchmal sogar einen festen Kern. Der Übergang zu diesem festen Kern vollzieht sich jedoch nicht schlagartig, sondern ganz allmählich, so dass man nicht von einer Oberfläche im gewöhnlichen Sinn reden kann.

Da fast der ganze riesige Planet praktisch aus Atmosphäre besteht, sind die Stürme dort unvorstellbar gewaltig. Sie erreichen oft Geschwindigkeiten bis zu 10.000 km/h. "Das rote Auge" des Jupiters ist beispielsweise ein riesiger Wirbelsturm, der größer ist als die Erde und sich schon seit Jahrtausenden dreht.

Planeten dieser Art sind ein gutes Versteck für Raumschiffe, da in ihrer Atmosphäre kein System richtig funktioniert. Die "Defiant" z.B. nutze diesen zweischneidigen Vorteil in der "Deep Space Nine"-Episode "Das Wagnis". Planeten dieser Klasse sind z.B. Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Die Atmosphäre von Planeten der Klasse K ist extrem dünn. Ein uns gut bekanntes Beispiel dafür ist unser heutiger Mars, bevor auch er in "Star Trek" terraformiert wurde. Sofern diese Welten je eine Atmosphäre hatten, ist sie aufgrund der zu geringen Masse des Planeten in den Weltraum entwichen. Mit ihr ging auch ein Großteil des Wassers verloren. Der Rest gefror und findet sich auf machen Planeten nur noch unter der Oberfläche, in tiefen Schluchten oder an den Polen. Heute sind es deshalb sehr trockene Welten, auf denen sich jedoch immer noch die Spuren finden, die das Wasser hinterlassen hat, z.B. ausgetrocknete Flussbetten. Der Planet Mudd aus der "Classic"-Episode "Der dressierte Herrscher" gehört zur Klasse K.

Klasse L Welten gingen aus Planeten der Klasse G hervor. Sie haben eine Sauerstoff-Argon Atmosphäre. Argon ist ein Edelgas, das wir - wie Stickstoff - ohne weiteres einatmen können. Problematisch kann jedoch der große Anteil an CO2 in der Luft sein. Oft ist dieser kaum bemerkbar, aber es kann auch vorkommen, dass er groß genug ist, um Atembeschwerden zu verursachen. Die Wirkung ist etwa so, wie in einem Raum mit sehr, sehr verbrauchter Luft. In einem solchen Fall verschaffen spezielle Medikamente oder eine Atemmaske Erleichterung.

Planeten der Klasse L sind meist kleiner und kälter als die Erde und verfügen im Durchschnitt über weniger Wasser, weswegen weite Regionen recht trocken sind. Wie wir in der "Deep Space Nine"-Episode "Der Klang ihrer Stimme" sahen, kann es jedoch in machen Gebieten oft ein halbes Jahr lang ununterbrochen regnen.

Aufgrund der etwas anderen Lebensbedingungen als auf Planeten der Klasse M, sind die Pflanzen und Tiere dort für uns manchmal giftig. (DS9: "Der Aufstieg"). Da es auf anderen Planeten, wie auch bei uns, verschiedene Klima- und Vegetationszonen gibt, ist es klar, dass sich in jeder "Star Trek"-Folge ein etwas anderes Bild einer L-Klasse Welt bietet.

Die Planenten der Klasse M kennen wir sehr gut, da wir selber auf einer solchen Welt leben. Sie gingen ebenfalls aus Welten der Klasse G hervor. In den Meeren bildeten sich erste pflanzliche Lebewesen, welche das CO2 der Atmosphäre durch Photosynthese in Sauerstoff umwandelten. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Stickstoff bildete sich so die Luft, die wir heute atmen.

Der Planet selbst setzt sich zusammen aus Silikaten im Mantel und Metallen, allen voran Eisen und Nickel, im Kern. Ihre Masse und damit auch ihre Schwerkraft liegen meist in der gleichen Größenordnung wie die Erde.

Auf M-Klasse Welten stellen fast nur Humanoide die intelligente Art dar. Dies ist darauf zurückzuführen, dass vor 4 Milliarden Jahren das erste und damals einzige humanoide Volk DNA in unzähligen Ozeanen auf Planeten in der ganzen Galaxis verteilte.

Planeten der Klasse N ähneln den Klasse M Welten. Auch sie haben eine Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre und in etwa die Masse unserer Erde. Der Unterschied besteht darin, dass die Oberfläche zu mindestens 95% mit Wasser bedeckt ist. Die übrigen 5% entfallen nicht etwa an einen kleinen Kontinent, sondern auf viele kleine Inselchen, die über den gesamten, riesigen Ozean verteilt sind.

Klasse O Planeten sind ins Monströse vergrößerte Klasse M Welten. Ihre Masse liegt zwischen der doppelten und zehnfachen Masse der Erde. Somit ist auch die Schwerkraft doppelt bis zehnmal so groß. Das bedeutet nicht nur, dass die Beine eines Menschen das bis zu zehnfache Gewicht tragen müssten, sondern auch, dass das Herz Blut pumpen muss, das viel schwerer ist. Liegt man am Boden, so drücken die Rippen mit einem mörderischen Gewicht auf die Lungen. Man wird förmlich von seinem eigenen Gewicht erdrückt ... aber wer begibt sich schon ohne Antigrav auf eine solche Welt?

Durch die hohe Schwerkraft ist auch der Luftdruck der reinen Sauerstoffatmosphäre entsprechend hoch. Dies hat wiederum zur Folge, dass das Wetter viel extremere Ausmaße annehmen kann. Ein irdischer Orkan, kann durchaus auf Klasse O Welten nur ein laues Lüftchen sein. Da diese Planeten ein viel größeres Volumen haben, sind auch die Platten ihrer Kruste viel mächtiger. Somit kommt es zwar nur selten zu Erdbeben, die aber dann sehr, sehr heftig sind.

Auf einer riesigen Welt gibt es auch riesige Ozeane, in denen sich Leben entwickeln konnte, welches an die rauen Bedingungen angepasst ist. Das Leben ist dort genauso verbreitet, wie auf Klasse M Welten, lediglich die Artenvielfalt ist aufgrund der härteren Bedingungen geringer. Die dortigen Lebewesen sind alle zwar kleiner, aber dafür auch breiter und kräftiger gebaut, als die Arten, die wir von der Erde her kennen. Je größer der Planet ist, desto mehr Arten halten sich zumindest zeitweise im Wasser auf und desto mehr bevorzugen sie Kriechen und Krabbeln als Fortbewegungsmethode über Land.

Planeten der Klasse P sind Felsbrocken ohne jede Atmosphäre. Der Grund dafür kann unterschiedlich sein. Möglicherweise hatte der Planet nie eine Atmosphäre. Vielleicht ist sie aufgrund seiner zu geringen Größe in den Weltraum entwichen. Auch eine gewaltige Katastrophe kann in Betracht kommen. Die Klasse P stellt das Endstadium für viele Planeten dar, da auch auf sehr großen Welten die Atmosphäre ganz langsam, aber sicher, in den Weltraum diffundiert.

Beispiele dafür gibt es in unserem Sonnensystem genug: Unser Erd-Mond, Pluto, sowie sämtliche Asteroiden.

Durch das Fehlen einer Atmosphäre ist der Planet auch nicht mehr vor Einschlägen von Meteoriten geschützt. Seine Oberfläche ist daher von Einschlagskratern überzogen. Die Strahlung der Sonne hämmert ungehindert auf die Oberfläche herab. Es fehlt auch an einem wichtigen Wärmespeicher, so dass die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fast so extrem wie im freien Weltraum sind. Durch den schnellen Wechsel von Ausdehnung des Gesteins bei Hitze und Zusammenschrumpeln bei Kälte, bricht dieses sehr schnell auseinander und bildet so Unmengen an feinem Staub.

Planeten der Klasse Q sind meist klein und haben eine Edelgas-Atmosphäre. Edelgase befinden sich bei uns z.B. in Neonröhren und sind chemisch überhaupt nicht aktiv. Deswegen bietet sich die Atmosphäre nicht für einen Stoffwechsel an, wie ihn jedes Lebewesen benötigt. Daher sind diese Welten meist größtenteils harmlos.

Die Temperatur auf Planeten der Klasse R schwankt um -200 C. Bei dieser Temperatur ist Wasserstoff noch gasförmig und bildet die Atmosphäre. Methan dagegen ist fest. Deshalb ist die Oberfläche mit großen Flächen aus Methan-Eis bedeckt. Auch die zugefrorenen Ozeane bestehen aus Methan. Nur in großer Tiefe, dort, wo nie ein Lichtstahl hinkommt, ist das Methan flüssig.
Sollte sich der Wasserstoff der Atmosphäre mit Sauerstoff (z.B. eines Shuttles) vermischen, so entsteht sogenanntes Knallgas, das explodiert, wenn auch nur ein kleiner Funke entsteht. Eine Explosion würde dort zur Folge haben, dass alles Methan in der Umgebung plötzlich verdampft und dadurch eine gewaltige Druckwelle auslöst. Die dort heimischen Kreaturen erreichen gigantische Ausmaße, da ein großer Körper im Verhältnis zu seinem Volumen eine kleine Oberfläche hat, über die er Wärme verlieren kann.

Die maßgebende Eigenschaft der Klasse S ist nicht die Zusammensetzung der Atmosphäre, sondern ihr Zustand. Bei uns auf der Erde haben wir riesige Ozeane aus flüssigem Wasser. Das Wasser kann jedoch verdunsten und so zu einem Gas werden - oder zu Eis und Schnee gefrieren. Da Wasser jedoch zum Großteil flüssig ist, ist es kein großer Teil unserer Atmosphäre.

Bei den Planeten der Klasse S tritt an die Stelle des Wassers die Atmosphäre selber. Auf diesen Planeten ist es so kalt, dass sich die Atmosphäre verflüssigen kann, um als Regen (oder Schnee) niederzuschlagen. Es ist jedoch noch warm genug, dass sie wieder verdampfen kann. Im Laufe der Zeit bildet sich wie bei uns mit dem Wasser ein Gleichgewicht zwischen Kondensation und Verdunstung, so dass sich Meere und Gletscher aus Teilen der Atmosphäre bilden können, ohne dass diese vollständig gefrieren muss.

Ein Planet der Klasse T steht nahe an seinem Zentralstern. Sehr nahe. Er ist dort so hohen Temperaturen ausgesetzt, dass er keine feste Oberfläche hat. Statt dessen wird er von nicht endenden Lavaströmen überzogen. Wenn unser kleiner Mond bei uns schon sichtbare Gezeiten auslöst, was passiert dann mit einem Planeten, der so nahe an einer Sonne steht, die eine sehr viel größere Masse als er selbst hat? Er wird förmlich durchgeknetet. Der Unterschied ist zur Erde jedoch, dass hier kein Wasser, sondern flüssiges Gestein bewegt wird. Zum geschützter gelegenen Kern hin, wo die Gezeiten nicht so stark wirken und es kälter ist, wird er etwas fester. Der Planet Excaliba aus der "Classic"-Episode "Seit es Menschen gibt" passt gut in diese Kategorie, jedoch hat man ihn nie offiziell klassifiziert.

Die Atmosphäre der Planeten der Klasse U besteht aus Halogenen, allen voran Chlor. Halogene sind reaktionsfreudige Gase. Die gesamte Kruste des Planeten ist daher mit Halogen-Verbindungen durchsetzt. Ein Großteil davon sind Fluor-Verbindungen, da Fluor so reaktionsfreudig ist, dass es komplett mit dem Gestein reagiert hat und daher in der Atmosphäre nicht mehr vorkommt. Paradoxerweise sind diese Planeten mit einer überhaupt nicht edlen Atmosphäre reich an Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin. Diese haben im 24. Jahrhundert zwar keinen Wert mehr wie heute bei uns, werden jedoch immer noch abgebaut, um sie als Werkstoffe einzusetzen.

Die Planeten der Klasse V haben eine Atmosphäre aus niedrigen Alkanen und anderen einfachen organischen Verbindungen, allen voran Methan. Methan ist ein geruch- und farbloses Gas und Teil des Erdgases. Vermischt man es mit Sauerstoff (Methan dringt in eine mit Sauerstoff gefüllte Bodenstation ein), ergibt sich auch hier sogenanntes Knallgas, das schon bei einem kleinen Funken explodiert.
Klasse V Planeten sind oft größer und heißer als die Erde.

Die Oberflächentemperaturen liegen zwischen 100 C und 300 C. Bei diesen Temperaturen gibt es kein flüssiges Wasser mehr, aber dafür wird Schwefel (den einige von Ihnen vielleicht noch aus dem Chemieunterricht als gelbes Pulver kennen) flüssig bis zähflüssig. Die reichlich vorhandenen Schwefelvorkommen bilden so kleine, gelbe und nach vergammelten Eiern stinkende Seen, die zu den Naturwundern dieser Welten zählen. Diese Welten mögen für uns lebensfeindlich erscheinen, aber dennoch könnte sich auch dort Leben bilden. Kandidaten für eine Herkunft von einer solchen Welt sind z.B. die Tholianer.

Planeten der Klasse W werden auch Wanderer genannt. Sie durchlaufen ihr Sonnensystem entweder auf einer stark elliptischen Bahn oder sie kurven auf einer exzentrischen Bahn durch ein System mit mehr als einer Sonne.

In beiden Fällen sind sie extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Sind sie weit von der Sonne weg, ist es dort kalt. Manche von ihnen sind so kalt, dass sich selbst ihre Atmosphäre als Eis niederschlägt. Nähern sie sich dann dem Stern, so wird es wieder wärmer. Die Atmosphäre bildet sich neu. Auf manchen gibt es auch Wasser, das nun wieder Ozeane bildet. Auf einigen wenigen dieser Planeten hat sich trotz der extremen Bedingungen Leben gebildet. Dieses erwacht jetzt explosionsartig, denn es hat nicht viel Zeit, bis es zu heiß wird. Dann verdampfen die Ozeane und zurück bleibt eine Wüste. Besonders schlimm ist diese Phase, falls sich der Planet zwischen zwei Sonnen hindurchbewegt. Ab hier geschieht alles dann noch einmal, nur in umgekehrter Reihenfolge. Es wird wieder kälter; anfangs noch erträglich, so dass das Leben noch einmal eine kurze Chance erhält, aber am Ende steht wieder die Eiswüste.

Planeten der Klasse X ähneln denen der Klasse M bis auf die Tatsache, dass die durchschnittlichen Jahrestemperaturen auf dem ganzen Planeten unter null Grad Celsius liegen. Lediglich in einigen Tälern am Äquator kann die Temperatur bis maximal 10 C ansteigen. Polarnächte mit unter -100 C sind dagegen nicht ungewöhnlich. Was daher nicht vollständig vergletschert ist, liegt unter einer mehr oder weniger dicken Schneedecke. Selbst große Teile der Ozeane sind zugefroren.
Den Planeten aus der "Voyager"-Episode "Temporale Paradoxie" kann man gut in diese Kategorie einordnen.

Einen Planeten der Klasse Y sahen wir zum ersten Mal in der "Voyager"-Episode "Dämon". Es sind große Welten von 5facher bis 30facher Erdmasse. Ihre Hochdruckatmosphäre besteht neben Wasserstoff, Deuterium und deren Verbindungen aus extrem reaktionsfreudigen Gasen, die selbst noch moderner Ausrüstung des 24. Jahrhunderts Probleme bereiten. Allein durch den Druck werden Temperaturen von 200 C bis 300 C erreicht. Die Atmosphäre ist so stürmisch, dass sich dort ähnlich unserer Gewitter thermionische Entladungen bilden können, die im Extremfall bis in den Orbit hinausreichen.

Durch die lichtschluckende Atmosphäre dringt nur trübes Licht an die karge Oberfläche unter dem düsterroten Himmel. Diese ist gezeichnet von heftiger geologischer Aktivität. Teilweise bizarre Felsformationen schrauben sich in den Himmel. Aufgrund der hohen Schwerkraft und des hohen Drucks können sich auf und unter der Oberfläche oft flüssige Deuteriumgemische befinden.

Die Planeten der Klasse Z bestehen komplett aus riesigen, unterschiedlichen, ineinander verschachtelten Kristallen. Die Kristalle unterscheiden sich durch Farbe und Gitterstruktur. Z-Klasse Planeten sind relativ klein und haben keine Atmosphäre. Ihre Oberflächen sind durch die Kristalle facettenreich und brechen das Licht in unterschiedlichen Farben. Dort, wo mehrere Makrokristalle unterschiedlicher Kristallform zusammenstoßen, entstanden Löcher, die sich auf der ganzen Oberfläche finden und oft bis zu einem Kilometer tief sind. Aus der sonst gleichmäßigen Oberfläche ragen kleine und große Kristallnadeln in die Höhe.

Zwar ist das Alphabet jetzt zu Ende, aber es ist dennoch möglich, dass wir in Zukunft noch weitere und viel fantastischere Welten sehen werden.

Anmerkung: Alle hier genannten Planeten, die bisher nicht offiziell bei "Star Trek" erwähnt wurden, sind natürlich frei erfunden und nicht bindend.

Artikel geschrieben von Peter Kollmann (pk); aktualisiert am 17.12.2006 [14124 Aufrufe; 0 Kommentare]


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