Von Alexandra Wenk
Nein meine lieben Leser/innen, ich bin nicht neuerdings Testpilotin in der Föderation, die Ihnen nun erzählt wie man richtig fliegt. Ich habe mich vielmehr dazu entschlossen, einen Artikel über Warp 10 oder andere sehr hohe Warpgeschwindigkeiten und die (leider) damit verbundenen Folgen nahezulegen. Zu diesem Zweck werde ich Ihnen einige Beispiele aus den "Star Trek"-Serien vorführen. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie den Flug!

Ein wichtiges Anliegen der Vereinten Föderation der Planeten ist es, die Galaxis zu erforschen. Zu diesem Zweck muss man natürlich auch dementsprechend hohe Geschwindigkeiten erreichen können, denn es bringt nichts, wenn man mit Impulskraft durch den Raum kriecht. Darum bemühen sich die Wissenschaftler immer neue und bessere Antriebe zu konstruieren, die eine noch schnellere Erforschung der Galaxis gestatten. Bei diversen Versuchen und Simulationen bemerkten die Wissenschaftler aber schnell, dass es einige Grenzen gibt, die man nicht überschreiten kann, da man sonst die Folgen für Raumschiff und Crew nicht abschätzen kann.
Durch den Warpantrieb wurden schon unglaubliche Geschwindigkeiten möglich, aber leider dauert eine Reise durch die Milchstraße immer noch Jahrhunderte. Gelänge es den Warpantrieb noch zu verbessern, könnte Starfleet viel schneller den Weltraum erforschen. Aber lange Zeit nahm man an, dass eine zu große Lichtgeschwindigkeit dazu führen kann, dass man nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit reist. So könnten Raumschiffe natürlich nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit fliegen, um zu verhindern, dass sie in der Vergangenheit landen. Dies bedeutet weiter, dass die Gesetze der Physik den Raumfahrern eine unüberschreitbare Grenze gegeben hätten.
Im Jahre 2266 wird die oben genannte Theorie getestet. So wird die "Enterprise", NCC-1701, durch den Schnellstart ihres Warpantriebes 72 Stunden in die Vergangenheit geschleudert. Dies wird durch die plötzliche explosive Kraft des Antriebes ermöglicht. Das Erstaunliche ist, dass die Nebeneffekte gering sind, so können lediglich die starken Gravitationskräfte von den Trägheitsabsorbern nicht vollständig neutralisiert werden. Durch diese zufällige Reise in die Vergangenheit kommt es zu der Entdeckung des Katapult-Effekts, der auch als Lichtgeschwindigkeits-Fliehfaktor bezeichnet wird. So wird es ermöglicht, bewusst in die Vergangenheit zu reisen.
Captain Kirk entschließt sich dazu, den Katapult-Effekt im Jahre 2286 zu benutzen. Da er und seine Crew zu dieser Zeit nicht über die "Enterprise" verfügen, müssen sie die Reise notgedrungen in einem alten "Bird of Prey" antreten. Bei dieser Reise begegnen ihnen einige befremdliche Phänomene, so werden sie von einem weißen Licht angestrahlt, das ihr Bewusstsein und ihre Wahrnehmung ausradiert. Als nächstes beginnen sie Stimmen zu hören, die über Ereignisse reden, die sie nicht kennen. Es stellt sich heraus, dass diese Stimmen Unterhaltungen führen, die sie in der Zukunft führen werden. Sobald der "Bird of Prey" sich wieder im Normalraum befindet, wachen die Crew-Mitglieder wieder auf, sind jedoch etwas desorientiert.
Aber diese Desorientierung lässt ziemlich schnell nach und die Crew weiß wieder, wo sie ist und wie ihr Auftrag lautet. Zunächst muss natürlich einmal überprüft werden, in welchem Zustand sich das Schiff befindet. Zum Glück zünden die Bremsraketen, wie es geplant war, aber alle anderen Systeme des Schiffes sind durch die Zeitreise überladen worden und zu allem Überfluss ist auch noch das Dilithium dekristallisiert. Aber trotz aller Schwierigkeiten gelingt es nach dem Abschluss ihrer Mission der Crew, wieder in ihre Zeit zurückzukehren.
Zu etwa der gleichen Zeit sind die Wissenschaftler der Sternenflotte damit beschäftigt, an einer neuen Verbesserung des Warpantriebes zu arbeiten, den sie als Transwarpantrieb bezeichnen. Mit ihm soll es möglich sein noch schneller zu reisen, da er das Problem der maximalen Geschwindigkeit umgeht, indem künstliche Wurmlöcher und Subraum-Kanäle erschafft, die als Abkürzung durch den Raum dienen. Aber leider erweist sich dieses Projekt als ein Schlag ins Wasser und wird eingestellt. Man besinnt sich bei der Sternenflotte nun wieder darauf, den normalen Antrieb weiterhin zu verbessern.
Aber nur weil die Sternenflotte das Experiment mit dem Transwarpantrieb nicht geglückt ist, heißt das keineswegs, dass man so etwas nicht schaffen kann. So hat man Kontakt mit Völkern, denen es gelungen ist, den Transwarpantrieb einzusetzen. Zu ihnen gehören die Voth und auch die Vaadwaur und die Turei. Die beiden letztgenannten benutzen ein Unterraum-Netzwerk. Die Borg können ebenfalls hohe Geschwindigkeiten sehr zuverlässig erreichen. Auch noch erwähnenswert wäre der Quanten-Slipstream-Antrieb von Arturis' Volk, den auch die "Voyager" mal versucht hat zu benutzen, aber diese Idee wird dann wegen ihrer Gefährlichkeit wieder aufgegeben. Auch einigen Schiffen der Sternenflotte gelang es solche Korridore zu bereisen, aber es ist der Sternenflotte noch nicht gelungen, einen wirksamen Transwarp-Antrieb selber zu bauen oder erfolgreich zu installieren.
Da man die Leistung des Warpantriebes stetig verbessern konnte, wurde 2366 eine Neueinteilung des Warp-Messsystems beschlossen. Nun war es möglich, des Öfteren auch Warp 9.9 zu erreichen, aber immer nur für eine kurze Zeitspanne. Warp 10 hingegen bleibt theoretisch, da diese nur 0.01 Steigerung gegenüber Warp 9.9 unmöglich ist. Die Wissenschaftler nehmen an, dass bei einer unendlichen Geschwindigkeit das Bewusstsein des Reisenden mit dem Raum-Zeit-Kontinuum verschmelzen würde. Dadurch wäre man theoretisch an allen Punkten des Universums gleichzeitig.
Im Jahre 2372 betreibt Tom Paris von der "Voyager" ein Flugtraining im Holodeck. In diesem Programm geht es um ein Shuttle, welches mit einer neuen Art von Dilithiumkristallen und einer Subraummaschine ausgestattet ist. Der Computer ist der Meinung, dass das Schiff Warp 10 erreichen kann. Kurze Zeit später bricht Tom mit dem Shuttle auf und er ist somit der erste Pilot der Sternenflotte, der Warp 10 erreicht.
Im Gegensatz zu dem Schiff - welches den Flug unbeschadet übersteht - erleidet Paris Schäden. So hat er erhöhte Serotonin-Werte und auch hatte er das Gefühl, sich überall gleichzeitig zu befinden. Nur fällt es ihm schwer, sich nun an alles zu erinnern. Er kann sich nur noch daran erinnern, dass Captain Janeway hoffte, dass er wieder zur "Voyager" zurückfinden würde. Dies ist auch der Grund, warum er den Flug ganz bewusst beendet. Leider ist es so, dass der menschliche Körper für Reisen mit Warp 10 noch nicht bereit ist. So verändert sich Tom's DNS, nachdem er den Flug absolviert hat. Er beginnt gegen Wasser allergisch zu reagieren, außerdem atmet er nun Stickstoff und Chloride.
In 24 Stunden entwickelt er sich zu einem Menschen, der in 4 Millionen Jahren existieren wird. In diesem Fall wird der Mensch zu einem vierbeinigen Reptil werden. Glücklicherweise kann der Doktor Paris wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen.
Schon im 20. Jahrhundert waren die Flugzeugingenieure der Meinung, dass der Mensch das schwächste Glied in der Kette sei. Ihren Kollegen im 24. Jahrhundert geht es im Übrigen auch nicht besser. Denn die Maschinen mögen viel vertragen, die Piloten hingegen vertragen nur ein Mindestmaß an Belastung. Aber die Ingenieure werden sicherlich auch noch einen Weg finden, dieses Problem zu lösen.
Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11013 Aufrufe; 0 Kommentare]