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Eine große Gefahr für die Föderation

Von Alexandra Wenk

Eine große Gefahr für die Föderation liebe Leser, was würden Sie nach dieser Überschrift erwarten? Dass es sich um einen gefährlichen Gegner, vielleicht die Borg oder das Dominion handelt? Oder um eine furchterregende Waffe? Wenn Sie darauf getippt haben, liegen Sie leider falsch. Denn die Bedrohung von der ich spreche, ist ein Molekül. Ja, so unglaublich es klingen mag, aber von dem sog. Omega-Molekül geht diese Gefahr aus.

Titelgrafik zum Focus

Bei der Sternzeit 51781 werden die Sensoren der "Voyager" auf ein Element aufmerksam, das nur den Captains und den Flottenoffizieren bekannt ist. Man hat dieses gefährliche, sehr energiereiche Molekül nach dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets - Omega - benannt. Die Föderation kennt kein anderes Molekül, das so energiereich ist. Zum Vergleich: Ein Omega-Molekül besitzt die Energie eines ganzen Warpkerns.

Janeway hat den Befehl, das Omega um jeden Preis zu zerstören, um so katastrophalen Folgen vorzubeugen. Man bezeichnet diesen Befehl als die Omega-Direktive. Das Besondere an dieser Direktive ist, dass sie wichtiger als alle anderen Anordnungen der Sternenflotte ist. Ja sie steht sogar noch über der Ersten Direktive, die die Nichteinmischung in Angelegenheiten anderer Völker beinhaltet.

Wenn ein Sternenflotten-Schiff das Omega-Molekül entdeckt, dann ist es darauf programmiert, sofort den Warpflug zu verlassen. Das Schiff kann Omega in einer Entfernung von über einem Lichtjahr erkennen. Geschieht dies, dann werden an alle Stationen die Sensoren abgeschaltet und auf jedem Bildschirm erscheint das Omegasymbol. Die Crew kann dagegen nichts unternehmen und muss dies alles tatenlos geschehen lassen.

Die einzige Möglichkeit, das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen, ist ein Geheimcode der Sicherheitsstufe 10. Mit diesem Code erhält man ebenfalls Zugang zu der Datei Omega 1, die mit Informationen über das Molekül vollgestopft ist. Der Computer folgt einem Programm und meldet dem Captain nach der Abschaltung sämtlicher Sensoren, dass die Omega-Direktive nun am Laufen ist und alle anderen Aufgaben in den Hintergrund geschoben hat. Die Sicherheitsmaßnahmen für Omega sind so streng, dass man sogar die Logbucheinträge, die während dieser Zeit gemacht werden, verschlüsseln muss. Dieses Vorgehen versteht man besser, wenn man zuerst einen Blick auf die Entstehungsgeschichte und die Erfahrungen mit Omega wirft.

Die Entstehung von Omega ist noch ein ungelöstes Geheimnis, obwohl es Theorien über seine Entstehung gibt. So glauben Föderationskosmologen, dass man Omega nur eine kurze Zeit in seinem natürlichen Status vorfinden konnte und zwar im Augenblick des Urknalls. Man nimmt an, dass Omega die wichtigste Energie bei diesem Vorgang war und somit auch zur Entstehung des Universums beitrug. Etwas später nahm an, dass schon eine kleine Kette von Omega-Molekülen genügen würde, um eine ganze Zivilisation versorgen zu können. Daher haben viele Rassen versucht, Omega aus Boronit Erz künstlich herzustellen - dies hatte jedoch immer katastrophale Folgen.

Ein Jahrhundert zuvor schaffte es ein Wissenschaftler der Sternenflotte namens Ketteract in seinem geheimen Labor, das sich im Lantaru-Sektor befand, ein künstlich geschaffenes Omega-Molekül für den Bruchteil einer Sekunde stabil zu halten. Heute kann man in diesem Gebiet nicht mehr auf Warp gehen, da sich Subraum-Risse bildeten. Auch bezahlten 126 führende Wissenschaftler ihren For-scherdrang mit dem Leben. Die Sternenflotte behauptete, dass die Subraum-Risse die Folge einer Naturkatastrophe seien. Aber das Kommando wusste es besser: Das Molekül ist in der Lage, den Subraum zu zerstören. Mit der Kettenreaktion von ein paar Molekülen ließe sich der Subraum eines ganzen Quadranten vernichten. Damit wären Warpflüge unmöglich.

Wenn ein Volk im Alpha-Quadranten mit Omega experimentieren sollte, würde die Sternenflotte sofort davon erfahren und sie würden ein Spezialistenteam entsenden - mit dem Auftrag, Omega zu zerstören.

Captain Janeway steht nun vor einem Dilemma, da sie sich nicht an die Sternenflotte wenden kann und um Hilfe bitten kann. Die einzige Person an Bord, die noch über Omega unterrichtet ist, ist Seven of Nine, die das Wissen der assimilierten Sternenflotten-Captains besitzt. Aber nicht nur die Sternenflotte hat versucht, die Energie des Moleküls zu kontrollieren, sondern auch schon die Borg. 2146, 229 Jahre bevor die "Voyager" auf Omega trifft, erfuhren die Borg durch Spezies 262 von Omega. So beschrieb Spezies 262 Omega mit folgenden Worten: "Eine mächtige Substanz, die den Himmel verbrennen könnte"

Dadurch wurde das Interesse der Borg geweckt und sie beschlossen 12 weitere Spezies zu assimilieren um hinter dieses Geheimnis zu kommen. Dann assimilierten sie endlich eine Spezies, die das wissenschaftliche Wissen über Omega hatte. Dieser Partikel kam für das Kollektiv der Perfektion am nächsten. Die Borg gaben dem Molekül den Namen 010 und sie führten auch eine Reihe von Versuchen mit ihm durch. Den Borg gelang es auch ein Molekül künstlich herzustellen und es für ein Milliardstel einer Nanosekunde stabil zu halten, aber seine Struktur brach dann doch noch zusammen. Die Borg versuchten - im Gegensatz zu der Föderation - das Molekül und seine Energie zu "zähmen". Das Resultat dieser Versuche waren 29 zerstörte Kuben mit insgesamt 600.000 Drohnen an Bord.

Es existieren viele Schutzmaßnahmen, um die beteiligten Wissenschaftler vor Omega zu schützen. Dazu gehören Multiphasen-Schilde, Duritaniumbeschitete Türen. Diese Maßnahmen erwiesen sich in der Vergangenheit als wirksam. Es kann zu hohen Temperaturen von bis zu 12.000 C kommen. Auch muss ein Retter, der sich in ein von Omega geschädigtes Gelände begeben soll, mit 20mg Orithrazin versorgt werden, da dies gegen die auftretende Strahlung hilft.

Die Sternenflotte hat zur Zerstörung von Omega spezielle Torpedos entwickelt, die mit einer gravimetrischen Ladung versehen werden, die mit einer Kraft von 80 Isotonnen ein Molekül zerstören kann. (Anmerkung: Eine solche Explosion ist in der Lage einen kleinen Planeten zu zerstören)

Im Gegensatz zu den Torpedos der Sternenflotte, haben die Borg eine harmonische Resonanzkammer entwickelt, die Omega eindämmen kann und es für eine kurze Weile stabil halten kann. Mit der Hilfe eines Volkes aus dem Delta-Quadranten, das mit dem Molekül experimentiert, gelingt es der "Voyager" eine Methode zu entwickeln, um Omega zu zerstören und sogar einer möglichen Kontrolle des Moleküls.

Seven gelingt es, die Resonanzkammer zu modifizieren, um so einen gegenteiligen Effekt zu erzielen. So wird nun eine Eindämmungsfrequenz von 1,68 Terahertz ausgesandt, dadurch gelingt es die Molekularbindungen von Omega aufzubrechen. Seven erlebt kurz vor der Zerstörung von Omega eine spontane Stabilisierung des Moleküls (sage und schreibe 3,2 Sekunden). Janeway hält weitere Experimente mit der Stabilisierung für zu gefährlich und befiehlt dennoch die Vernichtung von Omega.

Es bleibt abzuwarten, ob die Wissenschaftler der Sternenflotte (oder irgend jemand anders) eine Technologie finden werden, um Omega zu stabilisieren. Bis dahin wird die Sternenflotte dieses (um es mit den Worten der Borg zu sagen) perfekte Molekül weiterhin zerstören.

Folge:

"Voyager": "Die Omega-Direktive"

Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11356 Aufrufe; 0 Kommentare]


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