Von Alexandra Wenk
In der klingonischen Gesellschaft spielen die Häuser eine besondere Rolle. Jeder Klingone gehört oder dient einem Haus. Einige Klingonen führen Häuser oder gründen neue Häuser. Es gibt daher sowohl alte als auch junge Häuser. Manchmal sind die Häuser untereinander verfeindet. Ich werde Ihnen im folgenden zwei Häuser vorstellen, die wohl die bekanntesten sind: Das Haus von Duras und das Haus des Mogh.

Das Haus von Duras:
Für die meisten Klingonen sind ihre Ehre und ihr Mut wichtig. Es heißt, dass Ausnahmen die Regel bestätigen und die Familie Duras ist hierfür ein hervorragendes Beispiel.
2368 muss sich Duras' Sohn Toral vor dem klingonischen Hohen Rat wegen des Verrates seines Vaters verantworten. Bei dieser Gelegenheit macht er Kanzler Gowron gegenüber eine gewagte Vorhersage: "Die Duras-Familie wird eines Tages das Imperium beherrschen!" Die Schwestern des toten Duras, Lursa und B'Etor, die gemeinsam mit den Romulanern versuchten Gowron zu stürzen, sind deshalb des Verrates angeklagt.
Während dieser Zeit ist Toral noch ein Kind. Seine Behauptung an die Macht zu kommen, ist in seiner Familie schon so etwas wie Tradition, denn das Haus von Duras versucht nun schon seit drei Generationen an die Macht zu kommen und zwar immer mit Hilfe von verschwörerischen Allianzen.
So übermittelt Ja'rod, Duras' Vater, 2364 Verteidigungscodes an die Romulaner. So können sie Khitomer, einen klingonischen Außenposten, überfallen und dabei 4000 Klingonen, unter ihnen auch Ja'rod, töten. Durch seinen Tod bleiben seine Absichten im Dunklen. Sein Verrat bleibt 20 Jahre lang geheim.
Währenddessen kämpft sich sein Sohn Duras nach oben. Er hat auch den Wunsch das klingonische Imperium zu beherrschen. Als man ein romulanisches Schiff aufbringt, wird der Verrat Ja'rods bekannt. Aber Duras überredet den Rat die Wahrheit unter den Teppich zu kehren. Man schiebt die Schuld auf Mogh, einen Feind Ja'rods, der auch bei dem Angriff getötet wurde.
Worf, Moghs Sohn, erfährt die Wahrheit, aber er nimmt aus Rücksicht auf das Reich die Schuld auf sich. Duras vergiftet im folgendem Jahr den klingonischen Kanzler K'mpec. Die Botschafterin K'Ehleyr entdeckt Beweise, dass Duras sich mit den Romulanern verbündet hat und Gowron, seinen Mitstreiter um das Amt des Kanzlers, durch eine Bombe töten will.
Als sie ihn damit konfrontiert und ihn beschuldigt, das klingonische Imperium verraten zu haben, bringt er sie um. Duras wird kurz darauf von Worf getötet, der sein Recht auf Rache in Anspruch nimmt. Durch Duras' Tod wird Gowron 2367 Kanzler, aber Lursa und B'Etor bringen Toral, Duras' Sohn ins Spiel. Aber da er gerade erst den Ritus des Aufsteigens bestanden hat, bekommt er keinen Anspruch auf das Kanzleramt.
Die Duras-Schwestern stürzen das klingonische Imperium daraufhin in einen Bürgerkrieg, den sie mit Hilfe der Romulaner führen, die ihnen Nachschub liefern. Als das auffliegt, wird Toral Gowron ausgeliefert. Man klagt ihn wegen Verrats an und überlässt Worf die Entscheidung über sein Leben, um die Schande wiedergutzumachen, die das Haus von Duras über das Haus von Mogh gebracht hat.
Worf will den Jungen aber nicht für die Verbrechen seiner Familie zahlen lassen. Man sieht und hört von den Duras-Schwestern für mehr als 2 Jahre nichts mehr. Eine Vermutung ist, dass sie versuchen mit Waffenhandel an Geld zu kommen um einen neuen Versuch starten zu können, das Imperium zu erobern.
Im Jahre 2369 werden sie auf DS9 gesichtet, als sie an bajoranische Terroristen Sprengstoff verkaufen. Im nächsten Jahr läuft die Crew der Enterprise-D den Schwestern wieder über den Weg. Während der Untersuchung des Attentates auf Lt. Worf werden die Beiden bei einer illegalen Magnesit-Mine auf Kalla III aufgespürt. Kurz danach werden sie auf Ufandi III gestellt, als sie ihre Fracht loswerden wollen.
Es stellt sich heraus, dass die Schwestern ausnahmsweise Mal nichts mit dem Attentat zu tun haben. Der Täter war ein Zeitreisender. Das Wappen auf dem Messer deutet daraufhin, dass der Täter aus dem Haus von Duras stammt. Dies gewinnt an Bedeutung, da B'Etor seit kurzer Zeit weiß, dass sie schwanger ist. Zum letzten Mal sieht man die Duras-Schwestern 2371, wobei man nicht weiß, was aus dem Kind von B'Etor geworden ist.
Die beiden handeln Trilithium mit Dr. Soran. Die Beiden hoffen mit dieser mächtigen Waffe, wie könnte es auch anders sein, die klingonische Regierung stürzen zu können. Bei einem Kampf mit der Enterprise-D wird ihr Schiff zerstört und sie beide getötet. Doch damit enden die Versuche des Haus von Duras an die Macht zu kommen noch nicht.
Toral versucht 2372 wieder sein Haus an die Macht zu bringen. Toral belauscht Kor, der davon redet, dass er weiß, wo sich das Schwert des Kahless möglicherweise befindet. Dieses Schwert ist eine Legende und jeder, der es führt, kann sich sicher sein, dass ihm viele Klingonen folgen werden.
Toral beschließt also Kor, Worf und Jadzia Dax bei ihrer Suche zu folgen und so führen ihn die Drei schließlich zu einem Planeten im Gamma-Quadranten. Als Kor das Schwert gefunden hat, versuchen Toral und seine Männer das Schwert zu stehlen. Sie scheitern aber bei ihrem Versuch.
Im Moment ist unklar ob jemals ein Klingone aus dem Hause des Duras das klingonische Imperium beherrschen wird. Vielleicht werden Toral oder B'Etors Kind oder eine nachfolgende Generation eines Tages Erfolg haben.
Das Haus des Mogh:
Die Geschichte des Klingonischen Imperiums und des Hauses von Mogh sind eng miteinander verflochten und sie prägen sie auch. Im Haus des Mogh gibt es ein Hoch und Runter: Einmal ist es der Inbegriff des Mutes und der Ehre, ein anderes Mal hat es eine große Schande auf sich geladen. Und trotz diesem Hin und Her beeinflussen die Söhne des Mogh mehrmals die Geschichte des Imperiums.
Das Oberhaupt dieses einst so mächtigen Hauses ist Mogh. Dieser hat 2 Söhne, Worf und Kurn. Mogh ist ein ehrenhafter Krieger gewesen. Er hat auch schon zusammen mit K'mpec, dem späteren Führer des Hohen Rates, gekämpft. Mogh hat 2364 den Verdacht, dass sein Rivale Ja'rod gemeinsame Sache mit den Romulanern macht. Deshalb folgt er ihm zum Khitomer-Außenposten.
Aber er kann den Angriff der Romulaner auf den Außenposten nicht mehr verhindern. Die Beiden kommen bei dem Angriff ums Leben. Mogh's Sohn Worf, der 6 Jahre alt ist, wird von dem Stabsbootsmann der U.S.S. Intrepid NCC-1631, Sergey Rozhenko gerettet und adoptiert. Worfs jüngerer Bruder Kurn ist zu diesem Zeitpunkt bei einem Freund der Familie auf Kronos. Dieser glaubt, dass Kurn nun ein Waise ist und zieht ihn als seinen Sohn auf. Man sagt Kurn erst, dass er adoptiert ist, als er das Aufstiegsalter erreicht.
Sein Bruder Worf wächst bei Menschen auf und tritt der Sternenflotte bei. Als man 20 Jahre nach dem Khitomer-Massaker auf Beweise stößt, die Ja'rod entlarven, überredet sein Sohn Duras, inzwischen ein einflussreiches Mitglied des Hohen Rates, den Verrat auf Mogh abzuwälzen.
Kurn, der nun Kommandeur in der klingonischen Streitmacht ist, verlangt von seinem Bruder Worf die Ehre der Familie wieder herzustellen und gegen das Urteil des Hohen Rates vorzugehen. K'mpec bittet Worf zum Wohl des Reiches auf seine Herausforderung zu verzichten. Worf sieht die Notwendigkeit ein und akzeptiert die Entehrung und somit auch eine 7 Generationen währende Schande.
Die Brüder wissen, dass sie warten müssen bis sie ihre Ehre wieder herstellen können. Kurn, der seine wahre Identität nicht enthüllt, muss mit ansehen wie Worf seine Ehre genommen wird. Worf beschließt 2367 wieder mit der Herstellung der Familienehre zu beginnen. K'mpec weiß, dass er an einem langsam wirkenden Gift stirbt, dass ihm nur von einem seiner zwei miteinander konkurrierenden Nachfolger, Duras und Gowron, verabreicht werden konnte. Daher macht er Captain Picard zu seinem Nachfolgeschlichter.
Da Picard Zeit braucht um den Mörder von K'mpec zu finden, zögert er die Zeremonie heraus. K'Ehleyr, die klingonische Botschafterin der Föderation, entdeckt, dass Duras K'mpecs Mörder ist und dass er mit den Romulanern gemeinsame Sache macht. Wegen dieses Wissens tötet Duras sie.
Worf, der Vater von K'Ehleyrs Kind, fordert sein Recht auf Rache und tötet Duras. Damit ist der Weg für Gowron frei und der wichtigste Widersacher im Kampf um die Reinwaschung der Familienehre ist beseitigt. Leider steht das Reich nun am Rande eines Bürgerkrieges, da Lursa und B'Etor den Anspruch Gowron's anfechten.
Worf kann Kurn überreden Gowron zur Seite zu stehen um im Gegenzug die Wiederherstellung des Haus von Mogh zu erhalten. Als rauskommt, dass die Schwestern mit den Romulanern gemeinsame Sache machen, werden sie als Verräter gebrandmarkt und unterliegen. Gowron revanchiert sich für Worf's und Kurn's Hilfe, indem er die Familienehre des Mogh wiederherstellt, Worfs persönliche Schande zurücknimmt und Kurn, als Sohn des Mogh, einen Sitz im Hohen Rat gibt.
Das Haus von Mogh hat nur bis 2372 eine gute Beziehung zum Reich. Da sich Worf weigert auf Gowrons Bitte an der Invasion von Cardassia teilzunehmen. Gowron spricht aus Wut dem Haus von Mogh alle Ländereien und Titel wieder ab. Worfs Taten haben auch für Kurn Folgen, der aus dem hohen Rat geschmissen wird und sich wie sein Bruder nicht mehr in klingonischem Gebiet aufhalten darf.
Kurn reist zu seinem Bruder nach DS9 um ihn zu bitten ihm beim Mauk-to'Vor, dem rituellen Selbstmord zu helfen. Worf tut dies aber nicht und Kurn muss sich weiter nach dem Tod sehnen. Worf beschließt, dass man Kurns Gesicht verändert und sein Gedächtnis gelöscht wird. Kurn ist nun Rodek, Sohn des Nogora und lebt nun in einem anderen Haus.
Im Jahr 2373 hört das Haus des Mogh auf zu existieren, als General Martok Worf einen Platz in seinem Haus anbietet. Etwas später tritt auch Alexander, Worfs Sohn, dem Haus des Martok bei. Nach vielen Irrungen und Wirrungen hat das Haus des Mogh schlussendlich doch noch einen ehrenvollen Platz gefunden.
Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11396 Aufrufe; 0 Kommentare]