Von Alexandra Wenk
nuqneH zu dem heutigen Artikel, wie ihr bestimmt schon bemerkt habt, wird sich heute alles um die Klingonen drehen, deshalb habe ich mir 4 verschiedene Traditionen herausgesucht und zwar die Aufstiegsrituale, den klingonischen Tag der Ehre, klingonische Hochzeiten und die Kot'baval-Zeremonie. Das Wort am Anfang ist übrigens die klingonische Begrüßung welche übersetzt soviel bedeutet wie 'Was willst du?'. Ich wünsche euch nun genauso viel Spaß beim Lesen wie ich Spaß beim Schreiben hatte.

Aufstiegsrituale
Dieser Ritus ist der Übergang eines klingonischen Jugendlichen zu einem vollwertigen Krieger. Dieser erste Test wird von den Klingonen der "Erste Aufstiegsritus" genannt. Diese Zeremonie bestimmt das zukünftige Leben des Prüflings und daher wird das Kind schon früh trainiert. Im Alter von 8 Jahren soll der zukünftige Krieger schon die kor'tova-Kerze entzünden können, welche für das Feuer im Herzens des Kriegers steht. Schafft das Kind dieses Ritual nicht, kann es nie zu einem Krieger werden und wird für immer als ein Bürger zweiter Klasse gelten.
Nach dem "Ersten Aufstiegsritus" ist der Weg zu einem Mann noch nicht abgeschlossen, er muß erst noch den "Zweiten Aufstiegsritus" bestehen. Dabei werden sie spirituellen Kräfte des Kriegers getestet. Zu diesem Zweck muß er eine Folter mit Schmerzstöcken über sich ergehen lassen, wobei er seine innersten Gefühle zeigen soll. Lt. Worf und sein Bruder Kurn legten diesen zweiten Schritt auf dem Weg zu einem Krieger im Alter von 15 Jahren ab. Bei diesem Ritual ist der Raum durch einen Metallweg in zwei Hälften aufgeteilt. Auf erhöhten Plattformen stehen 8 klingonische Krieger von denen jeder einen Schmerzstock trägt. Der Krieger eröffnet das Ritual mit folgenden Worten: "DaHjaj Suvwel'e'jlH. tlgwlj Sa'angNIS. 'Iw blQtlqDaq jljaH." ("Heute bin ich ein Krieger. Ich muß dir mein Herz zeigen. Ich reise auf dem Weg des Blutes.") Wenn er das erste Paar der 8 Klingonen erreicht spricht er folgende Worte: "jibechrup may'vllos" (dazu kenne ich leider nicht die genaue Übersetzung), aber das ist das Zeichen für die Krieger, dass sie mit ihren Stöcken auf den Prüfling losgehen können. Wenn der Prüfling das letzte Paar Krieger überlebt, ist der Ritus beendet.
Der klingonische Tag der Ehre
An diesem besonderen Tag überprüfen die klingonischen Krieger ihr Verhalten im letzten Jahr und schauen ob sie den Richtlinien genügen, die der größte Krieger. Kahless der Unvergessliche, festgelegt hat. Traditionellerweise servieren klingonische Familien an diesem Tag eine Blutpastete. Wenn der Klingone den Tag der Ehre feiert, begibt er sich dazu in die Höhlen des Kahless. Diese Höhlen werden nur durch Kerzen und Fackeln erleuchtet um die richtige Stimmung zu schaffen. Dem Krieger tritt nun ein traditionell gekleideter Prüfer entgegen, der ihn fragt: "Qu'pla! Welcher Krieger steht hier?"
Nun nennt der Krieger seinen Namen und der Prüfer antwortet daraufhin: "Bist du gekommen um deine Ehre zu prüfen? Bist du bereit das Ritual bis zum Ende durchzustehen?" Nun beginnt erst die eigentliche Zeremonie, die sich gewöhnlich über einen längeren Zeitraum hinzieht. Zuerst muß der Krieger das Herz eines geweihten Targs essen. Danach kommt der Aufruf "Paklohr" und der Krieger nimmt sich ein Stück des Herzens und ißt es, wodurch die Tapferkeit von dem Targ auf den Krieger übergehen soll. Anschließend muß er noch mot'loch aus dem Gral des Kahless trinken. Gleichzeitig erklärt der Prüfer: "Kahless vernichtete seine Feinde auf dem Feld des Blutes und gründete ein mächtiges Reich. Hast du dich seiner würdig erwiesen?" Ganz gleich was auch immer der Krieger antwortet, der Prüfer fragt nach um den Krieger zu zwingen seine Taten zu rechtfertigen.
Sollte der Prüfer nicht von der Tapferkeit des Kriegers überzeugt sein, muß er seinen Mut beweisen indem er das Ritual der 20 Schmerzstöcke über sich ergehen läßt, danach muß er sich mit einem Meister des bat'leth im Kampf messen. Der letzte Test ist eine Durchquerung der Schwefellagunen von Gorath. Trotz dieser harten Prüfungen ist es für die klingonischen Krieger unvorstellbar sich davor zu drücken. Sollte er versuchen sich vor dem Ende der Prüfungen davonzustehlen wird er als "p'thak" beschimpft und riskiert in Unehre und Verachtung zu fallen.
Außerdem droht ihm der Ausschluß aus der Gesellschaft. Eine Klingonin die sich weigert den Tag der Ehre zu begehen ist B'Elanna Torres von der Voyager, da sie Angst vor ihrem klingonischen Erbe hat. Aber die meisten Klingonen lieben den Tag der Ehre, da sie an ihm ihren Mut beweisen können. Zudem gibt es auch noch das leckere Targherz und den mot'loch, was schon für einige Klingonen Grund genug ist das Ritual zu feiern. Sollte euch der Tag der Ehre gefallen haben, gibt es ein Buchreihe, die beim Heyne-Verlag erschienen ist und alle 5 Serien umfaßt.
Die Bücher sind folgende:
Classic: Tag der Ehre - 4: Das Gesetz des Verrats
TNG: Tag der Ehre - 1: Altes Blut
DS9: Tag der Ehre - 2: Der Himmel von Armageddon
Voy: Tag der Ehre - 3: Ihre klingonische Seele
Starfleet Kadetten: Tag der Ehre - 5: Ehrensache
Wenn ihr wissen wollt wie die Bücher so sind, wartet einfach auf die Kritiken von Katrin, die sicher noch kommen werden.
Klingonische Hochzeiten
Hochzeiten bei Klingonen sind durch starke Regeln bestimmt, deshalb kann die Planung der Zeremonie auch Monate in Anspruch nehmen. Die Hochzeitszeremonie beginnt z.B. mit der rituellen Opferung eines targ, da wenigstens etwas Blut vergossen werden soll, bevor die Gäste essen können. Nach dem Schwur muß die Braut dem Herren des Hauses ihre d'h tagh reichen um in sein Haus aufgenommen zu werden.
Doch bevor diese Zeremonie durchgeführt wird, müssen die Brautleute noch einige Rituale über sich ergehen lassen. 4 Tage vor der Hochzeit muß sich der Bräutigam auf eine spirituelle Reise, dem Kal'Hyah (Pfad der Klarheit) begeben. Auf dieser Reise begleiten ihn sein Tawi'Yan (Schwertträger) und seinen engsten Freunde. In feierlichen Roben gekleidet gehen die Männer in die Höhlen ihrer Vorfahren auf der klingonischen Heimatwelt. In besonderen Fällen, wie dem von Com. Worf, werden sie in der Holosuite nachgebildet.
An den Wänden befinden sich klingonische Hieroglyphen, für die richtige Atmosphäre sorgen Fackeln und eine große Feuerstelle. Seine Begleiter bekommen von dem Bräutigam je eine ma'Staka (einen Holzstab mit einem schweren Stein am oberen Ende), mit denen sie am Ende der Hochzeitszeremonie die Brautleute angreifen sollen. Dies soll an den Angriff auf Kahless und Lukara erinnern, die beide kurz nach ihrer Hochzeit beinahe von Molors Truppen getötet worden wären. Die Prüfungen bestehen aus den Teilen Blut, Schmerz, Opfer, Wut und Tod. In der Höhle finden die Krieger einen gedeckten Tisch mit reichlich Trunk und Essen vor, welcher aber nur zur Versuchung der Prüflinge dient, die sog. Prüfung des Entsagens, die bis zur Hochzeit dauernd.
Die Männer sollen den Hunger und das Feuer miteinander verschmelzen lassen. Bei der Prüfung des Blutes wird ein mit Widerhaken versehenes Schwert geschärft und danach werden den Männern damit Schnitte zugefügt. Dazu ein traditionelles klingonisches Sprichwort: "Lasst Ströme aus unseren Adern fließen und den Boden mit unserem Opfer beflecken." In einem anderen Ritual hängen die Männer mit Ketten an den Handgelenken an der Höhlendecke. Leider kenne ich die Details über die anderen Prüfungen nicht, solltet ihr mal einen Klingonen treffen fragt ihn danach und schreibt es mir dann.
Während ihr zukünftiger Mann sich auf dem Weg der Klarheit befindet, muß die Braut versuchen das Wohlwollen der Herrin des Hauses gewinnen. Zur Begrüssung der Herrin werden var'Hama Kerzen angezündet, welche aus den Schultern von 3 Targs hergestellt wurden, die rituell geopfert und zu Talg verarbeitet wurden und aus denen die Braut eigenhändig Kerzen machte. Zur Begrüssung sagt die Braut: "Tuq son bosh mok A'Beh [Name der Herrin] koh. E'Gagh vet moh." ("Tretet in mein Haus ein und seid willkommen. Möge es Eurer würdig sein"). Die Herrin erwidert darauf: "Eck'tah roh masa qee'Plok" ("Möge diese der erste von vielen Besuchen sein"). Die Braut muß die Familiengeschichte der Herrin wissen und muß auch zwei schwere Kessel auf Säulen abstellen und dabei ein klingonisches Sprichwort aufsagen.
Wenn diese Tests vorbei sind, kann endlich geheiratet werden. Die Hochzeitskapelle wird von Kerzen und Fackeln erhellt, die Gefährten des Bräutigams stehen mit ihren ma'Stakas in der ersten Reihe. Klingonische Trommeln beginnen nun zu spielen und der Tai'Yan kommt herein und überreicht dem Brautpaar bat'leths. Dann erzählt die Herrin des Hauses die Geschichte der zwei klingonischen Herzen. Dabei geht der Bräutigam auf die Braut los, welche den Schlag pariert. Die Herrin fragt die beiden nun ob sie gegenseitig immer füreinander da sein werden. Stimmen beide zu, gelten sie als verheiratet. Nun macht die Braut einen Knicks vor der Herrin des Hauses und wird in das Haus aufgenommen. Am Schluß greifen die Gefährten des Bräutigams das Paar noch symbolisch mit ihren Waffen an.
Die Kot'baval-Zeremonie
Bei der alljährlichen Kot'baval-Zeremonie wird der Sieg Kahless des Unvergesslichen über den Tyrannen Molor gefeiert, der damit das gesamte klingonische Volk von der Tyrannei erlöste. Die prächtigste Kot'baval-Zeremonie findet auf der klingonischen Heimatwelt Qo'nos statt. In jedem Dorf werden mit Hilfe von Liedern und Gedichten die Ereignisse dieses Tages immer wieder erzählt, der die klingonische Geschichte auf immer verändern sollte. Sogar auf den abgelegensten Kolonien des klingonischen Imperiums wird dieser Festtag begangen.
Auf einem Hauptplatz entsteht ein Treiben aus Gerüchen, Farben und Klängen. Der klingonische Mythos erwacht mit Hilfe farbenfroher Artefakte und Fahnen zum Leben. Auf dem Platz befinden sich Feuerschlucker, Jongleure und Sänger. Ein klingonisches Straßenoperensemble stellt die historischen Ereignisse nach. Aber diese Art von Vorführung ist nur etwas für Klingonen, da 2 Krieger laut singen aufeinander losgehen. Der Höhepunkt des gesamten Festes ist der Kampf zwischen Kahless und Molor - zwischen Gut und Böse - er wird auf no'hol der feierlichen altklingonischen Sprache gesprochen. Der größere Kämpfer besiegt schließlich seinen Gegner, schwingt das bat'leth über dem Kopf des Besiegten und bricht in Triumphgeheul aus. Dieser Klingone ist der Tyrann Molor. Der gefallene Krieger schaut in die Menge und fragt: "Nok'tar be'got, hosh'ar te'not?" ("Bringt niemand den Mut auf sich Molor zu stellen?")
Natürlich findet sich in der Menge immer ein Herausforderer, der mit den gesungenen Worten: "Ki'rok Molor, ki'rok" die Herausforderung annimmt. Anschließend schnappt er sich die Waffe des Besiegten Kriegers und geht mit den Worten "Ni'tokor bak'to!" auf Molor los. Aber wer auch immer Molor angreift, er bleibt unbesiegbar. Erst als der erste Darsteller, nun als Kahless, wieder erscheint und die Worte "Nok'til Kahless. Molor gik'tal" an Molor richtet. Die beiden gehen nun aufeinander los und die Menge ist gefesselt von dem Kampf. Sie fühlen sich, als ob an diesem historischen Tag dabeigewesen wären. Mit dem Tod Molors ist die Kot'baval-Zeremonie beendet.
Ich hoffe dieser Artikel hat euch gefallen. Ich möchte betonen, dass diese 4 Traditionen nur ein kleiner Ausschnitt aus der gesamten klingonischen Kultur sind. Und nun verabschiede ich mich mit einem meiner klingonischen Lieblingssprüchen: "bortaS blr jablu'DI' reH QaQqu'nay'" ("Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.")
Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11307 Aufrufe; 0 Kommentare]