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Gleichberechtigung - ein Fremdwort

Von Alexandra Wenk

Im ST-Universum herrscht zum Großteil Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Eine Ausnahme von dieser Regel sind die Ferengi. Denn bis auf einige wenige Beispiele akzeptieren die Ferengi-Frauen ihren geringen Status und fügen sich den Regeln ihrer Gesellschaft.

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Die Gesellschaft der Ferengi besteht darauf, dass die Frauen den Männern schon von Natur aus unterlegen sind und dass sie dies widerspruchslos zu akzeptieren haben. Damit gleicht diese Gesellschaft auch der der Menschen in der Vergangenheit.

So wird den Frauen per Gesetz verboten, Profit zu machen oder Eigentum zu besitzen. Wenn eine Frau ihrem Mann einen finanziellen Rat gibt und dieser ihn annimmt, gilt es schon als illegal. Desweiteren ist es den Frauen verboten, lesen zu lernen, oder zu reisen. Da sie nicht lesen können, ist es einer Frau auch unmöglich, aus den Erwerbsregeln - der Grundlage der Ferengikultur - zu zitieren. Auch dürfen sie ihrem Mann nicht widersprechen. Den Frauen ist es nicht einmal gestattet mit Männern Tongo zu spielen.

Die Ferngi-Frauen dürfen sich nicht mit Fremden unterhalten und ihre Kleidung lässt sich mit einem Wort beschrieben: NICHTS. Dazu muss man die Sichtweise der Ferengi verstehen. Denn wenn eine Frau Kleidung trägt, wirkt dies sexuell aufreizend auf Männer und lädt sie dazu ein, sie auszuziehen. Die einzigen körperlichen Unterschiede zwischen den Männern und den Frauen der Ferengi sind die Ohren und die Körpergröße. Die Frauen haben nämlich kleinere Ohren und sind auch nicht so groß wie die Männer.

Dadurch, dass die Frauen keinen richtigen Platz in der Gesellschaft haben, leiten sie ihren Status von dem ihres Mannes ab. Die Frauen sind deshalb daran interessiert, eine möglichst gute Partie zu machen. Wenn Ferengi die Ehe eingehen, geht es nicht darum, mit dem Partner alles zu teilen, vor allem wenn es ums Vermögen geht. Bei dieser Gelegenheit zitieren die Ferengi-Männer gerne die 94. Erwerbsregel: "Frauen und Finanzen passen nicht zusammen."

Wenn ein Frau einen Mann heiraten will, kann sie dies nur tun, wenn sie vorher eine Verzichtserklärung auf Besitz und Verzicht - kurz VBP - zu unterschreiben. Die VBP bedeutet, dass sie im Falle des Endes der Ehe jeden Anspruch auf das Eigentum des Mannes aufgibt. Aber dies bedeutet nicht, dass Väter und Töchter das Gesetz nicht zu ihren Gunsten benutzen.

So unterzeichnet Rom's erste Frau, Prinadora, einen Standard-Heiratsvertrag mit ihm, da Rom den Wunsch hegt, ein Kind zu bekommen. Dies ist auf Fernginar ein übliches Geschäft. Rom aber hat das Pech, sich in seine Frau zu verlieben und will den Vertrag verlängern. Er unterschreibt die Verlängerung, ohne sich den Vertrag noch einmal anzuschauen und als Dank dafür, schwindelt ihm Prinadoras Vater sein ganzes Vermögen ab. Seine Frau verlässt Rom und ihren gemeinsamen Sohn Nog und heiratet einen reicheren Ferengi.

Für Ferengi ist es natürlich, dass jede Frau ihren Preis hat. Man betrachtet es als ein Zeichen von Verhandlungsgeschick von ihr, das zu bekommen, was man will. Auch setzen sie zu diesem Zweck Blumen, Geschenke und Schmeicheleien ein. So bekommt Lwaxana Troi von DaiMon Tog Perikulien geschenkt.

Der ideale Ehemann ist reich, hat große Ohrläppchen, die auf seine Profit-Potenz hinzuweisen. Die ideale Ferengi-Frau unterstützt immer ihre Kinder und sie muss auch immer Zeit haben, ihnen zuzuhören und ihnen die Angst nehmen können, wenn sie sich fürchten.

Die Frauen kauen ihren Männern meist das Essen vor. Auch achten sie darauf, dass die Zähne der Männer immer geschliffen und ihre Ohren gewaschen werden. Die oft sehr prunkvollen Haupträume im Haus einer Frau stehen im Gegensatz zu ihrem meist strengen und schlichten Schlafzimmer. Die Aufgabe der Männer ist es , den Frauen ein Zuhause und Nahrung zu geben. Wenn es keinen Ehemann mehr gibt, ist einer der Söhne dazu verpflichtet, seiner Mutter ein monatliches Gehalt zu schicken. Auch werden die Ferengi-Männer für alle Verbrechen, die ihre Ehefrauen oder Mütter begehen, verantwortlich gemacht.

Sollte eine Frau es wagen und wieder aller Regeln Profit erwirtschaften, hat das männliche Oberhaupt des Haushaltes die Pflicht, sie zu zwingen, ein Geständnis zu unterschreiben und ihre Komplizen zu benennen. Die Ferengi-Männer gehen immer davon aus, dass ein anderer Mann im Spiel ist, wenn eine Frau Profit macht. Denn die Frauen sind doch für so etwas zu dumm. Sollte die Frau sich weigern das Geständnis zu unterschreiben, wird sie verkauft, um einen Erziehungsdienst leisten zu können.

Auch wenn Frauen theoretisch keinen Einfluss haben sollten, sieht die Realität (natürlich) anders aus. Ein Beispiel dafür ist Ishka, die Mutter von Quark und Rom, die im Verborgenen eine wichtige Rolle bei den Geschäften der Ferengi spielt. Ishka nimmt kein Blatt vor den Mund und tut ihre Meinung kund. Auch weigert sie sich nackt herumzulaufen und trägt statt dessen Kleidung. Sie schafft es auch im Geheimen ein großes Vermögen anzuhäufen. Als die Ferengi-Handelskammer ihr 2372 auf die Schliche kommt, gelingt es ihr, ihr Profit zu verstecken.

Ishka lernt bei den Globalen Tongo-Meisterschaften den Großen Nagus Zek kennen und hilft ihm fortan, die Geschäfte des Ferengi-Imperiums zu leiten. Während dieser Zusammenarbeit verliebt sich Zek in diese ungewöhnliche Frau und da sein Gedächtnis immer mehr nachlässt, beginnt er sich immer mehr auf sie zu verlassen. Im Gegenzug für ihre Hilfe sieht der Nagus über ihre Aktivitäten großzügig hinweg und er hält ihre Beteiligung streng geheim.

Ihskas Erfolge in der Welt des Profits widerlegen die Annahme, dass Frauen keinen Profit erzielen können und zeigen, dass dies nur Vorurteile sind, die von den Männern verbreitet werden. Denn unter ihrer Regie blüht die Ferengiwirtschaft richtig auf und Zek gewinnt an Beliebtheit. Aber Zek denkt nicht, dass es richtig ist zu enthüllen, dass ihm eine Frau bei den Geschäften hilft. Für eine Zeit scheint es, dass sich auch durch Ihskas Erfolge nichts auf Ferenginar ändern wird. Aber da Rom zum neuen Nagus ernannt wird, besteht nun auch für die Frauen die Chance, dass sich ihre Situation ändern wird. Doch das wird die Zukunft zeigen.

Artikel geschrieben von Alexandra Wenk (aw); aktualisiert am 25.10.2004 [11259 Aufrufe; 0 Kommentare]


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