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"Star Trek X: Nemesis"-Countdown, Teil 9

Wie an jedem Sonntag präsentieren wir Ihnen auch diese Woche einen Teil unserer beliebten Countdown-Serie, welche die Wartezeit auf "Nemesis" mit Artikeln rund um das Thema "Star Trek im Kino" versüßt. Im Teil 9 erfahren Sie alles über "Star Trek VII: Treffen der Generationen"

Nach "Das unentdeckte Land" war also die Ära von Kirk, Spock, Pille, Scotty, Sulu, Chekov und Uhura zu Ende gegangen. Es war nun an der Zeit, dass die neuen Helden des Franchise den Staffelstab übernahmen und alleine für die Fortführung des "Star Trek"-Universums im Kino zu sorgen hatten. Doch so ganz ohne Hilfe sollte der nächste Kinofilm nicht über die Bühne gehen.

Also erst mal kurz zur Handlung des Films. Beim Jungfernflug der neuen "Enterprise-B" - an dem auch Kirk teilnimmt - muss das Schiff zwei anderen Schiffen zu Hilfe kommen, die in einem Energieband gefangen sind. Bei dieser Aktion stirbt Kirk. 80 Jahre später trifft die "Enterprise-D" auf Dr. Soran, dieser war vor 80 Jahren auf einem der Raumschiffe, die im Energieband waren. Und genau da will er wieder hin, denn dieses Band ist der Nexus, das Paradies auf Erden. Es gelingt Soran auch - wobei die "Enterprise" und ein ganzes Sonnensystem vernichtet wird. Aber Picard ist auch im Nexus und findet dort Kirk und die beiden kehren in die Vergangenheit zurück, um Soran zu stoppen. Kirk stirbt diesmal wirklich und die "Enterprise" wird zerstört.

Schon nach "Das unentdeckte Land" wurden Vermutungen laut, dass es bald einen Kinofilm der "Das nächste Jahrhundert"-Crew geben würde, denn schon seit längerem machte man sich bei Paramount mit dem Gedanken vertraut, die Serie nach der 7. Staffel abzusetzen. Es war klar, dass eine 8. Staffel nicht so viel Geld einspielen konnte wie ein Kinofilm und des Weiteren konnte man auch "Das nächste Jahrhundert" durch eine neue Serie ersetzen. Bei dieser Serie könnten sich die Verantwortlichen bei Paramount vorteilhaftere Verträge sichern als bei "Das nächste Jahrhundert". Daher waren die Weichen für einen Wechsel ins Kino von Picard & Co. gestellt.

Als dann das Ende von "Das nächste Jahrhundert" als Serie nahte, wusste jeder, dass mit dem letzten Zweiteiler "Gestern, Heute, Morgen" nicht alles aus war. Denn schon 4 Tage nach Abschluss der Dreharbeiten an der Serie, begannen die Dreharbeiten für den neuen Kinofilm. Dies setzte natürlich voraus, dass während die Dreharbeiten bei "Das nächste Jahrhundert" noch liefen, das Konzept des Filmes erstellt werden musste. Daher begann Rick Berman schon Anfang 1993 mit der Arbeit. Berman beauftragte sowohl Maurice Hurley als auch Brannon Braga und Ron Moore damit, eine Geschichte zu entwerfen. Am Schluss setzte sich die Idee von Braga und Moore durch.

Die beiden Autoren mussten sich nun darüber Gedanken machen, wie man beide Generationen - denn Berman wollte auch die alten Recken dabei haben - in ein und demselben Film unterbringen könne. Von der ursprünglichen Idee jedem der sieben Charaktere der alten Mannschaft eine Szene zu geben, musste man Abstand gewinnen, da es in der Zeit, die für Kirk & Co. gedacht war, nicht realisierbar war. Danach entschloss man sich das alte Triumvirat - Kirk, Spock, Pille - zu nehmen. Man hatte auch Shatner schon unter Vertrag, doch sowohl Nimoy als auch Kelley lehnten das Angebot ab. Kelley war der Ansicht, dass sein Charakter beim Vorgänger ein würdiges Ende gehabt hätte. Daher wurden James Doohan und Walter Koenig gebeten, ihre Rollen noch ein letztes Mal aufzunehmen. Nachdem das geklärt war, gewann das Drehbuch immer mehr an Konturen. Ab und an wurden noch Szenen von Kirk umgeschrieben, da Shatner der Ansicht war, dass sie nicht zu seinem Charakter passen würden.

Das nächste Problem stellte der Übergang zwischen Kirks Verschwinden und dem Auftauchen der nächsten Generation dar. Zuerst wollten die beiden Autoren auf die teilweise geglückte Rettungsmission der "Enterprise-B" den Angriff der Romulaner auf das Amargosa Observatorium folgen lassen. Schließlich erkannten die Beiden aber, dass das dann zuviel Action auf einmal gewesen wäre und nach dem Prolog sollte nun Worfs Beförderung folgen - was nebenbei bemerkt auch eine schöne Einstiegsszene für die junge Generation ist. Auch mussten die Beiden sich bemühen, dass jeder Charakter im Film wenigstens eine Szene bekommen würde. Eine Aufgabe, die bei einer Crew von sieben Darstellern nicht leicht ist.

Nun wurde sich an die Suche nach einem Regisseur gemacht. Berman kam schließlich zum Entschluss, jemanden zu verpflichten, der bereits Erfahrung bei "Das nächste Jahrhundert" gesammelt hatte, da ein solcher Regisseur das Flair der Serie auch auf die Leinwand bringen konnte. Der glückliche Gewinner war David Carson, der auch beim Pilotfilm von "Deep Space Nine" im Regiestuhl gesessen hatte. Und Berman bereute seine Wahl nicht, denn Carson ging mit sehr viel Leidenschaft an seine Arbeiten und zwischen den beiden entwickelte sich eine gute Arbeitsbeziehung.

Eine Erfahrung teilte sich Carson mit den Maskenbildern: Die Inszenierung eines Kinofilms unterscheidet sich deutlich von einer Fernsehserie. So sah man kleine Mängel bei den Masken, die im Fernsehen nicht auffielen, auf der großen Leinwand sofort und daher mussten auch alle Maskenbildner noch sorgfältiger als sonst arbeiten.

Und auch bei diesem Film mussten die Fans einiges verdauen. So war es sehr schön, die beiden Captains der "Enterprise" nebeneinander zu sehen und zu erkennen, dass beide auf ihre Weise gute Captains sind. Dazu muss man wissen, dass die Fans lange rätselten, wer von den beiden der bessere Captain sei. Der Film zeigte, dass die beiden zwar unterschiedlich sind, sich aber in nichts nachstehen.

Kehren wir nun wieder zum Ausgangspunkt - dem Verdauen - zurück. Die Fans mussten nun endgültig Abschied von Captain Kirk nehmen, der hier seinen unwiderruflichen Tod erlebte (sieht man mal von Shatners Romanserie ab). Doch Shatner hatte einen Abgang, der gut zu seinem Alter Ego passte. So stirbt er als Held, der ohne zu zögern sein Leben opfert, um viele andere zu retten. Neben diesem Abschied verloren nun die Fans ein zweites Mal ein geliebtes Schiff. Denn genau wie für Kirk war auch das "Treffen der Generationen" für die "Enterprise-D" ein Abenteuer ohne Wiederkehr. Für die Zerstörung des Schiffes und die übrigen Spezialeffekte waren mal wieder die Mannen von ILM zuständig.

Auch in "Treffen der Generationen" konnten sich die Fans - neben dem Auftauchen von Kirk, Scotty und Chekov - auf 3 weitere bekannte Gesichter freuen. So nahm zum einen Whoopi Goldberg ihre Rolle als El-Aurianerin Guinan wieder auf. Goldberg wurde mit ihrer Rolle in dem Film "Die Farbe Lila" beinahe über Nacht berühmt. Zu ihren Erfolgen zählen unter anderem "Die diebische Elster", "Ghost - Nachricht von Sam", "Sister Act - Eine himmlische Karriere", "Sister Act 2: In göttlicher Mission" und "Corrina, Corrina".

Zum anderen tauchen im Film auch die Duras-Schwestern - Lursa und B'Etor - wieder auf. So schlüpfte Barbara March wieder in die Rolle der Lursa. Ihre Schwester wurde wieder von Gwynyth Walsh dargestellt, die schon einen Gastauftritt in der Serie "The Twilight Zone" aus den 80ern vorzuweisen hat.

Den Schurken im Film durfte Malcom McDowell verkörpern. Ihm gelang es auch, was schon unzählige Personen vor ihm versucht hatten: Er war derjenige, der den legendären Captain Kirk tötete. Überzogen war allerdings die Reaktion einiger Fans, die McDowell Morddrohungen wegen seiner "Tat" zukommen ließen. McDowell hat schon in vielen Filmen mitgespielt, von denen der bekannteste "Uhrwerk Orange" ist; daneben spielte er in Filmen wie "Caligua", "Pass des Todes" und "Merlin und das Schwert" mit.

Im November 1994 war die Premiere des ersten Auftrittes der neuen Crew und schnell wurde klar, dass der Film ein Erfolg werden würde. Mit Bruttoeinnahmen von 76 Millionen Dollar in den USA war der Film zwar nicht unter den absoluten Spitzenreitern der "Star Trek"-Kinofilme, aber es zeigte sich, dass Picard & Co. das Potenzial hatten, die Abenteuer auf der Leinwand weiterzuführen.

(aw, STVC-Meldung vom 27.10.2002, Quelle: )


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