Es wäre möglich mit Radiowellen Baumaterialien im Weltraum an ihren vorgesehenen Platz zu befördern. Diese utopisch anmutende Idee will der Ingenieur Narayanan Komerath vom Georgia Institute of Technology demnächst auf einer Konferenz des "Institute of Advanced Concepts" der Nasa präsentieren, berichtete das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Mit Schallwellen funktioniert die Technik bereits in der Schwerelosigkeit. Bei den Versuchen konnten Plastikperlen mit Hilfe von Lautsprechern an exakt vorgegeben Stellen bugsiert werden, wo die stehenden Wellen gerade einen Knoten hatten. An diesen Stellen war der Luftdruck geringer als in der Umgebung so das die Plastikperlen sich nicht verteilen konnten. Mit Hilfe von Festigern wie Epoxidharz konnte dann aus den Plastikperlen ein festes Objekt geformt werden.
Im Vaakum des Weltraums sind Schallwellen nicht unbedingt nützlich, aber elektromagnetische Wellen könnten eine Kraft liefern die Dinge bewegen. Komerath hat berrechnet, dass Objekte mit einer Grösse von bis zu 5 Prozent der Wellenlänge zu handhaben sind. Das bedeutet: Sichtbares Licht kann Nanopartikel bewegen, Mikrowellen Objekte, die Millimeter oder Zentimeter gross sind. Die Schwerstarbeit würde an Radiowellen mit Wellenlängen von Metern bis zu Meilen hängen bleiben.
Der Forscher schlägt vor zur Demonstration einen Asteroiden in die Luft zu sprengen und die Trümmerstücke mit Hilfe von mit Sonnenenergie betriebenen Radiotransmittern zu einer strahlengeschützen Raumstation umzubauen. Dieser Vorschlag ist aber erst in Jahrzehnten ausführbar räumt Komerath ein. Der Direktor des Institute of Advanced Concepts, Robert Cassanova, ist dennoch begeistert von der Idee:"Auf diese Weise könnte man sehr grosse Bauwerke kostengünstig und mit wenig Handarbeit im Weltraum errichten", so Cassanova. "Wenn man Materialien mit Wellen bewegen kann,brauchen wir viel weniger Astronauten und Infrastruktur um sie zu versorgen."

