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"Regenwolken" über der Milchstraße

So wie bei uns auf der Erde Wasser in der Atmosphäre verdunstet, dort Wolken bindet, und dann als Regen auf uns niedergeht, scheint Wasserstoff auch über der Milchstrasse Wolken zu bilden, aus denen es auf die Milchstrasse "zurückregnet". Diese Entdeckung wurde von Jay Lockman vom National Radio Astronomy Observatory in West Virginia gemacht.

Weit oberhalb und unterhalb der Milchstrasse erstreckt sich die Halo unserer Galaxie in den Weltraum, eine dünne, wasserstoffhaltige Gashülle. Woher die Hülle stammt und warum sie bis jetzt kontinuierlich erhalten bleibt, war unseren Wissenschaftlern bis heute ein Rätsel. Forscher des amerikanischen Green Bank Radioteleskops haben jetzt jedoch entscheidende Hinweise für die mögliche Entstehung der Halo entdeckt.

Die Studien des Astronomen Jay Lockman zeigen erstmals ein klares Bild der Halo. Statt eines gleichmässigen Nebels ist die Halo in wirklichkeit voller diskreter, deutlich abgegrenzter Einzelwolken, von denen jede rund 50 bis 100 Sonnenmassen Wasserstoff enthält und sich über ca. 100 Lichtjahre erstreckt. "Diese 'Wolken' waren gerade ausserhalb der Auflösungsfähigkeit der älteren Teleskope", erklärt Lockman. Aber mit dem Green Banks Teleskop betrachtet stachen sie geradewegs ins Auge. Die Wolken sind ca. 15000 Lichtjahre von der Erde entfernt in Richtung des galaktischen Zentrums der Milchstrasse und rund 5000 Lichtjahre oberhalb der galaktischen Ebene.

Ausserdem zeigen die Beobachtungen, dass sich die Wolken mit der Milchstrasse drehen. Das ist der Beweis das es sich nur um Material aus der Milchstrasse handeln kann. Das unterstützt die Theorie der "galaktischen Fontäne". Demnach blasen Supernova- Eplosionen das Gas in die Halo. Nachdem es sich dort abgekühlt hat fällt es als sogenannte Hochgeschwindigkeitswolke zurück in die Milchstrassenscheibe, wo es bei der Entstehung neuer Sterne beteiligt ist.

"Wenn diese Wolken wirklich aus Material besteht, dass in die Halo geschleudert wird, dann fallen sie möglicherweise auch in die Milchstrasse zurück. Um das in die Milchstrassenebene zurückgeregnete Wasserstoffgas wieder aufzufüllen, muss dauernd neues Material von Supernovae nachgeliefert werden", sagt Lockman.


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