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"Star Trek X: Nemesis", Teil 10

Auch diese Woche präsentieren wir Ihnen einen weiteren Teil unserer Countdown-Serie, welche die Wartezeit auf "Star Trek X: Nemesis" versüßt. Im Teil 10 erfahren Sie alles über "Star Trek VIII: Der erste Kontakt".

Der Staffelstab wurde also mit dem letzten Kinofilm symbolisch an die neue Generation der "Star Trek"-Helden übergeben und nach dem Erfolg des Vorgängers war es nur eine Frage der Zeit bis man Picard & Co. wieder auf der Leinwand zu sehen bekommen würde. Dieses erste Soloabenteuer der jungen Crew sollte es in sich haben.

Aber kommen wir erst einmal kurz zum Inhalt. Als die Borg (mal wieder) die Erde angreifen, können sie nur mit Hilfe der "Enterprise-E" geschlagen werden. Doch leider entkommt eine kleine Kapsel in die Vergangenheit der Erde, um die Geschichte umzuschreiben. Picard & Co. folgen den Borg und müssen sie aufhalten. Die Borg wollen den Ersten Kontakt zwischen Menschen und Vulkaniern verhindern. Die Crew muss einen harten Kampf austragen, aber am Ende gelingt ihnen der Sieg über die Borg und die Vergangenheit ist gerettet.

Rick Berman machte sich schon kurz nach "Treffen der Generationen" an die Arbeit, um die Fortsetzung auf die Beine zu stellen. Zunächst verpflichtete er wieder Brannon Braga und Ron Moore mit der Arbeit für das Drehbuch. Die einzige Bedingung war, dass diesmal kein klassischer Charakter auftauchen sollte, damit die Crew losgelöst von der alten Garde agieren konnte. Auch äußerte Berman den Wunsch, diesmal wieder eine Zeitreise-Geschichte zu erzählen - wahrscheinlich hatte er den großen Erfolg von "Zurück in die Gegenwart" im Hinterkopf. Moore und Braga versuchten nun diese Angaben mit ihren eigenen Ideen (Borg und Action) zu verbinden. Schon im März 1995 konnte man mit der Ausarbeitung der Geschichte beginnen. Zunächst begann die Suche nach einer passenden Zeit. Eine Zeitlang war die Epoche der Renaissance im Gespräch, doch es wurde schnell klar, dass es etwas lächerlich wirken würde, wenn man Borg und Menschen in Strumpfhosen (die Mode dieser Zeit) zusammenbrachte. Daher entschied man sich die Mannschaft in die Zeit nach dem Dritten Weltkrieg zu schicken und sie dort auf Zefram Cochrane - den Erfinder des Warpantriebs - treffen zu lassen. Nachdem diese wichtigen Elemente geklärt waren, verpassten Moore und Braga ihrem Drehbuch die letzten Änderungen.

Während die beiden also noch ein wenig an ihrer Geschichte bastelten, wurde es Zeit, sich nach einem geeigneten Regisseur umzusehen. Neben vielen anderen Kandidaten hatte sich auch Jonathan Frakes um die Regie für den Kinofilm bemüht. Er hatte drei große Vorteile auf seiner Seite. So hatte er erstens schon einige Regie-Erfahrung vorzuweisen, zweitens hatte er durch seine Rolle als Riker den richtigen Blick für die Feinheiten des Franchise und drittens unterstützten ihn seine Schauspielkollegen Patrick Stewart und Brent Spiner tatkräftig und sprachen sich für ihn als Regisseur aus. Schlussendlich wurde Frakes auch engagiert - eine Entscheidung, die Paramount nicht bereuen sollte. Er hatte all die komplexen Aspekte einer Kino-Produktion voll im Griff und konnte mit seiner Arbeit überzeugen. Besonders gut sind die Szenen gelungen, die im von Borg besetzten Maschinenraum der "Enterprise-E" spielen. Frakes gelang es, eine düstere und bedrohliche Stimmung zu erschaffen, die rein gar nichts mehr mit der guten alten "Enterprise" zu tun hat.

Nachdem man ein Drehbuch und einen Regisseur hatte, konnte sich über das Design des Films der Kopf zerbrochen werden. Herman Zimmerman und sein Team hatten genau 4 Monate Zeit, um einen Look für den Film zu kreieren. Schon bevor dieses Team mit der Arbeit begann, machte sich John Eaves daran, eine neue "Enterprise" zu erschaffen. Schon gleich seine ersten Skizzen gefielen den Beteiligten so gut, dass sein erster Entwurf genommen wurde. Eaves hatte ein Schiff erschaffen, dass zum einen stromlinienförmig war und andererseits das Filmen erleichtern sollte. Neben dem äußeren Erscheinungsbild des Schiffes mussten auch von Zimmerman das passende Innenleben des Schiffes gestaltet werden. Daneben musste man auch die "Phoenix", Zefram Cochranes Raumschiff, kreieren und man brauchte ein passendes Raketensilo. Und wie es der Zufall wollte, fand man dieses besagte Silo in Arizona.

Das Maskenbildnerteam um Michael Westmore musste sich auch einiges einfallen lassen, um die Borg so richtig furchteinflößend erscheinen zu lassen. Insgesamt war die Arbeit an einem einzigen Borg ein wahrer Marathon. Alleine für das Make-Up brauchte man 3 Stunden und dann kamen nochmal 2 Stunden hinzu, bis der Darsteller im Kostüm war und alle Teile richtig angebracht waren. Daher mussten die Arbeiten an den Borg schon um 2 Uhr morgens beginnen. Wichtig war beim Aussehen der Borg, dass zu erkennen war, dass die Drohnen aus verschiedenen Völkern stammten. So gab es Bolianer, Cardassianer und Klingonen als Borg zu bestaunen. Die Borg-Königin musste sich natürlich von der Masse der Drohnen abheben und daher war ihr Kostüm eleganter und in ihrem Gesicht fanden sich keine Implantate.

In "Der Erste Kontakt" gibt es mehr als 200 Spezialaufnahmen, für diese war zum Großteil ILM zuständig, aber es wurden auch noch 4 weitere Firmen verpflichtet, da die Aufgabe für eine Firma zu groß gewesen wäre. John Knoll war der Verantwortliche bei ILM, er arbeitete mit David Takemura zusammen, der die Arbeit der anderen Firmen koordinierte. Eine wichtige Szene war natürlich die große Schlacht am Anfang des Films, wo neben der "Enterprise" noch viele verschiedenen Schiffstypen zu sehen sind, die erst einmal erschaffen werden wollten. Aber das Ergebnis der Bemühungen ist gelungen.

Eine kleine Neuerung ergab sich nebenbei bemerkt auch für LeVar Burton. Denn endlich konnte sein alter Ego Geordi auf seinen Visor verzichten und bekam stattdessen künstliche, blaue Augen. Dies war natürlich für Burton eine enorme Erleichterung, war sein Visor bei den Dreharbeiten doch immer sehr hinderlich gewesen.

Auch in diesem Film gab es ein paar nette kleine Gastauftritte. So sah man kurz Robert Picardo (spielte den Doktor in "Raumschiff Voyager"), der hier ein anderes MHN verkörpert und die Borg versucht, mit einer Behandlung für ihre Haut aufzuhalten. Daneben kehrte für den Film auch Dwight Schultz, der seinen größten Erfolg als Murdock in "Das A-Team" feierte, zurück, um wieder einmal den tolpatschigen Sternenflottenoffizier Reginald Barclay zu verkörpern.

Für die Rolle der Borg-Königin konnte man Alice Krige gewinnen. Die Schauspielerin schaffte es, hervorragend die Borg-Königin darzustellen, wobei sie darauf achten musste, dass ihr Charakter sowohl bedrohlich als auch charismatisch und verführerisch zugleich wirkt. Aber ihr gelang dieses Kunststück ausgezeichnet. Für die Rolle der Lily bekam man die "Oscar"-nominierte Schauspielerin Alfre Woodard. Und schließlich fehlt nur noch der ungewollte Held des Films, Zefram Cochrane. Dieser wurde vom Charakterdarsteller James Cromwell verkörpert. Dieser hatte bereits in 3 Folgen von "Das nächste Jahrhundert" - "Die Verfremten", "Der Moment der Erkenntnis" Teil 1 & 2 - mitgespielt. Cromwell gelang der große Durchbruch mit dem erfolgreichen Kinofilm "Ein Schweinchen namens Babe".

Am 22.11.1996 konnte der Film seine Premiere feiern. Schon von Beginn an war klar, dass der Film ein absoluter Renner war. So gelang es ihm, schon an seinem Startwochenende 30 Millionen Dollar einzuspielen - die Produktionskosten lagen bei läppischen 45 Millionen Dollar. Der Film schrammte mit seinen Einnahmen in den USA knapp an der 100 Millionen Dollar Grenze vorbei und weltweit spielte er insgesamt überwältigende 150 Millionen Dollar ein.

Der erste Soloauftritt der "Das nächste Jahrhundert"-Crew war also mehr als geglückt und einer Fortführung der Abenteuer von Picard, Riker, Data, Geordi, Worf, Beverly und Deanna stand nichts mehr im Wege...

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(aw, STVC-Meldung vom 03.11.2002, Quelle: )


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