Die Rotationsachse des Planeten Saturns ist 27 Grad gegen seine Bahnebene geneigt. Nur deswegen finden wir, von der Erde aus betrachtet, einen so schönen Anblick. Bei einer geringeren Neigung der Achse würden wir nur die Kanten der Ringe sehen, Saturn wär nichts besonderes mehr.
Warum der Planet Saturn so schief im Universum steht, konnte bis heute nicht erklärt werden. Nun glauben jedoch zwei US-Astronomen eine Erklärung dafür gefunden zu haben. Laut William Ward vom "Southwest Research Institute" im texanischen San Antonio, und Douglas Hamilton von der "University of Maryland" in College Park, steht Saturn in einer 1,8 Millionen Jahre währenden Resonanz mit dem Planeten Neptun. Dieser halte den Saturn in seiner Schräglage fest. Die US-Astronomen erläuterten diese Theorie auf einer Fachtagung für Planetenforschung.
Trotz der Tatsache, dass Neptun viel kleiner ist als Saturn, besitzt er rund 10.000 Mal mehr Bahndrehimpuls als der Saturn. In der Frühphase des Sonnensystems habe sich der Orbit Neptuns daramatisch verändert und so Saturn gekippt,erklärten die Forscher. Als Indiz für diese Wechselwirkung sehen sie eine periodische Verschiebung der Neptun-Bahn über einen Zeitraum von 1,87 Millionen Jahren. Das ist übereinstimmend mit der periodischen Torkelbewegung der Saturnachse alle 1,83 Millionen Jahre.
Die Erde besitzt mit 23,5 Grad eine vergleichsweise große Neigung der Rotationsachse gegen die Bahnbewegung. Bei den kleinen terrestrischen Planeten lassen sich solche Neigungen aber mit Einschlägen großer Kometen oder Asteroiden erklären. Bei großen Gasplaneten können dagegen selbst solche großen Einschläge nicht zum Umkippen einer Rotationsachse führen. Dies zeigt sich auch beim Planeten Jupiter, dessen Achse nur drei Grad gegen die Ebene seiner Umlaufbahn geneigt ist.

