Lesen Sie das Special zur "Galileo7"-Convention, die in der Bielefelder Stadthalle stattfand, mit den Zusammenfassungen von Jonathan Frakes und Robert Picardos Auftritten vom letzten Tag, dem Con-Sonntag.
Am Wochenende hatte die nordrhein-westfälische Universitätsstadt Bielefeld eine Begegnung der dritten Art. Denn die "Galileo7"-Convention gastierte von Samstag bis Sonntag in der Stadthalle. Als Stargäste waren unter anderem Jonathan Frakes (spielte Riker in "Das nächste Jahrhundert"), Robert Picardo (spielte den Doktor in "Raumschiff Voyager") und Claudia Christian (spielte Ivanova in "Babylon 5") zu sehen.
Am ersten Tag der Con kam gleich eine schlechte Nachricht von Schauspieler Max Grodènchik, Darsteller des Ferengi Rom in "Star Trek: Deep Space Nine". Er musste wegen Dreharbeiten in einem neuen Film von Jim Carrey seinen Besuch in Bielefeld absagen. Damit entfiel auch die geplante "Ferengi Family Hour". Stattdessen gab es ein Ersatzprogramm und Ex-Skriptkoordinatorin Lolita Fatjo versprach ein Stattfinden im kommenden Jahr.
Der absolute Höhepunkt des Wochenendes war dann der Auftritt des Riker-Darstellers Jonathan Frakes. Er konnte aufgrund von Arbeiten in London erst am Sonnabend dazustoßen. In seinen Panels musste er sich dann auch den kritischen Fragen der Fans stellen, die die Roddenberry-Philosophie in den letzten Kinofilmen vermisst hatten.
Die sechste "Galileo7" war erstmals von Paramount lizensiert. Vor allem in den Autogrammstunden bekamen die Besucher die Änderungen zu spüren, da nur noch lizensierte Bilder verkauft und unterschrieben wurden. Ein Hologramm auf der Rückseite der Bilder stellt sicher, dass das Produkt ein Original ist, erklärte mir Uwe "Rafe" Cantero, zuständig für die Autogrammstunden. Im Falle einiger Stars brachte die Lizensierung auch Preiserhöhungen mit sich: "Die Stars müssen die Bilder nun auch bei der Firma kaufen und können sie nicht in günstigeren Fotostudios produzieren lassen. Dann werden natürlich auch manche Bilder teurer", sagte Cantero.
Weiterhin war wieder eine große Auswahl an Händlern vertreten. Deren Angebot reichte von englischen Zeitschriften über alle Arten von Sammelkarten, Tassen, Autogrammen bis hin zu lebensgroßen Pappaufstellern. Ein Händler bot sogar einen selbstangefertigten Teppich mit dem "Deep Space Nine"-Motiv an. Außerdem gab es eine kleine Ausstellung, wo ein Fanclub seinen selbstgebauten Maschinenraum-Tisch, sowie Modelle von verschiedenen Raumschiffen vorführte. Und wie jedes Jahr gab es auch wieder "Star Trek"-Folgen im englischen Original zu sehen.
Für die kommende "Galileo7", die vom 3. bis zum 5. Oktober 2003 im westfälischen Hagen stattfinden soll, wurde bereits Kate Mulgrew (spielte Captain Janeway in "Raumschiff Voyager") angekündigt.
Jonathan Frakes präsentierte sich überaus humorvoll den vielen Fans und sorgte so für einige Lacher.
So konnte er kaum fassen, dass Riker nach 15 Jahren noch immer nicht zum Captain befördert wurde. Schlimmer noch: Während Riker im Verlauf der sieben Jahre der Serie die Tradition Kirks hochhielt, regelmäßig Frauen zu erobern, kassiere nun ein kahlköpfiger Brite mit komischer Aussprache nicht nur das ganze Geld, auch bekäme der in den Filmen plötzlich reihenweise Frauen.
Neben solch scherzhaften Seitenhieben in Richtung Patrick Stewarts gab es denn aber auch ernstere Themen. So wurde Frakes gefragt, wie viel von Gene Roddenberrys ursprünlicher Vision noch in den aktuellen "Star Trek"-Produktionen, vor allem im kommenden Kinoabenteuer "Nemesis", enthalten sei. Zunächst antwortete Frakes schlicht: "Rick Berman!" ("Star Tre"k-Chef).
Etwas ernster ging er dann darauf ein, dass sich Paramount nicht für Ideale, sondern für Geld interessiert. Daher ist es der Job der Produzenten, die Kinos zu füllen - und dafür eigne sich Action besser als Ideale und Visionen.
Zwar sei "Der Aufstand" ein sehr guter Film in der Tradition der Serie "Das nächste Jahrhundert" gewesen, doch habe der eher action-orientierte Film "Der erste Kontakt" mehr Geld gemacht. Daher würde nun in Nemesis ebenfalls verstärkt auf Action gesetzt.
Später kam Frakes noch einmal auf das Thema zu sprechen. Angesichts von Kriegen und Krisen, Leid und Armut in der Welt hofft er persönlich sehr stark, dass Roddenberrys Vision einer friedlichen Welt bald Wirklichkeit werden wird, wofür er großen Applaus bekam.
Wie kaum anders zu erwarten, wurde natürlich auch die Frage nach einem weiteren "Star Trek"-Kinofilm gestellt. Verschmitzt lächelnd erklärte Frakes: "Nach der Zehn kommt die Elf". Seiner Einschätzung nach ist es gut möglich, dass es einen weiteren Film der "Das nächste Jahrhundert"-Crew geben wird, in erster Linie hänge das aber vom Erfolg von "Nemesis" ab.
Als Jonathan Frakes auf eine sechste "Star Trek"-Serie angesprochen wurde, in der er als Captain auftreten solle, reagierte er mit dem Satz: "Er wisse nichts von so einer Serie, doch er fände die Idee nicht schlecht, denn dann hätte er endlich seine Beförderung zum Captain im Sack".
Und obwohl er vorher gesagt hatte, dass er keine Autogramme geben würde, hatten dann doch zwei seiner Fans das Glück eines der begehrten Stücke zu ergattern..
"You are my sunshine, my only sunshine...", sang Robert Picardo einst mit Jeri Ryan (spielte Seven of Nine in "Raumschiff Voyager") in der Episode "Someone to watch over me". Auf der "Galileo7" gab der begnadete Sänger Picardo sein Können mehrfach zum besten, einer der Höhepunkte war jedoch, als er mit Fan und Zuschauerin Danielle das berühmte Duett sang. Aber auch sonst war Picardo, der großartige Panels bestritt, der Star zum Anfassen: Auf der vollen Conparty war der Schauspieler nicht nur zugegen, er tanzte den Abend sogar ausgelassen mit den Besuchern und "besserte seine schon guten Deutschkenntnisse auf", wie er selbst sagte. Mit seiner freundlichen und charismatischen Art unterhielt er sich den ganzen Abend mit den Besuchern.
"Ich wollte nicht lange bleiben, aber die netten Besucher tanzten so schön mit mir", gab er in seinem zweiten Panel, welches am Con-Sonntag gehalten wurde, an, aber auch sonst waren seine Panels mit die besten auf der Convention. Er sang einige seiner Lieder, die im Publikum Begeisterungsstürme auslösten, denn seine Stimme und sein Musikgeschmack waren beeindruckend und er bot seine Lieder, auch bekannte aus "Raumschiff Voyager", perfekt dar. Mit trockenem Humor und Einlagen in deutscher Sprache lockerte Picardo seine Panels auf, freundlich beantwortete er auch alle Fragen der Fans in den Panels.
Das war aber noch nicht alles, er erzählte, dass er erst vor zwei Wochen abermals in die Rolle des Doktors schlüpfen durfte.
In Bremen eröffnet nächstes Jahr ein "Space-Park", ein interaktives Event für "Star Trek"-Fans. Kein geringer als der Doktor ist dabei mit von der Partie.

