Der Neue trägt die Bezeichnung Epsilon Eridani C - mehr als 100 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sind bereits bekannt. US-Forscher sind jetzt mit einer neuen Methode einem erdgroßen Planeten auf exzentrischer Bahn um seine Sonne auf die Spur gekommen. Der Planet umläuft den Stern Epsilon Eridani, der am nördlichen Sternenhimmel steht und 10 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.
Unter den bisher entdeckten extrasolaren Planeten gehört er zu den masseärmsten mit dem längsten Umlauf um seinen Mutterstern, etwa unserem Pluto vergleichbar. Die meisten Exoplaneten gehören zu Gasriesen mit kleiner Umlaufbahn.
Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden, sind auf zwei Arten ausgemacht worden. Einige haben sich durch ihre Masse und Anziehungskraft "verraten", indem sie an ihren Sonnen zerrten und diese "wackeln" ließen. Andere sind bei der Passage vor ihren zugehörigen Sternen aufgefallen. Sie behindern das Licht des Sternes und wirken wie ein periodisch ein- und ausgeschalteter Dimmer. Eines ist bisher nicht gelungen: einen Exoplaneten direkt zu fotografieren.
Das neue Verfahren, dass von Alice Quillen und Stephen Thornedike an der Universität Rochester angewandt wurde, besteht darin, Planeten aus den Mustern der Staubringe um ihre Sonnen zu identifizieren. Dabei wird nicht das Licht der Sterne, sondern die Strahlung aus den sie umgebenden Staubringen analysiert. Die darin gefundenen klumpigen Muster können nach der jetzt in "Astrophysical Journal Letters" veröffentlichten Studie die Existenz von Planeten andeuten. Aber nicht alle Sterne zeigen solche Staubscheiben wie Epsilon Eridani. Sie charakterisieren den Anfang eines Sternenlebens und sind damit auch in der Entstehungszeit unserer Sonne vorhanden.
Alice Quillen ist bei der Erfindung ihrer Methode einen ganz anderen Weg gegangen. Mit Hilfe von Computersimulationen zeichnete sie zunächst nach, wie Himmelskörper mit elliptischem und langem exzentrischen Umlauf - wie bei Pluto - die Staubscheibe um eine Sonne klumpenförmig verformen können. Dann verglich sie das Ergebnis mit echten Himmelskörpern und fand bei Epsilon Eridani überraschende Ähnlichkeiten.
Epsilon Eridani ist ein junger Stern, bei dem schon ein Planet von Jupitergröße gefunden wurde. Der Neue, Epsilon Eridani C genannt, soll der Studie Quillens zufolge gerade ein Zehntel der Jupitermasse haben und für einen Umlauf 280 Jahre benötigen. Epsilon Eridani machte schon 1960 Schlagzeilen, als dort vermeintliche Signale von Außerirdischen lokalisiert wurde.

