Gestern gab der Wissenschafts-Ausschuss der ESA (SPC) den endgültigen Start der Venus-Mission frei. Der SPC, der sich am 4. und 5. November dieses Jahres getroffen hatte, beschloss einstimmig die Mission in die Realität umzusetzen. Zudem hieß der Ausschuss ein Lösung der finanziellen Probleme gut, wegen derer die Mission beinahe gescheitert wäre.
Am 11. Juli 2002 kam Europa der Venus einen Schritt näher. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der ESA-Ausschuss einstimmig für die Mission ausgesprochen. Für dieses Unternehmen sollte das Design des Raumfahrzeuges, das bereits auf dem Mars verwendet worden war, übernommen werden. Für die Ausarbeitung des endgültigen Modells investierte die ESA bis heute bereits 7 Millionen Euro. Jedoch konnte man die Form und Größe des Fahrzeuges noch nicht endgültig festlegen, weil Italien seinen Platz an der Nutzlast und der damit verbundenen finanziellen Beteiligung noch nicht bestätigt hat. Italien wurde daher gebeten, bis Oktober 2002 diese Bestätigung zu liefern.
Bis zu dem festgelegten Stichtag gelang es Italien jedoch nicht, die verlangte finanzielle Beteiligung aufzubringen. Um die Mission doch noch zu retten, suchte die ESA zusammen mit der italienischen Raumfahrt-Agentur nach einer Lösung, die schließlich von der SPC gutgeheißen wurde. Der italienische Beitrag zur Venus-Mission wird nun zu einem großen Teil von europäischen Raumfahrt-Projekten getragen. Den Rest, 8,5 Millionen Euro, trägt die ESA.
Die ESA und deren Ausschuss, die EU und die nationalen Raumfahrt-Agenturen, haben erstmals zusammengearbeitet, um diese Mission zu ermöglichen. Der wissenschaftliche Direktor der ESA, Professor Southwood, sagte am Ende der Ausschuss-Arbeit: "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die Mission doch noch retten konnten. Nun können wir beruhigt zu den Forschern und zur Industrie gehen und sagen: Beginnen Sie mit der Arbeit, damit wir zur Venus fliegen können!"
Die ESA ist die einzige Agentur der Welt, die gegenwärtig geplant hat, alle Planeten unseres Sonnensystems zu besuchen. Jedoch haben Japan und die USA Pläne, in nicht allzu ferner Zeit ebenfalls eine Mission zur Venus durchzuführen.
Danke an Manuela Lüscher für die News.

