Wie an jedem Sonntag präsentieren wir Ihnen auch diese Woche einen neuen Teil unserer Countdown-Serie, die sich zum Ziel macht, die Wartezeit auf "Star Trek X: Nemesis" mit interessanten Artikeln rund um das Thema "Star Trek im Kino" zu versüßen. Im neuesten Teil erfahren Sie alles Wissenswerte zu "Star Trek IX: Der Aufstand".
Im letzten Abenteuer wurden die Borg heldenhaft besiegt und "Star Trek" hatte wieder einen Popularitätsschub erhalten und eine Menge neuer Anhänger gewonnen. Daher war es nur eine Frage der Zeit bis die Crew um Captain Picard wieder auf der Kinoleinwand auftauchen sollte...
Nun kurz zur Handlung: Data dreht auf einer Außenmission durch und nimmt Sternenflottenoffiziere als Geiseln - laut Admiral Dougherty. Picard beschließt - gegen den Befehl des Admirals - zum Ort des Geschehens zu fliegen. Er kann Data aufhalten und es stellt sich heraus, dass Data etwas entdeckt hatte: Dougherty und die Son'a wollen die Einwohner des Planeten, die Ba'ku, umsiedeln, da es hier einen Effekt gibt, der wie ein Jungbrunnen wirkt. Picard stellt sich gegen seinen Vorgesetzten und hilft den Ba'ku. Es stellt sich heraus, dass die Son'a verstoßene Ba'ku sind und ihre "Unsterblichkeit" wiederhaben wollen. Die Son'a können aufgehalten werden und die Ba'ku bieten sogar an, sie wieder in ihre Gesellschaft zu integrieren.
Bevor die Geschichte jedoch so weit war, wie oben erzählt, musste erst einmal jemand gefunden werden, der das Drehbuch schreiben würde. Zunächst dachte Berman daran, dass wieder das Autorenteam Moore und Braga ran sollte, doch die beiden waren anderweitig beschäftigt - Braga bei "Raumschiff Voyager" und Moore bei "Deep Space Nine". Daher musste er sich nach einem anderen Autor umsehen und hatte ihn bald in Michael Piller gefunden, der schon unter anderem den populären "Das nächste Jahrhundert"-Zweiteiler "In den Händen der Borg"/ "Angriffsziel Erde" geschrieben hatte.
Im Februar 1997 begann Piller mit der Arbeit. Relativ schnell waren sich Berman und Piller einig, dass dieser Film lockerer werden sollte, um so im Kontrast zu seinem Vorgänger zu stehen. In der ursprünglichen Fassung des Drehbuches erinnerte der Jungbrunneneffekt zu sehr an all die märchenhaften Geschichten, die man so kennt. Daher musste die Story verändert werden. In der nächsten Stufe der Weiterentwicklung starb Data in der Mitte des Filmes durch Picards Hand. Diese Idee wurde jedoch verworfen, da der gesamte Film sonst zu düster und deprimierend geworden wäre. Auch Stewart, der als Hauptschauspieler ein gewisses Mitspracherecht genießt, schlug vor, eine Romanze für Picard einzubauen. Daher musste Piller aus den Ba'ku Erwachsene machen (Anmerkung: Er hatte vor, sie zu Kindern zu machen), um eine Romanze zwischen Picard und einer Ba'ku zu entwickeln. Allmählich verwandelte sich die düstere Geschichte zu der locker-flockigen Unterhaltung, die man wollte.
Bei "Der Aufstand" nahm wieder Jonathan Frakes im Stuhl des Regisseurs Platz. Da ihm schon die Arbeit am Vorgänger viel Spaß gemacht hatte, freute er sich auf die Gelegenheit, ein weiteres Mal diesen Posten bei einem "Star Trek"-Kinofilm zu übernehmen. Des Weiteren stellte dieser Film auch etwas neues für Frakes dar, da er sich ja deutlich von "Der Erste Kontakt" abhob.
John Eaves, der schon das Design der "Enterprise-E" entwickelt hatte, kehrte für diesen Film wieder zurück. So war er verantwortlich für das Aussehen der Son'a-Schiffe. Ganz bewusst legte er für deren Design die Form eines Hufeisen fest und achtete darauf, dass alle Raumschiffe dieses Volkes dieses gemeinsame Element hatten. Auch für das Holoschiff zeigte sich Eveas verantwortlich.
Für Herman Zimmerman bedeuteten die Dreharbeiten mal wieder viel Arbeit. So musste er diesmal ein ganzes Dorf erschaffen. Es gelang ihm, ein ganz eigenes Design für die Ba'ku zu entwerfen, dass ihre einmalige Philosophie widerspiegeln konnte. Während der Dreharbeiten musste er das Dorf immer wieder ausbessern, da es des Öfteren zu Stürmen kam und auch die Sonne unerbittlich brannte.
Michael Westmore musste sich für den Film ein gutes Make-Up für die Son'a überlegen. Da im Drehbuch stand, dass die Gesichter gestrafft wirken sollten, kam er auf die Idee, den Son'a einige Gesichtliftings zu verpassen. Er machte einig Tests, die alle Beteiligten zufrieden stellten. Die Masken waren allerdings sehr kompliziert. So bestand Ru'afos Maske aus 14 Einzelteilen und es dauerte immerhin 2 Stunden, bis sie richtig angebracht war.
Für die Spezialeffekte waren diesmal nicht die bewährten Mannen von ILM zuständig, denn diese arbeiteten gerade an dem neuen "Star Wars"-Film. Man vergab den Auftrag daher an die Firma "Blue Sky", die sehr gute Arbeit leistete und alle Beteiligten zufrieden stellte. So gelang von den großen Effektszenen - die Schlacht mit den Son'a und der Abwurf des Warpkerns - bis hin zu den "kleinen Effekten" - wie etwas Artims Tierchen - alles hervorragend.
Auch für "Der Aufstand" gelang es den Verantwortlichen wieder einmal eine sehr gute Auswahl an Gaststars zusammenzustellen. So wurde für die Rolle des Bösewichtes Ru'afo der italienisch-syrische Schauspieler F. Murray Abraham engagiert. Nachdem er sich eine Zeitlang mit Werbespots und kleineren Auftritten über Wasser halten musste, kam mit "Amadeus" - wo er für die Rolle des auf Mozart eifersüchtigen Komponisten Salieri mit dem "Oscar" belohnt wurde - der große Durchbruch. Danach spielte er in bekannten Streifen wie "Der Name der Rose" und "Last Action Hero" mit. Nebenbei nutzt er jede Gelegenheit, um wieder auf die Bühne zurückzukehren.
Picards Romanze im Film - Anij - wurde von Donna Murphy verkörpert. Murphy entdeckte schon früh ihre Liebe zur Schauspielerei. Ihren Durchbruch schaffte sie mit der Rolle der Betty Buckley in der Broadway-Aufführung "The Mystery of Edwin Drood". Seit diesem Zeitpunkt ist sie andauernd beschäftigt und man kann sie regelmäßig auf dem Broadway sehen. Sie heimste schon zweimal den "Tony Award" für die beste Musical-Schauspielerin ein. Neben ihren Bühnenauftritten absolvierte sie auch Gastauftritte in Serien wie "Ally McBeal" und "Practice - Die Anwälte". Ein bekannter Kinofilm von ihr ist "Center Stage".
Anthony Zerbe konnte für die Rolle des Sternenflottenadmirals Dougherty gewonnen werden. Zerbe ist schon seit bereits 4 Jahrzehnten sowohl als Bühnenschauspieler als auch als Filmschauspieler im Geschäft. Zu seinen Bühnenrollen zählen Auftritte in Klassikern wie "Othello", "Cyrano de Bergac" und "Richard III". Er spielte aber auch in Filmen wie "Der Unbeugsame" (mit Paul Newman), "Papillion" und "James Bond - Lizenz zum Töten" mit. Aber seine große Liebe gehört der Bühne.
Im Dezember 1998 feierte "Der Aufstand" seine Premiere. Die Reaktion der Fans auf den Film war eher gemischt. Für viele war er im Vergleich zu "Der Erste Kontakt" schwach und sie bemängelten die Leichtigkeit des Films. Eine Szene, die in Fankreisen nicht gut aufgenommen wurde, war die Szene, in der Riker die "Enterprise" mit einem Joystick fliegt, da es einfach lächerlich aussieht. Bei aller Kritik muss auch gesagt werden, dass "Der Aufstand" eigentlich von vornherein schon zum Scheitern verurteilt war. Denn die Story, der es klar an der Dramatik des Vorgängers fehlte, war nicht das, was der Großteil der Fans erwartet hatte. Man wollte wieder etwas so packendes wie den Kampf mit den Borg erleben und die Son'a sind nun einmal nicht vom Kaliber der Borg. Aber dennoch bietet der Film - wenn man es objektiv betrachtet - gute Unterhaltung und es ist auch schön zu sehen, dass er immerhin für die Schauspieler und die Fans schöne Szenen, z.B. als Geordi zum ersten Mal richtig sehen kann, bereithält.
Nun, dies war bis jetzt der letzte der "Star Trek"-Kinofilme und es wird sich diesen Dezember (US-Start) bzw. kommenden Januar (Deutschland-Start) zeigen, ob "Star Trek X: Nemesis" mehr den Geschmack der Fans trifft und deren Erwartungen erfüllen kann...
Countdown
Bitte bedenken Sie: Nur noch 33 Tage bis zum US- und 53 Tage bis zum Deutschland-Start von "Star Trek X: Nemesis".
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(aw, STVC-Meldung vom 10.11.2002, Quelle: )

