Viermal so schnell wie die Sterne in seiner Umgebung ist ein Schwarzes Loch, das ein internationales Forscherteam um Felix Mirabel von der französischen Atomenergie-Komission im Sternbild Skorpion entdeckte. Zwischen 6.000 und 9.000 Lichtjahren ist es noch entfernt, doch es bewegt sich mit 400.000 Stundenkilometern auf die Erde zu.
Allerdings wird es der Erde nur bis auf eine Entfernung von 1.000 Lichtjahren nahe kommen und das wohl erst in den nächsten 200 Millionen Jahren. Entstanden ist das Schwarze Loch vermutlich durch eine Supernova-Explosion, die es ins All hinausgeschleudert hat. Bei den meisten Phänomen dieser Art handelt es sich um starre Objekte, die in den Zentren von Galaxien zu finden sind, nicht aber dieses Exemplar.
Für die Vermutung, dass Supernovae als Geburtshelfer für Schwarze Löcher dienen, fehlte bislang aber noch ein direkter Hinweis. Den wollen Mirabel und seine Kollegen jetzt mit "GRO J1655-40" gefunden haben. "Dies ist das erste Schwarze Loch, von dem wir wissen, dass es mit hoher Geschwindigkeit durch die galaktische Ebene fliegt", so der Forscher. "Es muss durch die Wucht der Explosion aus einer Supernova herausgeschleudert worden sein.
Die Forscher kamen dem Schwarzen Loch auf die Spur, indem sie Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubbble" aus den Jahren 1996 und 2001 verglichen und anhand dieser Aufnahmen die Geschwindigkeit des Doppelsternsystems bestimmten. Es ist nur durch seinen alternden Begleitstern wahrnehmbar, der alle 2,6 Tage einmal um das Monster kreist und allmählich von diesem verschlungen wird. Vom dunklen Schlund selbst schießen Energieströme, so genannte Jets, mit 90 Prozent der Lichtgeschwindigkeit ins All.
Kleine Schwarze Löcher wie "GRO J1655-40", auch Mikro-Quasare genannt, weisen zwischen 3,5 und 15 Sonnenmassen auf. Die "Supermassiven Schlünde", wie sie Astronomen im Zentrum von so genannten Quasaren - fernen und aktiven Galaxienkernen - vermuten, können dagegen Milliarden Sonnenmassen erreichen. Bis auf diesen Unterschied ähneln sich die Objekte jedoch sehr.

