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"Boeings" neue Rakete startet heute in den USA mit europäischem Satelliten

Bis zu sechs Tonnen Nutzlast können mit dieser Riesenrakete ins All befördert werden. Das ist die derzeit größte Rakete der Welt. Und heute soll dieses Riesenvehikel erstmals ins All starten und dabei einen europäischen Nachrichtensatelliten in die geostationäre Umlaufbahn bringen.

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"Atlas 5"-Rakete

Am vergangenen Samstag schaute man auf Cape Canaveral nicht schlecht. Die Firma "Boeing" hatte Journalisten aus der ganzen Welt eingeflogen, um seine neue Raketenfamilie zu präsentieren, zu der auch die zur Zeit stärkste Rakete der Welt zählt. Die "Delta 4" sollte nun, nach etlichen Verzögerungen, gestartet werden.

Aber Petrus wusste den Erststart zu verhindern und zu allem Übel stellte man auch noch winzige Risse bei einem RL-10-Triebwerk fest. Dieses Triebwerk befand sich zwar nicht an der neuen "Delta 4", sondern war noch beim Hersteller "Pratt & Whitney". Da aber bei der neuen Rakete ein Triebwerk des gleichen Typs die zweite Stufe antreibt, musste erst sichergestellt werden, dass es nicht die gleichen Risse aufwies.

Nun ist dies geprüft. Und auch das Wetter über dem Space Center hat sich gebessert. So soll nun heute die "Delta 4" erstmals abgefeuert werden.

"Boeings" Rakete, die heute den Nachrichtensatelliten "W 5" von "Eutelsat" ins All bringen soll, kann nur fünf bis sechs Tonnen Nutzlast in den geostationären Orbit in 36.000km Höhe bringen. Die verstärkte "Ariane 5" soll dagegen gleich zehn Tonnen anliften können. Doch die "Delta 4 Medium" ist ja auch nur eine von insgesammt 5 Versionen in "Boeings" neuer Raketenfamilie. In Entwicklung ist die "Delta 4 Heavy", die einmal 13 Tonnen in die Umlaufbahn bringen soll. Diese Rakete wäre dann mit einer Länge von mehr als 70 Metern die stärkste Rakete seit der "Saturn 5", die es auf 110 Meter brachte, die aber nicht mehr gebaut wurde.

Das neue Weltraumvehikel wird von einem Kraftstoff sparenden RS-68-Triebwerk angetrieben, dass von der Firma "Boeing Rocketdyne" entwickelt wurde. Es ist der erste große Raketenmotor, den man in den USA seit dem Haupttriebwerk des Shuttles konstruiert hat.

Bei "Rocketdyne" in St. Louis hat man in das neue Triebwerk fünf Jahre Arbeit investiert. "Noch nie hat jemand in so kurzer Zeit einen solchen Raketenmotor entwickelt", meint Don Collins, Vizepräsident des "Delta"-Programms bei "Boeing", stolz, "das ist ein riesiger Erfolg. Das Triebwerk bildet das eigenliche Herzstück der "Delta 4"".

Es heißt, dass der neue Motor 30 Prozent weniger Treibstoff verbrauche als alle anderen Aggregate dieser Leistungsklasse. So hofft die US-Airforce mit der neuen "Delta 4" in Zukunft ihre Aufklärungssatelliten erheblich billiger starten zu können. In den nächsten 20 Jahren, so die Luftwaffe, wird man bis zu zehn Milliarden Dollar durch den Einsatz der "Atlas 5" und der "Delta 4" einsparen können. Daher hat die Airforce die Entwicklung der beiden neuen Großraketen auch mit einer Milliarde Dollar unterstützt.


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