Die Geburt großer, gasförmiger Planeten wie beispiels Jupiter dauert nicht, wie bislang angenommen, Millionen von Jahren. Sie bilden sich in der relativ kurzen Zeit von einigen Hundert Jahren. Das haben der Astrophysiker Thomas R. Quinn von der University of Washington in Seattle und kanadische Kollegen herausgefunden.
Schon lange ist bekannt, dass sich die Planeten aus Staub- und Gasscheiben im Umfeld neuer Sterne formieren. Solch eine protoplanetare Scheibe kreist um den jungen Mutterstern. Auf Grund der Schwerkraft ballen sich die Schleier zusammen und bilden so die zukünftigen Planeten. Dieser Vorgang dauert, so bisherige Theorien, ein bis zehn Millionen Jahre.
Quinn hat nun mathematische Modelle der Planetengeburt verfeinert. In der aktuellen Ausgabe von "Science" kommt er zu dem Schluss, dass eine protoplanetare Scheibe schon nach wenigen Umläufen um ihr Zentralgestirn in Materiehaufen "zusammenklumpt". Diese ziehen dann in wenigen hundert Jahren weitere Massen zu sich und bilden den Planeten.
Nach Quinns Rechnungen wäre ein Millionen Jahre währender Aufbau unmöglich. Der starke Strahlungsdruck des Zentralgestirns würde in der Zeit den Materieschleier vollständig auflösen und zerstreuen. "Wenn ein Gasriese sich nicht schnell formieren kann, dann wird er es überhaupt nicht können", sagt Quinn.

