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Finale Zahlen bestätigen: "Nemesis" mit enormen Verlusten

Die finalen US-Kinozahlen für das vergangene Wochenende sind abrufbar und bestätigen die Vorabzahlen: "Nemesis" fährt enorme Verluste ein und "Herr der Ringe 2" ist so stark wie nie zuvor. Lesen Sie einen ausführlichen Bericht mit Kommentar.

Titelgrafik zur News
"Star Trek X: Nemesis"

Heute sind die finalen US-Kinozahlen für das vergangene Wochenende online und diese weichen, wie wir gestern bereits berichteten, kaum von den Vorabzahlen (Studio-Einschätzungen) ab. So ist lediglich eine kleine Korrektur einzufügen: "Star Trek Nemesis" ist von Platz 2 auf Platz 8 (in den Vorabzahlen auf Platz 9) abgerutscht. Alles andere bleibt weitesgehend gleich.

"Nemesis" war verglichen mit seinem Startwochenende um katastrophale 76,2% in seinen Einnahmen gestürzt und nahm am vergangenen Wochenende lediglich 4,4 Millionen US-Dollar ein. Laut "Boxofficeguru.com" ist dies einer der größten Einnahmen-Einstürze am zweiten Wochenende eines Filmstarts der Kinogeschichte - eine sehr zweifelhafte Ehre für die "Star Trek"-Franchise. Im Vergleich: "Der Aufstand" stürzte an seinem zweiten Wochenende um 62,3% ab, "Der erste Kontakt" um gerademal 17% und "Treffen der Generationen" um 42,9%.

"Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" hat am vergangenen Wochenende hingegen rund 62 Millionen US-Dollar eingenommen - von Mittwoch bis Sonntag sogar fantastische 102 Millionen US-Dollar. Damit übertraf der zweite Teil den ersten um über 30% und stellte dessen Dezember-Rekord ein. Der Film lief in über 3.622 US-Kinos und nahm pro Kino im Durchschnitt gigantische 17.120 US-Dollar ein. Die Kritiken sind glänzend und sowohl Fans als auch die "normalen" Kinogänger gaben dem Film nach einer Befragung von "CinemaScore.com" eine glatte Eins.

Der "Golden Globe"-nominierte Film konnte sich auch auf dem internationalen Markt hervorragend behaupten und nahm in den fünf Tagen seiner Veröffentlichung 80 Millionen US-Dollar ein. Damit hat der Film bereits jetzt seine Produktions- und Marketingkosten wieder locker eingespielt, was er natürlich nicht nötig hat, da der Vorgänger "Die Gefährten" letztes Jahr bereits die Produktionskosten aller drei Teile eingespielt hat.

Romantik-Komödien sind zur Zeit sehr angesagt in den USA. "Two Weeks Notice" mit Sandra Bullock und Hugh Grant landete ohne Mühe auf einem zweiten Platz. Der Film nahm 14,3 Millionen US-Dollar ein.

Jennifer Lopez hat mit ihrer Romantik-Komödie ebenfalls gut lachen. "Maid in Manhattan" verlor zwei Plätze und stürzte solide 43% in den Einnahmen verglichen mit der Vorwoche ein. Mit 10,7 Millionen US-Dollar dieses Wochenende hat "Maid" insgesamt nun 35,3 Millionen US-Dollar eingenommen und dürfte mit einem End-Einspielergebnis von satten 75-80 Millionen US-Dollar aufwarten können.

Nach drei Jahren Pause kehrt Leonardo DiCaprio auf die Kinoleinwände mit "Gangs Of New York" zurück. Der Film von Martin Scorsese und mit Cameron Diaz in der Besetzung konnte an seinem Startwochenende 9,5 Millionen US-Dollar verbuchen und auf einem vierten Platz landen. Obwohl dies kein spektakulärer Start ist, sind die Zahlen dennoch hervorragend, da der Film in nur 1.504 US-Kinos gesehen werden konnte. Pro Kino konnte "Gangs" 6.316 US-Dollar einnehmen und landete hierbei direkt hinter "Herr der Ringe 2" auf einem zweiten Platz - der Film hat damit Potenzial für die Zukunft bewiesen. Mit insgesamt fünf "Golden Globe"-Nominierungen und einer guten Note 2 von "CinemaScore.com" dürfte "Gangs" ein Dauergast in den Kinocharts werden.

FOX' "Drumline" sicherte sich den fünften Platz mit 7,1 Millionen US-Dollar und einem Einnahmen-Einsturz von 43% im Vergleich zur Vorwoche. Der Film hat nun 22,4 Millionen US-Dollar eingenommen und dürfte insgesamt 50-55 Millionen US-Dollar einnehmen.

"Star Trek Nemesis" wird "Boxofficeguru.com" zufolge gegen Ende nur läppische 35 Millionen US-Dollar einnehmen können und zum erfolglosesten "Star Trek"-Film aller Zeiten werden. Dass "Nemesis" noch schafft, seine Kosten von rund 93 Millionen US-Dollar (60 Millionen Produktion und 33 Millionen Marketing) einzunehmen, ist höchst unwahrscheinlich. Mit dem "Ring" im Rücken wird dieser Film keine Zuschauer dazugewinnen können. Auch schreibt die Seite, dass es eine große Frage für das Studio "Paramount" sein wird, ob ein neuer "Trek"-Film sich in Zukunft lohnen würde. Wahrscheinlich ist "Nemesis" nicht nur der letzte Film mit der "Das nächste Jahrhundert"-Crew, sondern auch der letzte "Star Trek"-Film. Vielleicht nicht für ewig, aber zumindest doch für eine lange lange Zeit.

Überhaupt ist 2002 kein gutes Jahr für "Paramount". Nicht nur hat das Studio in der zweiten Hälfte des Jahres mit "K-19", "Die vier Federn" und natürlich "Nemesis" große Flopps hingelegt, auch wird Paramount auf dem letzten Platz der Studios mit dem größten Marktanteil landen - wirklich bedauerlich.

Weitere interessante Platzierungen:

- Platz 15: Ein ähnlicher Flop wie "Nemesis" ist "Disney"s "Der Schatzplanet". Dieser Film kostete mehr als 140 Millionen US-Dollar, hat aber bis jetzt nur 29,9 Millionen US-Dollar eingenommen.

- Platz 20: Der indisch-sprachige Action-Thriller "Kaante" ist zwar nur in 26 US-Kinos angelaufen, konnte aber pro Kino astronomische 16.384 US-Dollar verbuchen und das Wochenende über somit 425.975 US-Dollar einnehmen. Ob "Kaante" ein ähnlich großer Erfolg wie "My Big Fat Greek Wedding" werden wird?

Kommentar

Mit diesen peinlichen und miserablen Zahlen von "Nemesis" hat keiner gerechnet. Doch ist der Rückgang von fast 80% nicht allein aus der Tatsache zu erklären, dass soviele neue große Filme angelaufen sind. 80% Einsturz am zweiten Wochenende ist sehr unüblich und kann nur durch schlechte Mundpropaganda ausgelöst worden sein. Das sagt natürlich aus, dass "Nemesis" ein schlechter Film ist - insofern haben die negativen US-Kritiken bestimmt gar nicht einmal so unrecht.

Und überhaupt darf man nicht zuviel auf die Kritiken setzen - denn "Maid in Manhattan" hatte nur schlechte Kritiken und der Film behauptet sich weiterhin aber prima.

Nichtsdestotrotz muss man festhalten, dass man einen "Star Trek"-Film dümmer nicht starten lassen kann - "Star Trek"-Filme sind nun einmal keine großen Abräumer und gegen solch eine übermächtige Konkurrenz ins Rennen zu gehen, das ist Selbstmord.

Welche Konsequenzen dieses Ergebnis auf die "Star Trek"-Franchise haben wird, ist ungewiss, doch kann man bereits jetzt sagen, dass, sollte es einen weiteren "Star Trek"-Film geben, dieser nicht mehr vom bisherigen "Star Trek"-Chef Rick Berman produziert werden wird. Und überhaupt scheint dessen Posten zur Zeit gefährdet, denn die fallenden US-Quoten von "Enterprise" werden die "Paramount"-Verantwortlichen mit Sicherheit nicht fröhlicher stimmen. Vielleicht ist es auch besser, wenn nach sovielen Jahren endlich eine Ablösung erfolgt. Nach Gene Roddenberrys Tod konnte "Star Trek" nur noch in den letzten drei Staffeln von "Das nächste Jahrhundert" zur Hochform laufen, danach ging es kontinuierlich bergab.

Mit "Enterprise" hat die "Star Trek"-Franchise nun das Ende erreicht. Nicht nur verschreckt diese Serie mit ihren schlechten Episoden die restlichen Zuschauer, auch stellt sie alle Werte von "Star Trek" auf den Kopf - was übrig bleibt, ist Durchschnittsware, welche längst alter Hut im restlichen US-TV ist und daher nur langweilt. Rick Berman scheint tatsächlich der Meinung zu sein, dass "Star Trek" durch die Reduzierung auf Mainstream-Niveau an Popularität gewinnen könnte. Doch wie soll etwas populärer werden, wenn es soviele Alternativen gibt und es nichts mehr gibt, was diese Sache kennzeichnet, sie aus der Masse hebt? Inwiefern "Nemesis" ebenfalls dieser Reduzierung zum Opfer gefallen ist (man denke nur an das Herausschneiden von 40 Minuten Filmmaterial), vermag ich nicht zu sagen, weil ich den Film noch nicht gesehen habe, aber den Kritiken und einigen Fan-Meinungen zufolge und auch, weil es wenig überraschend wäre, könnte ich mir diese Reduzierung bei "Nemesis" durchaus vorstellen.

Dass der Schuss nach hinten losgegangen ist, sieht man nicht nur an "Enterprise"' schlechte Quoten, sondern eben leider an "Nemesis"' schlechte Kino-Zahlen - Rick Berman hat versagt, "Paramount" hat versagt. "Star Trek" steckt nun mehr denn je in einer tiefen Krise. Lesen Sie hierzu bitte meine Kolumne "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek", die genau diese Situation schildert.

Es ist wirklich nicht unsere Absicht von "Star Trek Voyager Center", so negativ zu berichten - aber alles andere wäre nur Schönmalerei, die nicht der Realität entsprechen würde. Als seriöse "Star Trek"-Newsseite sind wir aber verpflichtet, Ihnen die Situation genau so zu schildern wie sie ist. "Star Trek" kann eben nicht nur immer positiv sein - diese Zeiten sind längst vorbei.

Hinweis

Wir halten Sie weiterhin täglich bezüglich der "Nemesis"-Kinozahlen auf dem Laufenden. An jedem Samstag/Sonntag gibt es die ersten Vorabzahlen, an jedem Montag dann ein ausführlicher Bericht mit den finalen Zahlen.

Countdown

Bitte bedenken Sie: Nur noch 23 Tage bis zum Deutschland-Start von "Star Trek X: Nemesis".

US-Top-10 vom Wochenende 20.-22.12.2002

Plazierung - Titel - Wochenend-Einnahme in Millionen - Gesamteinnahme in Millionen | Veränderung zum Vorwochenende in %

01. Herr der Ringe 2 - $62 - $102 | -%
02. Two Weeks Notice - $14,3 - $14,3 | -%
03. Maid in Manhattan - $10,7 - $35,3 | -42,8%
04. Gangs of New York - $9,5 - $9,5 | -%
05. Drumline - $7,1 - $22,4 | -43,5%
06. The Wild Thornberrys - $6,0 - $6,0 | -%
07. The Hot Chick - $4,6 - $13,8 | -38,2%
08. Star Trek: Nemesis - $4,42 - $26,5 | -76,2%
09. Harry Potter 2 - $4,37 - $228,8 | -30,9%
10. James Bond: Stirb an einem anderen Tag - $4,0 - $138,5 | -48,2%

Alle Zahlen von "Boxofficeguru.com".

(sl); STVC-Meldung vom 24.12.2002; Quelle: [1285 Aufrufe; 0 Kommentare]

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