"Nemesis" startet in wenigen Tagen in Deutschland, hoffentlich wird der Film hier besser laufen als er es in den USA tut. Der zehnte "Star Trek"-Kinofilm war dort nämlich auch am vergangenen Wochenende sehr schwach unterwegs gewesen. Lesen Sie den letzten ausführlichen Kinozahlen-Bericht mit Kommentar und Prognose.
Auch das fünfte Wochenende ist gekennzeichnet vom kotinuierlichen Fall des zehnten "Star Trek"-Kinofilms "Nemesis" - wie unser Vorabzahlen-Bericht es bereits andeutete. Die finalen Zahlen weichen wenig davon ab. So nahm "Nemesis" am vergangenen Wochenende nur schlappe 1 Million US-Dollar ein und landete auf einem erbärmlichen 19. Platz der US-Kinocharts. Schlimmer noch: "Nemesis" verlor 58,6% gegenüber Vorwoche und ist damit der Film in der US-Top-20 mit dem größten Verlust. Am schlimmsten aber: "Nemesis" lief zwar in nur noch 1.777 US-Kinosälen (letzte Woche: 2.423), nahm aber pro Kino durchschnittlich nur 584 US-Dollar ein - dies ist sogar das schlechteste Ergebnis der US-Top-30. Damit hat "Nemesis" bis jetzt nur 41,6 Millionen US-Dollar in den USA einnehmen können.
Platz 1 wurde der Neustart "Just Married", welcher 17,5 Millionen US-Dollar einnahm und seine Produktionskosten von 18 Millionen US-Dollar schon eingenommen hat.
Platz 2 wurde "Herr der Ringe 2: Die zwei Türme". Der Film musste seine Pole Position nach drei Wochen abgeben und nahm 14,8 Millionen US-Dollar letztes Wochenende ein. Damit fiel er 41% gegenüber Vorwochenende. Insgesamt hat der "Ring" damit schon 283,4 Millionen US-Dollar eingenommen und befindet sich auf Platz 17 der erfolgreichsten US-Filme aller Zeiten. "Die zwei Türme" sind weiterhin auf dem besten Wege, ihre "Gefährten" einzuholen.
Platz 3 wurde "Catch Me If You Can" mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks als Stars und Steven Spielberg als Regisseur. Dieser Film zeigt großes Durchhaltevermögen und verlor gegenüber Vorwochenende nur 31%. Insgesamt hat der Film bereits 119,4 Millionen US-Dollar in nur 19 Tagen eingenommen und hat seine Produktions- und Marketingkosten von 87 Millionen US-Dollar längst wieder eingespielt. Zugleich ist "Catch" nach "Titanic" der erfolgreichste Film für Leonardo DiCaprio.
Weitere interessante Filme der US-Top-20 sind "Antwone Fisher" (Platz 9) und "Adaptation" (Platz 14). Diese beiden Filme wurden auf mehr Kinos erweitert und konnten sich somit gegenüber Vorwochenende um 159,9% und 191,7% steigern.
Kommentar und Prognose
Noch nie hat sich ein "Star Trek"-Kinofilm so schnell ins Jenseits befördert. Diese Zahlen belegen ziemlich deutlich, dass dieser Misserfolg nicht an den schlechten Kritiken liegt oder an Websites, die über die schlechten Zahlen berichten müssen, sondern einzig und allein die Qualität des Films nicht überzeugt und durch schlechte Mundpropaganda es schließlich zu diesem Desaster gekommen ist.
Wenn man bedenkt, dass "Star Trek Nemesis" mit einem Gesamteinspiel von ungefähr 45 Millionen US-Dollar aufwarten wird, so ist es ein Riesenverlust für das Studio Paramount. Denn weltweit nimmt ein "Star Trek"-Film nicht mehr ein als in den USA. Weltweit inklusive USA wird "Nemesis" ungefähr 70 Millionen US-Dollar einnehmen. Die Studios verdienen aber nur die Hälfte an einem Film, die andere Hälfte gehört den Kinosälen. So wird die "Enterprise-E" dem Studio Paramount etwa 35 Millionen US-Dollar einbringen - bei 93 Millionen US-Dollar Kosten (60 Millionen Produktion und 33 Millionen Marketing) ist es sehr sehr fragwürdig, ob der Video- und DVD-Erlös die restlichen Kosten von 65 Millionen US-Dollar decken können. Eins steht fest: Paramount wird mit "Star Trek Nemesis" keinen Gewinn machen und noch eins steht fest: "Nemesis" ist definitiv die letzte Reise der Picard-Generation.
"Nemesis" röchelt nun auf dem Boden und es wird nicht mehr lange dauern, da wird diesem Film die Luft ausgehen. Die katastrophalen Zahlen sprechen für sich.
Dies ist der letzte ausführliche Kinokassen-Bericht zu "Nemesis". Denn auch wenn wir eine längere Phase eingeplant hatten, so müssen wir doch einsehen, dass es keinen Sinn macht, über "Nemesis" ausführlich zu berichten, wenn dieser jenseits der US-Top-20 vor sich her kränkelt.
Es ist wirklich schade und niemand hat erwartet, dass die letzte Reise einer der erfolgreichsten TV-Generationen aller Zeiten auf solch erfolglose Art und Weise zu Ende gehen muss. Es ist viel schief gelaufen und vieles hat dazu beigetragen, dass "Nemesis" ein solcher Flopp wurde. Doch letzten Endes ist der Film an sich selbst gescheitert. Auch wenn viele hartnäckige "Star Trek"-Fans sich damit nicht abfinden können oder einsehen wollen, aber ein guter Film würde nie so beim Publikum durchfallen, sprich solche Verluste in den Kinocharts hinlegen, wie es "Nemesis" tut. Schlechte Kritiken haben Einfluss - aber weitesgehend nur auf das Startwochenende, wenn der Film beim Publikum ankäme, würde er sich halten können - bestes Beispiel ist Jennifer Lopez' "Maid in Manhattan", welcher noch miserablere Kritiken bekam, dafür aber umso erfolgreicher in den US-Kinocharts unterwegs ist.
Letzten Endes aber ist "Nemesis" auch aufgrund der immer kleiner werdenden Popularität von "Star Trek" gescheitert - eine Situation, an der die neue schwache Serie "Enterprise" erheblich beteiligt ist (Lesen Sie hierzu bitte die Kolumne "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek"), da mag man es als Trost oder aber auch als Leid auffassen, dass diese Serie eine dritte Staffel bekommt. Fragt sich nur, wielange sich dieses ebenfalls kränkelnde "Star Trek"-Geschöpf noch am Leben erhalten kann.
Am Sonntag erwartet Sie eine ausführliche Kritik zu "Star Trek Nemesis". In dieser finden Sie Gründe für das Scheitern von "Nemesis" an der Kinokasse und viel mehr.
Dennoch sollte man eins nicht vergessen: "Das nächste Jahrhundert" lief glanzvolle 15 Jahre im TV und Kino. Man sollte durch "Nemesis" nie vergessen, dass Picard und seine Mannschaft nicht nur "Star Trek" aber ebenso die TV-Landschaft revolutioniert haben und die "Das nächste Jahrhundert"-Serie als einer der größten TV-Klassiker in Erinnerung behalten werden sollte - dem sollte und darf "Nemesis" keinen Abbruch tun. Nur ist es schade, dass dies alles gewesen ist...
Hinweis
Ab jetzt gibt es jeden Mittwoch ein kleines "Nemesis"-Kinozahlen-Update. Jeden Sonntag erwartet Sie ein Vorabzahlen-Bericht und jeden Montag ein kleiner Bericht über die finalen Zahlen.
Countdown
Machen Sie sich ein eigenes Bild von "Nemesis" - der Deutschland-Start des Filmes ist in genau 2 Tagen.
US-Top-20 vom Wochenende 10.-12.01.2003
| Titel | Einnahme 10.-12.01.2003 in Millionen US-Dollar | Gesamteinnahme in Millionen US-Dollar | Veränderung zur Vorwoche in % | |
| 1 | Just Married | $ 17,548,993 | $ 17,548,993 | |
| 2 | Herr der Ringe 2 | 14,755,306 | 283,421,517 | -41.0 |
| 3 | Catch Me If You Can | 14,630,444 | 119,370,261 | -30.8 |
| 4 | Two Weeks Notice | 6,833,423 | 78,993,281 | -38.6 |
| 5 | About Schmidt | 6,403,691 | 21,597,264 | -25.0 |
| 6 | Chicago | 5,690,875 | 17,171,239 | 14.6 |
| 7 | Maid in Manhattan | 5,144,633 | 83,850,874 | -40.3 |
| 8 | Gangs of New York | 4,829,938 | 54,925,876 | -34.1 |
| 9 | Antwone Fisher | 3,783,122 | 10,434,944 | 159.9 |
| 10 | The Wild Thornberrys | 2,844,770 | 35,165,937 | -48.4 |
| 11 | 25th Hour | 2,832,622 | 3,546,790 | |
| 12 | Narc | 2,825,807 | 3,175,704 | |
| 13 | Drumline | 2,803,256 | 51,359,523 | -47.1 |
| 14 | Adaptation | 2,636,924 | 9,187,001 | 191.7 |
| 15 | Harry Potter 2 | 2,408,476 | 255,449,301 | -48.2 |
| 16 | My Big Fat Greek Wedding | 2,102,547 | 230,876,712 | -21.0 |
| 17 | The Hot Chick | 1,718,807 | 32,543,830 | -52.7 |
| 18 | James Bond | 1,489,564 | 156,156,363 | -49.3 |
| 19 | Star Trek: Nemesis | 1,038,702 | 41,614,360 | -58.6 |
| 20 | The Pianist | 1,019,754 | 2,414,040 | 37.0 |
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(sl); STVC-Meldung vom 14.01.2003; Quelle:
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