Kaum ist "Star Trek Nemesis" in den Kinos angelaufen, schon beschäftigt sich die Presse wieder mit dem Hintergrund des Massenphänomens "Star Trek". So auch das Wissenschaftsmagazin "Bild der Wissenschaft", das in seiner aktuellen Ausgabe ein "Star Trek"-Technik-Special veröffentlicht. Plus: Neuer TV-Bericht zu "Nemesis" als Download.
"Bild der Wissenschaft" mit "Star Trek"-Special
Das renommierte deutsche Wissenschaftsmagazin "Bild der Wissenschaft" bringt in seiner aktuellen Ausgabe ein "Star Trek"-Special heraus.
In diesem wird auf die "Star Trek"-Technik eingegangen und inwieweit diese in der Realität umsetzbar ist. Mit "Schneller fliegen als das Licht - die Physik hinter Star Trek" betitelt, geht der Artikel u.a. auf Warp-Antrieb, Tachyonen, Wurmlöcher und natürlich das Beamen ein. Dabei kommen selbstverständlich so renommierte Wissenschaftler wie Stephen Hawking oder Lawrence Krauss zu Worte, der eigenen Aussagen zufolge die "Star Trek"-Physik eingehend analysiert hat.
Im Folgenden finden Sie ein paar gekürzte Auszüge aus dem Artikel:""Der Weltraum... Unendliche Weiten... Dies sind die neuen Abenteuer des Raumschiffs "Enterprise", das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat." Doch seit 1966, als die erste Staffel des von Gene Roddenberry verfassten und produzierten Weltraumepos über die TV-Schirme flimmerte und es in Wiederholungen immer noch tut , verfolgen Millionen "Trekkies" zuhause, was sich so abspielt in den unendlichen Weiten der fiktiven Zukunftswelt von "Star Trek". Und diesen Januar donnert die "USS Enterprise" hierzulande auch wieder durch die Kinos, bereits zum zehnten Mal. In "Star Trek X: Nemesis" soll endlich Frieden geschlossen werden mit den Romulanern. Ob der lange hält, ist ungewiss, doch wenigstens auf die Technik der "Enterprise" ist meistens Verlass von den Transporterstrahlen über die Photonen-Torpedos bis zum Warp-Antrieb. Auch sonst greift die Serie wie Sciencefiction (SF) allgemein tief in die Kiste der exotischen Physik: Wurmlöcher, Warp-Blasen, überlichtschnelle Tachyonen, Beamen, Zeitreisen, Extradimensionen und Paralleluniversen spielen immer wieder die heimliche Hauptrolle. Überraschend ist, dass all diese Begriffe auch in die physikalische Fachliteratur Einzug gehalten haben oder sie dort sogar früher schon existierten"
"Die Verbindung zwischen Science-Fiction und Wissenschaft führt in beide Richtungen. Die von der Sciencefiction präsentierten Ideen gehen ab und zu in wissenschaftliche Theorien ein. Und manchmal bringt die Wissenschaft Konzepte hervor, die noch seltsamer sind als die exotischste Sciencefiction", beschreibt es Stephen Hawking, Professor an der "University of Cambridge". Der weltberühmte theoretische Physiker und Mathematiker tauchte sogar einmal als Ehrengast in einer "Star Trek"-Folge auf. Er durfte auf dem Holodeck mit Isaac Newton, Albert Einstein und dem Androiden Data pokern und gewinnen. "Sciencefiction wie "Star Trek" ist nicht nur Unterhaltung, sondern erfüllt auch einen "ernsten" Zweck: Sie erweitert die menschliche Vorstellungskraft", sagt Hawking.
Auch zahlreiche andere Physiker stehen der Sciencefiction sehr aufgeschlossen gegenüber. "Ich glaube, die Verbindung ist ganz einfach: Wir werden alle von denselben Fragen inspiriert", sagt Lawrence Krauss, Physik-Professor an der Case Western University in Cleveland, Ohio. "Während jedoch die beste Sciencefiction unser Interesse erregt, indem sie die Dramatik und die Spannung in den Was-wäre-wenn-Fragen einfängt, lässt sie die Antworten für gewöhnlich offen. Die moderne Wissenschaft hat den Schlüssel zum Wissen, was möglich ist und was nicht." Um diese Spannung zwischen Science und Fiction geht es in zwei erfolgreichen populärwissenschaftlichen Büchern von Krauss: "Die Physik von Star Trek" und "Jenseits von Star Trek". Und Gregory Benford, Physik-Professor an der "University of California" in Irvine, hat sich sogar zu einem der angesehensten SF-Schriftsteller der Gegenwart gemausert, obwohl oder gerade weil er die "echte" Physik durchaus ernst nimmt selbst wenn er den neuen Teilchenbeschleuniger RHIC schon mal ein ganzes Universum erzeugen lässt, dessen rasante Entwicklung man auch noch durch ein Wurmloch betrachten kann ("bild der wissenschaft", Ausgabe 12/2000, "Die Urknall-Maschine"). "Der Artikel geht detailliert auf bestimmte "Star Trek"-Technologien ein, wie zum Beispiel auf den Warp-Antrieb:"Tatsächlich gibt es Lösungen von Einsteins Feldgleichungen, die das Funktionsprinzip eines Warp-Antriebs beschreiben können. Und die komplexe Mathematik dahinter lässt sich sogar in einfachen Worten anschaulich machen.
Wenn es gelänge, eine Warp-Blase zu erzeugen und gezielt zu beeinflussen, wäre die Reise zu den Sternen greifbare Realität. Denn die Blase kann sich gleichsam durch die Raumzeit graben, indem sie diese so deformiert (englisch "warp": verzerren, krümmen), dass eine kosmische Abkürzung entsteht. Dazu muss der Raum in der Blasenwand vor dem Raumschiff gestaucht und hinter ihm gedehnt werden, während er außerhalb und innerhalb der Blase unangetastet bleibt. "Mit einer rein lokalen Expansion der Raumzeit hinter dem Raumschiff und einer gegenüberliegenden Kontraktion vor ihm sind von außen betrachtet Überlichtgeschwindigkeiten möglich", schrieb Alcubierre. "Das heißt nicht, dass sich die Beobachter im Schiff überlichtschnell bewegen" denn innerhalb der Blase wird das Licht ja gleichsam mitgenommen. Aber von außen betrachtet tun sie es. "Das Raumschiff wird von der Erde weggedrückt und durch die Raumzeit selbst zu dem fernen Stern gezogen." Es gleitet wie ein Surfer auf der Welle durch die flexibel gestaltete Raumzeit. Seine Geschwindigkeit hängt nur von der Expansion und Kontraktion der Warp-Blase ab. "Man kann sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen und dennoch stillsitzen", bringt es Lawrence Krauss auf den Punkt. "Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von "Bild der Wissenschaft", welches im Handel für 6,60€ zu erwerben ist. Wir würden uns freuen, sollten Sie uns die eine oder andere Zusammenfassung oder Fotos aus dem Artikel zuschicken.
Vielen Dank an unseren Besucher R. Vaas für diesen Hinweis.
Weiterer "Nemesis"-TV-Bericht zum Download
Abermals können Sie sich bei uns einen TV-Bericht zu "Nemesis" downloaden. Dieses Mal handelt es sich um "CineTipp" des Senders "ProSieben". Die Sendung wurde am vergangenen Sonntag um 12:15 Uhr ausgestrahlt und ist rund 12 Minuten lang. Sie können sich den 20,9MB großen "Quicktime"-Clip unter diesem Link auf "Mounti.net" downloaden.
Danke wieder an unseren Besucher Christian Bergmann für die Digitalisierung.
(sl); STVC-Meldung vom 21.01.2003; Quelle:
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