Über dem Ort Nacogdoches in der dicht bewaldeten Hügellandschaft von Osttexas war zunächst der Überschallknall der Raumfähre "Columbia" zu hören. Kurz danach fielen Trümmerteile vom Himmel, mittlerweile wurden in der Stadt und ihrer näheren Umgebung mehr als 1200 Wrackteile der "Columbia" gefunden.
Bislang wurde nur ein sehr kleiner Teil dieser Trümmer geborgen. Immer wieder stoßen Soldaten der Nationalgarde, die örtlichen Polizeikräfte und viele freiwillige Helfer und Bauern bei ihrer Suche auf angesengte Metallteile und zerborstene Hitzekacheln. Eine Raketendüse, die charakteristische Bugverkleidung und eine zweieinhalb Meter lange, weitgehend intakte Sektion des Cockpits weisen eindeutig auf die Herkunft von der Raumfähre her.
Neben technischen Fundstücken stoßen die Suchenden aber auch auf Spuren der Besatzung, einen Handschuh oder sogar einen Helm. Der Bergung der sterblichen Überreste der Besatzung wird gegenüber der Bergung technischer Teile Vorrang eingeräumt. Insbesondere hier helfen auch Mitarbeiter des FBI.
Die Trümmer verteilen sich auf einem etwa 550 km langen, ähnlich einer Zigarre elliptisch geformten Gebiet zwischen den Großstädten Dallas in Texas und Baton Rouge in Louisiana. Diese Form des Trümmerfeldes ist die Folge physikalischer Gesetze: Bei ihrem Auseinanderbrechen etwa über den Städten Dallas und Fort Worth befand sich die "Columbia" in 63 Kilometern Höhe mit einer Geschwindigkeit von etwa 19.000 Kilometern pro Stunde. Die Einzelteile behielten nach dem Auseinanderbrechen diese Geschwindigkeit bei, jedoch aufgrund des unterschiedlichen Luftwiderstands und der Masse jeden Einzelteils auf einer eigenen Flugbahn. Teile mit großer Oberfläche werden stärker abgebremst, kommen also früher zur Erde nieder als kleine Teile mit geringer Angriffsfläche.
Da das Auseinanderbrechen vermutlich nicht auf einmal geschah, sondern mehrere Minuten dauerte, läßt sich aus der Form des Trümmerfelds und der Anordnung der Teile im Trümmerfeld der Ablauf des Zerbrechens der Raumfähre rekonstruieren. Aus diesem Grund wird die Position jedes Fundstücks mit GPS vermessen und kartografiert. Sollte sich dann herausstellen, dass z.B. Trümmer von der linken Tragfläche ausschließlich am - in Flugrichtung gesehen - Anfang des Trümmerfeldes aufgefunden werden, so kann dies darauf hindeuten, dass das Auseinanderbrechen der Raumfähre an dieser Tragfläche begann.
Allerdings vermutet der bei der NASA für das Shuttle-Programm zuständige Direktor, Ron Dittemore, die letztendlichen Belege für die Ursache des Absturzes weiter im Westen. Offenbar lösten sich schon Teile von der Raumfähre vor dem endgültigen Auseinanderbrechen. Um auch die eventuell früher abgelösten Trümmer außerhalb des Haupt-Trümmerfelds zu bergen, sollen Augenzeugen befragt und Videofilme analysiert werden.
Da jedoch die 1500 Grad Celsius heiße Reibungshitze einen Teil der Trümmer verbrennen ließ und andere Teile als Mikrometeoriten auf die Erde niedergingen, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Ursache für den Absturz nie gefunden wird. Zumindest für die herabgefallenen Teile besteht jedoch die Chance der Entdeckung, da am Samstag gegen 9 Uhr morgens (OZ) Meteorologen ein außergewöhnliches Radarecho auf einem im Ostteil von Texas betriebenen Radargerät auffiel.
Dieses Echo hatte eine längliche, zigarrenähnliche Form. Da sich Niederschlagsgebiete nicht in dieser Form ausbreiten, kann es sich prinzipiell nur um die beim Verglühen der "Columbia" entstandenen Staub- und Rauchpartikel handeln, die entlang der ursprünglichen Flugbahn auf die Erde regneten. Es dauerte sechs Stunden, bis die letzten Teilchen vom Radarschirm verschwunden waren.

