Den Absturz der "Columbia" hat anscheinend auch eine Überwachungskamera der US-Luftwaffe gefilmt. Auf den noch unveröffentlichten Bildern sollen angeblich schwere Schäden an der linken Shuttle-Tragfläche zu erkennen sein.
Fünf Tage nach dem Absturz der amerikanischen Raumfähre "Columbia" hat eine unabhängige Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen Admirals Harold Gehman ihre Arbeit auf dem Luftwaffenstützpunkt Barksdale in Louisiana aufgenommen. Eine Sprecherin der "Kirtland Air Force Base" im Bundesstaat New Mexico bestätigte, dass der Stützpunkt Fotos an die US-Raumfahrtbehörde weitergeleitet habe. Die Nasa habe die Verantwortlichen der Basis jedoch gebeten, die Aufnahmen nicht weiter zu kommentieren.
Das vom US-Militär aufgenommenes Bildmaterial könnte ganz neue Aufschlüsse über den Absturz der "Columbia" am vergangenen Samstag geben. Auf den hochauflösenden Fotos, die eine Überwachungskamera der Air Force etwa eine Minute vor dem Auseinanderbrechen des Shuttle gemacht haben soll, seien angeblich schwere Schäden an der linken Tragfläche nahe des Rumpfes zu erkennen, berichtete das renommierte Luft- und Raumfahrtmagazin "Aviation Week & Space Technology" am Freitag unter Berufung auf Untersuchungskreise.
NASA-Verwaltungschef Sean O'Keefe sicherte der Untersuchungskommission die volle Unterstützung zu. Jedes einzelne Beweisstück, jeder Umstand, jeder strittige Punkt wird geprüft, sagte O'Keefe in Washington. Die Wiederaufnahme der US-Weltraumflüge hänge von den Resultaten des Gremiums ab, meinte O'Keefe. Die NASA werde die Gehman-Kommission voll unterstützen und ihre Resultate anerkennen, versicherte O'Keefe und reagierte damit auf Kritik aus dem US-Kongress an der von der Raumfahrtbehörde selbst eingesetzten Kommission.
Die Schlussfolgerungen der Kommission würden als endgültig und rechtskräftig anerkannt. Gehman war bereits für die Ermittlungen zum Anschlag auf den US-Zerstörer "Cole" in Jemen verantwortlich.

