Seit einem Jahr hat die Weltraumsonde "Mars Odyssey" (MO) ihren Dienst im Orbit unseres Nachbarplaneten aufgenommen. Die nun übermittelten Daten bilden die erste geologische Karte des Roten Planeten und warten mit einigen Überraschungen auf.
So wurde am Abgrund des großen Strömungskanals "Ganges" Ablagerungen der chemischen Verbindung Olivin nachgewiesen. Das grünlich schimmernde Material ist äußerst flüchtig, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt, woraus sich folgern lässt, das die betroffene Region schon seit geraumer Zeit trocken liegt.
Auch Strahlungsmessungen ergaben ein lebensfeindliches Bild vom Mars. Demnach müssten sich die ersten menschlichen Pioniere "signifikanten Gesundheitsrisiken auf Grund kosmischer Strahlung" aussetzen, so Cary Zeitlin vom "National Space Biomedical Research"-Institute in Houston.
Durch den Einsatz des Röntgen-Spektrometers, welches im letzten Jahr große Mengen von Eis auf Wasserbasis nachwies, änderte sich das Bild der elementaren Zusammensetzung des Roten Planeten. Im Überfluss sind demnach Silizium, das Metall Thorium und natürlich Eisen vorhanden, letzteres gibt ja bekanntlich dem roten Planeten seine typische Farbe. Die Wissenschaftler können an Hand dieser Kombination die Entwicklung des Mars nachvollziehen.
All diese neuen Erkenntnisse werden auch dabei helfen, künftige Missionen optimal vorzubereiten, um zum Beispiel gezielter zu forschen, Risiken auszuschließen oder Landeplätze für Rover zu finden. "Mars Odyssey" ist Teil des Programms zur intensivierten Beobachtung unseres Nachbarplaneten, welches nicht zuletzt die erste bemannte Mars-Mission vorbereiten soll.

