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OEX-Analyse kann beginnen

Der OEX ("Orbital Experiments Recorder") der "Columbia", der zur Wiederherstellung des Bandes an die Imation Corp. in Minnesota geschickt wurde, scheint brauchbar zu sein. Die gelaufene Menge des Bandes lässt auch darauf schließen, dass der Rekorder sich planmäßig 15 Minuten vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre eingeschaltet hat.

Das Magnetband in dem in der letzten Woche gefundenen Datenrekorder scheint trotz des Auseinanderbrechens der "Columbia" und des Falls zur Erde in einem guten Zustand zu sein. Techniker sind zunehmend optimistisch, dem Band Daten über aerodynamische Kräfte und Temperatur während der letzten Minuten der "Columbia" entnehmen zu können.

"Gemessen an den äußeren Umständen ist das Band zumindest optisch in guter Verfassung", meinte Bradley Allen, Sprecher der Imation Corp. - ein Unternehmen In Minnesota, die auf Datenspeicherung und Wiederherstellung spezialisiert sind.

Der sogenannte "OEX-Recorder" wurde letzte Woche von den Suchmannschaften nahe Hemphill, Texas, gefunden. Obwohl die Hülle beschädigt ist, scheint das Band erstaunlich gut erhalten zu sein. Die Experten von Imation entnahmen zunächst nicht bespielte Teile des Bands, um Erfahrungen für die spätere Behandlung des bespielten Teils zu erhalten. Das Band wird am heutigen Dienstag zum "Kennedy-Space-Center" verbracht, wo die Techniker es kopieren und danach auswerten.

Das Band zerriss zwar zwischen den Spulen des Rekorders, die Bandlänge auf der Gegenspule lässt aber vermuten, dass das Band ca. 15 Minuten vor dem Sinkflug der "Columbia" aufzunehmen begann.

Die "Columbia" war das einzige mit einem solchen "OEX-Recorder" ausgerüstete Shuttle. Sie war das erste Shuttle der NASA und war also solche mit mehr Instrumenten ausgerüstet als die anderen Shuttles, da sie Testflug-Daten erbringen sollte.

Während die NASA während des Sinkflugs der "Columbia" in Echtzeit Telemetrie-Daten per Funk übermittelt bekam, speichert der "OEX-Recorder" hunderte weitere Daten über die auf das Schiff wirkenden Kräfte.

Unter der Annahme, dass das Band aussagefähige Daten enthält, hoffen die Techniker, näheren Aufschluss über die letzten Minuten der "Columbia" sowie eine Bestätigung der zum Teil verstümmelt übertragenen Telemetrie-Daten zu erhalten.

Der "OEX-Recorder" kann bis zu zwei Stunden lang Daten speichern. Laut NASA wurde der Rekorder 15 Minuten (ca. 8 Uhr) vor Beginn des Sinkflugs aktiviert und lief vermutlich bis zum Auseinanderbrechen des Shuttles einige Sekunden nach 9 Uhr. Leider ist das Band an der Stelle seines Risses stark beschädigt. Vermutlich werden ihm daher die entscheidenden Angaben über die letzten Sekunden der "Columbia" nicht zu entnehmen sein.


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