In Oberpfaffenhofen bei München wurde gestern der Vertrag über die Entwicklung des Kontrollzentrums für das "Columbus"-Modul der ISS seitens der ESA und dem DLR unterzeichnet. Das Kontrollzentrum soll die Steuerung und die Kontrolle der Laborsysteme übernehmen und als Bodenkommunikation dienen.
Das Flugkontrollteam, bestehend aus Mitarbeiten des DLR, der ESA und des Raumfahrtunternehmens "Astrium" wird nach dem anfänglichen Betrieb des Labors durch eine 90-köpfige Mannschaft ersetzt, die unter der Leitung des DLR stehen wird. Die Unterzeichnung des Vertrags über das "Columbus"-Kontrollzentrum mit dem DLR zeigt das Engagement Europas im Raumstationsprogramm.
"Columbus" ist ein europäisches Wissenschaftslabor, das entwickelt wurde, um die europäische Forschung im Weltraum zu fördern. Es stellt den Eckstein des europäischen Beitrags zum ISS-Vorhaben dar und macht Europa zu einem der Hauptakteure des Raumstationsprogramms. Die ESA plant, das Labor im Oktober 2004 zu starten. Die wichtigsten Funktionen des "Columbus"-Kontrollzentrums werden die Steuerung und Kontrolle der "Columbus"-Laborsysteme, die Bereitstellung und der Betrieb des europäischen Bodenkommunikationsnetzes für die Einrichtung und die Betriebskoordinierung für die europäischen Nutzlasten an Bord der ISS sein.
Das "Columbus"-Kontrollzentrum muss rechtzeitig betriebsbereit sein, um Bodenkommunikationsdienste für das ESA-Kontrollzentrum das Automatische Transferfahrzeug (ATV) im französischen Toulouse bereitstellen zu können. Das erste ATV soll im September 2004 mit einer "Ariane 5"-Rakete von Kourou im Französisch-Guayana gestartet werden, um die ISS mit Nachschub zu versorgen und sie wieder in eine höhere Umlaufbahn zu bringen.
Mit der Vergabe dieses Vertrags würdigt die ESA die langjährige Erfahrung und Kompetenz des DLR in Oberpfaffenhofen beim Management des bemannten Raumflugbetriebs. Das DLR ist seit 35 Jahren im Betrieb von Raumfahrzeugen und seit der ersten europäischen Spacelab-Mission im Jahr 1983 auch im Management bemannter Weltraummissionen tätig. Seit 1998 arbeiten außerdem DLR-Fachleute am Entwurf und an der Vorbereitung des "Columbus"-Kontrollzentrums mit.

