Das berühmte US-amerikanische Weltraumteleskop "Hubble" hat eine der bizarrsten Lichterscheinungen in der Geschichte der irdischen Astronomie gemacht. Fotos zeigen die Erleuchtung einer einen Stern umgebenden Staubwolke.
Die beteiligten Wissenschaftler verglichen die aufgenommene Bildabfolge mit einer aufgehenden Rosenknospe. Diese Darstellung weise auf eine Art "Lichtecho" hin, abstammend von einem mysteriösen Ausbruch während des letzten Jahres. Diese Erscheinung wurde von einem australischen Hobbyastronomen zufällig entdeckt.
Der Stern mit dem Namen V838 Monocerotis wurde im letzten Februar erneut sprunghaft heller und erreichte die 10.000-fache Helligkeit - er war somit beinahe mit dem bloßen Auge zu sehen.
Zunächst vermuteten Wissenschaftler eine normale Supernova hinter dem Phänomen - die Explosion eines "weißen Zwergsterns". Allerdings entdeckte der Astronom Arne Henden vom Naval Observatory (Flagstaff/Arizona) eine glühend erscheinende Wolke um Monocerotis, welche sich zudem mit Überlichtgeschwindigkeit auszubreiten schien.
Nur eine optische Täuschung konnte hinter dieser Beobachtung stecken. Die Folgerung war, dass es sich nicht um ausgestoßenes Gas handelte, sondern um bereits vorhandenes Material, welches durch den im Jahr zuvor beobachteten Ausbruch erleuchtet wurde.
Das Phänomen des "Lichtechos" beschrieben die Wissenschaftler als einen Blitz, welcher in alle Richtungen des Raums entsendet wurde. Teile erreichen die Erde direkt, während gewisse Anteile erst durch Reflexion in die Linsen der Observatorien dringen.
Es war nun möglich, die Distanz des Sterns zur Erde abzuschätzen. 20.000 Lichtjahre ist Monocerotis entfernt, was ungefähr der Strecke unserer Sonne bis zum Zentrum der Milchstraße entspricht. Ebenfalls überraschend war die Erkenntnis, dass der Stern kurzzeitig der hellste Punkt der gesamten Galaxis war.

