Mit dem Röntgenteleskop "Chandra" ist es Astronomen jetzt gelungen, die Röntgenstrahlung eines Braunen Zwergs nachzuweisen, der ein Doppelsternsystem umkreist. Der Fund könnte helfen, den Übergangsbereich zwischen Riesenplaneten und Braunen Zwergen besser verstehen zu können. Der beobachtete Braune Zwerg ist lediglich 12 Millionen Jahre alt.
Das Sternsystem ist 180 Lichtjahre von der Erde entfernt und gehört neben ein dutzend weiterer junger Sterne zum Sternbild Hydra. Der Braune Zwerg umkreist den Stern in einer Entfernung, die 2,75 mal so groß ist wie die Distanz Sonne - Pluto
Braune Zwerge werden oft auch als "gescheiterte Sterne" bezeichnet, da ihre Masse nicht ausreicht, um die Kernfusion im Inneren zu entzünden. Ihre Masse liegt unter der Grenze von 80 Jupitermassen oder 8% der Masse unserer Sonne. Die Kernfusion ist deshalb so wichtig, da durch sie ein Stern seine Energie gewinnt. Bei diesem Prozess werden durch die im Inneren einer Sonne herrschenden Drücke zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumatom verschmolzen. Die dabei gewonnen Energie gibt der Stern dann als Wärmestrahlung an seine Umgebung ab. Ohne diese Masse endet ein Materieklumpen entweder als Planet - oder, wie im Falle von "TWA 5B", als merkwürdiges Mittelding.
Der Braune Zwerg, der etwa ein Fünfzigstel der Sonnenmasse wiegt, umkreist in 180 Lichtjahren Entfernung einen Doppelstern mit dem Namen "TWA 5A". Das Gespann in der Konstellation Wasserschlange haben Astronomen aus Japan und den USA mit dem Weltraumteleskop "Chandra" beobachtet. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass nicht nur die zwei zentralen, sonnenähnlichen Sterne Röntgenstrahlung abgeben, sondern auch ihr unscheinbarer Begleiter.
Junge Braune Zwerge, wie "TWA 5B", haben ein turbulentes Inneres. Dies kombiniert mit einer schnellen Rotation ist Ursache für ein kompliziertes Magnetfeld, das die Temperatur der äußeren Atmosphäre, auch Corona genannt, auf mehrere Millionen Grad Celsius hält. Die Röntgenstrahlen, die nun aufgezeichnet wurden haben dort ihren Ursprung.
"TWA 5B" hat nach ersten Schätzungen eine Masse von 15-40 Jupitermassen und macht ihn damit zu einem der kleinsten Braunen Zwerge, die wir kennen. Seine Masse liegt damit nah an der Grenze zum Braunen Zwerg (12 Jupitermassen). Die Resultate die bei der Beobachtung von TWA 5B erzielt wurden könnten helfe schwergewichtige Planeten anhand ihrer Röntgenstrahlen zu entdecken.

