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US-Quoten von "Enterprise" auf katastrophalem Niveau

Die US-Quoten von "Enterprise" fallen rapide und nähern sich einem kritischen Level - so auch letzten Mittwoch, wo die Serie einen neuen Negativ-Rekord aufstellte. Lesen Sie eine ausführliche US-Quotenbesprechung zu den Episoden "Horizon" und "Judgment" mit Kommentar.

"Horizon"

Am Mittwoch-Abend wurde die "Enterprise"-Episode "Horizon" auf dem US-Sender UPN ausgestrahlt. Die Episode unterbot, was die US-Quoten angeht, jede bisherige der jungen "Star Trek"-Serie ("Vanishing Point" nicht mitgezählt, weil diese einen Tag vor Thanksgiving ausgestrahlt wurde, wo traditionell schlechte US-Quoten herrschen).Die Overnight-Ratings sind Vorabquoten, da sie nur die 37 wichtigsten TV-Märkte berücksichtigen und daher nur als Indiz für die finale Quote gewertet werden können - nicht mehr und nicht weniger. Dabei werden die Zahlen in Haushaltspunkten/Marktanteil angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte.

Ein Overnight-Rating von 3,5 Punkten entspricht also 3,5% der gesamten US-TV-Haushalte. Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 5% bedeutet also, dass 5% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender.

Die finalen Einschaltquoten berücksichtigen alle TV-Märkte in den USA. Die Zahl wird in Haushaltspunkten angegeben, was nichts anderes bedeutet als die Prozentzahl aller US-TV-Haushalte. Bei einer finalen Einschaltquote von 2,5 Punkten sahen also rund 2,5% der US-TV-Haushalte "Enterprise". Der Marktanteil gibt an, wieviel Prozent von den gesamten Zuschauern, die zur Sendezeit den Fernseher eingeschaltet hatten, "Enterprise" sahen. 4% bedeutet also, dass 4% aller zur Sendezeit aktiven Zuschauer "Enterprise" eingeschaltet hatten, der Rest bevorzugte andere Sender. Die Zuschauerzahl in Millionen gibt schließlich an, wieviele Zuschauer (nicht Haushalte) tatsächlich eingeschaltet haben.

Ein Sweep-Monat ist ein Monat, in dem die Einschaltquoten von Serien getestet werden, um die Werbepreise festzulegen. Die Sender strahlen in diesen Monaten (November, Februar, Mai) die vielversprechendsten Episoden ihrer Serien aus, um besonders hohe Einschaltquoten zu verbuchen.
"Horizon" brachte es auf ein Overnight-Rating von nur 3.5 bei 5% Marktanteil und verlor im Vergleich zur Vorwoche satte 0,3 Punkte, so "MediaWeek.com" zufolge. Laut "Zap2it.com" brachte es die Episode sogar nur auf ein Overnight-Rating von 3.4. Damit landete die Serie auf einem gewohnten fünften Platz - wie immer vor "Dawson's Creek".

Der vierte Platz im 20-Uhr-Sendeblock geht an die beiden ABC-Serien "My Wife and Kids" (6.1 bei 10% Markanteil) und "George Lopez" (5.7 bei 9% Marktanteil).

Den dritten Platz erlangte CBS mit "Star Search", während der zweite Platz an "Dateline NBC" ging.

Sieger im 20-Uhr-Sendeblock wurde der Sender FOX mit seinen beiden Shows "That'70s Show" (7.6 bei 12% Marktanteil) und "American Idol" (12.7 bei 19% Marktanteil).

"Judgment"

Die finalen Quoten zu "Judgment" sind abrufbar und diese fallen alles andere als erfreulich aus. "Judgment" ist die "Enterprise"-Episode mit den niedrigsten Quoten bisher ("Vanishing Point" abermals nicht mitgezählt, siehe oben). Die Episode brachte es auf ein National-Rating von nur 2.5 bei 4% Marktanteil und konnte gerademal 3,69 Millionen Zuschauer fesseln.

Auch in der wichtigen werberelevanten Zuschauergruppe der 18-49-jährigen Erwachsenen stellt "Judgment" ein Tiefpunkt dar. Ein National-Rating von nur 1.7 bei 5% Marktanteil konnte sie erlangen. Sowohl "Vanishing Point", "Dawn", "Canamar" als auch "The Crossing" waren hier um 0,1 Punkte besser.

Damit nicht genug, hat "Enterprise" seit ihrer Premiere (12,54 Millionen Zuschauer) nun rund 70% ihrer Zuschauer verloren, und das bereits in der zweiten Staffel - keine andere "Star Trek"-Serie zuvor war ihre Zuschauer so schnell los.

Kommentar

Dieselbe Situation wie letzte Woche: Die US-Quoten von "Enterprise" fallen rapide. Nun haben diese ein Niveau erreicht, wo man Roten Alarm ausgeben müsste. Denn die Overnight-Ratings fallen auf das Niveau der National-Ratings herunter und unterbieten sich Woche für Woche - eine Serie, die erst in ihre dritte Staffel gehen wird, bedeutet dies nicht gerade Langlebigkeit.

Dabei ist auch diese Woche nichts ungewöhnliches anzumerken. Es herrscht dieselbe Konkurrenzschaft wie die Wochen zuvor. Warum "Enterprise" also so schlecht abschneidet, ist abermals in der Serie selbst begründet. Die Zuschauer wollen kein "Enterprise" mehr sehen. Genau wie bei "Dawson's Creek", einer einst durchaus glorreichen Serie und die jetzt mit äußerst niedrigen Quoten zu kämpfen hat, quittieren die Zuschauer ihr Desinteresse mit diesen miserablen Quoten.

Da ist es durchaus zu verstehen, dass die Produzenten Rick Berman und Brannon Braga in der dritten Staffel einen Richtungswechsel einleiten wollen - ein wenig Veränderung ist sicherlich die logische Konsequenz, doch ob diese Veränderung sich zugunsten der Serie und damit ihrer Zuschauer ausschlägt, steht noch in den Sternen. Fest steht nur eins: Wenn die Quoten weiterfallen und das aktuelle niedrige Niveau noch weiter unterboten wird, wird es garantiert keine vierte Staffel für "Enterprise" geben.

Insofern sollte man quotentechnisch bereits mit dieser erbärmlichen zweiten Staffel abschließen und die dritte Staffel abwarten. Diese wird über die Zukunft der fünften "Star Trek"-Serie entscheiden.

Wie in der letzten US-Quotenbesprechung angedeutet, ist Mayweather der unbeliebteste Charakter der Serie. Insofern war es zu erwarten, dass die Quoten einer Episode, die eben diesen Charakter in den Mittelpunkt stellt, nicht so hoch sein würden. Doch dass diese nun auf ein dermaßen niedriges Niveau sinken, das ist allein mit dem Inhalt dieser Episode nicht zu rechtfertigen.

Noch fünf Episoden bis zum Staffelfinale und man fragt sich nach dieser katastrophalen Bilanz, die die zweite Staffel bis jetzt erbracht hat, wie es weiter gehen soll mit "Enterprise"...

Hinweis

Bitte bedenken Sie, dass die erwähnten US-Quoten zu "Horizon" Overnight-Ratings sind, die nur als Indiz für die finalen Quoten angesehen werden dürfen (Erklärung siehe Infobox). Die finalen Quoten zu "Horizon" sind erst in einer Woche abrufbar.

Warum es mit "Enterprise" abwärts geht und wie es um "Star Trek" bestellt ist, lesen Sie in den beiden populären Kolumnen "Enterprise - die Vergewaltigung von Star Trek" und "Nemesis - die Vergewaltigung von Star Trek geht weiter".

Alle Zahlen stammen von den Serien "MediaWeek.com", "Zap2it.com" sowie "TrekWeb.com".

(sl); STVC-Meldung vom 17.04.2003; Quelle: [1080 Aufrufe; 0 Kommentare]

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