Während die unabhängige Expertengruppe weiterhin die Absturzursache des Space Shuttles "Columbia" am 1. Februar sucht, wird bei der US-Weltraumorganisation kontrovers über die Wiederaufnahme der bemannten Weltraumflüge diskutiert.
Seit dem ersten Shuttle-Flug Anfang der Achtziger Jahre betrachtete die NASA diese Art der Weltraumreisen eher als ein wissenschaftliches Experiment. Neue Technologien wurden erprobt. Die erste Katastrophe durch die Explosion der "Challenger" 1985 zeigte den Technikern die Grenzen auf.
Mittlerweile hat sich diese Haltung geändert. Man betrachte die bemannten Missionen mehr als Routineeinsätze, welche keine Unsicherheiten mehr erlauben, so Sean O'Keefe, führendes Mitglied der NASA.
Es sei wahrscheinlich, dass die Flüge noch in diesem Kalendarjahr wieder aufgenommen werden können, sagte O'Keefe, merkte aber kritisch an, dass man die Wahrscheinlichkeit in Betracht ziehen müsse, dass eine ungünstige Konstellation von Einzelfaktoren zu einem so verheerenden Ergebnis führe.
Selbst ohne das konkrete Ergebnis der Untersuchungskommission zu kennen, arbeitet die NASA bereits an diversen Verbesserungen der Shuttles, insbesondere Hardware-Ausbesserungen und Änderungen im Ablauf. O'Keefe kündigte an, dass die Shuttles eher früher als später ihre Arbeit aufnehmen werden. Nach wie vor glaube man an das Konzept Space Shuttle, selbst die Angehörigen der Opfer der "Columbia"-Katastrophe ermutigten die Weltraumbehörde, das Programm wiederaufzunehmen.
Trotzdem forciere man die Entwicklung eines neuen Raumgleiters. Diese müsse, so O'Keefe, neuen Anforderungen gewachsen sein. In erster Linie sollte das "Orbital Space Plane" (OSP) den Personentransport zur internationalen Raumstation "ISS" abwickeln. Weiterhin forderte er, dem Raumschiff eine bessere Manövrierfähigkeit im Weltraum zu geben, außerdem sollte es flexibler und kurzfristiger starten können.

