Durch einen Zusammenschluss ihrer Forschungskapazitäten wollen vier große wissenschaftliche Organisationen einen neuen Meilenstein in der Teleskoptechnik bauen. Das "Large Synoptic Survey Telescope" (LSST) soll neue Maßstäbe in der Himmelsbeobachtung setzen.
Die beteiligten Fachgruppen sind die "Research Corporation", die "Association of Universities for Research in Astronomy" sowie die beiden Universitäten von Washington und Arizona. Erste Details des ambitionierten Plans wurden am 16. April 2003 fest gelegt.
Kernstück soll ein Primärspiegel von 8 Metern Durchmesser sein, unterstützt von modernster Digitalkameratechnik. Mit einer Auflösung von zwei Milliarden Pixeln soll der Nachthimmel erfaßt werden. Hieraus resultiert ein ständiger Datenfluss, welcher durch eine robuste Computerarchitektur bewältigt werden soll. Die Wissenschaftler schätzen dessen Größenordnung auf fünf Terabytes pro Tag. Die Daten sollen sofort für interessierte Astronomen weltweit verfügbar sein.
Die Forschungsgruppe verspricht sich, bis zu 100.000 Supernovae pro Jahr zu registrieren, außerdem sollen mehr als 10.000 Objekte am Rande unseres Sonnensystems beobachtet werden. Durch die astrometrische Messung von Himmelsbewegungen soll auch nach Hinweisen auf Planeten nachgegangen werden - im Umkreis von 100 Lichtjahren.
In der wissenschaftlichen Gemeinschaft sparte man nicht mit euphorischen Ankündigungen. So soll das "LSST" die Astronomie und die Astrophysik in ein neues Jahrtausend führen und die Grenzen der Beobachtbarkeit zeitvariabler Phänomene erweitern.
Allerdings braucht das ehrgeizige Projekt noch viel Zeit. Im Moment klärt man noch grundlegende Designfragen, im Jahr 2011 soll es dann soweit sein: Das erste Licht der Sterne soll auf den gigantischen Spiegel einfallen. Ebenfalls ist der Standort noch gänzlich unklar.
Das Teleskop soll auch ein Zeichen für mehr Zusammenarbeit der verschiedenen Forschergruppen setzen. Nicht nur dass sich eine Allianz im Bereich Astronomie gebildet hat, ebenso stellt das LSST eine interdisziplinäre Herausforderung dar - aufgrund der technischen Komplexität im Bereich Optik oder Computertechnik.

