Bald erscheint ein Buch vom deutschen "Star Trek"-Experten Ralph Sander. Dieses Buch hat es in sich: Es ist im Grunde ein Krimi, beschäftigt sich aber auch mit dem Phänomen Fankultur. Ausgangspunkt des Krimis ist ein toter Vulkanier auf einer "Star Trek"-Convention.
Der "Blitz"-Verlag schickte uns folgendes Pressematerial zum sehr interessanten Buch "Semper und der tote Vulkanier" zu und diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Das Buch wurde von Ralph Sander geschrieben, einem großen "Star Trek"-Sachbuchautor, der u.a. "Die Star Trek Biographien - das Who's Who für alle Fans" und "Trek Trivia - Das große Next Generation Quizbuch" verfasst hat.
Doch Ralph Sander kann noch mehr. So war er für Magazine als Übersetzer tätig und übersetzte Drehbücher der neuen "Enterprise"-Serie.
"Semper und der tote Vulkanier" erscheint als Teil der "Black Collection" im "Blitz"-Verlag. Im Folgenden die offizielle Inhaltsbeschreibung:"Die Woche hört für Kommissar Jan Semper und seine neue Kollegin Martina Kamps schlecht auf: Von einer "Star Trek"-Convention wird ein Mord gemeldet - ein toter Vulkanier.
Für Semper nimmt damit ein Fall seinen Lauf, der ihn in völlig neue Welten entführt. Zusammen stoßen die beiden in einen Kosmos vor, dessen unendliche Weiten von einer für ihn fremden Spezies bevölkert werden: den Sciencefiction-Fans.
Ralph Sander, "Star Trek"-Sachbuchautor, weiß genau worüber er schreibt."Thomas Harbach hat den Roman bereits im Vorfeld genauer unter die Lupe genommen. Im Folgenden einen Auszug aus seiner Rezension, der sehr genau wiedergibt, wie Ralph Sander zum Fandom steht:"Der Roman lebt auf in den Passagen, wo Ralph Sander seinen Lesern die Szene näher bringt:
"Worüber diskutieren Fussballfans?", gab sie zurück.
"Über das letzte Spiel, das ihr Verein wieder vergeigt hat. Darüber, ob man den Ligaerhalt schafft, über den Schiedsrichter, über die vier gelben Karten. über alles Mögliche eben. Wieso?"
"Weil das bei diesen Fans hier nicht anders ist", erklärte Martina, "Man diskutiert über die neueste Episode, man spricht über Fehler in der Handlung, über Fehler in der Synchronisation, darüber, ob die deutsche Stimme zu einer bestimmten Figur passt oder nicht. Es wird über alles Mögliche diskutiert. Und so wie die Fussballfans Trikots und Fahnen tragen und Anstecker und Aufnäher und was weiß ich, tragen diese Fans halt ein Kostüm aus irgendeinem Film oder einer Episode".
"Ganz im Gegenteil, die sind völlig normal", entgegnete Martina. "Das ist einfach nur ihr Hobby, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger intensiv ausgelebt. Dadurch schaffen sie einen Ausgleich für ein stinknormales Leben. Diese Leute sitzen den ganzen Tag im Büro, oder sie arbeiten als Verkäufer, als Bankangestellte, und in ihrer Freizeit machen sie etwas, das möglichst weit von ihrem Alltag entfernt ist".
Dabei bezeichnet sie sich selbst als Gelegenheitsfan, ein bisschen aus der Übung, aber mit den Grundbegriffen vertraut, während Sempers Wissen nicht über einige "Perry Rhodan"-Romane und wenige Folgen der Serie "Raumschiff Enterprise" ("Star Trek" und "Raumschiff Enterprise" haben den gleichen Backgrund, wird ihm sogleich erläutert) hinausgeht."Insgesamt ist Harbacher zufrieden mit dem Buch und schreibt als Fazit:"Einige Elemente passen einfach nicht zusammen (da hilft auch kein Beamen) und diese Teile machen den Roman zu einem zwiespältigen Lesevergnügen. Doch wegen des Backgrounds und seiner herrlich genauen Zeichnung des Fandoms ist der Roman allen auch nur im Geringsten an "Star Trek" interessierten Lesern als Begleitlektuere zu den "Raumschiff Voyager"-, "Deep Space Nine"-, "Raumschiff Enterprise"-, "Das nächste Jahrhundert"- oder "Enterprise"-Romanen zu empfehlen. Man kann "Semper und der tote Vulkanier" direkt neben die beiden herausragenden Romane von John M. Ford stellen."Auch ein kleines Interview mit Ralph Sander (RS), geführt von Anita Gonzalez (AG), möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:"AG: Ralph Sander, in diesen Tagen erscheint Ihr Krimi "Semper und der tote Vulkanier". Bekannt geworden sind Sie seinerzeit als Autor verschiedener "Star Trek"-Sachbücher, da bleibt die Frage nicht aus: Gibt es in Ihrem Krimi tatsächlich einen toten Vulkanier?
RS: Ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass es den nicht gibt. Es wäre allein schon aus lizenzrechtlichen Gründen gar nicht möglich, einen "echten" Vulkanier mitspielen zu lassen. In diesem Krimi geht es um einen Mord auf einer SF-Convention und um die Suche nach dem Täter. Immerhin stehen da einige tausend Leute unter Verdacht. Ermordet wird kein echter Außerirdischer, sondern ein Fan, der ein Vulkanier-Kostüm trägt.
AG: Dieses Buch ist Ihr erster Krimi, stimmt das?
RS: Ja.
AG: Man bringt Sie aber doch eigentlich mit "Star Trek" in Verbindung, oder zumindest mit dem Genre Sciencefiction. Schlägt da ein Krimi nicht völlig aus der Art?
RS: Nein, überhaupt nicht. Mein Tätigkeitsfeld ist schon Jahren sehr weit gestreut. Das reicht zum Beispiel von Tierromanen über humoristische Titel bis hin zu Filmkritiken oder einem Karnevalsspiel, das vor einiger Zeit in Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Daniel Vollmer erschienen ist. Die gleiche Vielseitigkeit trifft auch für die Bücher zu, an denen ich als Übersetzer arbeite. Es gibt zwar diesen SF-Hintergrund und ich habe auch immer wieder in irgendeiner Funktion mit "Star Trek" zu tun. Im Augenblick zum Beispiel mit "Enterprise", aber das heißt nicht, dass es daneben nichts anderes geben kann.
AG: Oder ist der Roman etwa eine Abrechnung mit dem Fandom?
RS: Keineswegs. Ich habe keine Veranlassung zu irgendeiner Form von Abrechnung. Die Fans werden zwar nach wie vor von vielen Seiten belächelt, wenn sie in Uniform und mit irgendwelchen kunstvollen Masken auftreten. Aber man darf die Bedeutung des Fandoms nicht unterschätzen. Zahlenmäßig ist diese Gruppe zwar relativ klein, das heißt, die drei Millionen Zuschauer, die sich den "Enterprise"-Pilotfilm im Fernsehen angesehen haben, sind nicht alles Fans, die auch zu einer Convention gehen oder Romane oder anderes Merchandise kaufen. Aber es sind diese ganz treuen Fans, die sich immer wieder vom Fernsehen interviewen lassen, und durch die eine breite Öffentlichkeit auf "Star Trek" aufmerksam gemacht wird. Ich würde schon eher sagen, dass man die Beharrlichkeit und den Mut der Fans respektieren muss, denjenigen zu trotzen, die sich unentwegt über sie lustig machen.
AG: Das heißt, in Ihrem Roman gibt es keine Spitzen gegen die Fans?
RS: Ich würde das nicht als Spitzen bezeichnen. Es gibt eine ganze Reihe von Figuren, die eine Art Wiedererkennungswert haben. Aber diese Figuren setzen sich aus Teilaspekten verschiedener anderer Figuren zusammen. Man erkennt also vielleicht bei dem einen dieses, bei dem anderen etwas anderes Vertrautes wieder. Das alles geschieht aber mit einem Augenzwinkern, so dass sich niemand auf die Füße getreten fühlen sollte.
AG: Der Hinweis "Alle Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit ... bla bla bla" hat hier also auch Gültigkeit?
RS: Auf jeden Fall. Natürlich werden manche Figuren von Personen beeinflußt, die ich kennen gelernt habe, ich glaube, das ist auch ganz normal. Immerhin soll es ja aus dem Leben gegriffen sein.
AG: Welcher Krimi-Autor hat für Ihr Buch und Ihre Figur eine Vorbildfunktion? In welcher Tradition sehen Sie sich selbst?
RS: Ich halte das immer für gefährlich ... oder zumindest für bedenklich, wenn man erklärt, dass man sich in irgendeiner Tradition sieht. Das führt automatisch dazu, dass Vergleiche angestellt werden. Außerdem gehen die Leser dann mit einer falschen Erwartung an ein Buch heran. Ich will kein Schubladen-Denken fördern, es genügt, wenn einem von außen ein Etikett aufgedrückt wird. Ich schreibe meine Bücher so, dass ich zu dem stehen kann, was da zu Papier kommt. Ich will nicht auf Teufel komm raus irgendeinen Stil nachahmen.
AG: Ist die Fortsetzung schon in Arbeit? Wie wäre es mit "Semper und der tote Klingone"?
RS: Nein, es wird wohl keine Fortsetzung dieses speziellen Romans geben, das wäre ein wenig monoton. Aber es gibt ein paar Dutzend Ideen für weitere Semper-Krimis. Drei oder vier sind im Laufe der Zeit so weit gereift, dass sie sich als nächster Band über diesen Kommissar eignen.
AG: Das heißt, ein Wiedersehen mit Semper ist sicher?
RS: Da halte ich es mit meiner persönlichen Tradition: Solange nicht absolut sicher über ein Projekt entschieden ist, bekommen Sie aus mir kein Wort dazu heraus."Um den Roman "Semper und der tote Vulkanier" zu bestellen, folgen Sie bitte einfach diesem Link.
Wir danken Alisha Blonda für das Pressematerial.
(sl); STVC-Meldung vom 01.05.2003; Quelle:
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